• „Einfallstor zu Russland“: Wie die USA mit Propaganda und Schock einen Ressourcenkrieg führt

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    In der laufenden Ukraine-Krise schreiben wir ein neues Kapitel im Ressourcenkrieg der USA. Mit Hilfe einer wirtschaftspolitischen Schocktherapie will sich die USA die Ukraine als „Einfallstor zu Russland“ sichern. Kulturphilosophin, Soziologin und Berliner Gazette-Autorin Yana Milev über Schock-Propaganda und Leitmedien als aktive Kriegsteilnehmer.

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    Mit dem Regierungsputsch in Kiew am 20.02.2014 und dem Amtsantritt der Swoboda-Partei, des Rechten Sektors und der Partei Vaterland hat ein neues Kapitel des weltweiten Ressourcenkrieges begonnen.

    Wie mittlerweile bekannt, wurde der Putsch in Kiew, der zu einem Bürgerkrieg führte, durch die USA und den CIA lanciert. Seit der Orange-Revolution wird die Ukraine durch die USA, den IWF und die WTO subventioniert. Mit welchem Ziel?
    Die Ukraine wird als Einfallstor zu Russland instrumentalisiert, um über die Ukraine Russland zu destabilisieren und die Erdölressourcen zu übernehmen. Ein Ressourcenkrieg von langer Hand und über etliche Jahre geplant, tritt seit Februar 2014 offen auf die Agenda.

    Nach 9/11 (2001), jener Kriegsinszenierung zur Destabilisierung des gesamten Nahost-Raumes, um die dortigen Erdölressourcen zu annektieren, ist nun 2/20 (2014), der Regime-Change in Kiew, die nächste Kriegsinszenierung, um Europa und Russland zu destabilisieren und die Vormacht der USA nach dem Prinzip der New World Order zu garantieren.

    Wirtschaftspolitische Schock-Strategie

    Spätestens seit der letzten Millenniumswende etwa hat sich der Regierungstyp der Governance global etabliert, der einen neuen Kriegstyp nach sich zog. Dieser postpolitischen Kriegstyp hat sich als ökonomische Schock-Strategie (auch neoliberale Schocktherapie), sowie als Regierungstechnik des Ausnahmezustands und der Mediokratie weltweit durchgesetzt. Mit dem charakteristischen Setting aus doppelstrategischen Programmen, ist zwischen sichtbaren und unsichtbaren Programmen/Operationen zu unterscheiden, die Kriegsinteressen verschleiern und den Phantom-Feind inszenieren.

    Masterminds der wirtschaftspolitischen Schock-Strategien gibt es einige, angefangen bei Carl Schmitt, über Henry Kissinger, Samuel Phillips Huntington, Jeffrey Sachs, Milton Fridmann, Zbigniew Brzeziński , Paul Wolfowitz, Dick Cheney, Colin Powell, George W. Bush, George Soros und andere.

    Die wirtschaftspolitische Schock-Strategie wurden in Chile, Venezuela, Irak, Syrien und Libyen durchgeführt und findet jetzt in der Ukraine statt. Der Ukraine-Krieg wird das Land nicht nur spalten, sondern auflösen.

    New World Order

    Um den Krieg der USA gegen Russland, in dem sowohl die Ukraine als auch Deutschland eine Stellevertreterrolle einnehmen, besser zu verstehen, sollte ein Blick sowohl auf die Reihe von US-Ermächtigungsgesetzen wie auch auf den aktuellen Staatsbankrott der USA geworfen werden.

    Im Jahre 1992, kurz nach dem Zusammenbruch und der Auflösung des Ostblocks, geriet Russland (und die meisten der Ex-Ostblock-Staaten) in ein Vakuum. Die Gunst der Stunde nutzend konzipierten einige US-Strategen wie Paul Wolfowitz, Dick Cheney und Colin Powell die Wolfowitz-Doktrin, die dem Erhalt und der Stabilisierung der USA als Superpower (Überlegenheit) in ihrer globalen Führungsrolle auf militärischem, finanzpolitischem und wirtschaftlichem Gebiet der so genannten New World Order (NWO) dient.

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    Die Doktrin ermächtigt die USA dann und dort militärisch einzugreifen, wo sie es als notwendig erachtet und die Doktrin ermächtigt den uneingeschränkten (militärischen) Zugang der USA zu den globalen Ölreserven. The New World Order heißt übersetzt: BIG OIL. Und die Doktrin legt den Hauptfeind Russland fest, der über die Ukraine kontrolliert werden muss. Die Wolfowitz-Doktrin ist schlechthin das Ermächtigungsgesetz für den aktuellen Ukrainekrieg gegen Russland.

    Feindbild Russland

    Wir haben erfahren, dass Russland nach dem Vakuum (Ende des Kalten Krieges, Zusammenbruch SU) und dem Ausbluten (Jelzin, Oligarchen), unter der Führung von Präsident Putin neue Gesetze macht. Wir haben in den letzten Monaten ebenfalls verfolgen können, dass Präsident Putin aus dem Petrodollar und der Weltwährung U.S.-Dollar aussteigen möchte. Wir haben erfahren, dass Russland das Wirtschaftsbündnis BRICS in dem all jene Länder integriert sind, die auf der Zielagenda der Wolfowitz-Doktrin stehen (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) ausbaut. Wir haben erfahren, dass die größten Ölreserven weltweit in Russland liegen. Spätestens an dieser Stelle ist das Kriegsinteresse der USA gegenüber Russland nicht mehr zu übersehen.

