Die oft unbehausten Unterschichten der Mongolei – nomadische und halbnomadische Völker – sind in mehrfacher Hinsicht von der Gewalt der kolonial-kapitalistischen Entwicklung betroffen: Sie werden im Namen der Ausbeutung des ‚mineralischen Reichtums‘ ihres Landes, ihrer Ressourcen etc. beraubt (und damit ihrer Selbstversorgung) und den daraus resultierenden ökologischen Schäden ausgesetzt, etwa der Umweltverschmutzung. Letztere wird sogar als Waffe gegen sie mobilisiert, wenn die Wohnung sowohl als Rückzugsort vor Umweltbelastungen als auch als Mittel zu deren Überwindung propagiert wird, etwa durch die Privatisierung der Sorge um die persönliche Umwelt. In ihrer Lecture Performance bei der „Pluriverse of Peace“-Konferenz am 16. Oktober, zeichnete Shuree Sarantuya die verschiedenen Wege der Umweltkriegsführung gegen Nomad*innen nach und beleuchtet deren Kämpfe.
Shuree Sarantuyas Lecture Performance bestand aus dem oben gezeigten Video, das sie für die „Pluriverse of Peace“-Konferenz erstellt hat. Der zugrunde liegende Vortrag basiert auf Sarantuyas Beitrag zur „Pluriverse of Peace“-Textserie. Der Eröffnungstag der BG-Konferenz „Pluriverse of Peace“ fand in Zusammenarbeit mit dem ICI Berlin statt.