• Du Kolumbus, ich Jane

    Wo liegt das Paradies? Wo liegt die Heimat? Wer ist Entdecker? Wer wird entdeckt? In ihrem Vortrag zeigen Magdalena Taube und Krystian Woznicki, warum es heute keine eindeutigen Antworten mehr auf diese Fragen gibt. Ihr Ansatz: ein Selbstexperiment. Ihre Stationen: Tokio, Misaki, Narrita, Sapporo. Ihre Werkzeuge: Reisetagebuch und Denkprotokoll. Diaschaus rahmen den Vortrag. Zur Einstimmung gibt es eine thematisch passende You-Tube-Perle zu sehen. weiterlesen »

  • Immer auf Achse – Japan #4

    Der Wintermorgen in Tokio ist sonnig, die Luft verspricht eher Herbst oder Fruehling. Ich schlendere durch die Strassen von Hiroo in Tokio, noch bevor das Tagesgewusel anfaengt, ploetzlich bleibe ich stehen. Ein Hinweis auf dem Buergersteig: No Smoking. Die Buchstaben sind in die Laenge gezogen, wie sonst Tempolimits, damit man sie im Vorbeigehen besser lesen kann. Ein paar Meter weiter erinnert ein Schild nochmals daran, dass man auf der Strasse nicht rauchen darf – unter Androhung einer Geldstrafe. Rauchen ist in Cafes und Restaurants kein Problem. In der Oeffentlichkeit muessen sich Raucher jedoch in die Smoking Areas zurueckziehen.
    weiterlesen »

  • Das grosse Geschaeft – Japan #3

    Ich schreibe diesen Text in einem Zustand extremer Muedigkeit, hervorgerufen durch exzessive Arbeit gepaart mit ebenso exzessiven Abendessen (Tatsaechlich: uendlich viel roher Fisch und Sake). Kurz zum Setting: Ich sitze im Studentenwarteraum der Faculty of Letters an der Hokkaido University. Vor mir blinken Getraenkeautomaten, daneben lungern abgestellte Geldautomaten (Geldabheben nur bis 17 Uhr moeglich, wohl eine Erziehungsmassnahme). Ein Stueckchen weiter entfernt sind die Toiletten. Nach sieben Tagen in Tokio sind mein Kollege Krystian Woznicki und ich inzwischen in Sapporo gelandet und stellen das Berliner Gazette-Projekt McDeutsch an der hiesigen Universitaet vor. Mein persoenliches side project: Reisetagebuch schreiben. weiterlesen »

  • McDeutsch-Workshop in Japan

    Am 15. Dezember 2009 hielten Magdalena Taube und Krystian Woznicki einen Workshop an der University of Hokkaido ab. Das Thema: Deutsch als wandernde Sprache. Die TeilnehmerInnen: StudentInnen der deutschen Sprache, Ethnologie und Philosophie. Das Lernmaterial: das Berliner Gazette-Buch McDeutsch.

  • Mit dem Klischeekoffer durch den Security-Check – Japan #2

    Wir wohnen in Hiroo, nahe der Station Ebisu im Distrikt Shibuya. Shibuya (rund um die Shibuya-Station) ist ziemlich genau das, was einem in den Sinn kommt, wenn man an Tokio denkt. Hiroo hingegen ist eine Wohngegend. Enge Gassen, winzige Haeuschen. Kaum Autoverkehr, eine beschauliche Einkaufstrasse, einige Botschaften, ein Tennisclub, zwei Unis, internationale Schulen. Kurzum, eine Gegend in der man leben moechte, in der man leben kann (wenn man das Geld dafuer hat). Ich bin irritiert. Ich hatte erwartet, dass es wesentlich schwerer werden wuerde, gegen das New York-Gefuehl (alles ist genauso, wie man es sich vorstellt) anzukaempfen. Doch Tokio macht es mir sehr leicht. weiterlesen »

  • McDeutsch in Japan

    Andere Laender zu besuchen, zu bereisen oder zu seiner Wahlheimat zu machen, ist ein alltaegliches Phaenomen unserer Zeit. In Zeiten von selbstverstaendlich gewordener Mobilitaet und Migration gilt Englisch als Lingua Franca. Was aber passiert im Zuge dessen mit anderen Sprachen? Werden sie verdraengt oder veraendert? weiterlesen »

