Anti-Natalismus: Warum sich immer mehr Menschen dafür entscheiden, keine Kinder zu bekommen

Immer mehr Frauen und Männer entscheiden sich bewusst gegen Kinder, weil sie ihr Glücksempfinden gefährdet sehen. Diese Haltung wird als Antinatalismus bezeichnet und in der Gesellschaft gern ignoriert oder verdrängt. Doch es lohnt sich, das Thema nüchtern und reflektiert anzugehen. Der Philosoph und Berliner Gazette-Autor Patrick Spät blickt auf die Geistesgeschichte des Antinatalismus. Ein Streifzug.

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“Man muss die Menschen bei ihrer Geburt beweinen, nicht nach ihrem Tode”, meinte der französische Philosoph Montesquieu. Harte Worte, die an ein Tabu rühren: Dürfen wir es bereuen, Kinder gezeugt zu haben? Dürfen wir gar fordern, erst gar keine in die Welt zu setzen?

Einige mögen mit Kindern ihre “Selbstverwirklichung” und ihr Lebensglück erlangen, andere erblicken in den kleinen Gören ihr Unglück. So zum Beispiel jene israelischen Mütter, die 2015 für einen weltweiten Eklat sorgten, weil sie öffentlich kundtaten, dass sie es bereuen, Kinder auf die Welt gebracht zu haben.

Regretting Motherhood

Anlass war eine Studie der israelischen Soziologin Orna Donath, in der Mütter solche Dinge sagten wie: “Seit den ersten Wochen nach der Geburt habe ich die Entscheidung bereut. Eine Katastrophe. Sofort habe ich gemerkt: Das ist nichts für mich. Mehr noch: Es ist der Albtraum meines Lebens. Ich wollte keine Mutter sein.”

Die Studie stieß auf ein breites Medienecho, weltweit twitterten Mütter unter dem Hashtag #regrettingmotherhood, dass sie den vermeintlichen Kindersegen ebenfalls als Fluch empfänden.

Früher hatte man einfach Kinder, heute werden sie mehr und mehr zu einer bewussten Entscheidung. Dementsprechend prophezeite Sigmund Freud 1898, es wäre “einer der größten Triumphe der Menschheit, eine der fühlbarsten Befreiungen vom Naturzwange, dem unser Geschlecht unterworfen ist, wenn es gelänge, den verantwortlichen Akt der Kinderzeugung zu einer willkürlichen und beabsichtigten Handlung zu erheben, um ihn von der Verquickung mit der notwendigen Befriedigung eines natürlichen Bedürfnisses loszulösen.”

Der Traum wurde Wirklichkeit: 1912 gab es die ersten nahtlosen Gummikondome, 1930 die ersten aus Latex, 1960 schließlich kam die Antibabypille. Die Freuden des Sex und das Kinderkriegen lassen sich mittlerweile also entkoppeln; einzig die Frage – vielleicht eine der wichtigsten in unserem Leben – bleibt bestehen: Kinder, ja oder nein?

Mutterschaft als kulturelles und historisches Konstrukt

Für Orna Donath ist Mutterschaft vor allem ein “kulturelles und historisches Konstrukt”, und damit verbunden auch die gesellschaftliche Norm, Kinder in die Welt zu setzen. Mitverantwortlich für dieses Konstrukt ist wohl die Religion: Interessanterweise waren alle drei großen Weltreligionen zunächst eher antinatalistisch – das Ziel war die Vereinigung mit Gott im Jenseits.

Hier und da zeugen noch ein paar Bibelstellen von diesen Wurzeln: “Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäugt haben!” (Lukas 23:29). Nach und nach wurden die drei Weltreligionen pronatalistisch, auch, um sich besser ausbreiten und missionieren zu können.

“Nicht geboren zu werden, ist unbestreitbar die beste Lage. Leider steht sie niemandem zu Gebot”, meinte der Philosoph E.M. Cioran in seinem Buch mit dem vielsagenden Titel Vom Nachteil, geboren zu sein (1973). Doch Menschen ohne Nachwuchs – vor allem Frauen – erregen Argwohn.

