• Teilen ist ein kulturelles Recht, kein Marktversagen

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    Daten teilen, Arbeit teilen – wenn aus zusammenarbeitenden Komplizen illegale Piraten werden, geht laut Informatiker und Gesellschaftstheoretiker Philippe Aigrain ein kulturelles Recht verloren. Er plädiert dafür, Teilen nicht als wirtschaftliches Defizit, sondern als ein Recht zu sehen, das es einzufordern gilt.

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    Ein nicht enden wollender Strom von Rechtsvorschlägen, Rechtsinitiativen und freien Handelsabkommen versucht das nicht durch den Markt motivierte Teilen digitaler Arbeiten zwischen Individuen zu unterbinden. Neue Strategien sollen Mittelsmännern ermöglichen, das Internet so zu kontrollieren, dass die auf Knappheit basierenden Wirtschaftsmodelle von Wenigen vor der von Überfluss getriebenen Konkurrenz unter Vielen geschützt werden können. Alles wie immer? Nicht mehr.

    Es gibt starke Anzeichen dafür, dass Bürger und Organisationen für Digitale Rechte in der ehemals als „Piraterie“ bekannten Debatte eine neue Reife erreicht haben. Viele Jahre lang haben sie wie selbstverständlich auf die Schäden hingewiesen, die der Krieg gegen Piraterie dem Internet, der Freiheit und fundamentalen Rechten zugefügt hat. Aber viele scheinen vergessen zu haben, dass die Initiatoren des Datentausches ihrem Kind eben diesen Namen gaben: Datentausch.

    Sie wollten nicht für die Legitimität ihrer Sache gerade stehen und suchten nach Möglichkeiten einen Frieden im Krieg gegen Piraterie zu erkaufen. Sie haben globale Lizenzvorschläge vorangetrieben, die die Kompensation einer begrenzten Zahl von Wirtschaftszweigen wie der Film-, Musik-, und Fernsehindustrie vorsahen, für deren angebliche Einbußen durch unautorisiertes Teilen von Daten zwischen Nutzern.

    „Teilen ist kein Diebstahl“

    Dieser defensive Ansatz war nie der einzige Vorschlag. Bereits 2002 hat der Blur-Banff-Vorschlag nach einer Lösung gesucht, um eine digitale Kultur des Teilens nachhaltig zu gestalten. Aufbauend auf früheren Vorschlägen von Richard Stallman und Jamie Love haben 2008 verschiedene Bürgerrechtsgruppierungen begonnen eine Agenda zu verfolgen, die explizit das Teilen von digitalen Inhalten zwischen Individuen als grundlegendes Recht vertritt und konsequent die Bezeichnung Piraterie für solche Aktivitäten zurückweist.

    Die Debatte sollte weggeführt werden von finanziell motivierten Lösungen hin zu einer Diskussion über die Nachhaltigkeit der digitalen Kultur. Beispiele für diese wieder aufkommende Verankerung des Teilens in kulturellen Werten und Herausforderungen sind zum Beispiel die „Teilen ist kein Diebstahl“-Slogans der Anti-ACTA Bewegungen in Polen, Deutschland und Frankreich, Vorschläge von den Bürgerrechtsgruppen Centrum Cyfrowe, Fundacja Nowoczesna Polska in Polen oder La Quadrature du Net in Frankreich, Standpunkte von Wissenschaftlern und Aktivisten wie Alan Toner oder Savoirs Communs, sowie Haltungen von Menschenrechtsgruppen wie der „Right to Share Initiative of Article 19“.

    Was können wir erreichen, wenn wir Teilen als kulturelles Recht ansehen und den ökonomischen Ansatz zurückweisen, für den Teilen ein Versagen des Marktes ist, das durch ein attraktiveres legales Angebot korrigiert werden kann?

    Ein Zustand menschlicher kultureller Entwicklung

    Ein attraktiveres kommerzielles Angebot für digitale Werke in den verschiedenen Medien ist eine hervorragende Idee. Das kann aber nicht die Lösung sein: Teilen ist kein Problem, sondern ein Zustand der menschlichen kulturellen Entwicklung. Der Zugang zum Besitz von digitalen Daten, die für Werke stehen und das Recht und die Fähigkeit diese mit anderen zu teilen ist die praktische Umsetzung des Rechtes „frei am kulturellen Leben der Gemeinschaft“ teilzunehmen, wie es in Artikel 27.1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte definiert ist.

