• Medienkunst erledigt? Antwort #1

    Was ist nur los mit der Medienkunst? Keiner weiss, was das eigentlich ist, und doch wird sie zumindest einmal jaehrlich zu Grabe getragen, und zwar dann, wenn in Berlin die Transmediale gerade mal wieder ihre Tore geschlossen hat. Da stellt sich zum x-ten Male die Frage, wie Medienkunst ueberhaupt definiert wird, wenn einer lokalen Veranstaltung unterstellt werden kann, sie koenne existenziellen Einfluss auf ein globales Phaenomen ausueben, welches den Namen Medienkunst traegt. Die Fragestellung ist weder schmeichelhaft fuer die Medienkunst, noch die Transmediale als deren Totengraeber. Es wirkt reichlich laecherlich, wenn man betrachtet, was waehrend des Festivals als Medienkunst praesentiert worden sein soll.

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    Bild: Norbert Bayer

    Als Festival digitaler Kultur ist die Veranstaltung genau dem Massenphaenomen der Mittelmaessigkeit und Beliebigkeit verpflichtet, dabei steht das Festival nicht allein da, sondern findet sich in einer Reihe von Veranstaltungen aehnlicher Art weltweit wieder, insofern ist niemandem etwas vorzuwerfen. Welches Festival man auch immer besucht, das haarstraeubende Mittelmass ist in der praesentierten Massierung in der Tat toedlich, und vielleicht haben diese Art von Veranstaltungen in der Tat einen schaedlichen, ja zerstoererischen Einfluss auf die Wahrnehmung von Kunst bzw Medienkunst, auch weil der Begriff, fast beschwoerend, bis zum geht nicht mehr, ausgeschlachtet wird. Leidtragende sind all diejenigen, die sich ernsthaft mit dem Genre befassen oder sich gar kuenstlerischen Exzellenz verpflichtet fuehlen.

    Sie haben auf solchen Veranstaltungen keinen Platz, und falls doch einer mal dabei sein sollte, geht er in dem undefinierbaren Einheitsbrei sang- und klanglos unter. Dasselbe gilt fuer die zahlreichen Veranstaltungen, die im Rahmenprogramm irgendwo stattfinden. Da stellt sich schon die Frage nach dem Sinn, wenn eine solche Veranstaltung im Sinne der Sache eher kontraproduktiv wirkt und Mittelmass foerdert, anstatt zu besonderen Leistungen zu motivieren oder Schaufenster dessen zu sein. Vielleicht liegt das ja aber im Trend des Publikumsgeschmacks oder bestimmter Ideologien. Vielleicht sollte man dann aber auch darauf verzichten, den Begriff Kunst weiter zu strapazieren.


1 Kommentar zu Medienkunst erledigt? Antwort #1

  • mork vom ork am 18.05.2007 10:17
    Mittelmass? Damit kann nur die koelsche Subventionskunst eines Agricola von Cologne gemeint sein! Dessen "besondere Leistung" besteht bekanntlich vor allem darin, jede verfügbare Plattform mit seinen Elaboraten vollzumüllen... "Kunst" ist das in gewisser Weise schon.

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