• War Mozart Kritiker des Islams?

    Ich glaube nicht, dass er es war und falls er es doch gewesen ist hat das eigentlich nicht zu interessieren. Denn was gibt irgendeinem das Recht eine Oper namens Idomeneo ab zu setzen, weil sich dadurch Anhaenger des Islams diskriminiert fuehlen koennten. Sollten wir also in Zukunft auch die Presse- und Meinungsfreiheit einschraenken, damit wir bloss keinen Grund mehr liefern um Ziel eines, von fanatischen Moslems durch gefuehrten, terroristischem Anschlags zu sein. Wie weit muss Toleranz und Integration gehen, damit sich Immigranten auch wirklich integriert fuehlen? Man sollte sich nicht die Frage stellen ob man eine 200 Jahre alte Oper ab setzen muss, sondern eher viel eher ob man den Koran, der der seit fast 1400 Jahren die Rolle der Frau herabsetzt, in einer neuen ueberarbeiteten Ausgabe verlegt.

  • Kein Bravo fuer Bikini

    Eine Ausstellung des Pazifik-Netzwerks e.V. und der Pazifik-Informationsstelle www.pazifik-infostelle.org zeigt auf neun grossformatigen Tafeln (bedruckte Stoffbahnen 1,80 x 1,00 m) die fuenfzigjaehrige Geschichte der Atombombentests im Pazifik und springt dabei auf jeder Tafel in ein Jahrzehnt. Des Weiteren klaert sie ueber die aktuelle militaerische Nutzung nuklearer Technologien auf. Wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, wendet sich die Ausstellung insbesondere an Schueler und Jugendliche, dient aber gleichzeitig der Weiterbildung von Erwachsenen. Zum Weitersagen steht ausserdem drin: Sie kann gegen die Erstattung von Porto- und Versandkosten bei der Pazifik-Infostelle ausgeliehen werden.

  • Open Mike

    Am 4. und 5. November ist es wieder so weit: der jaehrlich von der Literaturwerkstatt Berlin www.literaturwerkstatt.org ausgeschriebene deutschsprachige Literaturwettbewerb fuer junge Nachwuchsautoren open mike geht in die Endrunde. In der WABE werden die 18 besten Texte aus der Vorrunde von ihren Verfassern dem Publikum und einer dreikoepfigen Jury vorgestellt.

    Auf Initiative der Crespo Foundation www.crespo-foundation.de, die das Projekt auch finanziell unterstuetzt, wird open mike durch zwei Schreibwerkstaetten erweitert, in denen Jugendliche von ehemaligen Preistraegern begleitet und mit Tipps und munteren Worten versorgt werden. Fuer beide Seiten eine schoene Gelegenheit, die Bande zwischen den Generationen zu knuepfen und Hand in Hand in die Zukunft zu blicken.

  • Andreas aus Deutschland

    Seit ein paar Tagen bin ich zurueck in England und nach meinem sehr kurzem Aufenthalt in Spanien ist es spannend wieder hier zu sein. In the South East, was die englische Bezeichnung fuer das ist, das der Rest der Welt als Great London kennt: ein Netz von relativ kleinen Staedten, das sich von der Hauptstadt hinaus erstreckt. Mitten in dieser Region liegt Oxford, eine Stunde mit dem Zug von London entfernt. Die Stadt ist ziemlich merkwuerdig: Eine Mischung aus historischer Stadt (etwa das westdeutsche Nuernberg) mit ihrem typischen Architekturkitsch und einer provinziellen Stadt (wie beispielsweise so vieles in den Vereinigten Staaten). Die mittelalterlichen Gebaeude erheben sich neben komischen architektonischen Ungeheuern der 1960er und 70er Jahre. Furchtbar!

    Die vielleicht beste Beschreibung dieser Stadt ist jene, die ich irgendwann von einem Bekannten hoerte: …wie ein riesiger Sainsbury’s Supermarkt mit Bibliotheken um sich rum. Es sind aber nicht die Gebaeude, die aus Oxford einen sonderbaren Ort machen. Sondern die Menschen! Es gibt Theorien aller Art darueber, warum die Menschen an dieser Uni ein bisschen beaengstigend sind. Was auch immer der Grund sein mag, Tatsache ist, dass es nicht so viele Orte gibt, an denen man mit jemandem Mittag essen kann, der stolz darauf ist, einen Film ueber die Queen gesehen zu haben. Ich war anfangs ahnungslos. Ein Film… meinst du einen echten Film? ueber die Queen?. Vielleicht bin ich ein bisschen intolerant gegenueber dieser Art Extravaganz, aber eine Begegnung mit jemandem zu erleben, dessen Augen glaenzen, wenn er ueber die Aussagen der Queen schwaermt, gehoert wirklich nicht meinem Alltag.