    Das Unterbinden von unautorisiertem Teilen führt nicht dazu, dass die kommerziellen Angebote und der Zugang zu den Werken vielseitiger werden oder dazu, dass sie fairer in ihren Preisen, der Bezahlung des Autors und den Nutzerrechten werden. Stattdessen lässt es schlechtere Zustände entstehen, führt zur Konzentration auf noch weniger Werke, verpflichtet zur Nutzung von rechtlich geschützten Plattformen und Formaten, schränkt die Nutzerrechte ein, und macht die Nutzer zum unsicheren Mieter von Inhalten.

    Viele Bürgergruppen und Wissenschaftler haben über Jahre hinweg eine verzerrte Debatte akzeptiert. Sie dachten, es sei eine gute Strategie die Existenz des Teilens auf die Fehler der kommerziellen Angebote zu schieben und dass es genügen würde, die schlimmsten Argumente des Kriegs gegen das Teilen zu widerlegen.

    Es war einfacher nicht mit den Nutzern zu sprechen, die ohne Profitdenken Daten teilen, und denjenigen, die ihnen das ermöglichen, statt für die Legitimität dieser Tätigkeiten zu stehen. Dadurch haben sie zur Verbreitung von zentralisierten Download- und Streaming-Seiten beigetragen. Sie haben nicht realisiert, dass durch die Akzeptanz des Paradigmas „Teilen ist ein Versagen des Marktes“ Kultur als identisch mit Wirtschaft und ihren digitalen Gütern und Zwischendiensten verstanden wurde.

    Kreative Entwicklung im Universum von Überfluss

    Dabei ist der nicht-wirtschaftliche Bereich ein Kernbestandteil nicht nur der digitalen Kultur sondern aller Kultur im digitalen Zeitalter. Die Bedingungen der Debatte verhinderten darüber hinaus, dass die wahren Herausforderungen für die Nachhaltigkeit der digitalen Kultur identifiziert wurden. Diese Herausforderungen sind in der Tatsache verankert, dass es mehr und mehr wertvolle Produzenten von interessanten Inhalten gibt, die allen verfügbar gemacht werden.

    Das lässt folgende Fragen für die digitale Kultur entstehen: Wie werden wir den Wert von Werken in so einem Universum von Überfluss erkennen und sie zu dem verdienten Level an Sichtbarkeit bringen? Dieses Problem verlangt nach einer Vielzahl von technischen und sozialen Innovationen sowie öffentlichen Richtlinien, wie der Richtlinie für echten Wettbewerb, mit der Vertriebsmonopole verhindert werden, sowie das Entfernen der DRM-Grenzen von Interoperabilität.

    Es ist eine gute Nachricht, dass die Dominanz der „Piraterie ist ein Versagen des Marktes“-Sichtweise sich ihrem Ende nähert. Jetzt ist es Zeit für alle zu erkennen, dass fehlendes Verständnis für das Teilen als ein kulturelles Recht ein Nebenprodukt des Marktfundamentalismus ist.

    Anm.d.Red.: Das Foto zeigt einen Community Garden, stammt von Philip Pessar und steht unter einer Creative Commons Lizenz. Der Beitrag wurde von Anne-Christin Mook ins Deutsche übersetzt.


29 Kommentare zu Teilen ist ein kulturelles Recht, kein Marktversagen

  • Manuel Bonik am 01.08.2013 10:22
    Wenn da schon von Menschenrechten die Rede ist, wäre vielleicht auch ein Hinweis auf Art. 27.2. gut gewesen: "Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen."
  • Hallo Manuel, ja das steht da in Artikel 27.2 --- aber der Schutz des geistigen Eigentums und der Kampf der Verwerte-Industrie gegen die so genannten Piraten sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich verstehe es so, dass der Autor ein neues Verständnis des Teilens einfordert, das eben nicht marktgetrieben ist.
  • Finden sich Ansätze für eine Neubewertung menschlicher Ethik vielleicht in der Kunst? Hier finden sich bereits Versuche, sich den scheinbar unüberwindbaren Markt-Ideologien zu entziehen. Das neue Medium Internet lässt noch alles offen, aber auch hoffen.
  • Rainald Krome am 01.08.2013 20:58
    für den Hinweis auf die Rückbesinnung auf Kultur im allgemeinen und Teilen im Speziellen als Felder, die auch außerhalb der Marktlogik gedacht werden müssen - dafür in ich immer dankbar, zumal wenn der Hinweis so eloquent und unter Verweis auf Debatten und Bewegungen vorgetragen wird.