    Nachdem sich Putin ganz offenbar trotz Ermahnung der deutschen Medien „Stoppt Putin jetzt!“ doch nicht stoppen lässt, MUSS RUSSLAND DER KRIEG ERKLÄRT WERDEN! ES BLEIBT UNS NICHTS ANDEFRES ÜBRIG!
    Schließlich hat der US-Außenminister John Kerry bereits im März 2014 vorsorglich gewarnt: „Wenn Russland nicht bereit ist mit der neuen Regierung in der Ukraine zusammen zu arbeiten, müssen wir Maßnahmen ergreifen, um RU zu isolieren – politisch, diplomatisch und wirtschaftlich.“ Da dies nichts anderes als eine Drohung mit einer Kriegserklärung ist, muss man sich fragen: Wer ist diese neue ukrainische Regierung, die diesen Krieg vorauseilend erklärt?

    Sehr zum Leidwesen der Kriegstreiber und trotz hervorragender Mitarbeit der Medien, konnten sich bis jetzt einige Kardinallügen nicht durchsetzen: auf der Krim fand ein Referendum zur vertraglichen Beilegung als Förderationskreis Russlands statt ; der Abschuss der Boeing MH17 wie auch die militärische Invasion konnten bisher immer noch nicht belegt werden .

    Propagandakrieg: Narrative der Mediokratie

    Ab Februar 2014, zeitgleich mit dem Putsch auf dem Kiewer Maidan, bricht in den deutschen Leitmedien ein Propagandakrieg gegen Russland und die russische Staatsführung aus, in dem die wahren wirtschaftlichen Hintergründe, wie auch die wahren (politik)historischen Gründe des Ressourcenkrieges, der zur Zeit in der Ukraine ausgetragen wird, ausgeblendet und verzerrt werden. Diese Welle ist bis heute nicht abgebrochen und hat an Umfang zugenommen.

    Wir erleben in den deutschen Leitmedien quasi ein Propaganda-Tsunami gegen Russland und eine False Flag Operation mit pathologischem Charakter. Dämonisierung, Entwertung und Verurteilung sind Elemente der Feindbildproduktion und dienen der Verbrämung (Euphemisierung, Glorifizierung) der Rolle der Hauptakteure in einem Kriegstheater. Dieses Vorgehen ist ein direkter mediokratischer Angriff auf den Phantom-Feind, indem das Spieß rhetorisch herumgedreht wird und die eigenen Taten dem „Feind“ angehangen werden, was in der Psychologie als Spaltungsabwehr bezeichnet wird. So entsteht im kollektiven Bewusstsein ein Enemy-Target.

    Leitmedien als aktive Kriegsteilnehmer

    Mediokratie heißt konkret operationaler Einsatz von Schock-Propaganda auf der Medien- und Informationsebene (Print, Social Media, Netz, Public Space) zur Durchsetzung von ideologisierten Meinungsbildern in Bevölkerungen. Mediokratie ist eine psychologische Kriegsführungstechnik mit dem Effekt der Herstellung von Informationsgleichschaltung, Spaltung und Desorientierung.

    Hintergrund ist die Tarnung und Täuschung über die tatsächlichen geopolitischen Interessen, Konfliktinszenierungen und Opfer. Somit werden Leitmedien zum aktiven Kriegs-Teilnehmer im Namen der Demokratie und des Friedens und verursachen auf diese Weise prekäre Konsequenzen in der Gesellschaft. Mediokratie wird nach Thomas Meyer als Kolonisierung der Politik durch die Medien und im Anschluss daran als Kolonisierung der Medien durch den Lobbyismus bezeichnet.

    Prekarisierungsgesellschaft

    Das Thema untersucht die Prekarisierung von sozialen Gruppen und Subjekten, die seit Februar 2014 der Schock-Propaganda, oder Kriegspropaganda der deutschen Leitmedien gegen Russland ausgesetzt sind und deren pathogenen Effekte, wie Hilflosigkeit, Perzeptions-Schocks, Spaltungsdynamiken, Verdrängung, bis hin zu Protesten, heftiger Kritik und Widerstand. Für diese massive Desorientierungsdynamik möchte ich folgende Beispiele aufführen:

    Angst:

    Ein Beispiel der pathogenen Effekte ist die Schweigespirale: eine soziologische Theorie nach Elisabeth Noelle-Neumann die besagt, dass die Angst, eine andere Meinung in der Öffentlichkeit zu äußern, exponentiell zur Verstärkung der Mediengleichschaltung zunimmt. Hier können auch Zusammenhänge mit Beschäftigungen gesehen werden, denn wer beispielsweise als Freelancer kurzfristig angestellt ist, verliert schneller seinen Job mit einer Gegenmeinung. Als Beispiel möchte ich hier die Revolte der Ressortleiter des Magazins „Der Spiegel“ gegen den Chefredakteur Wolfgang Büchner anführen, die aufgrund des Covers „Stoppt Putin Jetzt!“ vom 28.07. 2014 in Gang kam und schließlich zu Entlassungen führte.

    Spaltung:

    Ein weiteres Beispiel ist die soziale Spaltung der deutschen Bevölkerung: Vor allem die bisher totgeschwiegenen Krisen während der Auflösung der DDR und ihrer Übernahme in das BRD-Grundgesetz 1989 mit allen prekären soziologischen und psychologischen Konsequenzen, bricht im Zuge der Kriegspropaganda wieder auf. Neben dieser unausgesprochenen historischen Spaltung jüngeren Datums, kommt die Spaltung zwischen leistungsschwacher Bevölkerung und leistungsstarker Bevölkerung, also zwischen Arm und Reich zum tragen. Die Mehrheit der Armen verstehen die Kriegshetze nicht, die Mehrheit der etablierten Arbeitnehmer, Manager, Vorstandsmitglieder, Professoren etc. unterstützen diesen Medienkurs.

