• Anarchie der Zukunft: Ausdrucksformen innovativer Protestbewegungen

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    Was haben die Aufstände in Pariser Banlieus, die Occupy-Wall-Street-Bewegung und die arabischen Revolutionen gemeinsam? Der Theatermacher und Berliner Gazette-Autor Alexander Karschnia entdeckt darin Komplizenschaften, die jenseits von Hierarchie und konkreten Forderungen entstehen. Und die basisdemokratische Prinzipien von Selbstbestimmung und Selbstverwaltung radikal ausleben.

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    Aus Frankreich erreicht uns mal wieder die Poesie der Barrikaden. Man liest wieder Blanqui und sucht unter dem Pflaster nach dem Strand. Die vielbeachtete Kampfschrift Der kommende Aufstand eines anonymen Autorenkollektivs, das sich das Unsichtbare Komitee nennt, war eine Reaktion auf die Unruhen in den Banlieus vom Herbst 2005, die Paris in den Ausnahmezustand versetzte.

    Zwei Jugendliche, Ziat (17) und Bouna (15) waren vor einer Ausweiskontrolle davongelaufen und in ein Trafohäuschen geflüchtet, wo sie durch einen Stromschlag ums Leben kamen. Mehrere Nächte lang lieferte sich daraufhin die Vorstadtjugend Straßenschlachten mit der Polizei.

    Einhellig wurden die Ausschreitungen verurteilt, vom damaligen Innenminister Nicolas Sarkozy, der versprach, den ‘Abschaum’ („racaille“) mit einem Kärcher (ein deutscher Hochdruckreiniger) wegzuputzen über den betagten Medienphilosophen Paul Virilio („ville panique“) bis zur verschreckten Linken.

    Das Unsichtbare Komitee

    Wer also verteidigt die Aufständischen von Paris? Das Unsichtbare Komitee übernahm diese Aufgabe – in guter alter situationistischer Tradition: Exakt vierzig Jahre zuvor hatte sich in Watts die Schwarze Bevölkerung erhoben (die Großschreibung soll darauf hinweisen, dass es sich hierbei nicht um eine natürlich gegebene, sondern eine soziale konstruierte Kategorie handelt).

    Die S.I. sah es damals als ihre Aufgabe an, „nicht nur den Aufständischen von Los Angeles Recht zu geben, sondern auch dazu beizutragen, ihnen Gründe zu geben, die Wahrheit theoretisch zu erklären, deren Suche sich hier durch die praktische Aktion ausdrückt.“ Für die S.I. zeichnete sich darin Niedergang und Fall der spektakulären Warenökonomie ab: Sie feierten den Potlatsch der Zerstörung und den „freien Gebrauch“ von geplünderten Kühlschränken usw. Am Ende sind es nur Fensterscheiben, die die Produzenten von den von ihnen produzierten Produkten trennt.

    Auch das Unsichtbare Komitee übte sich in einer bedingungslosen Verteidigung der aufständischen Jugend: „Die ersten Freudenfeuer sind die Taufe eines Jahrzehnts voller Versprechungen“. Tatsächlich war der ‘Brand der Banlieus’ der Auftakt zu einer Reihe von Aufständen.

    Anführer unerwünscht

    Im Herbst 2008 erhob sich die griechische Jugend, nachdem Polizisten den 15jährigen Alexandros auf dem Nachhauseweg erschossen hatten. Im Sommer 2011 führten die ähnlich ungeklärten Umstände des Todes von Mark Duggan in London zu den schwersten Ausschreitungen in England seit dem Zweiten Weltkrieg.

    Doch die „Revolte der Vorstädte“ war schon vor 30 Jahren nichts Neues, wie das Komitee zu recht schrieb, neu ist der Bruch mit den herkömmlichen Formen. Eben das, was neo-leninistische Linke wie Slavoj Zizek an den sog. “BlackBerry riots” kritisierte, würdigt das Komitee als praktische Klugheit: „Keine Anführer, keine Forderung, keine Organisation, aber Worte, Gesten, Komplizenschaften.“

    Es handelt sich bei den Aufständen in gewisser Weise um „Aufstände gegen die Politik“ wie der Aktivist und Akademiker Moritz Altenried schrieb. Für die Berliner Theaterwissenschaftlerin Tina Turnheim stellen sie eine „performative Wende auf der Bühne politischer Protestformen“ dar, die sie zugleich zeigen und vollziehen.