    Worüber ich mir den Kopf zerbreche, und dazu lädt der Beitrag einmal mehr ein, ist die Frage: inwiefern ist "der nicht-wirtschaftliche Bereich [TATSÄCHLICH] ein Kernbestandteil nicht nur der digitalen Kultur sondern [TATSÄCHLICH] aller Kultur im digitalen Zeitalter"?

    Mit anderen Worten: Ist das "nicht-wirtschaftliche" Moment (vielleicht "post-ökonomisch" zu nennen) tatsächlich spezifisch für die digitale Ära? Und wenn ja: was bedeutet es für die Geschichte der Ökonomie und die Rolle der Kultur darin?

    Vielleicht ist der Hinweis auf die neue Qualität und Quantität Amateur-Kulturproduktion ein Ausgangspunkt für die Antwort auf diese Frage. Der andere wichtige Ausgangspunkt wäre wahrscheinlich die neue Rolle des Rezipienten, etwa: "der Leser als Autor". Aber vielleicht müssen wir auch darüber hinaus gehen und fragen, ob sich unter den gegenwärtigen Bedingungen bzw. im Kielwasser der gegenwärtigen Bedingungen die so genannte Ökonomie ändert.

    Sind "nicht-wirtschaftliche" Momente ein Anzeichen für diesen Veränderungsprozess oder schon das Ergebnis davon?
  • Silvia am 02.08.2013 21:56
    ich habe darauf gewartet, dass jemand mit guten Begründen sagt, dass die Leute, die Leser und Nutzer sind, und vielleicht auch einmal kreativ, dass diese Leute keine Kriminellen sind, wenn sie ihre lieben Dinge miteinander teilen, danke!
  • Manuel Bonik am 03.08.2013 14:02
    Ad 2: "der Schutz des geistigen Eigentums und der Kampf der Verwerte-Industrie gegen die so genannten Piraten sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich verstehe es so, dass der Autor ein neues Verständnis des Teilens einfordert, das eben nicht marktgetrieben ist."

    Liebe Magdalena,
    klar gibt es da - schon jetzt - sehr unterschiedliche Paare Schuhe. Eines ist allerdings - und es ist gar nicht selten -, dass Urheber völlig freiwillig Verträge mit der "Verwerte-Industrie" abschliessen, mit den entsprechenden Folgen. Da fragt sich dann, ob ein vorgebliches "Recht auf Teilen" (der Kulturkonsumenten) schwerer wiegt als das Recht des Urhebers auf Vertragsfreiheit. In Art. 27.2 ist auch ausdruecklich von materiellen Interessen (des Urhebers) die Rede. Wer dieses Menschenrecht abschaffen moechte - diskutabel ist das ja? -, sollte das klar sagen und nicht so tun, als gaebe es Art. 27.2 nicht.
  • [...] Originaltext [...]
  • @Horst A. Bruno
    Due to the strong limitations of my German, I answer in English (hoping that with the help of teh editor I get the comment right).
    Yes indeed, there are many precedents in art as well as in science, of practices that implement Sharing ethics. One find them in almost all collcctive artistic movements of the 20th century from Die Brucke and Bauhaus to the dadaists, the surrealists, lettrist and situationnists internationals and Oulipo. However, before cumputers and the Internet, the practical implementation of Sharing ethics was restricted by reuse limitations. It also collided with the promotion of individual singularity in the art market. In todays art or more generally cultural production, these restrictions are more and more overcome, and part of my motivation is to construct bridges between the political defense of Sharing and the contemporary practices and ethics of cultural production.
  • @Rainald Krome
    The editor kindly summarized your comment as follows:
    "The question about about the "non-market sphere as a core component not just of digital culture but of all culture in the digital era", whether "non-market sphere" is a transitive phenomena in a changing economy or already a result of that change?"

