• Das schoene Leben

    Schon vor Wochen hatte meine Freundin Ilse eine konspirative E-Mail an mich geschickt: Wann hast du Zeit ins Kino zu gehen? HSM 3 kommt immer nur am Nachmittag! (Fuer alle die ueber 14 sind: HSM ist die Abkuerzung fuer High School Musical.) An einem kalten Dezembernachmittag eisten wir uns dann von den laestigen Aufgaben eines Semi-Erwachsenen- lebens los und sollten in die Welt der Wild Cats, ersten Kuesse, Synchrontaenze und endlos weissen Zaehne eintauchen!

    An der Kinokasse ueberkamen mich Zweifel: Wir koennten auch Karten fuer eine andere Nachmittagsvorstellung kaufen und uns dann ins Kino schleichen, dachte ich.

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    Nichts da! Kleinlaut bestellten wir zwei Karten fuer den Film. Die Kassiererin verzog keine Miene. Doch hinter uns hoerten wir ein Kichern. Zwei Maedels, um die 15, mit ziemlich glitzernden Klamotten, freuten sich tierisch, nicht die einzigen (und aeltesten) Besucherinnen zu sein. Wir versorgten uns mit Popcorn, Cola und Nachos und traten den Weg in den Kinosaal an. Und tadaa! Wir waren nicht die Ältesten! Eine Mutter (bestimmt schon Ende 30!) sass mit ihren Toechtern im Kino. (Okay, sie hatte eine gute Ausrede, wegen den Kindern – egal!).

    Nach 24 Trailern fuer Disney-Filme ging es endlich los! Ich gab Ilse eine kurze Einfuehrung in die Materie (Ich gebe es zu: Teil 1 und 2 habe ich auf DVD gesehen) und dann waren wir ganz da fuer Troy und Gabriella, Ryan und Sharpay und wie sie alle heissen. Die Handlung des Films erklaert sich eigentlich schon durch den Titel: Es geht um das Abschlussjahr von ein paar High School-Schuelerinnen und Schuelern. Wichtige Entscheidungen stehen an, erste Romanzen zerbrechen wieder und alle fuenf Minuten wird gesungen und getanzt. HSM ist Disney pur. Das schoene Leben mit Zuckerglasur.

    Wir haben uns auf der Stelle in Troy (Zac Efron) verliebt und fieberten mit, bei den schwierigen Entscheidungen, die er treffen musste. Am Ende bekommt er natuerlich alles unter einen Hut: Das Maedchen, die Musik und den Sport.

    Schon nach einer halben Stunde war ich total fertig vom hysterischen Schreien, das irgendwie von den anwesenden Teenies auf mich uebergriff. Ich kreischte beim ersten Auftritt von Zac, beim ersten Laecheln, als er seine Freundin kuesste, als sie im Sommerregen auf der Dachterrasse tanzten usw. Bei den eingaengigen Songs konnten wir nach einer Minute lauthals mitsingen und als die halbstarken Jungs ein paar Reihen vor uns ueber die romantische Stimmung lustig machten, fauchte ich ein Schnauze! durch den Saal. Alles schoen!

    Dass Ilse und ich eventuell vielleicht doch nicht die Zielgruppe des Films waren, merkten wir an den Stellen mit Koerperkontakt zwischen den Hauptfiguren Troy und Gabriella. Die unschuldigen Disney-Kuesse (ohne Zunge) haetten von uns auch mit ein bisschen mehr Koerperaction garniert sein koennen. Immerhin hat Zac Efron einen superdurchtrainierten Koerper! Gut, mussten wir uns dann dazu denken.


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