Nach Jahresschwerpunkten zu den Themen Arbeit, Sprache, Zeit, Gemeinschaft und Wasser, beschäftigen wir uns auch in diesem Jahr mit einem der wichtigsten Gemeingüter unserer Zeit: BILDUNG (hier zum Editorial).

Wir laden ProjektemacherInnen aus allen Sektoren der gesellschaftlichen Innovation ((Sub-)Politik, Ökonomie, Technologie, Kunst, Wissenschaft, etc.) dazu ein, Antworten auf unsere Leitfrage zu geben: Wie können wir uns immer weiter bilden ohne lebenslang lernen zu müssen? Die Interviews werden hier als Protokolle veröffentlicht: nur die Antworten bleiben stehen, die Fragen fallen weg.

Parallel dazu entwickeln wir in Kooperation mit diversen Institutionen und Initiativen Bildungsangebote.
  • Von Facebook ins Feuilleton


    Zuerst ein Geständnis: Ich liebe das Internet und Facebook ist mein liebstes Spielzeug. Doch eines kann das Netz nie vollständig ersetzen: Die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Ich lerne nur im Umgang mit realen Menschen. Ich lerne aus dem Zusammenspiel ihrer Gestik und Mimik, ich lerne aus der Schnelligkeit, mit der unser reales Gespräch im Gegensatz zum textbasierten Chatten vonstatten geht. weiterlesen »

  • Leise, zäh und unvorzeigbar

    Es ist schwierig in der deutschen Sprache eine Bezeichnung für kritische Formen des Lernens und der Wissensproduktion zu finden, ohne sich dabei zahlreiche Problemfelder aufzuhalsen. Der Begriff der Erziehung erzählt eigentlich bereits im wörtlichen Sinn viel von seiner Geschichte als Herrschaftstechnik und Instrument der Disziplinierung. Während Antonio Gramscis Überlegungen noch mit diesem Begriff übersetzt wurden, erscheint er heute (vielleicht auch nach seiner Funktion in der Nazipädagogik) eher diskreditiert. weiterlesen »

  • Hacker im Bildungssystem

    Ich bekam mal den Auftrag, für Grundschüler in Playas de Rosarito, in Mexiko einen Workshop zu leiten. Ich konzentrierte mich auf kreatives Schreiben, benutzte aber auch audiovisuelle Medien und Theatertechniken um die Kinder im Alter von neun bis elf Jahren zu inspirieren. Das war ziemlich hart, weil ich selbst erst 21 und als Pädagoge noch unerfahren war. Ich fuhr mit dem Skateboard zur Schule. Der Schulleiter und der Co-Rektor besuchten manchmal meine Klassen, weil sie mir und meinen Techniken misstrauten. weiterlesen »

  • Modell Autodidakt

    Leider kann man sich Lehrern nicht entziehen. Sie sitzen am längeren Hebel, verteilen Zensuren und geben – im real existierenden Sozialismus – die ideologische Schlagzahl vor. Also wenn mich Lehrer positiv geprägt und dazu animiert haben, eigenständig zu lernen, dann vor allem die einfühlsameren, mütterlichen Lehrerinnen. weiterlesen »

  • Die Kraft der Irritation

    Wenn ich lernen könnte, was ich wollte, ganz ohne ökonmischen Druck, dann wäre das Chinesisch. Eine Sprache = eine Welt. Ein echtes Lebenszeitprojekt. Vor allem die Schriftzeichen. Was ich ebenfalls gern lernen möchte: Zeichnen. Dinge festhalten auf dem Papier. Farben finden, die wiedergeben, wie ich die Dinge wahrnehme – was sich leichter anhört, als es ist.

    Doch handelt es sich dabei eigentlich um “lernen” oder “sich bilden”? Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen? weiterlesen »

  • Humboldt entzaubern

    Bei der ZEIT zu arbeiten, ist für mich wie ein Studium generale mit ziemlich vielen SWS und einer echt guten Student-Faculty-Ratio. Die Kollegen dort haben nicht nur eine Leidenschaft für Journalismus, sondern eine Leidenschaft für zwei, fünf oder noch mehr Themen. In Konferenzen ist das spürbar, aber auch in den vielen Gesprächen untereinander. weiterlesen »

  • Suchen, spielen, lernen: Erinnerungen an eine Zukunft jenseits von Google

    Vor dem Siegeszug von Google hatte Suchen im Netz etwas Abenteuerliches. Es war eine Mischung aus Spielen und Lernen. Der Netzpionier und Medientheoretiker Konrad Becker blickt zurück und nach vorn. weiterlesen »

  • Auf der Halfpipe des Wissens

    Lernen ist immer spezifisch und hat einen konkreten Zweck. Der lernintensivste Ort ist die Schule. Jedem Schüler wird dort möglichst viel Kurzzeitwissen vermittelt. Meist mit einem konkreten Zweck: Mit angelerntem Biologiewissen etwa lässt sich eine Klausur bestehen. Auf lange Sicht wird dieses Wissen wieder abgelegt. weiterlesen »

  • Freiwillig unfreiwillig lernen

    Zunächst einmal ist der Unterschied zwischen lernen und sich bilden nicht sehr groß. Beides kann absichtlich und unabsichtlich geschehen. Beides kann man zuweilen erst feststellen, wenn es bereits zu spät ist, also nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

    Ich glaube, ein entscheidender Unterschied liegt darin, dass “sich bilden” ohne das Reflexivpronomen nicht funktioniert. Bei der Bildung läuft die Referenz auf denjenigen, der sich bildet, mit. Das gibt der Sache den Akzent, es bis zu einem gewissen Punkt mit einer Entscheidung zu tun zu haben (jenseits dieses Punkts verweist Bildung nach wie vor auf etwas Transzendentes). Lernen hingegen kann automatisch geschehen, ohne Beteiligung einer Selbstbeobachtung. weiterlesen »