    Ebenfalls verstärkt der Medientrend eine soziale Spaltung zwischen Nord und Süd, wobei das Rezeptionsniveau des aktuellen Infokrieges durch die Leitmedien, in Sachsen und Thüringen auf einem geistigen Tiefstand ist, was die Annahme bestätigt, dass der mitteldeutsche Wendeosten (Sachsen, Thüringen) ein deutliches „Rechtsproblem“ hat (Stichpunkte: NPD, NSU). Eine ähnliche Ausrichtung gilt auch für die westdeutschen Länder Baden-Württemberg und Bayern, dort eher in der klassischen Kombi CSU/CDU.

    Deprivation:

    Ein drittes Beispiel der pathogenen Effekte aus der aktuellen Kriegspropaganda ist Deprivation: Viele Menschen haben das Gefühl, dass in ihrem Umfeld etwas nicht stimmt, dass sich Kommunikationsräume und Auffassungen rasant verändern. Das permanente Ausgesetztsein in vernichtenden und irreführenden Headlines, führt zu einem Verlust der inneren Sicherheit, oder dem Sicherheitsgefühl in eine sonst vertraute Umgebung. Aggressive rhetorische Aufrüstung ist für viele auch ein Déjà-vu mit Erfahrungen von Eltern und Großeltern oder eigenen Kriegserfahrungen, beispielsweise aus dem Zweiten Weltkrieg.

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    Ganz besonders spürbar wurde dies, als im Februar 2014 die Welle der Schimpfworte losging wie „Russlandversteher“, „Putinversteher“ oder „Verschwörungstheoretiker“, da hier in der Konsequenz Mobbing als Element von Spaltungsdynamiken in sozialen Feldern stattfindet, das von den Leitmedien initiiert wird. Nicht zuletzt konnte diese Taktik deutlich im TV oder in der Presse verfolgt werden. Persönlichkeiten der Politik und des Journalismus wie Peter Scholl-Latour, Helmut Schmidt, Rudolf Bahro, Gregor Gysi, Eva Herrmann, Ken Jebsen oder Gabriele Krone-Schmalz, aber auch andere, Wissenschaftler zum Beispiel, oder führende Wirtschaftspersonen wie Joe Kaeser, oder Stefan Dürr, einfach alle, die eine Gegenmeinung zur offiziellen Meinung der Leitmedien vertreten, werden öffentlich demontiert. Dies als Publikum zu erleben erzeugt Deprivation, weil offenbar freie Meinungsäußerung nicht möglich ist.

    Vertrauensmissbrauch

    Es ist der Widerspruch, von den Medien in ein Informationsvakuum geschickt zu werden, gegen das die persönlichen Aufklärungsbemühungen nur bedingt ankommen und gleichzeitig die durch den unabhängigen (investigativen) Journalismus beförderte Wucht der Aufdeckung über das wirkliche Ausmaß an Zerstörung, Gewalt und Opfer informiert zu werden, der zu Deprivation führt. Wenn man das aggressiv verteidigte Lügenkonstrukt sieht, den verbalen Terror und die öffentlich geschützten Interessen dahinter, das gezielte Verschweigen von Zusammenhängen zwischen der Einmischung des „Westens“ in die Ukraine, dem Putsch in Kiew, dem westlichen Protektionismus für eine Kiewer Junta, dem Bürgerkrieg und den geopolitische Interessen (Gas in der Ukraine, Öl in Russland), dann fragen sich nämlich die Menschen in was für einer Gesellschaft sie leben.

    Eine, die im Namen von Demokratie, Menschenrechten und Frieden agiert, die die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung (im Fall des Ukrainekriegs sind 70% dagegen und auch gegen jede Einmischung Deutschlands) weder berücksichtigt, noch an politischer Aufklärung interessiert ist. Was ist das für ein Staat, der statt dessen das nächste Hilfspaket für die Ukraine über Milliarden von Euro Steuergelder schnürt? Es bleiben in Anbetracht des deutschen Propagandafeldzug gegen Russland die Gefühle der Fassungslosigkeit und des Hintergangenwerdens.

    Nach Vertrauensmissbrauch (der Wählerstimmen) und Vertrauensbruch (der Versprechen) macht sich eine Deprivation gegenüber der Landesführung und dem Sicherheits- oder auch Zugehörigkeitsgefühl in diesem Land, breit.
    Verwirrung, Erschütterung, Hilflosigkeit, Sprachlosigkeit und Ohnmacht sind Symptome der Prekarisierung, die durch mediokratische Operationen verursacht werden. Selbst als Publikum, Kunde und User von Leitmedien, wird man im „demokratischen Hinterland“ Perzeptions-Opfer eines von den USA und dem „Westen“ gesteuerten Infokrieges.

    Darüber hinaus ist bei vielen Bürgern das Entsetzen darüber, dass Deutschland in einem von den USA aufgelegten Krieg eine Stellvertreterrolle einnimmt und bereit ist, Europa wieder an den Rand eines Weltkriegs zu führen, kaum in Worte zu fassen. Und wie Peter Scholl-Latour sagte: „Deutschland hat die Tragik seiner Geschichte vergessen und steht wieder vor Moskau.“ – nur diesmal verbrämt als EU und NATO.

    Anm.d.Red.: Mehr zum Thema in unserem Dossier EUROPAKRISE. Die Fotos stammen von Frank Maurer und stehen unter einer Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-SA 2.0) .


18 Kommentare zu „Einfallstor zu Russland“: Wie die USA mit Propaganda und Schock einen Ressourcenkrieg führt

  • Sebastian am 15.09.2014 13:59
    Wow, das ist ja unterste russische Propaganda hier. Die Mär vom angeblichen Putsch rechter Kräfte ist wohl längst geklärt. Momentan sind eher in Russland die Nationalisten (siehe Neurussland) auf dem Vormarsch und nicht in der Ukraine. Ihr Anteil zum Beispiel bei den ukrainischen Präsidentschaftswahlen war verschwindend gering. Nach den aktuellen Wahlerfolgen der AfD steht Deutschland wohl eher vor einer rechten Machtübernahme als die Ukraine.