    Thanks for this thought provoling question. It is clear for me that the expansion of the non-market sphere arises from several sources:
    - technology change enabling many activities to be conducted by individuals that were previously possible only with companies or large organizations,
    - a political and social rejection of economicism (reduction of all activities to the economic dimension) due to the social, economic and human consequences of market fundamentalism,
    - the proof provided by free software, free culture and open science of the value of commons-based production and innnovation.

    In this sense, digital technology is a cause as well as an effect of this cultural change. For instance, it is not per chance that the founders of the first network service procider for individuals, the WELL included the founder of the Whole Earth Catalog that gave it its name.

    I believe that the development of a new post-industrial society combining non-market common-based prodtction with classical market actvities can not be understood without a deep involvement with its digital dimension. However, its development as an overall social model depends on the ability to create new ties with all the cultural precedents that explored its ethics and tried to address its challenges (see above).
  • @Magdalena and @Manuel
    What is important in art. 27.2 of UDHR is tha fact - often overlooked by commentators - that it is open to any mechanism to serve the material and moral interests of authors (in the wide sense). It does not mention property nor exclusive rights. It gives us the freedom to explore policy and financing schemes that help sustaining digital culture by all means hat we can think of.
  • at manuel #6 and philippe #10: dear manuel and philippe thank you for responding to my comment. The UDHR states in Art 27.2 "Everyone has the right to the protection of the moral and material interests resulting from any scientific, literary or artistic production of which he is the author." Manuel thinks that one should proclaim clearly if one is in favor of abolishing this article. But I think that you can work with this article of the UDHR and still vote in favor of a common right to share. I just think that that we have to overcome this notion that it is not possible to publish under a free license and compensate the financial interests of authors (or even get rich!). And I like Philippe's way of thinking here. It's not about "legalizing piracy", it's about a new notion of what "piracy" actually refers to. I strongly recommend an article that we ran about Elsevier and the fight for Open Education: http://berlinergazette.de/open-education-preis-wissen
  • Julia Müller am 07.08.2013 10:30
    Wie würde ein konkretes Model vom öffentlichen Teilen denn aussehen? Außerhalb der schon bestehenden Plattformen?
  • Susann Hochstein am 07.08.2013 12:17
    Wer Inhalte teilt, teilt im besten Fall auch neues Wissen, welches unter dem Ansatz von Philippe als kulturelles Gut jedem unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden müsste, was ein schöner Gedanke ist. Müsste sich dann nicht auch noch einiges in Wissenschaft und Forschung ändern? Forschung betreiben ist teuer und fordert doch sozusagen das Teilen auf dem Markt als Anreiz für Wissenschaftler und Kapitalgeber. Wissenschaft betreiben nur um der Wissenschaft willen - wer kann sich das leisten? Wäre die Forschung, zum Beispiel in der Medizin, heute auf dem aktuellen Stand, wenn es nur ehrenamtliche Mitarbeiter in Non-Profit-Organisationen gegeben hätte? Welche anderen Anreize für Wissenschaftler kann man schaffen, die das Teilen von Wissen auch ohne den Markt profitabel und erstrebenswert machen?
  • Die gesellschaftspolitischen Optionen, die sich aus der KUNST in Verbindung mit dem CyberSpace eröffnen, sind reizvoll. Denn bei Künstlern ist die erforderliche Offenheit zu finden. Inwieweit sie den Machteliten ebenfalls Macht entgegensetzen werden und können, ist eine der spannenden Fragen/Utopien. Das Kapital wird sich das Eigentum so einfach nicht entwinden lassen. Die Verabschiedung vom Kapitalismus ist aber eine Überlebensfrage. "Teilen" könnte zu einer Lösung führen.

    Der Begriff "Teilen" ist also das Schlagwort heute, das mir in den Medien immer häufiger begegnet. Doch wir befinden uns ja erst am Anfang dieser aufregenden Debatte, aufregend, weil in ihr endlich Utopien sich wieder aufzeigen.