Ohne Kinder keine Zukunft?

In den Köpfen vieler Menschen hat sich anscheinend die Meinung eingenistet, dass der Mensch seine ihm ureigenste Aufgabe zu erfüllen habe: die Fortpflanzung, die evolutionstechnisch unabdingbare Reproduktion zum Fortbestand des Homo sapiens. Ohne Kinder keine Zukunft. Wer nicht zeugt, macht sich schnell verdächtig, ein egoistischer Menschenfeind zu sein. Viele unterschreiben ohne Wenn und Aber die Behauptung, dass Kinder glücklich machen.

Doch es gibt etliche Studien, die diesen Allgemeinplatz kritisch untersuchten. Eine 2003 publizierte Meta-Studie
kommt zu dem Resultat, dass die meisten Paare mit Kindern unglücklicher sind als kinderlose Paare. Nach der Geburt sinkt das Glücksempfinden, während der Grundschulzeit gleicht es sich mit Kinderlosen wieder an und während der Pubertät sackt es wieder ab. Im statistischen Mittel, versteht sich.

Eine 2016 in Deutschland erhobene Studie von YouGov hat 1.228 Eltern befragt, wie sie zu ihrer Elternschaft stehen. Ergebnis: 19 Prozent der Mütter und 20 Prozent der Väter stimmen der Aussage zu, dass “sie heute keine Kinder mehr bekommen würden, wenn sie sich nochmal entscheiden könnten”.

Eine andere Langzeitstudie, bei der 218 Paare über 8 Jahre hinweg befragt wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass Paare mit frischem Nachwuchs ihre Beziehung als doppelt so unglücklich einschätzen wie Paare, die kinderlos geblieben sind. Und eine weitere Studie mit 2.016 Teilnehmern aus Deutschland zeigt wiederum, dass rund 70 Prozent der Eltern nach der Geburt des ersten Kindes unglücklicher sind als vor der Geburt.

Untersucht haben die Wissenschaftler vor allem die Tatsache, weshalb Eltern in Deutschland nach dem ersten Kind kein weiteres mehr zeugen – obwohl das zuvor vielleicht ihr Wunsch war. Die Gründe reichten von Schmerzen bei der Geburt bis hin zum Wunsch, wieder erwerbstätig sein zu können. Der Hauptgrund jedoch war Stress – ausgelöst durch die große Verantwortung, Zeit- und Schlafmangel, häusliche Isolation, Geldknappheit und Beziehungsprobleme.

Rollenmuster und Karriere

Für die Studie Was junge Frauen wollen wurden 2016 Frauen zwischen 18 und 40 Jahren aus allen gesellschaftlichen Milieus befragt. Sie beklagen vor allem, dass Eltern allzu oft in traditionelle Rollenmuster verfallen, sobald der Nachwuchs da ist.

Das Thema Karriere ist ebenfalls ein Hindernisgrund für Kinder, denn kinderlose Frauen arbeiten zu 77 Prozent in Vollzeit, bei den kinderlosen Männern sind 80 Prozent. Doch Frauen mit einem oder mehreren Kindern (die unter 18 Jahre alt sind und im Haushalt leben) arbeiten lediglich zu 22 Prozent in Vollzeit, bei den Männern sind es wiederum 90 Prozent.

Dem Gender Report des Bundesfamilienministeriums zufolge möchten 52 Prozent der kinderlosen Frauen unbedingt Kinder haben, aber nur 34 Prozent der Männer. Und 21 Prozent der kinderlosen Frauen lehnen ein Kind definitiv ab, während es bei den Männern 24 Prozent sind.

Es geht ums Glück

Die sinkende Geburtenrate in den globalen Industrienationen bestätigt diesen Trend. Das immer häufiger anzutreffende Modell “double income, no kids” dient den Wohlhabenden als Karrieresprungbrett, den prekär lebenden Paaren bleibt oft nichts anderes übrig. Aber abgesehen vom Geld überwiegt das Glücks- und Freiheitsempfinden, das viele Paare durch Kinder gefährdet sehen – und das weitgehend unabhängig von Einkommen, Alter, Nationalität oder sexueller Ausrichtung, wie die verschiedenen Studien zeigen.

