• Postkarte aus Kapstadt

    Hatte einen guten Flug, wenig Schlaf zwar, aber dafuer ettliche gute Filme! Heute morgen wurde ich dann von meinem Shuttleservice planmaessig um 5.55 Uhr abgeholt. Mein Hostel hatte leider noch nicht offen, daher musste ich es noch zwei Stunden in der Nachbar-Residenz mit Malzkaffe und einem maximalpigmentiertem Gebietszugehoerigen, der mich eher finster musterte (spaeter zum Feierabend hin dann aber doch noch auftaute) aushalten – auf der Terasse durfte ich rauchen und sah die Stadt erwachen. 9 Uhr Check in. Carnival Court. Daraufhin noch zwei Stunden Schlaf. Duschen. Aufbruch; Ticket fuer den Bus nach George an der Central Station kaufen. Eine Odyssee.

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    Was wir bei uns Hauptbahnhof nennen, ist hier ein Basar, bei dem die Zuege eher zur nervenden Nebensache werden, da sie die soulige Musik aus den Bahnhofslautsprechern stoeren. Diese wird ab und zu unterbrochen, um Abfahrtzeiten auf afrikanischem Englisch zu nuscheln. Waere ja nicht noetig, wuerde jemand mal die Anzeigetafel reparieren. Herr Schrank haette seine Freude! Ticketschalter dann doch noch gefunden. Ganz ehrlich: Anzeigetafel hin oder her, der Ticketverkaeufer, der mich mit einem so breiten, freundlichen Laecheln und einem Is every thing fine SIR!? empfaengt, muss in Deutschland erst noch geboren werden!!! Weiterfahrt also geklaert.

    Ab zur Waterfront dem Vorzeigeviertel hier in Kapstadt, am Hafen gelegen. Zu Fuss, zwanzig Minuten quer durch die Stadt, die Lederjacke uebergeworfen. Nicht gerade ein Hawaiihemd an, wie so viele dickbaeuchige Touries in der Stadt mit der zweithoesten Kriminalitaetsrate weltweit. (Ich wollte sie am liebsten auch ausrauben.) Entsprechend gekleidet, wird man hier kaum als nicht einheimisch erkannt. Gut, meine recht dunkle Hautfarbe, vielleicht liegt es auch am unnahbaren Grossstadtblick – danke Berlin, ich habe viel von dir gelernt! Waterfront sehr schoen, aber auch schoen touristisch. Einkaufscenter en masse, gebaut werden noch mehr. Also doch noch mehr Aufschwung?

    Trotzdem irgendwie idyllisch und, Hand aufs Herz, Wohnungen gibt es da! Aussicht: Tafelberg, Kapstadt, Hafen und Meer. Zudem Touristische Attraktionen wie afrikanische Kapellen, Taenzer, Akrobaten und Feuerkuenstler. Und ja, ich bin eindeutig gegen die Apartheid, vorher schon, jetzt noch mehr. Vor allem, wenn ich an all die schoenen dunklen Frauen denke, die ich heute an der Waterfront und auch in Rest-Kapstadt gesehen habe – Wahnsinn! Und so offen, da wurde ich doch glatt auf einem Foto mit einer verewigt, die mit ihrer Klasse oder ihrem Semester[?] unterwegs war. Wir haetten doch lieber ein Gruppenfoto machen sollen. Die sahen alle klasse aus!

    Und nein, ich habe mich nicht darum bemueht, sie haben mich angesprochen. Und ja, ich habe mein Geld noch. Komisch war es irgendwie doch, trotzdem huepfte das Herz als sie sich an mich schmiegte. Danach ging es fuer mich auf eine Segeljacht, Champanger inklusive All you can drink, my friend. Also gut, Dein Wort in Gottes Ohr, mein Freund. Wunderschoen. Die Nachmittagssonne auf dem Gesicht, Kapstadt mit dem Tafelberg, vom Meer aus im Blick, Wahle und Robben neben uns, Champagner im Glas. Ja, ein ueberaus gluecklicher Moment! 12 Euro, Super Angebot! Ein gelungener Tag! Jetzt noch was essen. Danach bei Zeiten ins Bett, morgen geht es um 6 Uhr weiter nach George.


1 Kommentar zu Postkarte aus Kapstadt

  • [...] Kapstadt nach dem WM-Finale gleicht einem einzigen Trauerkloß. Obwohl Südafrika so früh ausschied, war die Euphorie hier im Land bis zum Ende unbeschreiblich. Selbst der Bettler auf der Straße gratuliert mir zum dritten Platz der Deutschen. [...]

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