    Präsentation vs. Repräsentation

    Die Kluft zwischen Politik und dem Politischen vertieft sich. Sie offenbart eine fundamentale Krise der Repräsentation. No nos representa skandierten im Mai 2011 mehr als eine Million Menschen in Spanien: „Sie repräsentieren uns nicht!“ und Democracia Real Ya! (“Echte Demokratie jetzt sofort!”).

    Hielt Karl Marx die Revolution noch für die Lokomotive der Weltgeschichte, vermutete Walter Benjamin, die Revolution könnte auch der Griff nach der Notbremse sein. Im Falle des Unsichtbaren Komitees ist es der Wurf der Hakenkralle auf die Stromleitungen des TGV.

    Im November 2008 wurden neun junge Menschen, die sich in dem Ort Tarnac als Kommune niedergelassen hatten, sich dort um alte Menschen kümmerten und einen Filmclub betrieben, in einer quasi-militärischen Operation verhaftet. Sie standen im Verdacht, das gesuchte Komitee zu sein und in der angeblich von ihnen verfassten Schrift dazu aufgefordert zu haben, „die gesellschaftliche Maschine mit einiger Konsequenz zu sabotieren“, u.a. den TGV.

    Gegen diesen Willkürakt protestierte u.a. der italienische Philosoph Giorgio Agamben, dessen Student Julien Coupat als Kopf des Kollektivs präsentiert wurde. Tatsächlich ist Coupat Teil eines Autorenkollektivs namens Tiqqun, das seit 1999 kollektiv verfasste Texte veröffentlichte: Zunächst kursierte ein Aufruf im Internet, in Deutschland erschienen die ersten Bücher im diaphanes-Verlag (Theorie vom Bloom und Kybernetik und Revolte), bei Merve (Grundbausteine einer Theorie des Jungen-Mädchens) und nun im noch jungen Laika-Verlag (Einführung in den Bürgerkrieg), der mit Tiqqun als Verfasser des „vielbeachteten Texts“ Der kommende Aufstand wirbt.

    Der revolutionäre Funke

    So kam es, dass im Herbst 2010, als die Schrift in dem um die deutsche Rezeption des Situationismus verdienten Nautilus-Verlag schließlich herauskam, das mediale Interesse erstaunlich hoch war. Der SPIEGEL druckte Auszüge, das Feuilleton von der FAZ bis zur taz brachen Besprechungen, in Bahnhofsbuchläden konnte man das Buch auf dem Tresen ausliegen sehen zwischen den Bestsellern von Thilo Sarrazin und Stéphane Hessel.

    Perfektes timing, kurz Zeit später erschütterte die Selbstverbrennung des tunesischen Kleinhändlers Mohamed Bouazizi die arabische Welt. Es kam zur „arabellion“, einer Reihe von Aufständen, die in Tunesien und Ägypten das alte Regime hinwegfegten.

    Der revolutionäre Funke sprang nach Norden über, befeuerte die ‘Bewegung der Empörten’ in Spanien und inspirierte die neue soziale Bewegung in Israel, die dem Aufruf der Filmstudentin Daphne folgten und mit Zelten auf dem Rothschild-Boulevard in Tel Aviv campierten, bis schließlich am 17. September 2011 auch im Zucotti-Park im New Yorker Finanzdistrikt aufgeschlagen wurden, nachdem das Magazin Adbuster die Parole ausgegeben hatte: Occupy Wall Street!

    Auch wenn die Bewegung mittlerweile abgeebbt zu sein scheint und der nur kurzzeitig in Liberty Park zurückbenannte Park nun wieder ebenso zeltfrei ist wie der Park vor der Frankfurter EZB, so verdient das Jahr 2011 in Zukunft in einem Atemzug genannt zu werden mit den Jahren 1968 und 1989. Es ist doch innerhalb weniger Monate weltweit zeitgleich zu massenhaften Erhebungen gekommen: vom „Arab spring“ über den „English summer“ zum „American Fall“.

    Die Gegenwart der Situation

    Dass genau genommen schon seit der Französischen Revolution 1789 jede wahrhafte Revolution eine Weltrevolution gewesen sei, darauf wies in der nächsten Adbuster-Ausgabe der anarchistische Anthropologe David Graeber hin, der zu den Initiatoren der Parkbesetzung gehörte. Er war im September 2011 auf Lesereise für sein neues Buch Debt. The first five thousand years (inzwischen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste).

