SIGNALS · Ausstellung „The Snowden Files in Art, Media and Archives“ · kuratiert von Magdalena Taube und Krystian Woznicki · DIAMONDPAPER Studio · Köpenicker Straße 96, Berlin · 9.12.–11.1.2017

SIGNALS ist das erste Projekt, das sich kritisch mit Künstler*innen auseinandersetzt, die nicht nur auf die von Whistleblower Edward Snowden geleakten NSA-Dokumente reagieren, sondern tatsächlich mit ihnen arbeiten. Es reflektiert darüber, wie Künstler*innen diese Dokumente als Ausgangsmaterial nutzen und sie durch die Schaffung unterschiedlichster Werke in Gemeingut verwandeln. Die Ausstellung/Bücher enthalten Beiträge von Zeljko Blace (CRO), Andrew Clement (CAN), Naomi Colvin (GBR), Simon Denny (NZL), Christoph Hochhäusler (GER), Evan Light (CAN), Geert Lovink (NED), M.C. McGrath (USA), Henrik Moltke (DEN), Deborah Natsios (USA), Julian Oliver (NZL), Trevor Paglen (USA), Laura Poitras (USA), SAZAE bot (JPN), Stefan Tiron (ROU), University of the Phoenix (CAN), Maria Xynou (ESP) und John Young (USA).
I. ViDEOS
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Mehr InformationenSimon Denny (Künstler)
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Mehr InformationenZeljko Blace (Künstler)
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Mehr InformationenMax Haiven/Cassie Thornton (Kunstkollektiv)
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Mehr InformationenDeborah Natsios/John Young (Aktivist*innen)
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Mehr InformationenAndrew Clement (Forscher)
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Mehr InformationenEvan Light (Künstler)
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Mehr InformationenNaomi Colvin (Aktivistin)
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Mehr InformationenM.C. McGrath (Programmier)
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Mehr InformationenMaria Xeynou (Forscherin/Aktivistin)
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Mehr InformationenChristoph Hochhäusler (Regisseur)
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Mehr InformationenJoseph Vogl (Philosoph)
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Mehr InformationenGeert Lovink (Forscher/Aktivist)
II. AUSSTELLUNG
Ziele
Der Titel lehnt sich an die Praxis der Geheimdienste an: Diese bezeichnen jede Art von Kommunikation als ‚Signal‘ und sammeln und analysieren diese ‚Signale‘ in großem Umfang. Die Ausstellung übersetzt dies in die Sprache der Kultur, in der die Welt in Form von ‚Signalen‘ kodiert und dekodiert wird, die von politischen und wirtschaftlichen Kontexten geprägt sind. Die Ausstellung ist in zwei Bereiche unterteilt: Frontend und Backend. Diese Begriffe bezeichnen einerseits computergestützte Benutzeroberflächen, andererseits Datenbanken, die hinter diesen Oberflächen liegen. Das Backend strukturiert die Möglichkeiten des Frontends, z. B. durch die Überwachung aller Interaktionen und die Nutzung dieser Daten zur Vorhersage zukünftiger Nutzungen. All dies bleibt für die Nutzer*innen undurchsichtig. Die Ausstellung kehrt diese Verhältnisse um und verkompliziert sie.
Frontend
Das Frontend der Ausstellung SIGNALS präsentiert ein repräsentatives Spektrum an Aneignungen der Snowden-Dokumente in den Bereichen Kunst, Medien und Archive. Auf diese Weise gewährt der vordere Teil Einblicke in Prozesse und Infrastrukturen, die normalerweise im Verborgenen bleiben: z. B. die Kooperationen zwischen Sicherheitsdiensten und kommerziellen Webdiensten, das Netz aus Unterseekabeln, das die ‚Cloud‘ tatsächlich ausmacht, die diskursive Konstruktion quantifizierter Bürger*innen usw. Die Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden werden im Frontend der Ausstellung nicht einfach dokumentiert; stattdessen erscheinen sie durch verschiedene Formen der Aneignung transformiert: als Kunstwerke, als Archivmaterial, als zweifelhafte Medienquellen.
Backend
Der Backend-Bereich der Ausstellung wirkt wie eine offene Beteiligungsplattform. Die Ausstellung erscheint unvollendet und konfrontiert die Besucher*innen mit der Frage, wie sie zur Ausstellung beitragen und das eigentliche Werk erweitern können. Der Backend-Bereich bietet Möglichkeiten zur Arbeit mit den Snowden-Dokumenten. Auf diese Weise stellt er das Potenzial der prekären Dokumente zur Diskussion. Material, Werkzeuge, Workshops und Kunstwerke bieten Möglichkeiten, die Dokumente und ihr ‚geheimes Wissen‘ in Mittel der politischen Kommunikation zu verwandeln. Gleichzeitig wecken zusätzliche Materialien wie Zeitungsausschnitte oder Zitate aus Filmen Zweifel – nicht zuletzt an den gesellschaftspolitischen Konsequenzen aller bisherigen Arbeiten mit den Snowden-Dateien.
