• Detlef Diederichsen in da Haus

    Headhunter, Bunte-Leser und Musikfans mal aufgepasst: Detlef Diederichsen, auch bekannt als der aeltere Bruder von Pop-Guru Diedrich Diederichsen, hat in der deutschen Hauptstadt einen prestigetraechtigen Posten angenommen. Der ausgewiesene, aber nicht uebermaessig prominente Musikexperte (u.a. Spex) ist seit neustem neuer Bereichsleiter fuer Musik, Tanz und Theater im Haus der Kulturen der Welt. An seinem neuen Aufgabenbereich am HKW reizt ihn besonders, “Musikveranstaltungen realisieren zu koennen, die nicht von den gaengigen Genregrenzen und Formatvorgaben eingeengt werden. Durch die Zusammenarbeit und den Austausch mit den Bereichen Literatur und Kunst lassen sich im HKW ausserdem groessere Themen bearbeiten und Debatten anstossen, wie es fuer gewoehnlich mit reinen Musikveranstaltungen nicht moeglich ist”, so Diederichsen. An dieser Nachricht reizt uns wiederum uns ganz besonders, dass ein so cooler Typ einen solchen Posten in einer so ehrwuerdigen Institution bekleidet. Ein Reizthema koennte kueftig werden, dass immer mehr Leute aus dem Spex-Umfeld der 1980er und 1990er Jahre, in Berlin an die Macht kommen… Christoph Gurk, ehemals Spex-Chefredakteur, heute Dramaturg an der Volksbuehne, ist der wohl prominenteste Praezedenzfall.

  • Duden Open

    Gemeinsam mit seinen Partnern sucht der Dudenverlag wieder talentierte Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten bis 21 Jahre. In insgesamt drei Ausscheidungsrunden werden das Allgemeinwissen der Teilnehmenden sowie ihr Schreib- und Recherchetalent getestet und durch eine renommierte Jury bewertet. Die erste Runde startet am 1. September online auf Duden Open mit einen Fragebogen zur Allgemeinbildung, aehnlich wie auch bei der Aufnahmepruefung einer Journalistenschule. Wer dort zeigt, dass er sich in Politik, Kultur oder Sport auskennt, qualifiziert sich fuer die zweite Runde.

    Dann muessen die Teilnehmenden bis Ende des Jahres einen selbst verfassten Artikel zu einem vorgegebenen Thema an die Duden-Open-Redaktion schicken. Alle eingereichten Beitraege werden von einer hochrangigen Jury bewertet. Die Autoren/innen der zehn bestbewerteten Artikel reisen dann im Mai/Juni 2007 zum grossen Finale und wetteifern bei der Endausscheidung um mehrwoechige Praktika bei verschiedenen Print-, Online- und TV-Medien.

  • Warum bist Du nach Berlin gekommen?

    Es ist die schlichteste und zugleich komplexeste Frage überhaupt: Warum? Berliner Gazette-Autorin Antje Becker stellt zwei Künstler vor, die ihren Kollegen genau die Frage gestellt haben: Warum Berlin? weiterlesen »

  • War Mozart Kritiker des Islams?

    Ich glaube nicht, dass er es war und falls er es doch gewesen ist hat das eigentlich nicht zu interessieren. Denn was gibt irgendeinem das Recht eine Oper namens Idomeneo ab zu setzen, weil sich dadurch Anhaenger des Islams diskriminiert fuehlen koennten. Sollten wir also in Zukunft auch die Presse- und Meinungsfreiheit einschraenken, damit wir bloss keinen Grund mehr liefern um Ziel eines, von fanatischen Moslems durch gefuehrten, terroristischem Anschlags zu sein. Wie weit muss Toleranz und Integration gehen, damit sich Immigranten auch wirklich integriert fuehlen? Man sollte sich nicht die Frage stellen ob man eine 200 Jahre alte Oper ab setzen muss, sondern eher viel eher ob man den Koran, der der seit fast 1400 Jahren die Rolle der Frau herabsetzt, in einer neuen ueberarbeiteten Ausgabe verlegt.

  • Kein Bravo fuer Bikini

    Eine Ausstellung des Pazifik-Netzwerks e.V. und der Pazifik-Informationsstelle www.pazifik-infostelle.org zeigt auf neun grossformatigen Tafeln (bedruckte Stoffbahnen 1,80 x 1,00 m) die fuenfzigjaehrige Geschichte der Atombombentests im Pazifik und springt dabei auf jeder Tafel in ein Jahrzehnt. Des Weiteren klaert sie ueber die aktuelle militaerische Nutzung nuklearer Technologien auf. Wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, wendet sich die Ausstellung insbesondere an Schueler und Jugendliche, dient aber gleichzeitig der Weiterbildung von Erwachsenen. Zum Weitersagen steht ausserdem drin: Sie kann gegen die Erstattung von Porto- und Versandkosten bei der Pazifik-Infostelle ausgeliehen werden.

