• Wer Deutsch spricht, riskiert Arbeitsplatz

    In Deutschland ist eine neue Zeit angebrochen, die Zeit des Denglisch. Das bekam auch Herr Vogelsang, ein Mitarbeiter der Lufthansa Technik AG, neulich zu spueren. Er wollte nicht einsehen, dass in seiner Firma Dossiers nur auf Englisch abgefasst werden und begann einfach alles ins Deutsche zurueck zu uebersetzen. Dabei hat er jedoch nicht beachtet, das es sich bei der Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaft um ein global operierendes Unternehmen handelt. Somit ist auch sein Argument, dass englische Begriffe in einem deutschen Unternehmen nicht notwendig seien, widerlegt. Das Argument mag fuer andere nationale Firmen zutreffen jedoch nicht fuer eine internationale. Herr Vogelsang muss sich also mit dem Gedanken vertraut machen, dass er in Zukunft die englischen Begriffe benutzen muss, da er sonst seinen Arbeitsplatz riskiert. In diesem Fall werden die Folgen der Globalisierung deutlich sichtbar: Deutsch wird in urspruenglich deutschen Unternehmen zur Zweitsprache erklaert. Wer der englischen Sprache nicht maechtig ist, oder sogar wagt ihr zu trotzen wird zunehmend desorientiert und isoliert sein in einer Gesellschaft, die sich vollkommen der Vernetzung und Vereinheitlichung der Kommunikation und der Kulturen verschrieben hat. Es gibt drei Gruppen von Menschen. Die erste passt sich der Globalisierung an und akzeptiert die Verschmelzung bzw. die Ausloeschung von Sprachen und Kulturen. Die zweite bemueht sich unaufhoerlich diese vor den gerade order carisoprodol genannten Folgen zu bewahren. Doch niemand vermag zu sagen wie lange sie diesen Kampf noch fuehren kann. Die dritte Gruppe befindet sich irgendwo in der Mitte. Sie ist bestrebt, ihre Kultur zu erhalten, doch moechte sie sich auch mit anderen auseinandersetzen und austauschen. Doch die Menschen, die sich zu dieser Gruppe zaehlen, muessen sich irgendwann fuer eine der anderen entscheiden. Da eine dauerhafte Koexistenz von den ueber Tausend verschiedenen Kulturen der Erde, bedingt durch die Globalisierung nicht mehr moeglich sein wird. Zu welcher Gruppe zaehlen Sie sich?


5 Kommentare zu Wer Deutsch spricht, riskiert Arbeitsplatz

  • Ich finde Deinen Blick ein wenig fatalistisch: nur zwei Gruppen werden ueberleben... Warum nicht 20 oder 30 Gruppen? ich bin grundsaetzlich dafuer, von der entweder oder-Option wegzukommen. Der dritte Weg impliziert fuer mich immer ein Dazwischen, das theoretisch unendlich viele Moeglichkeiten zulaesst. Der dritte Weg in diesem Fall ist fuer mich: Die Chancen der Globalisierung zu erkennen und ihre Probleme dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Du hast gefragt, das waere meine Antwort.
  • Lieber Verfasser,

    deine Darstellung der Sachverhalte ist leider etwas schief geraten, stark vereinfacht und dadurch stellenweise falsch. Du beziehst dich hier anscheinend auf einen Artikel von 1998, daher trifft "neulich" auch nicht zu.

    Der Mitarbeiter Peter Vogelsang hat lediglich in internen Berichten englische Bezeichnungen für banale Bauteile, wie "wing" oder "engine" ins Deutsche übersetzt, da er es für unnötig empfand, deutsche Texte mit englischem Fachsimpel zu spicken. Daher die wirkliche Problematik. Wenn er ganze Berichte und tatsächlich Fachwörter auf Deutsch, statt auf Englisch geschrieben hätte, wäre die Position der Lufthansa ja durchaus nachvollziehbar.
  • Ashra Maxie am 05.12.2007 13:05
    Was ist eigentlich aus dem Prozess vor dem Arbeitsgericht Frankfurt geworden ?
    Wie ging die ganze Sache aus?
  • Michael am 05.12.2007 13:34
    @Ashra: das weis ich leider auch nicht. Wenn es dich wirklich so sehr interressiert musst du wohl das Internet durchforsten.
  • JEssica am 26.04.2008 12:51
    @Ashra: Also wir hatten das Thema kürzlich in der Schule und unsere Deutschlehrerin hat uns den Artikel vorgelesen, wie es mit Vogelsang weiterging.
    Die Lufthansa hat diesen Prozess gewonnen, das in dem Vertrag klar und deutlich drin stand, dass am Arbeitsplatz nur diese englischen Begriffe benutzt werden dürfen!

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