    Ist der Autorin eigentlich der Unterschied zwischen Erdgas und Erdöl bekannt und was davon Russland exportiert? Oder ist das im hysterischen Agitieren für ihre Sache untergangen? Achso, und den 11. September als durch die USA insziniert darzustellen, ist natürlich auch eine schöne Verschwörungstheorie. Fehlt nur noch, dass Menschen nie auf dem Mond gelandet sind...

    Nichts gegen offene Meinungsäußerung und kontroverse Ansichten, aber das ist nun leider wirklich unterstes Niveau. War ich von Berliner Gazette bislang nicht gewohnt. Hoffen wir, dass das ein Ausrutscher war!
  • ehFrank am 15.09.2014 18:12
    @Sebastian, es bleibt Ihnen überlassen, die Meinungen Anderer als unterstes Niveau zu bezeichnen, schließlich begeben Sie sich mit solchen Äußerungen auf selbiges. Der Putsch rechter Kräfte in Kiew ist wirklich längst geklärt, muß Ihnen wohl entgangen sein. Und obwohl ukrainische Nationalsozialisten weder bei den letzten Parlamentswahlen noch bei den kürzlichen Präsidentschaftswahlen nennenswerte Stimmenanteile erreichten, besetzen die Vertreter der Nationalisten die Ämter im Kiewer Sicherheits- und Justizsektor. Auch einige Ministerposten.
    Falls Sie Gazetten mit Artikeln gegen Ihre Überzeugung nicht mögen, empfehle ich FAZ, dort werden Sie zum Thema Ukraine noch nicht einmal mehr mit Lesermeinungen belästigt.
  • Mit, ich zitiere hier kurzerhand Goethe, "Du gleichst dem Geist, den Du begreifst", möchte ich Herrn Sebastians Niveaueinschätzung beantworten.

    Danke an ehFrank für den Dialogeinstieg.

    Zu den Themen, die der Text anspricht, gab es heute (15.09.2014) wieder mehrfach Material. So zum Thema "Prekarität", bzw. Prekarisiserungsgesellschaft der Artikel "EU bereitet Berufsverbot für Journalisten vor":

    http://www.jungewelt.de/2014/09-13/064.php

    Für noch nicht weichgespülte, noch nicht auf Linie gebrachte Journalisten gilt immer mehr, entweder Schweigespirale oder Schwarze Liste.

    Ebenfalls zum Thema des Interessenverhältnisses in diesem Krieg, der von den USA ausgeht, und der, wie schon beschrieben, eindeutig der exekutive Akt der Wolfowitz Doktrin ist und die Schwächung (bestenfalls Annektierung) sämtlicher US-Konkurrenten beinhaltet, die da u.a. sind: Russland, EU, Brasilien, Indien, folgender Artikel: "Die Sanktionen gegen Russland dienen ausschliesslich den US-Interessen"

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/14/die-sanktionen-gegen-russland-dienen-ausschliesslich-den-us-interessen/

    Dazu haben sich bereits einige Experten geäussert, nämlich dass die (durch die USA verordnete) Sanktionspolitik der EU, allen voran Deutschlands, einem ökonomischen Suizid für Deutschland gleichkommen wird.

    Alle diese Aktionen sind für die USA ein gewinnbringendes Geschäft an der Wall Street, wie auch MH17 - für die davon wussten - ein Bargain an der Börse. Die ersten Sanktionen von EUSA verliefen bekanntlich so, dass die EU Ausfuhren stoppte, die dann "heimlich" die USA übernahm (trotz auch ihrer Sanktionsbestimmung) und ein doppeltes Geschäft machte.
    Ebenfalls sind Manöver (im Schwarzmeerraum, im Ostseeraum, im Baltikum, in Rumänien, in Polen, in der Ukraine) nicht nur ein Provokation Russlands an der direkten Staatsgrenze, sondern vor allem ein exzellentes Rüstungsgeschäft!

    Um den Krieg der USA gegen RU zu verstehen, muss man die Wolfowitz-Doktrin studieren (und auch andere US-Ermächtigungsgesetz natürlich, in denen sie sich globale Gerichtsbarkeit verschaffen) plus den aktuellen Haushaltsnotstand der USA, am 02.10.2013 in der FAZ für die deutschen Medien-Transatlantiker zugegebenermassen offen gelegt und der geradeso abgewendete US-Staatsbankrott, sind ein gegebener Anlass die pleiten Haushaltskassen mit Kriegsgeschäften aufzufüllen.

    Und man muss verstehen, Herr Sebastian, dass in Sibirien die grössten nicht geförderten Erdölvorkommen weltweit lagern.

    Das Rechtsproblem in Deutschland und in der genau genommen schwarz-schwarzen amtierenden Regierung, seit dem Verrat der SPD an die "grosse Koalition" symbiotisiert wunderbar mit dem Rechtsproblem in der Ukraine. Als Problem sieht das weder die deutsche Industriellenliga, noch irgend jemand in der Kiewer Marionettenregierung.
  • [...] Originaltext [...]
  • Helga Müller am 17.09.2014 19:47
    Wir werden von den Amerikanern gelenkt, benutzt und vielleicht noch verheizt.
    Die nehmen vereint mit politischen Entscheidungsträgern gottähnliche Entscheidungen als selbstverständlich und amüsieren sich, wenn sie ehemalige aufsässige Staatscheffs pfählen dürfen.
    Ich fand einen wunderbaren Artikel:
    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42791/1.html
  • Endlich fasst jemand den medialen Psychoterror zusammen, der mich dermaßen fassungslos macht, dass ich ihn nicht mal mehr verbalisieren kann. Und dabei dermaßen ins Schwarze getroffen, dass es einen Sebastian umgehauen hat...

