• „Multitudes“: Das Magazin der neuen Netzwerke

    Multitudes ist ein Magazin im Zeitalter der Multitude – den neuen Netzwerken der Menge – des Internets, der Globalisierung. Der Künstler Ludovic Burel arbeitet dort als Bildredakteur.

    Unsere transnationale Redaktion gibt Multitudes dreimal im Jahr heraus, betreibt einen Newsletter zur Verbreitung ueber das Netz und kuemmert sich um die Internetseite.

    Multitudes identifiziert sich mit der weltweiten, informellen Bewegung um Toni Negri und Michael Hardts Buch Empire und nimmt daran teil. Wir wollen kreativ in diese intellektuelle Debatte eingreifen. Wir wollen politisch, strategisch und philosophisch Perspektiven des Wandels und der sozialen Befreiung herbeifuehren. Gleichzeitig ist Multitudes ein Magazin, das sich im Sinne von Foucault der Kehrseite der Politik zuwendet. Denn dort findet sich genau das, was die subversive Ladung der sozialen Bewegungen ausmacht.

    Mit der zweiten Ausgabe hat Multitudes sein Aussehen gewandelt. Unser neues Konzept behaelt zwar das DINA5 Heftformat bei, die Anzahl der Bilder wurde jedoch verdoppelt. Moeglich macht das die neue Anordnungsmethode von unserem Grafiker Regular, der alle Visuals systematisch auf den Seiten gegenueber den Titelseiten der Artikel platziert.

    Einander gegenuebergestellt korrespondieren Bilder und Titel. Damit wir dabei nicht in die Falle einer illustrativen Logik tappen, ist es fuer uns wichtig, dass unser Bildmaterial eine von den Beitraegen unabhaengige Thematik verfolgt. Die Autonomie der Abbildungen wird zusaetzlich dadurch verstaerkt, das kein Text sie kommentiert, ausser in Form einer Legende mit Quellenangaben und Ergaenzungen am Ende des Magazin.

    Genauso wichtig war es fuer uns mit groesster Genauigkeit die Verbindung zwischen unserem Konzept von Multitudes und unserer Arbeit an dem Magazin offen zulegen. Deshalb verfolgen wir keine monographische, sondern eine heterographische Logik. Wir stellen nicht mehr ein Kuenstlersubjekt dar wie zuvor, sondern Subjektivitaeten unterschiedlichster Couleur. Wir suchen ganz verschiedene Dokumente zusammen, die online oder offline zu finden sein koennen. Die Bildrecherche laeuft demnach als ein unendlich teleskopischer und assoziativer Prozess ab. Halb zufaellig, halb bewusst.

    Ein weiterer erwaehneswerter Wandel findet sich in den Schluesselwoertern, die kuenftig alle unsere ikonischen Rubriken strukturieren sollen. Dabei verwenden wir vor allem Begriffe, die vom kollektiven Unbewussten abgelehnt werden. So wie auch der Titel Multitudes eigentlich Negative in der Philosophie der traditionellen Politik besetzt – es wird von der niedertraechtigen Multitude/Menge gesprochen – geht es uns darum diese Konzept positiv aufzuladen.

    Wir haben zum Beispiel versucht das Wort Bug, das normalerweise immer im Zusammenhang mit dem Computer verstanden wird, mit der langen Geschichte des Informellen, des Formlosen, wie Bataille es 1930 in seiner Zeitschrift Documents verstand, zu verbinden. Unsere Auseinandersetzung mit dem Wort Bug verlaeuft dabei quer durch d e Arbeiten von Kuenstlern und Wissenschaftlern ­ genauso wie die Multitude, der Ausdruck der Vielen, des Unbenennbaren, des fundamental Heterogenen und Hybriden ist.


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