MEDIENKRITIK
Glauben wir den Medien nicht mehr? Ein Vertrauensverlust wird jedenfalls allenthalben beschworen. Meistens von den Medien selbst – begleitet von unablässiger Selbstreflexion und gegenseitiger Beobachtung. Dabei erleben wir gerade nicht nur eine Krise der Medienhäuser, sondern auch eine Krise jener Leute, die Medien konsumieren. "Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben wissen, wissen wir durch die Massenmedien.", schrieb der Soziologe Niklas Luhmann. Jetzt, da der Zauber nicht mehr zu funktionieren scheint, müssen wir uns aufrappeln und fragen: Wem gehören die Massenmedien? Welche Interessen vertreten sie? Wie konstruieren sie unsere Realität? Was für Deutungsmuster und Denkverbote gibt es? Was ändert sich durch das Aufkommen sozialer Medien? Und last but not least: Welche Rolle sollten wir, die vermeintlichen Konsumenten, in diesem Zirkus spielen?
  • 7 Thesen zum Erdbeben in Japan: Live-Internet, Crowdsourcing und der Disaster-Capitalism-Complex

    Seit dem Aufkommen der global-vernetzten Finanzwirtschaft und dem Aufstieg Tokios zur Bankenmetropole von Weltrang, geht ein Gespenst im Westen um: Wenn das Inselreich Japan im Zuge einer tektonischen Katastrophe vom Ozean verschluckt wird, dann zieht es den Rest der (mit ihr vernetzten) Welt mit runter. In Zeiten des Live-Internet muss die Frage der gegenseitigen Abhängigkeit neu gestellt werden. Denn aus mehr oder weniger passiver Anteilnahme wird potenziell aktive Teilnahme am informationsbasierten Live-Geschehen. : Sie sollte nicht nur auf Finanzen reduziert werden, sondern unsere Verantwortung zur Diskussion stellen. Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki hat dazu fünf Thesen aufgestellt. Alle Leserinnen und Leser sind hiermit eingeladen, die Thesen über den Kommentarbereich des Texts zu erweitern. Auf diese Weise entsteht im Zeichen des kollaborativen Prozess-Journalismus ein neues, aktualisiertes Thesenpapier – alle Veränderungen werden markiert und mit Verweisen auf Quellen im Kommentarbereich verlinkt. Update 1) schwarz, fett markiert, 12.3., 18 Uhr; Update 2) blau, fett markiert, 14.3., 12:45 Uhr; Update 3) braun, fett markiert 15.3., 16 Uhr/19 Uhr; Update 4) grün, fett, 18.3., 7 Uhr, These 0.1. & 6.1. weiterlesen »

  • Geheminiskulturen: Wired, WikiLeaks und Bradley Mannings Chat mit Adrian Lamo

    Im Jahr 2011 jährt sich 9/11 zum zehnten Mal. Das gibt zu denken: Werden die Auswirkungen der WikiLeaks-Enthüllungen analog zu den Auswirkungen sein, die vor zehn Jahren die Terror-Attacke auf das WTC hatte? Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki geht dieser Frage nach. Die in Bedrängnis geratenen Freiheiten und Rechte der Presse- und Internetkultur im Blick, untersucht er zwei Fixpunkte der Szene: Neben dem Hacker Adrian Lamo, rückt vor allem das Technologie-Magazin Wired in den Fokus. weiterlesen »