• Showtime total

    Im Prinzip haben die ganzen Vorberichterstattungen, mit denen sich die Sender Sendeminuten erkaufen, auch etwas Gutes. Da fuer den Zuseher alles voraussehbar ist, kann er den ganzen Vorspann weglassen, um per Fernbedienung nur noch dann auf das Event umzuschalten. So geschehen auch neulich bei Pro-Sieben, dem Haussender Stefan Raabs, bei seinem „Kampf“ gegen Regina Halmich. Knapp nach 23 Uhr, nachdem fast drei Stunden, wie wir mal vermuten, oeden Leerlaufs vorbei waren, betraten die Matadoren fuer zwanzig Minuten den Ring zum vergnueglichen Schlagabtausch.

    Zu Stefan Raab mag man ja stehen, wie man will. Und zu der Jackass-Mentalitaet, fuer ein paar Minuten oeffentliche Aufmerksamkeit seine Gesundheit zu riskieren, auch. Aber Mut kann man ihm keinesfalls absprechen. Sich 12 Minuten vor fast 20.000 Besuchern verhauen zu lassen, und das alles fuer ein wenig Publicity – dazu gehoert schon Einiges. Trotz des Gedoens war ihm wohl klar, dass es fuer ihn schmerzhaft enden wuerde. Vorzeitig aufgeben ist da nicht drin. Und vor der Flucht aus dem Ring hindern allein schon die Ringseile. Immerhin machte es die Halmich gnaedig.

    Es war gut zu erkennen, dass sie zwar zuschlug, um das moppelige Grossmaul zu stopfen, aber auch wieder nicht zu feste. Haette sie des Oefteren nachgesetzt, als Raab zu taumeln anfing, waere der Moderator wohl alsbald KO gegangen. Aber auch so wird ihm der Kopf noch tagelang brummen. Ein kleiner Tipp zur Nachberichterstattung: Ein Werbeclip fuer Aspirin liesse sich da trefflich schalten, zum Wohle des angeschlagenen Moderators, des Bayer-Konzerns und der Pro-Sieben-AG.


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