• Sascha Lobos „Klog“: Kommentar zum Kommentar

    Mehr als ein Jahr gibt es das Klog von Sascha Lobo, in dem er alle seine in Blogs abgegebenen Kommentare sammeln laesst. Damit dadurch „die Welt kommentierbarer“ wird, kann man seine Kommentare dort auch noch kommentieren. Fabian Pitroff hat das Vorhaben unter die Lupe genommen.

    Toll, hat uns sofort ueberzeugt. Nicht nur weil >das beste an sascha lobo< seine Kommentare sein sollen. Wir haben sogar irgendwo gelesen, dass adical kommentierbare Werbe- banner plant. Lobo und Haeusler scheinen Kommentare zu moegen. Sie sind aber auch super – also die Kommentare, ausserdem verbreiteter als man denken koennte.

    Viele Blogs sind selbst schon das, was im klassischen Journal- ismus als Kommentar ausgewiesen ist. Sie sind meinungs- haltig, persoenlich und sie akzentuieren Themen. Kommentier- bar sind Blogs auch, zumindest die meisten. Sicher nicht alle Blogs, aber doch alle Kommentare sind Reaktionen. Reaktionen auf Nachrichten und Neuigkeiten der Medien. Niemand wuerde die Schwerkraft kommentieren. Niemand kommentiert blosse Daten. Nur Kommunikation ist kommentierbar. Sind Kommentare in Zeitung und Fernsehen klar gekennzeichnet und abgegrenzt, ist es in Blogs erwartbar – mindestens nicht ueberraschend – wenn dort auch kommentiert wird.

    Traditionelle Nachrichten tun so, als ob ihre Nachrichtenaus- wahl vollkommen objektiv sein koennte – trotzdem erfahren wir nicht ueberall etwas ueber junge Eisbaeren. Durch Kommentare koennen die Medien ihre eigenen Produkte noch einmal besehen und ueberpruefen, in unterschiedliche Richtungen korrigieren, konkretisieren oder differenzieren. Die Medien koennen Nachrichten in Kommentaren spiegeln und dabei vielleicht sogar den Spiegel selbst bemerken und sehen, wie jede Nachricht, wie jede Information immer nur Auswahl und Ausschnitt sein kann. Also bitte, kommentiert!


6 Kommentare zu Sascha Lobos „Klog“: Kommentar zum Kommentar

  • interessanter aspekt, dass ein text durch die kommentaroption grundsätzlich offen bleibt, offen und unvollendet, zumindest der charakter des prozessualen/fragmentarischen, oder wie man das auch immer nennen will, was den text als werk (der nachrichtenmedien oder wem auch immer) in frage stellt.
  • Magdalena am 06.02.2008 15:49
    Interessant ist das Ganze ja schon, vor allem, wenn man es unter dem Aspekt Hypertext betrachtet. Aber ansonsten finde ich das Klog recht belanglos. Ich finde da nimmt sich jemand (Lobo) doch sehr wichtig. Letztlich treiben diese Leute die totale Kommerzialisierung der Blogosphäre voran, oder?
  • ja, mich hat interessiert, dass das konzept >kommentar
  • ...häufiger verwendet wird als man denken könnte. vielleicht auch, dass sich dabei zeigt (krystian), wie texte funktionieren. da hat mir natürlich die klog-idee gefallen: kommentare werden zu posts und umgekehrt. tatsächlich (magdalena) ist das klog inhaltlich gar nicht so interessant. trotzdem hätte ich gerne eines. selbstüberwachung als spaß, hilfe und soziales werkzeug (wie zb last.fm).

    an die kommerzialisierungsfrage habe ich dabei nicht gedacht (da merke ich die macht der kommentare). ich finde werbung in blogs aber nicht verdammenswert und habe auch den eindruck, dass adical das nicht sehr aggressiv angeht. und selbst wenn? würde das das klog irgendwie disqualifizieren?
  • Schockschwerenot. Was denn daran anders ist als das Normale? Jeder Text ist doch nichts anderes als eine Kommentar. Und da kann ich noch so sehr dahinter schreiben: Endegutesstimmtfertig. Das juckt den Rest sehr wenig.

    Und wenn ich mich recht erinnere gab es auch eine lustige Funktion bei anderen Blog, wo man seinen Kommentar wegschmeissen konnte. Der war dann nicht weg sondern wurde eigens im Müll gesammelt.

    "Totale Kommerzialisierung"? Wird wohl kaum gehen. Aber bei den Global Players, ja. Der Rest kann abgeschaltet werden :-(
  • (nachtrag) stefan niggemeier spielt mit uns

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