Es geht also ums Glück. Von Sigmund Freud stammt noch eine andere, vermutlich zeitlose Prophezeiung: “Die Absicht, dass der Mensch ‚glücklich‘ sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten.” Und genau hier sind wir am Kern der Sache. Können wir ein glückliches Leben führen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass das Leid das Glück um Längen überwiegt? Und dürfen wir überhaupt Kinder in diese kriegerische und krisengeplagte Welt setzen?

Antinatalisten, also Personen, die das Kinderkriegen vehement ablehnen, führen ganz unterschiedliche Gründe für ihr Weltbild an. Es gibt etliche Berichte von KZ-Überlebenden, die sagen, dass man in einer solch grausamen Welt keine Kinder zeugen dürfe. Der Philosoph Robert Nozick meinte, dass die gesamte Menschheit nach der Shoa ihren Anspruch auf ein Fortbestehen verloren habe und sich besser aus dem Universum verabschieden solle. Andere Antinatalisten wiederum, wie David Benatar, halten bereits das durchschnittliche Menschenleben – auch eines ohne Armut, Mord und Totschlag – für derart miserabel, dass sie ein Ableben der Menschheit befürworten.

Die Argumentation der Antinatalisten

Der Philosophieprofessor David Benatar gilt als einer der weltweit führenden Antinatalisten. Benatar betont ausdrücklich, dass er Kinder nicht hasst und schon gar nicht eliminieren möchte. Allein die Geburt neuer Kinder sei fragwürdig – in seinem Buch Better Never to Have Been (2006) schreibt er:

“Es ist merkwürdig, dass gute Menschen alles dafür geben, ihre Kinder vor Leid zu schützen, während wenige von ihnen zu bemerken scheinen, dass der einzige garantierte Weg, alles Leid von ihren Kindern abzuhalten darin besteht, diese Kinder erst gar nicht in die Welt zu setzen. […] Einige antinatalistische Positionen beruhen entweder darauf, dass man keine Kinder mag oder darauf, dass man die Interessen der Eltern berücksichtigt, die dann mehr Freiheit und Mittel haben, wenn sie keine Kinder haben oder welche aufziehen. Mein antinatalistisches Weltbild ist anders. Es entspringt nicht der Abneigung gegen Kinder, sondern im Gegenteil dem Anliegen, das Leid potentieller Kinder zu verhindern.”

Demzufolge bezeichnet sich Benatar nicht als Misanthrop, sondern im Gegenteil als Menschenfreund. Er geht davon aus, dass jedes menschliche Leben mehr Leid als Glück aufweist – und verweist bei dieser umstrittenen These auf etliche psychologische Studien. Benatar zufolge gebe es beispielsweise chronisches Leid, aber keine chronische Freude. Deshalb sei es moralisch verwerflich, Kinder zu zeugen. Die Kernargumentation von Benatar lautet:

1) Das Vorhandensein von Leid ist schlecht.
2) Das Vorhandensein von Glück ist gut.
3) Das Nichtvorhandensein von Leid ist gut (egal, ob es Menschen gibt oder nicht).
4) Das Nichtvorhandensein von Glück ist nicht schlecht (außer dann, wenn ein bereits existierender Mensch seines Glücks beraubt wird).

Entscheidend ist die Asymmetrie zwischen Leid und Glück und folglich die Asymmetrie zwischen Punkt 3 und 4. Leid wiegt auf der ethischen Waagschale schwerer als Glück. Daraus folgt für Benatar: Es gibt eine moralische Pflicht, keine leidenden Menschen in die Welt zu setzen. Es gibt jedoch keine moralische Pflicht, glückliche Menschen in die Welt zu setzen. Deshalb sei es immer eine moralisch schlechte Tat, einen Menschen zu zeugen. Unterlässt man es jedoch einfach, einen Menschen zu zeugen, ist das nicht schlecht.