    Wie er in seinem neuesten Buch inside Occupy verriet, war nichts von dem, was nach dem 17. September geschah, vorher geplant worden. Der Aufruf, die Wall Street zu besetzen, wurde in die Welt gesetzt, aber wie es sich nach einem Anruf bei der Redaktion schnell herausstellte, war das auch alles.

    Die critical mass, die dem Aufruf gefolgt war, sah sich mit einer weiträumig abgesperrten New Yorker Börse konfrontiert und beschloss zunächst einmal im nahegelegen Zucotti Park eine Vollversammlung abzuhalten, in der kollektiv entschieden werden sollte, wie weiter vorzugehen sei.

    Überall tauchten bald dieselben Bilder von Menschengruppen auf, die chorisch die Worte eines Redners oder einer Rednerin wiederholen und mit Handzeichen abstimmen: das sog. human mic. Auch diese Maßnahme wurde aus der Not geboren, hatte die NYPD den Parkbesetzern doch verboten, elektrische Verstärker einzusetzen. Dieses Bild eines basisdemokratischen Chors wurde bald zum Inbegriff der neuen „horizontalen“ Bewegung.

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    Das unterscheidet sie eklatant von den Ansichten des Unsichtbaren Komitees, das explizit dazu aufgefordert hat, Vollversammlung zu vermeiden und vom Aktivismus zu desertieren, um im Verborgenen Kommunen aufzubauen: „Verlasst das Schiff, nicht weil es sinkt, sondern damit es sinkt!“

    Der New Yorker Philosoph Simon Critchley hat diese Haltung als „mystischen Anarchismus“ dechiffriert und mit religiösen Strömungen wie der mittelalterlichen ‘Bewegung des Freien Geistes’ in Verbindung gebracht.

    In der Tat gibt es derartige Kontinuitäten, wie vor vielen Jahren schon der Poptheoretiker Greil Marcus festgestellt hat: vom Münster der Wiedertäufer über Dada über die Situationisten zu Punk: Johnny Rotten als Wiedergänger, Johann van Leydens usw.

    Selbstbestimmung und Selbstverwaltung

    Was all diese Gruppen, Polit- oder Pop-Sekten verbindet, ist die Betonung des Gemeinbesitzes, die Ablehnung des Privateigentums und als Konsequenz daraus die Ablehnung jeglicher Art von Repräsentation durch Kirche, Staat, Partei oder Gewerkschaft.

    Der kommende Aufstand wird sich gegen das Prinzip der Repräsentation richten – und vielleicht wird das Unsichtbare Komitee eine ähnliche Rolle darin spielen wie die Situationisten für den Pariser Mai 1968, dem ersten „wilden Generalstreik“ der Geschichte.

    Und es wird (wieder) eine Besetzungsbewegung sein, eine Bewegung von Gegenbesetzungen – gegen ein gesellschaftliches Leben, das zu 99% durch Waren besetzt ist. Gegen die polizeiliche Besatzung der Städte. Gegen die „autoritäre Warenwirtschaft“ und die „Militarisierung des Unheils“ (Tiqqun).

    Mehr als jemals zuvor in der Geschichte wird heute deutlich, was Privatbesitz an Gütern heißt – es bedeutet in erster Linie, andere Menschen von seinem Gebrauch auszuschließen. Die Forderung nach einem „freien Gebrauch“ gemeinschaftlich produzierter Güter – wie z.B. durch die open source Bewegung – liefern die Stichworte für eine radikale Transformation der gesamten Gesellschaft.

    Ob wir uns dazu auf Landkommunen zurückziehen oder im Herzen der Städte Banken besetzen (auch wenn es zunächst nur Parkbänke sind), spielt dabei vielleicht gar keine entscheidende Rolle. Entscheidend ist, dass es keine Anführer gibt und keine Forderungen kommuniziert werden. Das war der geniale Schachzug der Occupy-Bewegung, was selbst ihre Gegner (die think tanks der 1%) zugeben mussten, wie Graeber berichtete.

