• Emergency Design: Über Lebensräume in Kulturkatastrophen

    Im digitalen Zeitalter offenbart der unablässige Strom von Katastrophen- und Kriegsmeldungen nicht zuletzt dies: Lebensräume sind Katastrophenräume. In einem zweieiligen Essay fragt die Kulturphilosophin und Berliner Gazette-Autorin Yana Milev nach den Kulturtechniken des Überlebens in den weltweiten Zonen der Anomie. Am Begriff der Emergency macht sie anschaulich, wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs der Krieg auf zivile Räume ausgeweitet wird. Nicht allein der Krieg, auch Kulturkatastrophen erzeugen den rechtsfreien Raum des Ausnahmezustands.

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    Im Jahr 1976 hält Michel Foucault seine Vorlesung „Vom Licht des Krieges zur Geburt der Geschichte“. Er untersucht darin das Verhältnis des Krieges zum Frieden, von Schlachtordnung und ziviler Ordnung. Foucault fragt: „Seit wann, auf welche Weise, aus welchem Grund hat man gedacht, dass so etwas wie ein ununterbrochener Kampf den Frieden durchzieht und dass also die zivile Ordnung im Grunde und in ihren wesentlichsten Mechanismen eine Schlachtordnung ist?”

    Vom Kriege

    Er nimmt den Grundsatz Carl von Clausewitz’ auf – Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln – und fragt: Wer hat die Idee gehabt, ihn umzudrehen? Oder umgekehrt: Wer hat den Grundsatz formuliert, den Clausewitz umgedreht hat? – Politik als Fortsezung des Krieges mit anderen Mitteln. Von dieser Frage Foucaults ausgehend, soll es hier um den Krieg als Ordnung von Regierungspraktiken und als Katastrophenordnung der Gesellschaft gehen.

    Foucault spricht in Bezug auf den Krieg von einer gouverne­menta­len Ordnung, die zwei wesentliche Merkmale aufweist: Zum einen handelt es sich um eine Schlachtordnung die wir hier als Regierungs(an)ordnung, als die Ordnung gouvernementaler Beziehung bezeichnen wollen. Zum anderen geht es um die soziale Anomie, die Unfall-Ordnung der Körper.

    Auf der einen Seite steht also die Regierungstechnik des Ausnahmezustands, die Herstellung des rechtsfreien Raumes als Arena des Krieges. Auf der anderen Seite steht das Entsetzen, der Schock, das Trauma, welches hier unter katastrophen­soziologischen Gesichtspunkten als Kulturkatastrophe erfasst wird, als Disaster.

    Regierung des Ausnahmezustands

    Wir sprechen hier über Krieg als Ordnungsmacht und organisierte Kulturkatastrophe zugleich. Auf die Ordnungen des Subjekts innerhalb einer Staatsräson folgt die Revolution der Privatisierung des Krieges und des Kriegsgeschäfts. Die Frage: Wer besitzt die Freiheit, über Norm und Recht zu bestimmen und wo ist diese Freiheit verankert? – sie verlagert sich vom Staat auf das Unternehmen.

    Wie sieht dann der Zusammenhang zwischen Katastrophe und organisiertem Krieg aus? Es geht um die Schlachtenordnung im Ausnahmezustand, die das Geschäft des Krieges und der Katastrophe begünstigt.

    Der Krieg bricht ein wie eine Naturkatastrophe. Dennoch ist er Resultat souveräner Aushandlungen, und vermag in einem einzigen Vernichtungsschlag physische wie auch juristische Ausnahmezustände zu erzeugen. Giorgio Agamben hat in seinem Buch „Ausnahmezustand“ diese Politik des Krieges als Politik der Herstellung von Ausnahmezuständen bezeichnet und darüber hinaus als herrschendes Paradigma gegenwärtigen Regierens.

    Agamben beschreibt den Ausnahmezustand nicht als Diktatur, sondern als rechtsfreien Raum, als „Zone der Anomie, in der alle rechtlichen Bestimmungen – insbesondere die Unterscheidung zwischen öffentlich und privat selbst – deaktiviert sind.“ Die Herstellung des Ausnahmezustandes entspricht der Herstellung von Krieg. Aus einer bestimmten Perspektive wird auch dieser zum strukturierenden Element gesellschaftlichen Zusammenlebens, auch in Friedenszeiten.