Vom Risiko geboren zu werden

“Weniger Glück ist nur dann ein Übel, wenn man eine Person ausmachen kann, für die das Fehlen von Glück auch ein Übel ist”, schreibt Benatar. Wenn ein Mensch erst gar nicht existiert, dann kann er auch kein Leid erfahren. Ist die Person aber auf der Welt, dann erfährt sie zwangsläufig Leid. Das fehlende Glück ist kein Glück, dessen jemand beraubt wird. Doch das Leid ist unwiderruflich in der Welt, sobald jemand geboren wurde: “Wenn Menschen Kinder haben, spielen sie russisches Roulette mit der Waffe an der Schläfe ihres Kindes”, so Benatar.

Mit dieser Argumentation erweitert Benatar die Glücksdiskussion, indem er nicht nur das Glücksempfinden der Eltern ins Visier nimmt, sondern auch das potentielle Leben der Kinder. In diesem Sinne schreibt der bekannte Kinderbuchautor und Antinatalist Janosch in seinem Wörterbuch der Lebenskunst-Griffe unter dem Stichwort Geburt:

“Ist für den zu Gebärenden das totale Risiko. Von 1000 Geborenen kommt nur einer halbwegs erträglich durchs Leben. Die anderen werden Rheuma und Gicht haben. Sie werden die falsche Frau und den falschen Mann bekommen. Keine Wohnung, aber viele Schmerzen haben. Man wird sie in den Krieg hetzen oder sonstwie erschießen und foltern. Für die Eltern ist das Risiko dagegen kaum der Rede wert.”

Die meisten Antinatalisten möchten das Glück nicht verringern, sondern mehren. Und es ist gut möglich, dass solche Gedanken – mal unbewusst, mal explizit – bei all jenen Paaren mitschwingen, die sich über das Kinderkriegen Gedanken machen. Oder, um es mit Mahatma Gandhi zu sagen: “Ich meine ganz und gar nicht, dass die Fortpflanzung eine Pflicht ist oder dass die Welt ohne sie einen Verlust erleiden würde. Stell dir vor, jegliche Fortpflanzung würde eingestellt, diese würde nur bedeuten, dass es keinerlei Zerstörung mehr gibt.”

Anm. d. Red.: Das Aufmacherfoto stammt von Magdalena Roeseler und steht unter der Creative Commons Lizenz cc by 2.0.

12 Kommentare zu “Anti-Natalismus: Warum sich immer mehr Menschen dafür entscheiden, keine Kinder zu bekommen

  1. ” Der Staat ist ein kaltes Monster. ” ?

    Das Monster frisst seine eigenen Kinder und sogar die Kinder der anderen Monster.

    Die Kinder der anderen Monster: Flüchtlinge, Emigranten, Exilanten

    Das kalte am Staatsmonster ist der Beamtenapparat. Die Beamten jedoch sind die Leibgarde des Staates(Monsters)
    Der Jurist(Anwalt) ist das Schwert.

    Wirtschaft ist Krieg im Frieden. Erst wird der Konkurrent und der mögliche Konkurrent(Arbeitnehmer) bekämpft und falls das Ziel erreicht und es nichts mehr zu gewinnen gibt, folgt der Satz: “Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln”

    “Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.”, lautet ein berühmtes Zitat des preußischen Generals Carl von Clausewitz, der Anfang des 19. Jahrhunderts in den napoleonischen Kriegen eine entscheidende Rolle spielte.

    Wer will da ein Kind in die Welt setzen.

    Verwechseln wir bitte nicht unseren vom Konzern-Kapital erlaubten Freiraum nicht mit Freiheit, denn der erlaubte Freiraum ist nur ein Knast ohne Gitter der mit Freiheit nichts zu tun hat, aber die Kunst zu beherrschen sich Unabhängig zu versorgen ist die wahre Freiheit. Wir, das sind über 90% der Weltbevölkerung, dürfen nicht von Freiheit reden, da über 90% der Weltbevölkerung Lohnabhängig sind, was gleichbedeutend ist mit Versklavung durch Lohnabhängigkeit.