    Es ist toll, mit der Berliner Gazette ein Forum dafür zu haben.
  • @#8: "part of my motivation is to construct bridges between the political defense of Sharing and the contemporary practices and ethics of cultural production."

    great approach!
  • @#9: "cultural change (...) WELL (...) Whole Earth Catalog".

    this reference is deeply ambivalent, if not contested.

    i recently read an interview with the stuart brand, who stresses, that the catalog was an enterprise from the very outset, that it had a economic calculation at its basis, that it was (although counter cultural) not anti-capitalist.

    with regard to the WELL brand said, that he made the mistake not to take the whole post-anonymity-tendency in the network a step further in order to have done what facebook has done decades later.

    somehow his attitude is confusing. the stuff that he says today, may be different from his utterings in the past and his motivations back then.

    however it is no coincidence that the catalogue project and the well network are seen today by many critic as laying the foundations for digital neoliberalism.

    a recent exhibition made a very strong (however very one sided) argument about that ( http://www.sternberg-press.com/?pageId=1446 ) neglecting all divergent (critical, political and innovative) tendencies in the counter cultural cyber movement and homogenizing it under the banners/claims of the brand-people //

    perhaps it is also worth reading what brian holms says about that: http://brianholmes.wordpress.com/2013/07/28/3215/
  • Giornalismo partecipativo sembra che ci sia condivisione
  • Rainald Krome am 08.08.2013 19:35
    @Philippe Aigrain #9: I would like to believe that there is connnection between the points that you mention to bring forth the "non-market sphere" as a specific moment of the digital era: 1) emancipatory aspect of technology; 2) post-capitalist movements; 3) best practice cases of p2p commons

    However: what about the "non-market sphere" in pre-capitalist societies? And what about the notion that capitalism never was totalitarian (even though it wants us to believe it at times), meaning: that capitalism was never fully and globally implemented, leaving blanks and spaces of earlier orders?

    Thinking those two questions in synch one might get the idea,that the "non-market sphere" of the digital era is less a product of the digital era but a current from other times that now is regaining significance and attention.

    If that is the case, the argument about the relevance of digital technologies in your equation (1,2,3) has a slighlty different weight. Don't you think?
  • è una possibilità quella di portare alla luce la sfera non di mercato,una possibilità che la logica porta in un nuovo mercato essere esterni ad un tipo di economia e crearne una nuova ,il nesso sta nel migliorare le gestioni sociali
    e la rete è un mezzo per creare + possibilità, il capitalismo o semplicemente i capitali muovono le società governate da un unico fine il profitto
  • [...] In dem sehr schönen Kinderbuch “Elmar rettet den Regenbogen” steht der bunte Elefant vor einer schwierigen Herausforderung: Der Regenbogen hat seine Farben verloren und hängt schlapp und grau am Himmel. Alle Tiere wünschen sich, dass er wieder hell strahlen möge – und Elmar sucht eine Lösung.

    Elmar will dem Regenbogen seine Farbe schenken. Dafür macht der außergewöhnliche (weil bunte) Elefant sich auf den Weg, das Ende des Regenbogen zu finden, weil er dort, wo der Regenbogen die Erde berührt, die Chance sieht, ihm seine Farbe zu geben. An einem Wasserfall wird er fündig und verschwindet aus dem Sichtfeld. Die Tiere suchen ihn und freuen sich dann, dass der Regenbogen wieder bunt ist. Kurz darauf taucht auch der Elefant wieder auf. Ebenfalls weiterhin farbig. Auf Nachfrage der Tiere gibt er folgende wunderbare Antwort:

    "Es gibt Dinge, die kann man verschenken, ohne sie dabei selber zu verlieren. Zum Beispiel Freundschaft, Liebe oder eben meine Farben."

    Ich musste an die Geschichte von Elmar denken als diesen Text von Philippe Aigrain in der Berliner Gazette las. Denn den Dingen, von denen Elmar spricht, müsste man eigentlich Dateien ergänzen. Die digitale Kopie ist so eine Art bunter Elefant, sie ist eigentlich unmöglich, sie versetzt uns in die Lage, Inhalte zu verschenken ohne sie selber zu verlieren.

