• Mathe im Stehen

    Die Unis fungieren wie Fluggesellschaften. Seit der Aufhebung der urspruenglichen Funktion der ZVS muessen Universitaeten ueberbuchen um einem Studentenmangel vorzubeugen; der Betrieb muss ja wirtschaftlich sein. Studieninteressierte bewerben sich bei zehn, teilweise sogar bei 100 Unis, bekommen vielleicht 50 Prozent Zusagen und entscheiden sich dann fuer die nach ihrem Befinden beste.

    Zu bloed, wenn sich ueberdurchschnittlich viele fuer ein und die selbe entscheiden. Denn dann kann das Institut die Leute nicht mehr rausschmeissen und muss zusehen, eine Loesung gegen zer-berstende Hoersaele zu finden. Dieser Aufgabe scheint zumindest die Universitaet Potsdam nicht gewachsen zu sein.

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    Als Ersti fuehle ich mich alleingelassen. Wenn man sich durch den Wust der organisatorisch sehr unvorteilhaften Kursbuchungsmoeglichkeiten im Internet durchgeschlagen hat, muss man feststel-len, dass man sich fuer den Grossteil der Kurse nicht mehr anmelden kann – wegen Kapazitaetenmangel. Und das obwohl man voll in der Frist liegt. Das Szenario bei Uebungen und Tutorien, die dafuer gedacht sind in kleinen Gruppen Fragen stellen zu koennen, sieht nicht anders aus als in den Lesungen. Zu dieser Lernatmosphaere kommt die Sorge hinzu, nicht in der vorgegebenen Regelstudienzeit fertig zu werden. Dies koennte fuer einige Studenten sogar bedeuten den Anspruch auf Bafoeg zu verlieren. Alles in allem also eine Stresssituation fuer die Uni aber insbesondere fuer den Studenten der darunter zu leiden hat.

    Hat sich durch die BA-Reform gar nichts geaendert? Doch, das Studium wurde verschult; sonst nichts. Die Uni steht, wie eine Fluggesellschaft bei Ueberbuchung, wie der Ochs vorm Berg und weiss sich nicht recht zu helfen. Was kann man dagegen tun in einer anderthalbstuendigen Mathevorlesung stehen zu muessen? Ich weiss es nicht! Man sollte doch eigentlich denken, dass so grosse und wichtige Apparate wie Bildungsinstitutionen eine Loesung parat haetten. Fehlannahme. Da bleibt einem als Student nichts anderes uebrig als entweder auf eine leerere Uni zu wechseln oder sich bescheinigen zu lassen, dass man nicht aus eigenem Verschulden seine Leistungspunkte nicht zeitlich genug erreicht. Man muss damit spekuliert, dass die Haelfte der Kommilitonen abbricht oder wechselt. Also auf bessere Zeiten hoffen.


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