    Zonen der Katastrophe

    Nach diesem definitorischen Einstieg zu den Definitionen des Krieges als politischer Ordnung soll hier folgendes Phänomen festgehalten werden: die wechselseitige Abhängigkeit und Gleichzeitigkeit von Katastrophe und gesetzlichem Ausnahme­zustand: dem Emergency.

    Emergency ist ein Begriff, der beides zusammenfasst, ein plötzlich auftretendes, bzw. ein extrem wirkendes Ereignis und die Folgen: die Anomie, der rechtsfreie bzw. regelfreie Raum. In diesem Essay steht Emergency für eine Kulturkatastrophe, der entweder die Schlachtenordnungen durch gewaltsame Aushandlungen oder gewaltsame Einbrüche in die Gesellschaft durch Naturgewalten zu Grunde liegen.

    Der Soziologe Lars Clausen fasst sämtliche Katastrophen als Kulturkatastrophen zusammen. Sein Argument ist überzeugend, denn soziologisch gesehen ist die individuelle und soziale Betroffenheit im Angesicht jeder Katastrophe die Gleiche, nämlich der „entsetzliche soziale Prozess“ und der „krasse soziale Wandel“.

    Mit Clausen lässt sich sagen, dass Kriege nicht von Außen in die Gesellschaft „hereinbrechen”. Vielmehr gibt es „kritische Verflechtungen zwischen Menschen und ihren Sinngebungs­absichten”, die im Extremfall katastrophenträchtig sind.

    Somit geraten wir an den Punkt eines Vexierbildes: erzeugen Kulturkatastrophen Ausnahmezustände oder erzeugen Ausnahmezustände Kulturkatastrophen? Das Ergebnis aus der Überlegung bestätigt, dass Katastrophen und Ausnahmezustände im Wesentlichen äquivalent miteinander verbunden sind und als ein und derselbe Emergency wahrgenommen werden.

    Ökonomische Schock-Doktrinen

    Eine im Diskurs neue Diskussion dreht sich um Naomi Kleins Theorie des Katastrophenkapitalismus. In ihrem Buch „Die Schock-Strategie” entfaltet sie die These, dass (Kultur)Katastrophen künstlich erzeugt werden, um daraufhin den politisch-juristischen Ausnahmezustand zu statuieren, d.h. Gesetzesvollmachten zu annektieren und gesetzliche Sondermaßnahmen zu erlassen. Erst der Sonderschutz des Ausnahmezustands gewährleistet supranationalen Regierungshybriden maximale Geschäfte.

    Die Crux solcher Dramaturgien ist die, dass im Rahmen von rechtsfreien Räumen neue Legalitäten und Legitimitäten für Akteure neoliberaler Unternehmenspolitiken geschaffen werden. An dieser Stellen erzeugt sich aus meine Sicht eine Kettenreaktion: die Steigerung der Regierungstechnik des Ausnahmezustands führt zu einer Steigerung der Profitraten auf den Märkten und diese wiederum systematisch zu einer Steigerung von Kulturkatastrophen.

    Hinzu kommt eine unübersehbare Multiplizierung des Katastrophenmarktes, welcher sich an jedes Glied dieser Steigerungskette hängt. Neue profitable Märkte im Bereich der sekuritären Belange, der Risikovorsorge, der Prävention, der Notversorgung, der Medien und Feinddefinierung, der Definierung von Ursachen, Alibis und Euphemismen etc. werden eröffnet.

    Handelsware Politik

    Das Zeitalter des postmodernen Krieges zeichnet sich dadurch aus, dass es ein Zeitalter der Kulturkatastrophen ist, die den Krieg und die Globalmärkte, die Rechtsinstitutionen, sowie die Medien­imperien mit einschließen. Es wird von mir als Emergency Empire bezeichnet.

    Der von Clausen so genannte krasse soziale Wandel erzeugt nicht nur das Ende aller Sicherheit, sondern auch das Ende kollektiver Abwehrstrategien – Immunität. Demzufolge ist jede Sicherheitspolitik und von Regierungen moderierte Präventionsstaatlichkeit nur eine euphemistische Farce, die dem aktuell explodierenden Sicherheits-Markt eine moderierte Legitimität gibt.

    Doch nicht nur Sicherheit wird in diesem Kontext zur Handelsware – ebenso andere Konzepte eines Staates, die infolge von Staatenauflösung und Turbokapitalismus nunmehr in privaten Händen zum Kaufgut werden. Dazu gehören Artikel wie Demokratie, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlfahrt und Wohlstand.

