• Camouflage-Architektur

    In meiner Arbeit als Architekt, zusammen mit der Designerin Dafne Berc, befasse ich mit touristischen Landschaften. Eine produktive touristische Landschaft ist fuer uns ein Gebiet, in der die Gemeinde von dieser Industrie profitiert. Und die soziale Struktur wird dabei integriert, egal wie gross die Bevoelkerungsdichte ist. Nach unserem Verstaendnis ist das Hauptproblem, dass die touristischen Strukturen auf Kosten der natuerlichen Ressourcen und der vorhandenen sozialen Strukturen errichtet werden.

    Tourismus verfehlt meist, ein kohaerentes Umwelt-Image zu generieren. Es gibt natuerlich verschiedene Tourismus-Modelle und in diesem Sinne vielleicht zwei Hauptmodelle des Massentourismus: Tourismus mit hoher Dichte und mit geringer Dichte.

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    Wir befassen uns vor allem mit letzterem: dispersive Tourism, zerstreuter Tourismus. Wir denken, dass Architektur nicht die Praesenz des Tourismus verstaerken sollte. Sie sollte viel eher zu einer Background-Architektur werden – im Dienste ihrer transversalen Oekonomie und den vorhanden laendlichen Gegebenheiten untergeordnet, die Regenerierung der gaertnerischen Praesenz erlaubend. Wir schlagen Camouflage als provisorische Strategie vor, um mit dem Erscheinungsbild der oft dekontextualisierten Architektur des dispersive Tourism umzugehen. Camouflage hat in unserer Arbeit nichts mit dem Labeling der Tourismusindustrie zu tun. Die Labels der Tourismusindustrie haben meist nichts mit den tatsaechlichen Bedingungen vor Ort zu tun und die Hotelbesitzer profitieren meist trotzdem ganz allein vom Tourismus.

    Wir glauben, dass mehr Beteiligung der Gemeinden am Tourismus (sowohl inhaltlich als auch finanziell) dazu fuehrt, dass der Tourismus wieder kontextualisiert werden kann. Unser Interesse besteht darin, die Bedingungen zu verbessern, wenn Tourismus in einer Region einschlaegt. Unsere Arbeit ist beides: Kritisch gegenueber Tourismus im Allgemeinen und auch gegenueber der Art und Weise, wie Architektur sich straeubt, plausible Loesungen fuer das Subjekt ueberhaupt zu diskutieren. In diesem Sinne werden die unbeabsichtigten Konsequenzen der Globalisierung direkt und indirekt kritisiert.


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