    Das Dilemma der Digitalisierung kann man erspüren, wenn man das Kinderbuch liest. Aus Elmars Perspektive gehören Dateien in die pathetische Reihe von Liebe und Freundschaft. Aus der Perspektive eines bestimmten medialen Diskurses wird diese Reihe jedoch jäh durchbrochen – von dem Wort Raubkopie. [...]
  • Probabilmente esiste anche per i pirati uno spazio un ruolo
    la parola pirati mi ricorda episodi fantastici vorrei poter ancora sognare....
  • Manuel Bonik am 13.08.2013 11:16
    Philippe Aigrain erwähnt „verschiedene Bürgerrechtsgruppierungen“ und deren „Agenda“, „die explizit das Teilen von digitalen Inhalten zwischen Individuen als grundlegendes Recht vertritt und konsequent die Bezeichnung Piraterie für solche Aktivitäten zurückweist“. Was Letzteres angeht (von der verquasten Ausdrucksweise mal ganz abgesehen): Es geht m. E. in dieser ganzen Debatte nicht um Begrifflichkeiten, sondern um Geld. Geld, das a) vor allem und in Zukunft noch mehr den Urhebern zukommen sollte und das b) von den Konsumenten in aller Regel nicht bezahlt wird, wenn sich das vermeiden lässt.

    Was Ersteres angeht – ohne Jurist zu sein oder hier Rechtsberatung betreiben zu wollen: Soweit mir bekannt, gibt es in Deutschland ein Recht auf „das Teilen von digitalen Inhalten zwischen Individuen“, und es nennt sich Recht auf Privatkopie. Schick ich Individuum meiner Freundin (zweifelsohne auch ein Individuum) eine Email mit angehängtem Song oder Ebook, geht das völlig in Ordnung und da meldet sich auch keine Abmahnanwältin. Frage: Was soll denn da das Problem sein? Antwort: Damit kann ich kein Geld verdienen! – Huch!, ich weiß, die Antwort ist verwirrend und bedarf der Erläuterung. Mich verwirrt es nämlich immer wieder, wenn z. B. in Kreisen der Piratenpartei (wann nennt die sich eigentlich in Teilpartei um?) vom „Recht auf Privatkopie“ die Rede ist und damit aber dann offensichtlich immer nicht meine individuelle Mail an meine individuelle Freundin gemeint ist, sondern ein einzuforderndes Recht, Musik/Filme/Ebooks auf allgemein zugängliche Websites (für alle! nicht für Individuen!) zu hängen und dafür nicht belangt zu werden. Sorry, ab hier scheint mir die Rede vom „Teilen von digitalen Inhalten zwischen Individuen“ doch sehr euphemistisch für „solche Aktivitäten“, die letztlich auf Geschäftsmodelle hinauslaufen. Geschäftsmodelle wie z. B. die hier fast allen Lesern bekannte Seite kinox.to, die sich völlig hemmungslos bei Urhebern bedienen und damit Geld machen wollen, und nichts als Geld.

    kinox.to ist natürlich ein Extrembeispiel, und allerdings nicht das einzige. Da wird Aigrain (zurecht) sagen, dass er das nicht meint, und auch nicht die anderen „zentralisierten Download- und Streaming-Seiten“ (was immer „zentralisiert“ im Netz bedeuten soll). Ich würde nur so gern verstehen, was er meint. Wie stellt er sich denn konkret vor, wie die Urheber (und all die Scriptgirls und Putzmänner und womöglich gar „Zwischendienste“, die es für das Entstehen eines Films anscheinend immer noch braucht) an ihr verdientes Geld kommen? Da wird immer mal wieder von Leuten, die ihr Geld typischerweise mit Vorträgen über Urheberrechtsfragen, aber nicht als Künstler verdienen, irgendeine neue Sau durch’s Dorf getrieben (zuletzt Crowdfunding), die angeblich alle Probleme löst, aber ...