    Ausser in Oxford natuerlich… Der Typ hat die ganze Zeit ueber die grossartigen Augenblicke des Films gesprochen, der angeblich ein Spielfilm ueber ihre Reaktion auf den Tod einer gewissen Princess Diana ist www.thequeenmovie.co.uk. Beim essen eines unbestimmten Gerichts fuer Vegetarier hatte ich noch Zeit, um ihn zu fragen, was er in Oxford studierte: Er promoviert zum Thema der Musik fuer die Kroenungszeremonien des britischen Koenigshauses seit dem 16. Jahrhundert. Ich konnte kaum vermeiden, mich kaputtzulachen. Ein richtiger britischer Monarchist. Uebrigens, ich habe vergessen zu erzaehlen, dass er Andreas hiess und aus Kassel (Deutschland) kam.

  • Lost in Translation

    What can I say? Mir fehlt manchmal das richtige Wort. Ich habe mich vor kurzem mit Freunden in einem mexikanischen Restaurant getroffen. Unter uns gab es zwei Mexikanerinnen, eine Deutsche, einen Chilenen, und mich, die Deutsche und Amerikanerin. Mit Isabel redete ich hauptsaechlich auf English, manchmal kurz auf Deutsch, mit Ursi meistens auf Deutsch, aber auch kurz auf Englisch, mit Isabels Schwester nur Englisch, mit Rodrigo nur Deutsch, und zur gleichen Zeit nahm ich mir vor, so viel wie moeglich auch die vielen spanischen Ausdruecke mitzubekommen. Zum Glueck haben wir nicht auch noch franzoesisch geuebt. weiterlesen »

  • Transnationales Kulturarchiv

    Wenn in deutschen Medien von Sprache und Globalisierung die Rede ist, geht es zumeist um die wachsende Dominanz des Englischen. Doch auch im Bereich der Sprache gilt, was Globalisierung im Ganzen charakterisiert, naemlich ihre gleichzeitige Tendenz zu Homogenisierung und Heterogenisierung, zur Vereinheitlichung und zur Ausdifferenzierung und Neuvermischung. Diese Tendenzen existieren gleichzeitig, ohne sich deshalb jedoch gegenseitig aufzuheben oder sich auszugleichen. Was dabei herauskommt, ist ein Spannungsfeld asymmetrischer Entwicklungen, an der auch die deutsche Sprache teilhat. weiterlesen »

  • Keine Heimat

    Ich habe eine unbeschreibliche Sehnsucht danach, in diesem Land nicht mehr staendig nach meiner Heimat befragt zu werden. Warum koennen die Deutschen einfach nicht damit aufhoeren? Ja, ich weiss sehr wohl, dass in anderen europaeischen Laendern Migranten auch ihre taeglichen Herkunftsgeluebde abliefern muessen. Na, und? Was sagt uns das? Nichts. Ich lebe hier. Und wenn es die Neugier befriedigt, ich war dieses Jahr in folgenden Staedten/0rten. (Die Anzahl meiner Besuche habe ich in Klammern festgehalten): Frankfurt (8), Koeln (2), Ulm (1), Bremen (2), Istanbul (2), Dersim (1), London (4), Rom (0), Paris (7). Nun frage ich Sie: Wo ist meine Heimat? weiterlesen »

  • Das Wortspiel als Lebenssinn

    Ich wurde 1967 in Dresden geboren. Meine Mutter war Bulgarin und mein Vater Ungar. Beide waren Stipendiaten und haben an der TU in Dresden studiert. Mein Vater lebte seit elf Jahren in Dresden, meine Mutter seit neun. Sie haben sich hier kennen gelernt und schliesslich 1963 im Rathaus Pankow geheiratet. Da mein Vater kein Bulgarisch sprach und meine Mutter kein Wort Ungarisch, ist die deutsche Sprache die Sprache ihrer Liebe gewesen und wurde auch zu unserer Familiensprache. Als ich geboren wurde, kamen meine Grosseltern aus Sofia nach Dresden um zu helfen. Sie wohnten zwei Jahre lang in einer kleinen Wohnung im gleichen Haus. Hier war die Windelwaescherei und hier wurde der Brei fuer mich gekocht. Mit meinen Eltern sprach ich Deutsch, mit meinen Grosseltern Bulgarisch. Als ich zweieinhalb wurde fiel die Entscheidung, nach Budapest zu ziehen. Obwohl ich Ungarin war, sprach ich bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Wort Ungarisch. weiterlesen »

  • Subtiler Sprachsalat

    Soweit ich mich an meine Kindheit erinnern kann, hiess es bei uns zu Hause – in einer industriellen Stadt der spanischen Kueste am Atlantik – vor dem Schlafengehen immer: Gute Nacht! Schlaf gut! Erst spaeter habe ich begriffen, warum meine Freunde, die bei uns uebernachtet haben, diese vier Woerter komisch gefunden haben. Es kam ihnen wahrscheinlich Spanisch vor. weiterlesen »