    Eine Anmerkung möchte ich loswerden. Zitat "Dieses Vorgehen ist ein direkter mediokratischer Angriff auf den Phantom-Feind, indem das Spieß rhetorisch herumgedreht wird und die eigenen Taten dem „Feind“ angehangen werden, was in der Psychologie als Spaltungsabwehr bezeichnet wird. So entsteht im kollektiven Bewusstsein ein Enemy-Target."

    Ich erlebe seit 2008 in den eigenen Reihen, dass genau diese Strategie mit vordergründig unverdächtigen Gruppen seit längerem brav eingeübt und in den Mainstream gestreut werden. Ich kann ein Lied davon singen.
  • Sebastian am 22.09.2014 11:46
    Es tut mir leid, aber Leute, die jegliches außenpolitisches Problem auf die Formel "Die USA wollen nur Öl" reduzieren und noch wilde Verschwörungstheorien bemühen, kann ich nicht ernst nehmen. Bei allem Respekt gegenüber kontroversen Meinungen muss es auch erlaubt sein, Schwachsinn als diesen zu benennen.
  • Yana Mllev ist hier eine sehr differenzierte Betrachtung der geostrategischen Machtkämpfe und deren vielfältigen Szenarien gelungen. Vor allem die dominierende und destruktive Rolle der (Mainstream)Medien dabei macht sie sehr deutlich. Destabilisierung der Gesellschaften, Ordnungen und Kulturen. Chaos-Theorie war vor Jahrzehnten mal ein Modewort in den Diskursen. Hat sie - diese Theorie - jetzt also ihre politische Realität erreicht?

    Fehlende Ehrfurcht vor der Kultur der Menschen wie die Ausraubung von Bagdads Museen oder die Zerbombung von Aleppos Altstadt ist pure Zerstörung menschlichen Fundaments. Täter (Mächte) begehen damit Suizid. Das lehrt uns die Geschichte.
  • Helmut am 23.09.2014 13:20
    Ein sehr guter Artikel mit zum Glück nur einem Kommentar (Sebastian) der so unterirdisch ist das man Yana Milews Goethe Zitat als Antwort zu 100% stehen lassen kann.Es gibt hier den Aggressor USA/NATO mit seinen Hilfstruppen EU und den Angegriffenen Russland.Davor gab und gibt es die vielen anderen Brandherde in aller Welt in denen nicht Russland wohl aber der Westen nich nur die Finger im Spiel hat sondern bis zum Schultergelenk drin steckt.Wo steht Russland in der Welt außerhalb seines Territoriums und bedroht andere Länder mit Bomben die dann auch abgeworfen werden?Also-laßt solche Unbelehrbaren wie Sebastian auf ihrem BILD Zeitungsniveau verbleiben denn bei ihm scheint alles zu Spät zu sein!
  • Helmut am 23.09.2014 13:23
    Zur Ergänzung noch die Buchempfehlung die zum Artikel paßt:
    Schockstrategie von Naomi Klein oder
    Verdeckte Ziele von John Pilger oder
    Global Brutal von M.Chossudowski!
  • Birgit am 23.09.2014 13:44
    Liebe Redaktion! Auch als Österreicher und EU-Bürger sucht man verzweifelt sachliche Artikel zum brennenden Thema im Osten. Ich nutze die mittlerweile in Medien europaweit sehr eingeschränkte Kommentarfunktion und bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich für diesen Artikel und die hervorragenden Ausführungen! Ich habe mir gestattet, diesen Link auf Facebook zu posten und damit für eine erweiterte Leserschaft die Möglichkeit der Information zu bieten. Sie haben einen neuen Leser jedenfalls in mir gefunden! Bitte lassen Sie sich NICHT beirren und machen Sie weiter so!
  • Birgit Zendel am 24.09.2014 17:47
    DEPRIVATION…
    … diesen Begriff las ich im oben verfassten Artikel von Dr. Yana Milev mehrfach und ich fragte mich, ob mein jüngstes, sehr einschneidendes Erlebnis auch eine Form von Deprivation sein könnte – zumindest entstand diese traurige Situation aufgrund der kriegstreiberischen Propaganda & Russlandhetze, welche die deutschen Medien seit Monaten abziehen. Folgender Fall ereignete sich:

    Schon immer bin ich gerne bereit Menschen in meiner Umgebung zu helfen, wenn Not am Mann ist, so entstand auch ein schon langjähriger Kontakt zu einem älteren Rentnerehepaar. Mal erledige ich ein paar Kleinigkeiten und dafür werde ich zum Frühstück oder Mittagessen eingeladen. Seit nun einigen Jahren war dies eine sehr entspannte und gute Beziehung und über Politik sprachen wir so gut wie nie– doch dieses derzeitige Eindreschen der Medien auf Leser, Zuhörer und/oder Zuschauer, das hat anscheinend ganz gewaltige Spuren bei einigen Menschen hinterlassen.
    Vor wenigen Tagen saß ich wieder einmal am Mittagstisch des Rentner-Ehepaares und erlebte etwas, das mir sehr viel nehmen konnte – allerdings auch diese eigentlich netten Leutchen hat dieses Ereignis glaube ich viel genommen, denn ich werde nie mehr an deren Tisch sitzen wollen und dies somit auch zukünftig vermeiden.
    Inmitten beim Essen lag die BILD-Zeitung vor dem Herrn, auf der aufgeschlagenen Seite konnte ich nur ganz viele Fotos von Männergesichtern erkennen, darunter auch ein Foto von Hitler. „Neue Männer braucht das Land.“, sagte er. Und fuhr mit der Erklärung fort, dass Hitler gar nicht schlecht gewesen war, da sei der Kriegstreiber Putin viel schlimmer und die Sowjetunion schon immer viel schlimmer gewesen und das scheint sich bis heute nicht geändert zu haben u. s. w. Diese aggressive und negative Haltung – geschweige von den Äußerungen – gegenüber Russland und Putin, diese waren schon hart an meiner Schmerzgrenze. Selbst der kleinste Versuch die Dinge etwas gerade rücken zu können, also von positiven Handlungen Putins Bspw. im letzen Jahr zu berichten, verursachte noch mehr Aggression bei dem älteren Herrn und seiner Frau. Ich gab schnell auf, denn da war nichts mehr zu retten. Doch dann fing er plötzlich an ein Marschlied – beim Essen – zu singen, welches die Hitlerjugend immer gesungen haben soll – irgendetwas mit „Wir marschieren auf neuen Wegen…“ oder so in der Art. Mir wurde wirklich ganz anders – ein so negatives Gefühl überkam mich mit Vorstellungen daran, wie man auch heute allen Anschein nach, mit solch’ manipulativer Berichterstattung erreichen können würde, wie ein ausreichender Prozentsatz der Bevölkerung wieder „losmarschieren“ würde. Selbst dieser über 80 jährige, sehr rüstige und noch sehr aktive Mann würde wohl gerne wieder gegen Russland in den Krieg ziehen.
    Er hatte keine Sekunde bedacht, dass ich fast 2 Generationen jünger war als diese beiden, also etwas jünger als deren eigenen 2 Kinder (mit mehreren Enkelkindern), und dass wir in der Schule im Geschichtsunterricht die Lehre der Verteuflung in Bezug auf Hitler erfuhren – während man in seiner Zeit Hitler als Held nahe gelegt bekam, da wurde meiner Generation im Geschichtsunterricht sozusagen eine Moralpredigt über einen Teufel oder über ein Monster vorgetragen. Obwohl ich heute sogar zu jenen Aufgeklärten gehöre, die wissen, dass der 2. Weltkrieg viele Väter hatte, nicht nur Hitler, so reicht dies dennoch noch lange nicht aus, um Hitler fast heilig zu sprechen und diesen „wieder“ als Held zu betrachten, weil nun wieder in den Medien von den BÖSEN, aggressiven Russen die Rede ist.
    Eine jahrelange Verbindung geht somit in die Brüche, denn ich will oder kann nicht mehr in der Lage sein hier noch eine Verbindung erkennen zu können – heucheln war noch nie mein Metier und „gute Mine zum bösen Spiel“ somit auch nicht, zumindest nicht auf Dauer, nach dem ich über die Sache schlafen und nachdenken konnte. Für mich ist es unverantwortlich einem Krieg – auch noch jenem gegen Russland – zuzustimmen und diesen für gut zu heißen, denn so viel Dummheit hätte ich Menschen die über 80 Jahre Lebenserfahrungen haben sammeln können und die fast die ganze Welt bereisten, nicht zugetraut. Diese Einstellung und Blindheit aus Bequemlichkeit ist eine Gefahr für ALLE Kinder dieser Erde, auch gegen meine… gerichtet.
    Der von der Regierung geforderte GENERATIONENVERTRAG könnte somit an einem seidenen Faden hängen, zumindest ist der Graben zwischen den „Putinhasser“ (und mittlerweile somit wieder Hitler-Verehrer) und den „Putinversteher“ ein sehr großer, dominanter Graben geworden, der zur Ablösung bis hin zur Isolation führen kann. Keine Frage, somit wären beide Seiten dieser Isolation ausgesetzt, während es die eine wohl nicht sofort bemerken könnte, aber dafür um so extremer dann, wenn man wieder Hilfe und Unterstützung gebrauchen könnte.
    Diese Sanktionen gegen Russland wirken sich in vielerlei Weisen negativ auf Europa aus, nicht nur finanziell und wirtschaftlich, sondern auch im Sozialgefüge zwischen den Generationen.
    Aber dies sind wohl alles verdeckte Ziele dieser geisteskranken Regierung(en) – die Spaltung, ob nun zwischen arm und reich oder jung und alt oder Frau und Mann oder Islam und Christen oder Eltern und Kinder oder… u. s. w.

    „…Dauert die Deprivation [eine (bewusste) Spaltung stellt einen Verlust (Raub) von 50% dar] länger an, kann es zu psychischem Hospitalismus, einer dem Autismus ähnelnden Unfähigkeit, soziale Kontakte aufzubauen, … kommen.“