    Und: Was Musik, Film und Unterhaltungsliteratur angeht, gibt es ein paar wenige, die tatsächlich mit Samples, Mash-ups etc. kreativ werden, und denen sollte man das Leben unbedingt leichter machen – denen würde ich ein „Recht auf Teilen“ zusprechen. Aber sie rechtfertigen kein solches Recht für alle, denn m. E. wollen die meisten Leute einfach nur konsumieren, möglichst kostenlos und möglichst ohne Abmahngefahren. Und schließlich gibt’s noch kinox.to und Kollegen, und das sind nun wirklich keine Robin Hoods, sondern Leute, die auf Kosten der Kreativen skrupellos abzocken.

    Was den Wissenschaftsbereich angeht (da ist die Diskussion um ein „Recht auf Teilen“ natürlich am ehesten angebracht): Wie wäre es denn mal wieder mit dem guten alten Gang in die Bibliothek?

    Vom Markt erwartet sich Aigrain keine Lösung. Also vom Staat? Von der GEZ? Die Antwort sollte er doch mal teilen.
  • Susann Hochstein am 13.08.2013 11:47
    @Manuel Bonik #22: Der Gang in die Bibliothek ist mit Sicherheit ein guter und bewährter, doch entschleunigt er nicht den Prozess? Bis eine Anfrage für eine neu erschienene Publikation von der Bibliothek erfolgreich bearbeitet wurde, ist mehr Zeit vergangen, als würde man sich diese, auf welchem Weg und unter welchem neuen Lösungsansatz auch immer (hier schuldet uns P.Aigrain noch eine Antwort, auf die ich sehr gespannt bin), selbst beschaffen.
  • Peter Z am 13.08.2013 17:46
    Ein eBook lesen, einen Song hören, einen Film anschauen - und im Gegenzug ein bisschen was von seinem Einkommen mit den Urhebern "teilen", statt einfach abzugreifen und das kompliziert euphemistisch zu begründen. Wie wäre es damit?
  • @PeterZ #24: Das finde ich gut. Das ist aber doch klar, dass die Nutzer und die Urheber auf einen grünen Zweig wollen und sollen. Das Problem sind doch die Verwerter.

    Der Beitrag spricht von Marktfundamentalismus. Ein dickes Wort. Aber das ist halt die Philosophie der Verwerter. Oder? Sie kennen die Belange der Nutzer und der Urheber nicht wirklich. Sie sind nur auf Wahrung ihrer eigenen Interessen aus, die sie aus einer marktfundamentalistischen Sichtweise verfolgen.
  • Manuel Bonik am 14.08.2013 14:23
    @Susann Hochstein #23: Vor ein paar Jahren habe ich auch mal einen Freund zu ueberzeugen versucht, dass er unbedingt Internet braucht. Er hat abgelehnt mit der Begruendung, dass, angesichts der Zeit, die er zur Verarbeitung von Informationen braucht, sprich: ein Buch zu lesen und auszuwerten, die Zeit, sie/es zu besorgen, irrelevant sei. Da sei es egal, ob eine Sekunde oder ein Monat.

    Aber wenn's Dir nicht schnell genug gehen kann: Verlage wie Springer oder Elsevier haben laengst Flatrates bei den Bibliotheken, und andere werden wohl folgen muessen. Muss man sich nur bei der Bibliothek anmelden, und schon geht's los. Online.
  • Solange "Geldverdienen" das Thema in diesem Diskurs bleibt, hat man sich keinen Millimeter vom Fleck bewegt. Erst wenn das nicht mehr die geringste Bohne spielt, d.h. Verwerter und Rechte auf Urheberschaft nur noch aus dem finstersten Hades herauf grinsen dürfen, haben wir uns ins Licht einer möglichen Zukunft begeben. Das mag vielen abstrakt und irrsinnig vorkommen. Aber das Neue ist immer fremd und unvorstellbar. Wie eben KUNST, die plötzlich und unerwartet aus scheinbarem Nichts erstrahlt. "Bedingungsloses Grundeinkommen" und "Teilen" sind erste
    Blitze aus dem Dunkel.
  • [...] Zugehörigkeit denken – dann gilt es nicht zuletzt für das “nicht-wirtschaftliche Moment” (Philippe Aigrain) unserer digitalen Ära zu sensibilisieren. Wie auch immer das Selbstverständnis als Mitglied [...]
  • all the data is made public in the libraries. i am a cultural engineer and have looked up plenty of information on cultural areas. its quit fascinating what you discover.

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