    Clausens Diagnose der aktuellen Katastrophenpolitik fokussiert direkt auf sämtliche Unternehmungen der Prävention, mit denen Katastropheninszenierungen gecovert werden: „auf der ganzen Skala zwischen der humanitären Errichtung von kleinen Rotkreuz-Diktaturen als Rettungsinseln im Chaos über Hilfe mit politischen Auflagen bis hin zu Annektionen. Beschönigend heißt es dann: Ein politisches Vakuum wird von außen aufgefüllt. Es erklärt sich aber auch der Zusammenbruch kollektiver Schutzvorkehrungen gegen Naturgefahren, also der Auftritt von Hungersnot, von Folgeseuchen, von Massenvergiftungen, von vormals harmlosen Wetterunbilden, die alle jetzt die auslösende Katastrophe in tiefeingreifende Verelendung umsetzen.”

    Katastrophentheoretisches Zwischenfazit

    (1) Im Emergency Empire fallen sämtliche Katastrophen in einen Raum katastrophischer Ununterschiedenheit zusammen. Die Kulturkastastrophe stellt zugleich den rechtsfreien Raum des Ausnahmezustands und die soziale Anomie her. Lars Clausens Theorie besagt, dass sämtliche Katastrophen strukturell und soziologisch die gleichen Konsequenzen mit sich bringen.

    (2) Zum Anderen lässt sich seine These vor dem Hintergrund der Vielfalt von Katastrophenursachen besprechen, die auf keinen personellen Täter schließen lassen, weil es insgesamt gesellschaftliche Kausal-Prozesse sind. Ob eine militärische Eskalation unter dem Titel humanitärer Interventionen, ein Wirbelsturm „Nargis“, die Drogen-Connection in Kolumbinen; ob es die horrenden Ausgaben der USA für eine Revolution in Military Affairs, für die Rettung der Privatbanken, oder ein Krieg in Afghanistan ist – es bleibt ununterschieden, da sämtliche Unternehemens-Performances zwar einen katastrophischen Systemzusammenhang aufweisen, jedoch keinen eineindeutigen Urheber.

    (3) In der Analyse des postmodernen Ausnahmezustands wird der Kausalzusammenhang evident, dass Katastrophen rechtsfreie Räume, Zones of Emergency herstellen, wobei der rechtsfreie Raum als Bedingung für juristische Sondermaßnahmen gilt. Daraus lässt sich ableiten, dass der rechtsfreie Raum Bedingung und Ziel jeder korporatistischen Unternehmung ist. Die „Vortaten“ für den rechtsfreien Raum sind Kulturkatastrophen jeder Art. Hernach werden diese hergestellt, produziert, ausgerufen, inszeniert, um maximale Handlungsfreiheit in rechtsfreien Räumen zu rechtfertigen, zu legitimieren.

    (4) In den Medien wird über gesellschaftliche Ereignisse, die Anomien in sozialen Räumen verursachen, mit Metaphern aus Naturkatastrophen-Szenarien berichtet. So brechen zum Beispiel Finanzkatastrophen wie Naturkatastrophen ein, der Zusammenbruch des Dow Jones erschüttert den DAX wie ein Erbeben, eine Flut von Flüchtlingen erreicht die Küsten Südspaniens, eine Welle der Arbeitslosigkeit erschüttert das öffentliche Leben in europäischen Städten undsoweiter.

    (5) Andersherum werden Naturkatastrophen wie Kriegsereignisse kommentiert. So muss das Atomkraftwerk in Fukushima wie eine Bombe entschärft werden, die Männer des Rettungstrupps werden wie Kamikaze-Piloten im Zweiten Weltkrieg verabschiedet, die gewiss nicht wiederkehren, Japan wird nach 65 Jahren erneut von einem Atomschlag heimgesucht. Und gerade am aktuellen Katastrophenszenario in Japan zeigt sich am deutlichsten, wie eng Naturkatastrophe, Technikkatastrophe und zivile Katastrophe im Déjà-vu mit Kriegsereignissen verknüpft sind.