  • Du Kolumbus, ich Jane – Japan #1

    Vor zwei Tagen hat Japan offiziell begonnen, denn wir haben einen Adapter für die dortigen Steckdosen und sind gewappnet für die Reise ans andere Ende der Welt (Zitat Mama). Krystian Woznicki und ich sind eingeladen, das Projekt McDeutsch an der Hokkaido University vorzustellen. Der Adapter ist wichtig, denn ohne Strom kein Netbook, ohne Netbook kein Reisetagebuch, ohne Reisetagebuch keine Reise, oder? Doch will ich meine Gedanken und Fotos eigentlich sofort online stellen, wie es Freunde und Familie fordern? Ist bloggen von einem anderen Ort aus nicht einfach nur bloggen von einem anderen Ort aus? Wie sieht Reiseliteratur im 21.Jahrhundert aus, wenn es erstens: Nichts mehr zu entdecken gibt und zweitens das Internet überall das Gleiche ist? weiterlesen »

  • Eintägiger Workshop “Wandernde Sprachen”

    In Zeiten von selbstverständlich gewordener Mobilität und Vernetzung via Internet gilt Englisch als Lingua Franca. Was aber passiert im Zuge dessen mit anderen Sprachen? Werden sie verdrängt oder verändert? Der eintägige Workshop richtet sich an StudentInnen der Hokkaido University, Japan, und findet am 13.12.2009 ebendort statt. weiterlesen »

  • Japan als Aquarium

    In Japan gibt es viele Aquarien. Sie kamen Schritt fuer Schritt mit dem wirtschaftlichen Aufschwung ins Land. Fuer die Japaner verkoerpern sie die Erfahrung von Zeit. Die Wasseruhr namens Rohkoku kommt zwar aus China, aber in Japan wurde sie zum Inbegriff des Konzepts der Relation zwischen Wassermasse und Zeit. Das Aquarium praesentiert kompakte Mikrokosmen so wie dies zum Beispiel Miniaturgaerten tun. Ich sehe das Aquarium in enger Verbindung zu Ma (deutsch in etwa: Negativraum), ein Konzept, welches Zeit und Raum umfasst. Dazu muss ich etwas ausholen. Aber keine Angst, ich fasse mich kurz. weiterlesen »

  • Takeshi Kitano: Wunderkino aus Japan

    Die Neunziger kommen wieder, jetzt, da die Nuller Jahre zur Neige gehen. Das Weltkino duerstet nach Perspektiven, die nicht aus Hollywood kommen, jetzt, da der Kulturimperialismus der USA zur Neige geht. Aber brauchen wir wirklich Legitimationen dieser Art, um auf einen DVD-Dreierpack aus dem Japan der 1990er aufmerksam zu machen? Ich glaube nicht. weiterlesen »

  • Globalisierungskritik, wie weiter? Antwort #53

    Wir haben am Wochenende einen Ausflug ins Windsor Hotel gemacht, in dem diesen Sommer der G 8 Gipfel stattfindet. Es liegt auf einem hohen Berg, nahe dem See Toya und es guckt auf der einen Seite auf den See und auf der anderen aufs Meer. Von weitem wie ein Schloss an der Loire, aber von der Form eher wie ein gestrandetes Luxus Kreuzfahrtschiff, direkt von der Meierwerft nach Hokkaido. Wenn man sich dann im Auto naehert, muss man erstmal an einer Ecke direkt an einem Ferienbauernhof abbiegen, auf dem Familien im Garten Milch trinken und eine grosse selbstgemalte ostfriesische Kuh macht Werbung dafuer. Also hoch den Berg, immer dem Windsor Schild nach, und die Aussicht geniessen. weiterlesen »

  • Boredoms: Ruf der Wildnis

    Nach dem gestrigen Konzert der Boredoms konnte man sich nicht so schnell einig werden: “Das ist Musik, die in den Kopf geht. Man koennte sich anschnallen und die Rakete vor seinem geistigen Auge einfach durchstarten lassen.” Mal wieder waren alle Besucher der Volksbuehne sitzen geblieben als die Kultband aus Japan mit der Teufelsaustreibung begann. weiterlesen »