    Diese „Spaltungen“ wirken bis in die kleinste Nische hinein und richten den gewünschten Schaden an, der einer Politik, ausgehend von einer kriminellen Organisation, in die Karten spielt / spielen soll und weiter spielen wird.
  • Liebe Birgit, lieber Helmut, lieber Horst A. Bruno, liebe Eurovision, liebe Helga Müller. Herzlichen Dank für Eure Beiträge, die Empfehlungen, Eure Auseinandersetzung und das Herz am rechten Fleck! Wir machen weiter so! Natürlich! Eure Yana Milev und die BG Redaktion
  • Liebe Birgit Zendel, vielen Dank für Ihre Reflexion. Ich würde bestätigen, dass es sich hier um Deprivation in Konsequenz vieler Mikroereignisse dieser Art handelt. Es gab einen Artikel in DIE ZEIT, etwa im März von Bernd Ulrich herausgegeben. der hiess: warum Putin spaltet. Ich antwortete darauf mit einem Text "Wiederkehr des Wendewissens". Dieses Antwortschreiben bestätigt die Tatsache, dass D-land schon "immer" gespalten war, hauptsächlich jedoch zwischen Ost und West, was im Zuge des Propagandakriegs gegen RU und Putin wieder aufbricht. Die Übernahme der DDR in das Grundgesetz der BRD, die Abschaffung der Kultur, der Arbeit und des Lebens in der Ostzone, war für ein Einschnitt von dem sich Viele nicht erholt haben. Diese Einschnitt konnte nur deshalb so dramatisch sein (wovon selbstverständlich auch keine Medien berichten, da diese zu der Zeit der Treuhand u.a. Investoren dienten), weil die Menschen nichts über den Osten wussten und das, w as sie wussten, kannten sie aus Stern, Bild und Spiegel. Es gibt einen wunderbaren Begriff: westliche Wertegrossmäuligkeit. Also fegte "der Westen" mit einer westlichen Wertgrossmäuligkeit über den Osten, machte ihn platt und sanierte Städte ändern nichts daran, dass es immer noch eine Tarifzone Ost gibt, die grösste Arbeitslosigkeit und Hartz IV-Quote in D-land, sowie einen prosperierenden Neofaschismus (der hier die Lost Generation abholt). Im Westen haben es die Kriegsgewinner (und die Kriegsgewinnlerbevölkerung) nicht für nötig gehalten, der Kulturzone Ost mit Respekt zu begegnen und sich zu informieren. Die meisten hatten ja nicht einmal die DDR betreten. Sie haben sich alle auf Deutsche Markenbutter und Bild-Zeitung verlassen. Dort stand natürlich ganz genau drin, wer der Feind ist. Die Bevölkerung im Osten hatte ein ganz natürliches Verhältnis zu Russland, den Russen und der russischen Sprache (nicht alle natürlich!). der Verlust des "Bruderbundes" mit RU ist heute noch für Viele eine Kränkung mit Folgen wir Deprivation oder Destabilisierung, denn im Osten hatte man weniger monetäre Freiheiten, dafür doch soziale Stabilität und gesellschaftliche Sicherheit. - Jetzt, wo der Propaganda- und Infokrieg gegen RU losgetreten wird, erinnern sich Viele an diese Kränkung und den Verlust. Und es passiert abermals, dass die deutsche Gesellschaft gespalten wird, über alte Spaltungen hinweg, über die 40 jahre lang niemand (also keine Medien) gesprochen hat. Es entstehen Verhärtungen und neue Deprivationen. - Aber auch neue Freundschaften
  • Birgit Zendel am 24.09.2014 18:35
    Liebe Yana,
    herzlichen Dank für Ihre ausgiebige Antwort – mit einem solchen Zeitaufwand hätte ich jetzt nicht gerechnet, von Ihrer Seite aus :-)
    Ein besseres Beispiel hätten Sie für mich nicht wählen können als diese Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland. Diese Beziehung zwischen dem Osten des Landes und dem Westen, gerade nach der Wiedervereinigung, diese machte mich einst noch zerrissener als ich es zuvor gewesen war. So viele vom Osten berichteten mir damals, dass es ihnen zu DDR-Zeiten sehr gut erging und sie die Gegebenheiten nun in der Vereinigung mit dem Westen nicht als gut empfinden. Doch von seitens meiner eigenen Familie, der älteren Generation, kam immer dann wenn ich diese Aussagen der Ostbewohner verstehen wollte, da wir hier im Westen so viel Negatives über das Ostsystem auch in der Schule gelehrt bekamen, nur solche Aussagen (die ich fast gar nicht äußern mag) wie:
    „Die können ja wieder die Mauer hoch ziehen, …“ – es gibt nur einen einzigen Grund, weshalb ich mich für derartige Aussagen meiner eigenen Familie heute nicht mehr so sehr schäme:
    Heute weiß ich zu 100% und ich GLAUBE (das war der springende Punkt oder Knackpunkt) daran, dass diese Lügen, diese Medienpropaganda und all die Macht der Medien über das Bewusstsein des Volkes, einen ganz großen Teil dazu beitrugen, dass die Menschen unwissend bleiben sollten, bzw. diese Feindbilder geradezu eingetrichtert bekamen.
    All diese Manipulationen von Politik und Medien, haben mich ca. 20 Jahre meines Lebens gekostet bis es ruiniert, denn ich war all diese ganze Zeit hin und her gerissen, weil ich die Hoffnung nicht aufgeben wollte, dass meine Gedanken und Schlussfolgerungen tatsächlich nur Verschwörungstheorien seien und es somit doch nicht so viel Schlechtes / Böswilliges / Verlogenes hinter so vielen politischen & medialen Haltungen gibt wie ich dies zu erkennen glaubte.
    Zerrissen zu sein ist ein desolater Zustand. Doch schlägt man sich dann endlich mit Gewissheit auf jene Seite der so genannten „Verschwörungstheoretiker“, weil man sich nun endlich sicher sein kann – dann erfährt die Entwurzlung erst einmal tatsächlich deren Höhepunkt, dagegen war diese traurige Trostlosigkeit der Desolation nur der Anfang.
    Genauso stelle ich mir diese Zerrissenheit der ehemaligen DDR-Bürger vor, die der „russischen Kultur“ gewaltsam entrissen wurden, um offiziell neue „Freunde“ im Westen hinzu zu gewinnen, indem man die Bruderschaft in der Wiedervereinigung l a u t feierte, während man kurz darauf l e i s e (still und heimlich hinter den Kulissen) erleben musste wie der Westen den Osten plünderte und all die Firmen & Unternehmen, beim übern Tisch ziehen der Unternehmer ruinierte.
    Es ist eine schwere Geburt, wenn man sich endlich sicher sein kann, wer nun genau der Feind ist und, dass man den Feind sozusagen auch noch im eigenen Bette hat – in Anbetracht dessen, dass viele schon ein TV-Gerät im Schlafzimmer stehen haben oder die Tagesnachrichten abends im Bett via Laptop lesen, so hat man diesen zumindest schon im Schlafzimmer.