    Von diesem Standpunkt ausgehend fokussieren wir auf einen Katastrophenmarkt, der mit dem Paradigma der Katastrophe operiert, um größtmögliche Profite zu erzielen und die (Kultur)Katastrophe als größtes zeitgemäßes Medien-Event zu etablieren. Das Emergency Empire ist die Welt-Ordnung der permanenten Kulturkatastrophe.

    Anm.d.Red.: Teil 2 dieses Essays an dieser Stelle. Fotos: Nite Owl, aus dem Album „Haiti 2004”, (CC BY-NC)


11 Kommentare zu Emergency Design: Über Lebensräume in Kulturkatastrophen

  • Vielen Dank für den tiefgründigen Artikel. Ein Wort was mir die ganze Zeit im Kopf herumschwirrte beim lesen ist das "Restrisiko" - viele Probleme, die wir in unsere Kultur einberechnen, obwohl sie eigentlich gar nicht haben wollen werden mit dem Restrisiko belegt: Kernkraftwerke sind eigentlich kulturell / gesellschaftlich nicht tragfähig, aber sie werden akzeptiert, weil es ja nur ein Restrisiko gibt. Die Unterstützung von Muammar Gaddafi in Libyen ist in einer aufgeklärten Welt eigentlich nicht denkbar, aber 30 Jahre lang wurde er unterstützt und man hat halt mit dem Restrisiko gelebt.

    Insofern muss ich Yana Milev komplett recht geben, dass Naturkatastrophen oder Kriege gesellschaftliche Katastrophen sind, aber ich würde nicht erst bei dem Ausbruch der Katastrophe anfangen, sondern schon ein bisschen früher, dass wir diese Katastrophen immer schon mit dem Faktor "Restrisiko" in unsere Gesellschaft einberechnen, aber diesen Faktor nie bestimmen.
  • neuro am 21.04.2011 09:58
    danke, sehr anregend
  • Helga Sonnenberg am 21.04.2011 13:31
    wirklich hochinteressant, schade fann ich, dass erst ganz am Ende der Bezug zur aktuellen Situation in Japan hergestellt wird. Wird es dazu in den anderen Teilen auch noch mehr Informationen geben?
  • "erzeugen Kulturkatastrophen Ausnahmezustände oder erzeugen Ausnahmezustände Kulturkatastrophen?"

    gute Frage!
  • Papli am 21.04.2011 14:27
    für die Zusammenfassung am Ende bin ich dankbar, nur warum, frage ich mich, muss eine so wichtige Geschichte, so umständlich erzählt werden?
  • Anregend, doch offenbar nicht mutig genug das Thema ohne Versteckspiel hinter pathologisch überhöhter Begriffsonanaie zu erhellen. Schade. Weniger ist nicht nur mehr, weniger wäre "ins Leben bringen".
  • Sehr geehrter Herr Brosmann, nun fragt man sich, was eine "Begriffsonanaie" ist und was "ins Leben bringen". Ich frage mich auch, in Anbetracht von "Begriffsonanaie" und "Geburtsphantasien", was manche Leser für Bedürfnisse und für Begehren an eine Text der politischen Philosophin herantragen !? Gut wäre, angemessene Antworten zu lesen, die nicht hinter den Horizont des aufgeschlagenen Prospekts zurückfallen. Inadäquate Diskussionen mit frustrierten Lesern bringen eine Diskussion in diesem Format nicht voran! Gefragt wurde hier die Kulturphilosophin sich zum Thema des Ausnahmezustands zu äussern. Promoviert zum Thema des juristischen Ausnahmezustands, liegt mir nichts ferner, als diesen Gegenstand zu erhellen. Philosophisches Erhellen sieht eben anders aus als mitten auf die Strasse zu pinkeln. Schnell gesagte Worte gibt es viele. Texten Zeit geben zu können und damit den Darmtrakt im eigen Kopf zur Verdauung anzuregen, will geübt sein. Üben Sie einfach weiter!
  • Für Andi ein Text zum Restrisiko aus einem anderen Stück von mir. Danke für den Hinweis !!