    Warum sollten wir Kinder in die Versklavung schicken?

  2. “Immer mehr Frauen und Männer entscheiden sich bewusst gegen Kinder, weil sie ihr Glücksempfinden gefährdet sehen.”

    Das klingt irgendwie lustig.

    Das buddhistische “Leben ist Leiden Mantra” wird zur Erlösung durch Nicht-Zeugung praktisch umgesetzt. Schön auch:

    “Für Orna Donath ist Mutterschaft vor allem ein “kulturelles und historisches Konstrukt”, und damit verbunden auch die gesellschaftliche Norm, Kinder in die Welt zu setzen.”

    Hihi, ein Konstrukt, es ist ein Konstrukt.
    — Vielleicht ist ja der Freudsche Todestrieb am Werke?

    Ohne Reproduktion und Mimesis keine Kultur. Sogar die Mönche brauchen zeugungswillige Bauern. Wenn die Erlösung vom Leiden kommt, können sie ihren Laden dicht machen. Darum ist Natalismus auch kein “Konstrukt” sondern ein evolutionär dominantes Kulturprinzip. In einer neoliberalen Gesellschaft muss man sich fragen, welchen Zwecken Anti-Natalismus dient, und da ist die bessere Verwertung der Arbeitskraft und Reduktion menschenlichen Arbeitens auf die Lohnarbeit für Dritte ein Punkt.

  3. Kleines Zitat:

    Wir haben sämtliche Wahrheiten gegen uns. Aber wir setzen unser Leben fort, weil wir sie einfach hinnehmen und uns weigern, die nötigen Schlüsse zu ziehen.
    – Lehre von Zerfall E.M.Cioran

    Ein nötiger Schluss wäre keine Kinder mir zu erzeugen. Dafür aber zu adoptieren.

    Aber der Anti-natalismus wird leider nicht alle Herzen erobern. Schon gar nicht die von Erdogan, Trump und Kim jong-un. Das ist zum Leidwesen der Nachkommen, die unter deren Herrschaft nichts weiter als Soldatenvieh sind und ähnlich wie Vieh verrecken dürfen.

  4. Ja, ich habe da nichts mehr hinzuzufügen, ich betrachte es genauso, denn in dieser Welt mit schlechten Eigenschaften, wie Egoismus, Neid Gier, Eifersucht, Lieblos ,voll mit Lügen,Gefühllos,Täglich unbewußt durch die Welt ziehen, und nur noch kranke hirne produzieren in dieser Digitalen Robotergesellschaft, da kann doch Nichts gescheites dabei heraus kommen in so einem Systhem wo die Menschen in ihrer Freiheit , voller angst, und mit einem sicherheitdenken die es nicht gibt heran gezogen oder
    erzogen und ständig manipuliert werden,um am Ende garnicht mehr selbst wissen wo es eigentlich lang geht und das freie Denken von Kleinauf eingeschränkt wird. Da kann man nur noch sagen, Zucht und Ordnung so wie wir es schon mal hatten, na, wer das gesagt hat, das kann man sich schon denken, Heute ist alles nur noch schlimmer geworden, auf eine ganz andere Krimminelle Art und Weise wie der Mensch gedrillt und manipuliert wird. Wo bleibt da noch der echte sinn unseres Ursprungs und unseres Daseins? Da müßte man den Kernpunkt richtig erfassen wenn jemand etwas verstanden hat , gibt es noch Welche?Dann schreibt mir, würde mich echt freuen wenn jemand schreibt, und sich mit mir gerne austauscht. Eli.