  • Open Mike

    Am 4. und 5. November ist es wieder so weit: der jaehrlich von der Literaturwerkstatt Berlin www.literaturwerkstatt.org ausgeschriebene deutschsprachige Literaturwettbewerb fuer junge Nachwuchsautoren open mike geht in die Endrunde. In der WABE werden die 18 besten Texte aus der Vorrunde von ihren Verfassern dem Publikum und einer dreikoepfigen Jury vorgestellt.

    Auf Initiative der Crespo Foundation www.crespo-foundation.de, die das Projekt auch finanziell unterstuetzt, wird open mike durch zwei Schreibwerkstaetten erweitert, in denen Jugendliche von ehemaligen Preistraegern begleitet und mit Tipps und munteren Worten versorgt werden. Fuer beide Seiten eine schoene Gelegenheit, die Bande zwischen den Generationen zu knuepfen und Hand in Hand in die Zukunft zu blicken.

  • Andreas aus Deutschland

    Seit ein paar Tagen bin ich zurueck in England und nach meinem sehr kurzem Aufenthalt in Spanien ist es spannend wieder hier zu sein. In the South East, was die englische Bezeichnung fuer das ist, das der Rest der Welt als Great London kennt: ein Netz von relativ kleinen Staedten, das sich von der Hauptstadt hinaus erstreckt. Mitten in dieser Region liegt Oxford, eine Stunde mit dem Zug von London entfernt. Die Stadt ist ziemlich merkwuerdig: Eine Mischung aus historischer Stadt (etwa das westdeutsche Nuernberg) mit ihrem typischen Architekturkitsch und einer provinziellen Stadt (wie beispielsweise so vieles in den Vereinigten Staaten). Die mittelalterlichen Gebaeude erheben sich neben komischen architektonischen Ungeheuern der 1960er und 70er Jahre. Furchtbar!

    Die vielleicht beste Beschreibung dieser Stadt ist jene, die ich irgendwann von einem Bekannten hoerte: …wie ein riesiger Sainsbury’s Supermarkt mit Bibliotheken um sich rum. Es sind aber nicht die Gebaeude, die aus Oxford einen sonderbaren Ort machen. Sondern die Menschen! Es gibt Theorien aller Art darueber, warum die Menschen an dieser Uni ein bisschen beaengstigend sind. Was auch immer der Grund sein mag, Tatsache ist, dass es nicht so viele Orte gibt, an denen man mit jemandem Mittag essen kann, der stolz darauf ist, einen Film ueber die Queen gesehen zu haben. Ich war anfangs ahnungslos. Ein Film… meinst du einen echten Film? ueber die Queen?. Vielleicht bin ich ein bisschen intolerant gegenueber dieser Art Extravaganz, aber eine Begegnung mit jemandem zu erleben, dessen Augen glaenzen, wenn er ueber die Aussagen der Queen schwaermt, gehoert wirklich nicht meinem Alltag.

    Ausser in Oxford natuerlich… Der Typ hat die ganze Zeit ueber die grossartigen Augenblicke des Films gesprochen, der angeblich ein Spielfilm ueber ihre Reaktion auf den Tod einer gewissen Princess Diana ist www.thequeenmovie.co.uk. Beim essen eines unbestimmten Gerichts fuer Vegetarier hatte ich noch Zeit, um ihn zu fragen, was er in Oxford studierte: Er promoviert zum Thema der Musik fuer die Kroenungszeremonien des britischen Koenigshauses seit dem 16. Jahrhundert. Ich konnte kaum vermeiden, mich kaputtzulachen. Ein richtiger britischer Monarchist. Uebrigens, ich habe vergessen zu erzaehlen, dass er Andreas hiess und aus Kassel (Deutschland) kam.

  • Lost in Translation

    What can I say? Mir fehlt manchmal das richtige Wort. Ich habe mich vor kurzem mit Freunden in einem mexikanischen Restaurant getroffen. Unter uns gab es zwei Mexikanerinnen, eine Deutsche, einen Chilenen, und mich, die Deutsche und Amerikanerin. Mit Isabel redete ich hauptsaechlich auf English, manchmal kurz auf Deutsch, mit Ursi meistens auf Deutsch, aber auch kurz auf Englisch, mit Isabels Schwester nur Englisch, mit Rodrigo nur Deutsch, und zur gleichen Zeit nahm ich mir vor, so viel wie moeglich auch die vielen spanischen Ausdruecke mitzubekommen. Zum Glueck haben wir nicht auch noch franzoesisch geuebt. weiterlesen »

  • Transnationales Kulturarchiv

    Wenn in deutschen Medien von Sprache und Globalisierung die Rede ist, geht es zumeist um die wachsende Dominanz des Englischen. Doch auch im Bereich der Sprache gilt, was Globalisierung im Ganzen charakterisiert, naemlich ihre gleichzeitige Tendenz zu Homogenisierung und Heterogenisierung, zur Vereinheitlichung und zur Ausdifferenzierung und Neuvermischung. Diese Tendenzen existieren gleichzeitig, ohne sich deshalb jedoch gegenseitig aufzuheben oder sich auszugleichen. Was dabei herauskommt, ist ein Spannungsfeld asymmetrischer Entwicklungen, an der auch die deutsche Sprache teilhat. weiterlesen »