    Die Schweiz, in dieser kritischen Lage des Jahres 2010 befindlich, durch nationale UBS-Skandale, Minarett-Debatten, Steueraffären und der publikumswirksamen Veröffentlichung von Datensätzen deutscher Steuerhinterzier, allesamt Kunden Schweizer Banken, zusätzlich verunsichert, wird zu guter letzt mit der Libyen-Affäre in größte Verlegenheit gebracht und „mit Gaddafis Drohung, den „heiligen Krieg“ auf die Schweiz auszuweiten“ , konfrontiert. Dahinter verbirgt sich das sofortige Ende der Erdöllieferungen von Libyen an die Schweiz und das Ende der Schweizer Fluggesellschaft Swiss in Libyen. Die Ausweitung von Gaddafis heiligen Krieg gegen die Schweiz mündete in einen totalen Wirtschaftsboykott, den Lybien im März des Jahres 2010 gegen die Schweiz verhängte. Man sollte davon ausgehen, dass die in ihrem krassen Ausmaß nicht nachvollziehbare Inhaftierung und Arrestierung des Film-Gurus Roman Polanski, zeitgleich zur Libyen-Affäre, als Reaktion dienstfertiger und beflisse-ner schweizerischer Beamter auf die Erschütterungen der schweizerischen Selbstwahrneh-mung interpretiert werden muss. In der Stilistik jedoch ist der politische Schachzug der Inhaf-tierung Polanskis, identisch mit der Inhaftierung Hannibal Gaddafis, dem Sohn Muammar al-Gaddafis, in einem Genfer Hotel. Als die Urheber der Libyen-Affäre und somit der Auswei-tung des heiligen Krieges auf die Schweiz, ging das Dienstpersonal der Gaddafis in die Ge-schichte ein. Dieses wurde dann wegen Körperverletzung durch das Ehepaar Gadaffi, im Sinne humanitärer Gründe angemessen entschädigt und vergessen. Die Freilassung Po-lanskis nach zehn Monaten Arrest, passierte dann auch unvergleichlich lapidar – die USA könne das angefragte Zeugnisprotokoll, trotz supranationaler Ausweitung ihres Haftbefehls, den diensteifrigen Schweizern nicht liefern. Die Schweiz ließ also Polanski laufen und nahm „Im Gegenzug drei Guantánamo-Häftlinge auf“ . Dann war auch diese Sache vergessen. Mit diesen beiden jüngeren Beispielen kleinerer „Staats-Affären“, liegt uns ein typischer Plot um Geld, Reputation und Mandate im internationalen politischen Geschäft üblicher Verdächtiger vor, von Chefideologen und Waffenhändlern, die gern auf Public Images als Erpressungsmit-tel zurückgreifen und in dem kein Trick von humanitärer Maßnahme bis demokratischer Dienstleistung ausgelassen wird.
  • "Mit diesen beiden jüngeren Beispielen kleinerer „Staats-Affären“, liegt uns ein typischer Plot um Geld, Reputation und Mandate im internationalen politischen Geschäft üblicher Verdächtiger vor, von Chefideologen und Waffenhändlern, die gern auf Public Images als Erpressungsmittel zurückgreifen und in dem kein Trick von humanitärer Maßnahme bis demokratischer Dienstleistung ausgelassen wird."

    Starkes Fazit, was sich 1zu1 auf aktuelle politische Situationen übertragen lässt.
    Ich glaube auch, dass sich diese Zusammenfassung auch in einem halben Jahr im Nahen Osten bei Israel und Palästina anwenden lassen wird.
  • Jorge Cyterszpiler am 28.04.2011 13:19
    "...schließlich werden alle diese Parenthesen und Überparenthesen in einer Hauptparenthese zusammengefasst, die in der ersten Zeile des majestätischen Satzes anfängt und in der Mitte seiner letzten Zeile aufhört – und danach kommt das Verb, und man erfährt zum ersten Mal, wovon die ganze Zeit die Rede war; und nach dem Verb hängt der Verfasser noch „haben sind gewesen gehabt haben geworden sein“ oder etwas dergleichen an – rein zur Verzierung, soweit ich das ergründen konnte –, und das Monument ist fertig. Ich nehme an, dieses abschließende Hurra ist so etwas wie der Schnörkel an einer Unterschrift – nicht notwendig, aber hübsch." -Mark Twain über die deutsche Sprache-
  • [...] Im ersten Teil ihres Essays über Lebensräume in Kulturkatastrophen beobachtete die Kulturphilosophin Yana Milev die Ausweitung des Ausnahmezustands auf zivile Räume in Kulturkatastrophen. Im zweiten Teil thematisiert sie am Beispiel des Aikodō Techniken, die die Krise als Ressource nutzen und das kriegerische Szenario unterbrechen. [...]

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