  5. Die Roma die Sinti sie alle tanzen bei Tod und weinen beim Geburt diese Tradition ist schon sehr lange

  6. Statt wie ein Tier ohne darüber nachzudenken, und es zu hinterfragen, die Möglichkeiten zu bedenken eigene Kinder zu zeugen, sollte man auch mal darüber nachdenken was man einem Kind damit antut wenn man die eigenen minderwertigen Gene weitergibt.
    Ein Leben in 50 Jahren Erwerbsarbeit. Außer man sorgt wie Amy Chua dafür dass das Kind auch mit normale IQ Elite-Uni-Professoren-Niveau erreicht.
    Oh wie schrecklich, voll Nazi, er hat minderwertige Gene geschrieben.
    Ich meine aber 98%, 99%+. Ich nehme mich da nicht aus.

    Der Punkt ist, wenn ein Mann und eine Frau mit z.B. jeweils 180 und 170 als IQ ein Kind bekommen liegt der IQ statistisch bei 137,5. Das ist dr Scheitelpunkt der Gaußschen Verteilung.
    IQ-Schnitt der Eltern plus 100 geteilt durch 2.

    Das bedeutet, wenn man sich Spendermaterial von zwei höchstintelligenten Menschen beschafft, kann man sicher ein hochintelligentes Kind bekommen
    Die Frau trägt das Kind aus. Die fremde befruchtete Eizelle wird eingesetzt.

    Fakt ist, intelligente Menschen sind glücklicher.
    Kein Wunder, stehen ihnen doch viel mehr Wege offen.
    Ein frei gewähltes Studium, Arbeit der Arbeit wegen, und nicht wie bei einer Ausbildung nur fürs Geld.
    Wer meint die Arbeit nicht nur des Geldes wegen zu machen, sollte sich die Frage stellen “würde Ich die Arbeit weiter machen, käme Ich zu 30mio Euro”.
    Bei der Frage geht es nicht darum ob Geld glücklich macht, sondern dass diese Menge Geld (auch weniger) jegliche Überlegungen zur Absicherung und Lebensstandard überflüssig macht.
    Es geht nur noch darum, ob man die Arbeit wirklich gerne macht.

    Man müsste Strukturen schaffen die Menschen solches Spendermaterial vermittelt. Auch die Orte im Ausland (Eizellspende ist in Deutschland noch verboten) wo die befruchtet und eingesetzt werden. Hier sollte wirklich niemand moralische bedenken haben, nur weil es in Deutschland illegal ist O_o.-
    Das haben wie bei der PID theofaschistische Religioten entschieden.
    Also ein Verein, eine NGO etc..
    Inkl. Werbung und Fahrten mit dem Bus ins Ausland.

  7. Ich denke der Grund oder die Gründe warum
    Antinatalismus nicht gesellschaftsfähig wird
    sind dreierlei Natur:
    1. Man hat Angst vor den Folgen der Einnahme
    einer sozialen Aussenseiterpostion.
    2.Angst davor sein eigenes mühsam über die
    Jahre aufgebautes Wertekonstrukt in Frage zu
    stellen.
    3. Animalischer Selbsterhaltungstrieb.

    Um einen Evolutionssprung zu schaffen müssen
    diese Hemmnisse beseitigt und dem Antinatalismus Vortritt gelassen werden.

  8. Der Einstieg geht leider gleich daneben. Antinatalisten verzichten nicht auf Kinder, weil sie ihr eigenes Glück gefährdet sehen, sondern weil sie ihren Kindern Leid ersparen möchten.
    Mal sehen, ob das noch aufgeklärt wird. Gleich zu Beginn ist so ein Fehler natürlich sehr unglücklich.

  9. @#9: ich lese den Einstieg doppeldeutiger, “Immer mehr Frauen und Männer entscheiden sich bewusst gegen Kinder, weil sie ihr Glücksempfinden gefährdet sehen.” Hier steht auch das gefährdete Glücksempfinden der Kinder zur Disposition. Wie dem auch sei. Der Artikel macht klar: Antinatalisten führen ganz unterschiedliche, teils widersprüchliche Motivationen an, um ihre Entscheidung gegen das Kind, gegen das Gebären, zu rechtfertigen. Bei einer so “breiten” und nicht-homogenen “Bewegung” dürfte das nicht überraschen. Auch nicht angesichts dieses Thema an sich.

