• Buenos Aires spricht Deutsch

    Ich lebe und arbeite in Buenos Aires, der Hauptstadt von Argentinien, wo ich geboren bin. Buenos Aires ist eine Grossstadt mit allen Bequemlichkeiten und den ueblichen Risiken. Hier herrscht ein angenehmes Klima, es gibt eine ordentliche Infrastruktur und intensiven Vehikelverkehr.

    Ich habe Zugang zu deutschsprachigen Medien (Zeitungen, TV, Internet, Filme). Es handelt sich dabei um deutschsprachige Medien, die in Europa hergestellt werden. Mich interessieren Themen in den Bereichen Kultur, Politik, Wirtschaft und Sport.

    Ich bin zweisprachig (Deutsch und Spanisch) aufgewachsen und habe Englisch sowie Franzoesisch gelernt. Mir wurde die deutsche Sprache zu Hause beigebracht, wo sie Umgangssprache war. Ich besuchte die Goethe- und die Pestalozzischule bis zum 12. Lebensjahr, danach das humanistische Gymnasium von Buenos Aires, die lokale Rechtsfakultaet und spaeter zwei volkswirtschaftliche Semester an der Universitaet in Bern, Schweiz. Ich pflege die deutsche Sprache in meiner Eigenschaft als Direktor der Zeitung Argentinisches Tageblatt. In dieser Arbeit bin ich angehalten Deutsch zu reden und zu schreiben, ebenso im Umgang mit Verwandten und Freunden.

    Ich gehoere einer Verlegerfamilie in vierter Generation an. Mein Urgrossvater Johann Alemann aus Bern, Schweiz, hat 1878 in Buenos Aires das Argentinische Wochenblatt mit seinem Sohn Moritz gegruendet, das bis 1970 erschien. Etwas spaeter, im Jahre 1889, hat er gemeinsam mit seinen Soehnen Moriz, Theodor und Ernst das Argentinische Tageblatt gegruendet, das seit 1981 woechentlich erscheint. Die naechste Generation war mein Vater Ernesto und meine Onkel Eduardo und Máximo. Derzeit sind wir zwei Ueberlebende der vierten Generation, mein Bruder Juan und ich. Ich benutze beide Sprachen in Schrift und Wort. Meine Kollegen in der Redaktion beherrschen selbstverstaendlich die deutsche Sprache und verstehen Spanisch, das hier aufgewachsene Mitarbeiter auch schreiben.

    Das Argentinische Tageblatt ist seit 1976 die einzige deutschsprachige Zeitung im Land. Ihre Leser sind Einwanderer aus dem deutschsprachigen Raum Europas sowie deren Nachkommen, darunter zahllose fruehere Schueler der 26 Schulen, die in Argentinien Deutsch lehren. Auch Argentinier ohne deutschen Hintergrund lesen die Zeitung, sofern sie die Sprache gelernt haben, moeglicherweise nach einem Aufenthalt in Deutschland.

    Wir unterrichten unsere Leser sowohl ueber argentinische Politik, Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Sport, freilich stets kurz gefasst und klar verstaendlich, als auch ueber internationale Politik mit Schwerpunkt Deutschland sowie ueber alle anderen Rubriken der Zeitung. Politik und Wirtschaft dominieren mit etwa der Haelfte den Inhalt.

    Soweit wir gelegentlich Kontakt mit rein argentinischen Lesern pflegen, stellen wir fest, dass sie vor allem unsere Wirtschaftsnachrichten und -kommentare schaetzen, auch unsere Informationen ueber Kultur, Literatur, Wissenschaft und dergleichen, die sie in argentinischen Zeitungen nicht finden.

    Insofern versuchen wir unseren eigenen Stil zu pflegen, den wir in Jahrzehnten herausgearbeitet haben und der den Lesern offenbar gefaellt: Wir schreiben meist kuerzer als deutsche und argentinische Zeitungen, versuchen stets, unseren Lesern komplizierte Zusammenhaenge zu erklaeren und bemuehen uns, moeglichst allen Lesern etwas zu bieten, was ihr Interesse erweckt. Es gibt auch Frauen-, Umwelt-, Wissenschafts-, Medizin- und Computerthemen.

    Wir bemuehen uns stets, die deutsche Sprache und Kultur zu pflegen und mit unseren Lesern zu kommunizieren. In Argentinien gilt Spanisch als Landessprache, Englisch als Muss und Deutsch als Plus fuer ausgebildete Menschen im Beruf.


3 Kommentare zu Buenos Aires spricht Deutsch

  • Fred Schmidt Rostock Deutschland am 18.01.2015 19:49
    Sehr geehrte Redaktion,
    bitte senden sie mir ihre Emailadresse.
    Ich möchte an etliche deutsche zeitungen eine fertige Mail
    senden und um Hilfe bei einer Personensuche bitten für ein Klassentreffen nach 60 Jahren.
    freundlichst F.Schmidt
  • Helmut Fichtl am 25.05.2015 17:38
    Sehr geehrte Damen/Herrn
    Betreff: Familienforschung
    Mein Vorfahre Eduard Fichtl geb. am 29.10.1902 in Bamberg Er ist 1924 nach Bouenos Aires Ausgewandert. 1961 lebte Eduard Fichtl noch in Buenos Aires.
    Nun zu meiner Frage gibt es in ihrem Archiv eventuell eine Todesanzeige des Eduard (Eduardo) Fichtl.
    Die Unkosten ihrer suche würde ich erstatten.
    Im Voraus Vielen Dank für ihre Mühe.
    Und mit Freundlichem Gruß aus Deutschland
    Helmut Fichtl
  • Federico Strohschnitter am 10.09.2015 21:50
    Sehr geehrter Herr Aleman, Es freut mich, dass die Familie Aleman weiterhin taetig ist. Jahrelange habe ich das Argentinische Tagesblat gelesen. Heute such ich jedwelige Kontakte mit Rentenbeziehern aus Deutschland, wo man uns pl[otzlich unterrichtete, dass die Rentenausszahlung ab Jahr 2005 einer Einkommensteuer unterworfen wurde.So ein retroaktives Dekret ist verheerend und es ist eine Schande, dass man uns Rentner damit belastet und nicht zu knapp obwohl die meisten von uns dieser Gelder laengst verausgabt haben und da jegliche Ueberweisungen blockiert sind, werden saftige Verzugsstrafen berechnet. Ich suche Kontakt zu anderen Opfern und Helfern auch in Deutschlandz.B. Anwaelte usw.Ich wuerde gern Ihre Zeitung abonnieren. Bitte geben Sie mir bald eine Beantwortung. freundl. Gruesse Ihr F. Strohschnitter

Kommentar hinterlassen