• Maschinen sprechen eigentlich Deutsch

    Meine Muttersprache ist zwar Niederlaendisch, aber im Laufe der Jahre kamen immer mehr englische Woerter hinzu – bei uns Zuhause waren immer viele internationale Gaeste zu Besuch. Popmusik hat dabei auch eine wichtige Rolle gespielt, vor allem die fremden Klaenge der Schallplattensammlung meiner Eltern. In Amsterdam Mitte und Ende der 1960er Jahre als Kind aufzuwachsen, war etwas Besonderes: Die ganze Politik-, Drogen- und Sexrevolution vor der eigenen Tuer mitzuerleben, war schon sehr praegend. Mein Vater war damals viel unterwegs und lernte in dieser Zeit Russisch und Italienisch. Ich dagegen interessierte mich fuer Deutsch. weiterlesen »

  • Publizieren im Urlaubsland

    Das DomRep-Magazin www.domrep-magazin.de wurde im September 1998 von Gerda Papenfuss gegruendet und ging erstmals im Januar 1999 als rein virtuelle Publikation online. Wie die Gruenderin rueckblickend bilanziert, gingen die urspruenglichen Plaene auf den Wunsch zurueck, eine deutschsprachige Zeitung in einem Urlaubsland zu produzieren.

    Nachdem Mallorca bereits sein Magazin hatte, die Kanaren nicht geeignet schienen, richtete sich der Blick in Richtung Karibik. Waehrend das kubanische Castro-Regime keine freie Presse zuliess, Venezuela und Mexiko nur von einer geringen Anzahl an deutschen Touristen angeflogen wurde, bot sich die Dominikanische Republik von seinen Moeglichkeiten der Machbarkeit sowie dem touristischen Zuspruch als Trendreiseziel foermlich an. Als die Macher rund um Papenfuss damit anfingen, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, gab es lediglich eine Handvoll Infoflyer, die ueber Land und Leute informierten, meist mehrsprachig und zudem oft in einem unverstaendlichen Deutsch uebersetzt.

    Tageszeitungen aus Deutschland waren, wenn ueberhaupt erhaeltlich, meist bereits einige Tage alt. Beste Voraussetzungen also, um mit einer Zielgruppe von damals 400.000 deutschen Urlaubern im Ruecken – Tendenz steigend -, an den Start zu gehen… Heute gilt das DomRep-Magazin als die aelteste deutsch-dominikanische Netzeitung.

  • Rhymen ohne Buecher

    Ich bin in Berlin geboren und jetzt 14 Jahre alt. Mein Vater kommt aus Martinique, das ist so ’ne Kolonie von Frankreich gewesen und meine Mutter ist Deutsche. Ich hab zuerst Deutsch Zuhause gelernt. Mein Vater hat mit mir am Anfang immer auf Franzoesisch gesprochen und irgendwann nach ’ner Weile gar nicht mehr, dann nur noch auf Deutsch. Aber trotzdem hab ich Franzoesisch nicht vergessen. Ich hab oft meine Grosseltern in Frankreich besucht und ich war im Sommer immer im franzoesischen Ferienlager. Diesen Sommer werde ich meine Oma in der Karibik besuchen. Ich bleibe fuer’n paar Monate und werde da die ganze Zeit Franzoesisch sprechen. Dann geh ich noch fuer’n Jahr zu meiner Tante nach Frankreich und bekomm noch mehr Sprachpraxis. Im Augenblick sprechen wir Zuhause eigentlich nur Deutsch. Ausser mit meiner kleinen Schwester, mit der spreche ich manchmal auch Franzoesisch. weiterlesen »

  • Fremd im eigenen Land

    Linguist, das bin ich. Sprache ist meine Leidenschaft, mein Daseinszweck. Meine Begegnung mit Hip Hop fand ueber Sprache statt. Meine Arbeit als Sprachwissenschaftler und Autor ist ganz stark durch meine Erfahrung als Wortkuenstler gepraegt. In meiner Arbeit als Menschenrechtsaktivist fuehre ich das Wort als Waffe. In Verhandlungen mit stoerrischen Regierungsbeamten, schmierigen Weltbankvertretern oder boesartigen Landbesitzern, die mittellosen Bauern das Land wegnehmen. weiterlesen »

  • Aus dem Leben eines Anpassschuelers

    Ich bin als Sohn iranischer beziehungsweise persischer Eltern in Berlin geboren. Meinen ersten direkten Kontakt mit der deutschen Sprache hatte ich im Alter von zweieinhalb Jahren als ich zum ersten Mal in den Kindergarten gegangen bin. Wie ich Deutsch gelernt habe, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Zuhause wurde Persisch, Farsi, gesprochen und im Kindergarten und spaeter in der Schule Deutsch. Also bin ich gewissermassen ohne irgendwelche Probleme zweisprachig aufgewachsen. Von einem Integrationsprozess in der Kindheit kann nicht die Rede sein. In welcher Sprache ich mich heute an meine Kindheit erinnere, kann ich nicht genau sagen aber ich glaube, dass es beide Sprachen sind. weiterlesen »

  • Hände hoch!

    Die deutsche Sprache gehoerte immer zu unseren Familienwerten. Mein Grossvater las Werke von Heine und Goethe im Original; meine Mutter arbeitete ein paar Jahre lang als Deutschlehrerin. Meine ersten Worte auf Deutsch waren leider – wie bei Tausenden russischer Kinder meiner Generation – Haende hoch! Wir spielten sehr haeufig Krieg, der Zweite Weltkrieg war unser Spielthema . weiterlesen »

  • Die Stunde des Auto-Examens

    Es war Zufall, dass ich nach Deutschland kam. Ich wollte einen Erasmus-Austausch ueber meine Kunstakademie in Helsinki machen und eine neue Sprache erlernen. Zu den nicht englischsprachigen Austauschmoeglichkeiten zaehlten Paris und Frankfurt. Mit 21 Jahren habe ich noch ganz anders gearbeitet – ich malte damals und hatte eine ganz eigenwillige Vorstellung von der Kunst in Deutschland und Frankreich. Aus irgendeinem Grunde dachte ich damals, dass man in Frankreich sehr konzeptuell mit der Arbeit umgehe und Deutschland daher besser fuer mich sei, weil die Kunst hier mehr Gefuehl habe. weiterlesen »

  • Migrationsgeschichten

    Mein Vater ist Schriftsteller, Dichter in erster Linie, also bin ich zu grossem Respekt vor der Sprache erzogen worden. Aber die Sprache funktioniert auf unergruendliche Weise … weiterlesen »

  • Erkämpfte Muttersprache

    Ich bin 1970 in der Tuerkei geboren und lebe seit meinem dritten Lebensjahr in Deutschland. Damals habe ich nur ein paar Brocken Deutsch von Nachbarskindern aufschnappen koennen. Ich hatte nicht die Moeglichkeit, in den Kindergarten zu gehen und habe Deutsch somit erst in der Grundschule gelernt. weiterlesen »