  10. Empfehlung Buch-Neuerscheinung: „Ausgesetzt zur Existenz“; Franz Sternbald

    Schuldlos Schuldig ..
    „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet ..“ {Franz Kafka, Der Prozeß}
    Mit einiger Distanz zum existentiellen Bedrohungsgefühl des Herrn K. geäußert, müßte es heißen, ohne daß er ein klares Bewußtsein der Schuld hegte, fühlte er sich beschuldigt. Woher kommt dieses Grundbefinden wohl eines jeden Menschen, das ihn veranlaßt, sowohl seine Motive im Unterbewußten verborgen zu halten, als auch die eigentlich menschlichsten Verrichtungen des Lebens schambehaftet zu verleugnen. Woher die anlaßlos beständige Betretenheit seines Gewissens?
    Kierkegaard antizipierte Kafkas Prozeß in „Entweder-Oder“:
    „Wo bin ich? Was heißt denn das, die Welt? Was bedeutet dies Wort? Wer hat mich in das Ganze hinein betrogen, und läßt mich nun dastehen? Wer bin ich, wie bin ich in die Welt gekommen, und warum hat man mich nicht vorher(!) gefragt? Wie bin ich Teilhaber geworden in dem Unternehmen, das man die Wirklichkeit nennt? Warum soll ich Teilhaber sein, ist das nicht eine Sache des freien Entschlusses? Und falls ich genötigt (unfrei) sein sollte, es zu sein, wer ist denn da der verantwortliche Leiter? Gibt es keinen verantwortlichen Leiter? An wen soll ich mich wenden mit meiner Klage? Wie denn, ich bin der Angeklagte? Wie ist es zugegangen, daß ich schuldig ward? Oder bin ich etwa nicht schuldig? “
    Dieses Schnellfeuer von Fragen entspringt einer Mischung aus der Verzweiflung und gleichzeitiger Überhebung (Hybris) eines Wesens, das in seiner Vereinzelung das Ganze herausfordert und infrage stellt. Das Empfinden einer Schuldigkeit ist Ausdruck einer Abgerissenheit durch die Entbindung aus einer vormaligen Einheit, und Sendung in das Verhängnis eines subjektiven Schicksals.
    „Ihr führt ins Leben uns hinein,
    Ihr laßt den Armen schuldig werden,
    Dann überlaßt ihr ihn der Pein:
    Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.“
    {Goethe; ‚Harfenspieler’}