    Aber wann immer ich mit jemandem diskutiere,
    der sich noch in dieser „Zerrissenheitsphase“ befindet oder gar noch nicht einmal ahnt, dass Bspw. dieser „Arabische Frühling“ nicht das zum Ziel hatte als was man diesen offiziell verkaufte, etc. – ich werde dieses schlechte Gewissen beim Aufklären nicht los, damit eventuell auch ein Leben „zerstören“ zu können, welches von alle dem nichts mitbekam und ich somit… jemanden in diese „Zerrissenheit“ versetze oder ihm diese „schwere Geburt“ aufbürde, welche das Leben aber noch schwieriger gestalten „könnte“.

    In meinem Verständnis für all diese Dinge und deren Vorgänge fühle ich mich nun nicht mehr zerrissen (auch wenn mein Wissen nur einem kleinen Bruchteil entspricht, den Rest kann man sich logisch… „errechnen“) und ich positioniere mich klar auf einer Seite – eine gewisse Unfassbarkeit bis Ohnmacht, über derartig missbrauchte Macht, gerade von den Medien, zum Schaden aller Menschen / vieler Völker, die ist natürlich existent, wenn ich diese aber nicht mehr verspüre, dann sollte ich alarmiert sein – doch der Umgang mit Menschen wird von Tag zu Tag schwieriger. Selbst die Verantwortung für ein Haustier kann man in solch’ einer verlogenen Welt mit hochkriminellen Regierungen und Medien, die Feindbilder, sprich Kriegsgegner kreieren die gar nicht existent sind, nicht mehr tragen, denn die USA ist pleite und braucht einen Krieg – ich jedoch will dann kein Haustier zurück lassen müssen oder es ängstlich leiden und sterben sehen!
    Ich möchte überhaupt keinen mehr in meiner Nähe haben, der das alles nicht versteht und somit nicht weiß was passieren kann und wieso es dann passierte, wenn es passiert. Undenkbar, dass (m)ein Partner bei einem Krieg dann auf die rettenden Amis warten wollen würde, während ich jedoch zur Partisanin für die russische Seite tendiere. Für mich unvorstellbar einen Krieg gegen Russland zu überleben, bei dem ich im Kampf gegen Russland mitspielte – so eine Niedertracht und dann auch noch überleben, sicher nicht. Mögen es viele nicht besser wissen – okay, ich kann es dann nicht mehr ändern – aber ich, ich glaube es besser zu wissen und somit trage ich auch eine Verantwortung für meine Person / für meine Psyche.

    Eine seltsame Einstellung…?
    Deshalb das schlechte Gewissen beim Aufklären. Aufgeklärt sein macht das Leben nicht wirklich leichter…
    …wie dies andere schaffen würde mich schon einmal interessieren.
    Doch was mich betrifft so bin ich über jede weitere Aufklärung und vor allem Richtigstellung, sehr dankbar – ich weiß seit dem e r s t e n Umsturz in Ägypten und dann auch noch der Syrienkrieg, genau auf welcher Seite ich stehe und was ich für mich selbst möchte – DIE WAHRHEIT, koste sie was sie wolle!

    Deshalb bin ich für jeden Artikel wie den obigen dankbar - viel zu oft vermisse ich die psychologischen Aspekte und vor allem Folgen der Geschehnisse. Dieses Totschweigen der psychischen Folgen von der MainstreamPresse ist auch unerträglich geworden. Hat man früher etwas über psychische Folgen im Kommentatorenbereich der FAZ geschrieben, so ist dies nie veröffentlicht worden - Zensur eben, damit könnte man nämlich überzeugen, weil es schon jeder spürt...
  • Liebe Birgit, was Sie schreiben ist persönlich und direkt und trotzdem, davon gehe ich ganz fest aus, sprechen Sie Vielen aus dem Herzen, deshalb ist Ihr Beitrag so wertvoll. Natürlich sind die Medien aktive Kriegsteilnehmer und die Technologie ist psychologische Kriegsführung. Wir befinden uns in einer schwerwiegenden Zeit der Kriege und Umbrüche, die das kulturelles Gedächtnis und kollektives Wissen entweder neu schreibt oder auslöscht. Wir müssen die Frage nach des Widertstands neu stellen - ein Widerstand gegen die Enteignung des Körpers, der Sinne und des Verstands. Ich kann Ihnen nur zu Ihrem Mut und Ihrer Entscheidung gratulieren! Mut und grosses Herz, Partisanin! Dankeschön!
  • [...] anderen Motiv durch FDP-Kopfschmerztabletten ersetzt. Komplementär dazu konstatiert Naomi Klein wirtschaftliche Schocktherapien, die Gesellschaften über demokratische Hürden quasi per Knopfdruck hinweg in neoliberal [...]
  • Zum Medien- bzw. Ressourcenkrieg EU/USA-GUS gibt es etliches zu sagen. Kultursender 3sat schneidet nicht gut ab:
    https://jasminrevolution.wordpress.com/2014/05/06/3sat-kulturzeit-salbt-kriegsverbrecher-bandera-zum-nationalhelden/
    https://jasminrevolution.wordpress.com/2014/05/05/3sat-magazin-mit-ukraine-propaganda-aufgelaufen/
    Wie Russland die an seinen Südgrenzen vorrückenden USA auch in die Schranken weisen (Georgien) oder sogar zurückdrängen (Kirgisien) konnte liest man hier:
    http://jasminrevolution.wordpress.com/2014/04/10/proteste-gegen-goldgier-in-kirgisistan/

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