    So wirkt ein Jahr wie das Jahr 2011 zugleich in die Zukunft und in die Vergangenheit zurück. Die Gespenster der gescheiterten Revolutionen werden wach und mischen sich unter die Lebenden, um ihnen etwas zuzuflüstern, z.B. Worte wie „Arbeiterräte“ oder „Selbstverwaltung“.

    Die Dynamik der Kunst

    Auffällig viele Künstlerinnen und Künstler befanden sich unter den Besetzern. Hatte doch schon Lenin einst gesagt: „Sind die Bedingungen gegeben, so ist die Weigerung, den Aufstand als Kunst zu betrachten, Verrat am Marxismus, Verrat an der Revolution.“

    Das klingt weniger nach dem Führer der Bolschewiki, der aus dem Exil zurückkehrt, um den Zaren zu stürzen; eher nach jenem Russen, der in Zürich in der Spiegelgasse schräg gegenüber von Cabaret Voltaire wohnte.

    Dort versammelten sich Künstler wie Ball, Arp, Serner, Tzara und Huelsenback zu Happenings, um ihren Ekel durch Lautgedichte oder schräge Konzerte Ausdruck zu geben, bei denen er immer wieder begeistert ausrief: „Da! Da!“, zu deutsch: „Ja! Ja!“ (und damit der radikalsten Anti-Bewegung aller Zeiten den Namen gab). Denn das ist das Vermächtnis von DADA: die doppelte Affirmation, Affirmation der Affirmation. Eure Worte seien Ja! Ja! und Nein! Nein! JA! JA! UND AMEN!

    Anm.d.Red.: Der Beitrag erscheint im Rahmen des Berliner Gazette-Jahresschwerpunkts KOMPLIZEN. Mehr zum Thema gibt es auch in unserem Dossier Raumschiff Erde. Die Buchreihe theorie.org vom Schmetterling-Verlag hat zwei Bände zur “Revolutionstheorie der Situationisten” herausgegeben. Die Fotos stammen von telomi und stehen unter einer Creative Commons Lizenz.


18 Kommentare zu Anarchie der Zukunft: Ausdrucksformen innovativer Protestbewegungen

  • Anarchie 2.0 - selbst die FAZ sieht im Anarchismus die linke Utopie der Zukunft: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/linke-utopien-wer-hat-angst-vor-anarchismus-11627790.html

    hmmm... "Anarchie ist schon in Ordnung, nur ein starker Anarch sollte es schon sein!"
  • Daniel Iljitsch Düsentrieb am 17.04.2013 08:30
    Neo-Leninisten wie Dietmar Dath schreiben dazu, dass Anarchisten Liberale seien - nur ohne Polizei...
  • Das "nur" ist in diesem Zusammenhang interessant...
  • Binita Antide via Facebook am 17.04.2013 09:26
    schöner text, aber der überspringende "revolutionäre funke" ist angesichts von selbstverbrennungen vielleicht eine eher makabre metapher ...
  • Vielleicht wird umgedreht ein Schuh draus: Neoliberale sind Anarchisten - nur mit Polizei...
  • Schöner Text, aber mir ist dieser Protestfetisch irgendwie gar nicht geheuer. Vielleicht bin ich zu konservativ und denke mehr an das was "hinten da bei raus kommt" (Kohl). Also mehr dieser deutsche Geist des ingenieurshaften, des Bauens, damit etwas funktioniert. Denn jedem Protest haftet diese infantile Komponente an, entweder auf Obstruktion aus zu sein, oder das Heft des Handelns dem anderen zu überlassen. Das heisst dann im Jargon der Gewerksschaftsbasis "Da muss man Dampf machen", und die Erwartung der politischen Theorie des Dampfes ist, dass "die da oben" sodann irgendwas machen werden. Protest und Aufstand, selbst als Farce, lässt die Linken immerzu schwach werden, und dieser Fetisch bewirkt ihre Schwäche.

    Sehr beeindruckend fand ich die Bilder/Videos von Occupy*) France, vor La Defense, einem Repräsentativbau als Verlängerung der Champs-Élysées Achse in einem futuristischen Hochhausviertel, in dem ein Menschenrechtsinstitut untergebracht ist. Wie Architektur und Platzgestaltung gegen den Raum erzählte, wie dieser kalte, zugige Ort die Menschen marginalisierte, von allen Seiten aus den Zugriff von Ordnern ermöglichte, im extrem ironischen Kontrast zur Bedeutung der Barrikaden von Paris (=La Defense). Es ist der Raum, der dieses Handeln unmöglich macht.