    Die Desintegration einer vormaligen Einheit bedingt die Mannigfaltigkeit des dinglichen Seins. Mythologisch gesprochen, bedeutet die Zerstückelung des Gottes Dionysos zugleich seine furchtbar fruchtbare Entäußerung zur Welt. Aber nach Nietzsches Überzeugung von einer steten „Wiederkunft des Immergleichen“, wäre auch die Nachricht vom Tode Gottes nur ein Vorurteil. Hier eröffnet sich der Raum für den Auferstehungsgedanken im Glauben an die verheißene Wiederkunft (Parusie) Jesu gemäß der biblischen Johannes-Offenbarung. Sie folgt gleichfalls auf seinen vorangegangenen Tod und Verklärung.
    Gemäß der Kosmogonie des Heraklit (~500 v.Chr.) ereignen sich periodisch wiederholte Weltuntergänge und die Hervorbringung immer anderer Welten in unendlicher Folge. Ihr jeweiliges Ende sei in der Auflösung, nicht Auslöschung, in einem umfassenden Weltbrand eines läuternd reinigenden Feuers besiegelt, womit zugleich das verzehrende Begehren in einer „Sattheit“ münde. In einem solchen Zustand bestünde nun aber der eigentliche ‚Frevel’, im Überdruß der Sättigung, der einen außerhalb der Zeit liegenden ‚Trägheits-Moment’ als einen Totpunkt darstellen würde.
    Wie ist nun aber der Trieb zur neuerlichen Geburt einer Welt motiviert?
    Das sich Ausgießen in die Vielfalt der Formen des Seins entspringe einer Hybris, so Heraklit, die der frevelhafte Zustand schweigend brütender Selbstbezüglichkeit hervorbrächte. Seine sündhafte Frucht ist gleichsam ein ‚bulimisches Erbrechen’ in die Diversifikation des Seienden, wovon die ausgeworfenen, nunmehr in die Existenz ausgesetzten Wesen zeugen. Gemäß dieser Erklärung wäre das Dasein der Dinge zwar von einer kosmischen „Urschuld“ belastet, wenn auch von ihrer individuellen Schuldigkeit entlastet, deren tragische Konsequenzen zu tragen jedoch ihr künftiges Schicksal sein würde.
    Heraklit befindet sich hier im Grunde mit Anaximander (~600 v.Chr.) in einem Einvernehmen, der gleichfalls eine grundlegende Schuldhaftigkeit unserer Existenz, bereits ein Jahrhundert vor Heraklit angenommen hatte. Diese Erklärung liegt kulturgeschichtlich an der Wurzel des Gedankens vom Sündenfall der Schöpfung (siehe Glossar: Demiurgen&Archonten).
    „Woher die Dinge gekommen sind, dahin müssen sie auch wieder zurück, zu ihrem Untergang. So will es das Gesetz, denn sie müssen Buße tun, für das ‚Unrecht’, daß sie vorhanden gewesen“
    Alles was einmal geworden ist, vergeht auch wieder. Überall wo wir bestimmte Eigenschaften und Attribute wahrnehmen, dürfen wir auf den Untergang derselben rechnen. Nie kann ein Wesen, wie machtvoll es auch gedacht werden kann, das bestimmte Eigenschaften besitzt, Ursprung und Prinzip der Dinge sein. Das wahrhaftige Sein kann keine bestimmten Eigenschaften besitzen (und andere damit ausschließen, etwa die gegenteiligen), sonst würde es wie alle anderen Dinge, selbst wenn es dieselben umfassen würde (wie die Menge aller Mengen bestimmter Eigenschaften), entstanden sein müssen – und zugrunde gehen.
    Damit das Werden nicht aufhört, muß das Urwesen unbestimmt sein (sodaß ihm kein Namen zugewiesen werden könne). Das Urwesen alles Seienden ist reine Potenz, nicht bestimmtes Sein in der Existenz. Es existiert nicht, sondern potenziert vielmehr, darin liegt seine eigentliche schöpferische Kreativität.

    *

    „ Ausgesetzt zur Existenz “ – warum der Mensch ein Schicksal ist
    – vom Ausgang aus der unverschuldeten Absurdität –
    Franz Sternbald

  11. Wenn man schon davon ausgeht, dass Leid und Glück irgendwie real seien, und nicht lediglich Illusionen wie gut und böse, kann ich immer noch nicht nachvollziehen, warum nur Menschen hier betroffen seinen sollten? Ich weiß ja nicht, was ihr so darüber denkt, aber in meinem Weltbild leiden mindestens auch Tiere (und empfinden Glück / Freude) in gleicher Weise wie wir. Leid und Glück gegeneinander aufwiegen zu wollen ist für mich nicht nachvollziehbar – das sind zwei unterschiedliche Dinge und von persönlicher Bewertung abhängig; zu versuchen, Leid in der Welt zu minimieren und Glück in der Welt zu mehren dagegen schon.
    Sicher, Kinder sind eine Mehr-belastung im Leben, ebenso wie Lohnarbeit und ich würde niemanden zum einen oder anderen zwingen wollen. Meine Achtung und Bewunderung gegenüber anderen steigt allerdings mit deren Bereitschaft solche und andere Belastungen willentlich zu tragen.
    Da das Empfinden von Leid ein biologischer Steuerungsmechanismus lernender Systeme ist, kommt für mich die Beseitigung allen Leids in der Welt gleich mit der Beseitigung allen lernenden Lebens. Ob das nun durch fehlende Fortpflanzung geschieht, oder auf direkterem Weg ist für mich dabei wenig relevant und ist kein Endpunkt, mit dem ich mich anfreunden mag.

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