II. Events + BÜCHER
Programm
Das Ausstellungsprogramm wird durch Veranstaltungen wie Vorträge, Performances und Workshops ergänzt. Darüber hinaus vertiefen zwei Publikationen die dialektische Frontend/Backend-Erzählung der Ausstellung. Beide Bücher erscheinen in englischer Sprache bei DIAMONDPAPER. Veranstaltungsorte: Die Buchvorstellung am 09.11. findet in der Buchhandlung Walther König an der Museumsinsel, Burgstraße 27, 10178 Berlin, statt. Alle weiteren Veranstaltungen finden im DIAMONDPAPER Studio, Köpenicker Straße 96, 10179 Berlin, statt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Events
09.11. um 19 Uhr: Buchvorstellung von „A Field Guide to the Snowden Files“ mit Christoph Hochhäusler. 12.09. um 18 Uhr: Ausstellungseröffnung mit Zeljko Blace, Stefan Tiron und weiteren Künstlern der Ausstellung. 13.09. um 18 Uhr: Workshop mit Naomi Colvin & Evan Light. 25.09. um 18 Uhr: Gespräch mit Max Haiven & Joseph Vogl. 26.09. um 18 Uhr: Finissage mit einer Performance von Sazae Bot, einem Gespräch mit Andrew Clement & Simon Denny. 01.11. um 19 Uhr: Besondere Abschlussperformance von University of the Phoenix. Alle Veranstaltungen – mit Ausnahme der Buchvorstellung am 11. September – finden im DIAMONDPAPER Studio statt.
Bücher
“A Field Guide to the Snowden Files. Media, Art, Archives. 2013-2017”, herausgegeben von den Ausstellungskurator*innen Magdalena Taube und Krystian Woznicki, versammelt erstmals eine repräsentative Auswahl von Künstler*innen, die sich mit den Snowden-Akten auseinandersetzen. Das Buch können Sie hier bestellen. „Fugitive Belonging“, verfasst von Krystian Woznicki, beleuchtet den breiteren gesellschaftspolitischen Kontext hinter den Enthüllungen von Snowden durch eine Kombination aus Fotografie und Theorie. Das Buch können Sie hier bestellen.
III. Info

Veranstalterin
Die BG | berlinergazette.de hat sich von Anfang an mit den Snowden-Enthüllungen beschäftigt. Unter dem Motto ‚Snowden Commons‘ hat sie mehrere kritische Initiativen ins Leben gerufen, die darauf abzielen, das demokratische Potenzial der Enthüllungen zu erforschen und auszubauen. Als gemeinnütziges und überparteiliches Team aus Journalist*innen, Forscher*innen, Künstler*innen und Programmierer*innen analysiert und erprobt die BG neue kulturelle und politische Praktiken. Seit 1999 wird die BG | berlinergazette.de unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht – mit mehr als 900 Mitwirkenden aus aller Welt. Zudem organisieren wir Symposien, Ausstellungen und geben Bücher heraus. Senden Sie Vorschläge an: info(at)berlinergazette.de. Besuchen Sie unsere Website http://berlinergazette.de
Ort + Öffnungszeiten
Der unabhängige Kunst- und Theorieverlag DIAMONDPAPER wurde Anfang der 2000er Jahre mit dem Ziel gegründet, einen gemeinsamen Raum zu schaffen, in dem wichtige künstlerische Positionen und kritisches Denken zusammengeführt werden. Seit Herbst 2015 betreibt er einen Ausstellungsraum in der Köpenicker Straße 96 in Berlin. Der öffentlich zugängliche und zur Straße hin offene Ort liegt an der Grenze zwischen Mitte und Kreuzberg und soll als Schaufenster für die ‚Bucharbeiten‘ dienen, die im hinteren Teil des Gebäudes entstehen. Die Öffnungszeiten der SIGNALS-Ausstellung sind: 12. bis 26. September 2017, dienstags bis samstags von 12 bis 18 Uhr und im Oktober nur nach Vereinbarung, vorzugsweise für Gruppen und Schulklassen.
Finissage
Die Ausstellung veranstaltet am 1. November um 19 Uhr eine besondere Abschlussveranstaltung: eine abschließende Führung durch die Ausstellung, gefolgt von einer Performance der University of the Phoenix (Anmeldung bitte bis zum 25. Oktober unter mt(at)berlinergazette.de). Die Veranstaltung findet im Rahmen der BG-Jahreskonferenz – FRIENDLY FIRE Failed Citizens or Failed States?– die vom 2. bis 4. November 2017 im ZK/U stattfindet, statt.
Fotodokumentation
Der Veranstaltungsort, die Kunstwerke, die Gäste, die Vorträge und Workshops, die Ausstellungsführungen, die Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen – viele wertvolle Momente des SIGNALS-Projekts wurden fotografisch festgehalten. Die Fotos wurden von Mitglieder*innen des BG-Teams aufgenommen, darunter Leonie Geiger, Norman Posselt, Andi Weiland und Krystian Woznicki. Die Fotos finden Sie in diesem Flickr-Album.
Buchvertrieb
Die beiden SIGNALS-Bände sind über DIAMONDPAPER (http://diamondpaper.de) sowie in Buchhandlungen wie pro qm, Walther König, b books und Motto Books in Berlin erhältlich. Der internationale Vertrieb wird von Anagram Books organisiert.
Förderung
Das Projekt SIGNALS wurde vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. Es wird von der für Kultur zuständigen Senatsverwaltung des Landes Berlin verwaltet, die wiederum vom Land finanziert wird.