    *) Oho!
  • Kunst als ein brauchbares Mittel, Strukturen der Macht von Wirtschaft und Politik zu unterwandern? Vielleicht sogar das einzige noch wirklich wirksame, was geblieben ist?
  • Holger am 17.04.2013 17:45
    na ja, diese so genannten PROTESTBEWEGUNGEN das sind doch nichts anderes als entäußerungen des frustierten bürgers, kurze, kurzatmige und wenig wirkungsvolle EMPÖRUNGSEFFEKTE --- einmal auskotzen und weitergehen, das wars.
  • [...] Der Cheftheoretiker des mit uns freundschaftlichst verbundenen Kapitalismus-Kehraus-Kollektivs “andcompany&Co” – zuletzt im Pumpenhaus zu sehen mit unserer Koproduktion “Der (kommende) Aufstand nach Friedrich Schiller” – Alexander Karschnia ist wieder einmal in sich gegangen und hat einen sehr lesenswerten Text für die BerlinerGazette geschrieben. Es geht um den “kommenden Aufstand”, occupy und “arabellion”. Hier gehts zum Text: http://berlinergazette.de/anarchie-der-zukunft [...]
  • [...] Was haben die Aufstände in Pariser Banlieus, die Occupy-Wall-Street-Bewegung und die arabischen Revolutionen gemeinsam?  [...]
  • antwort: die kritik an der repräsentation. die verweigerung des dialogs mit der macht. den bruch mit den herkömmlichen formen des protests: s.o.
  • "Zwei Jugendlichen waren geflüchtet". "Wende auf der Bühne politischen Protestformen". "Eine Millionen". "Neun Menschen, die sich niedergelassen hatte", wurden "verhafte". "Kusierte". "mitTiqqun". "Verfasser des Text". Leute, Spellcheck reicht nicht!
  • @#12: ist korrigiert, danke für die Hinweise!
  • elfer am 18.04.2013 08:51
    @Holger: das Hast du dir abgeschaut bei Wolfgang Michal oder? der hat diese Meinung neulich kundgetan, sehr lautstark, im Carta-Blog, seine erste und wohl wichtigste These zu der Kurzatmigkeit von Protestbewegungen lautet:

    "Den heutigen Empörungs-Bewegungen fehlt es an einer theoretischen Grundlage, die das Nachdenken über die eigene Rolle und den historischen Kontext, in dem man handelt, verlangen. Ohne Gesellschaftstheorie kann Empörung selten Kontinuität entwickeln. Doch der heute in vielen Empörungsgemeinschaften vorhandene Anti-Intellektualismus verhindert oft jede Anstrengung zur theoretischen Durchdringung der Verhältnisse oder empfindet derartige Versuche als unzulässige Einmischung oder Bevormundung. Man begnügt sich dann mit punktuellen Aktionen und einer oberflächlichen Philosophie der (symbolischen) Tat."

    http://carta.info/55298/warum-sind-moderne-protestbewegungen-so-kurzatmig/
  • Observ44 am 18.04.2013 23:16
    @#5: apropos: "Neoliberale sind Anarchisten - nur mit Polizei..."

    angesichts der Tendenz zu Ausbildung eines neoliberalen Polizeistaats müssen wir wohl über einen __Anarchismus der Polizei___ oder über einen __Anarchismus im Namen der Polizei___ sprechen.

    Das Resultat scheint widersinnig.
  • die aktuelle variante der doppelten affirmation, also des DA! DA! ist im übrigen die totale verneinung im #NON - eigentlich gleich, aber eben anders rum.
    in einer phase in der nun wirklich alles falsch ist, werden ehemals aktuellen dinge so endlich wieder falsch.

    schöner text. da!da!danke!

    hgfk
  • interessant auch die Debatte im HAU zu ähnlichen issues: http://www.hebbel-am-ufer.de/mediathek/audio/phantasma-und-politik2/
  • [...] sie getötet. Nie war die Nacht von undurchdringlicherem Dunkel für die Intelligenz als jetzt. (Tiqqun) Jetzt ist die Nacht und langsam dämmert uns, wenn wir in unsre Rechner blicken, dass alles, was [...]

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