• Das grüne Sicherheitsrisiko: Warum Atomkraft die sicherste Alternative zu den alternativen Energien ist

    Während in Berlin und anderen Städten Europas Menschen gegen Atomkraft demonstrieren, plädiert der Berliner Gazette Autor, Künstler und IT-Berater Manuel Bonik ganz offen für Atomstrom: Solange die klimaneutralste Art der Energiegewinnung, die Kernfusion, noch in den Kinderschuhen steckt, ist Atomenergie die sicherste Alternative zu den alternativen Energien in Europa. Warum dagegen grüne Energie gar nicht so grün ist, erklärt er in seinem Kommentar zur aktuellen Atomkraft-Debatte.

    Als Teenager engagierte ich mich gegen Atomkraft, dann folgten lange Jahre der Indifferenz. Heute befürworte ich sie unter Randbedingungen, deren bekannteste zur Zeit Fukushima heißt. Es ist tatsächlich keine gute Idee, AKWs an extrem erdbebengefährdeten Stellen zu bauen. Vergleichbare Situationen gibt es aber, soweit mir bekannt, in Europa nicht, und wo es, wie in Fessenheim, zu Erdbeben kommen kann, können diese keine ausreichend gefährliche Stärke erreichen. Ich habe – trotz Fukushima, trotz der aktuellen Hysterie in Deutschland – keine Angst vor Atomkraft.

    Aber der Müll! Strahlend für Millionen Jahre! – Da kann ich nur hoffen, dass sich die Rede vom „Endlager“ als Übertreibung herausstellt. Vielleicht dauert es gar nicht so lange, bis der Atommüll zum Rohstoff neuer Verfahren geworden ist, so, wie die schlimmen Plastikmüllhalden von gestern heute mittels Fischer-Tropsch-Verfahren Rohstoffquellen geworden sind, und damit ein wertvolles Erbe für kommende Generationen.

    Da mir der Blick in die Zukunft verwehrt ist, bleibt die Frage, wie man mit dem strahlenden Zeug umgeht, – und zwar für AKW-Befürworter wie -Gegner gleichermaßen. Sind Gorleben oder die Asse als „Endlager“ nicht geeignet, ist es dann das finnische Onkalo? Sollte es zum Atom-Ausstieg kommen: finden die A-Gegner dann Schottern immer noch cool oder stellen sie sich dann jubelnd, mit grünen Fähnchen an die Gleise?


    Michael Madsens Into Eternity porträtiert Onkalo, ein Endlager für nukleare Atomabfälle in Finnland.
    Einstweilen fährt der Zug nach Nirgendwo. Denn wie immer man sich zur A-Frage stellt, haben Gegner wie Befürworter das weitere gemeinsame Problem, dass sie Energie brauchen und sich aktuell keine Alternativen zur Atom-Energie abzeichnen, oder wenn, dann nur äußerst fragwürdige. Wollen die Atom-Gegner tatsächlich die Landschaft flächendeckend mit Windrädern vollbauen? Sind sie bereit für tausende Kilometer Stromleitungen, die allein in Deutschland zum Szenario „alternativer“ Energien (Stichwort Smart Grid) gehören?

    Ich kann mir das aus ästhetischen, politischen, psychologischen und nicht zuletzt Umweltschutz-Gründen nicht vorstellen. Die „Alternativen“ zur Atom-Kraft kommen nicht als rosa Schafe daher. So enthalten etwa Solarzellen (nicht zu verwechseln mit Sonnenkollektoren) mitunter Galliumarsenid, ein hochgiftiges Material, für das sich ebenfalls eine „Endlager“-Frage stellt. Ab damit nach Finnland? Oder nach Baden-Württemberg? Kurz: Wer schwarz-weiß behauptet, es gäbe kurzfristige und unproblematische Alternativen zur Atomkraft, ist naiv, schlecht informiert oder lügt aus Interesse.

    Lügen? Wessen Interessen? Als wir Jung-Ökos in den 1980ern nach Bonn fuhren, um gegen Atomkraft zu protestieren, waren die Feindbilder noch angenehm übersichtlich verteilt: Dort die bösen Stromkonzerne, hier die guten „Alternativen“. Heute haben die Atom- und Kohle-Mafias ihre Pendants in Solar- und Wind-Mafias, die – wo sie nicht ohnehin identisch sind – ihnen in nichts nachstehen.

    Seit Fukushima landen vermehrt Wurfsendungen (Energieverschwendung wie jede Werbung) in meinem Briefkasten, die mit öko-kitschigen Bildern (Fuchs vor Windrad) und Slogans („An alle Sparfüchse, die nachhaltig in Erneuerbare Energien investieren wollen“) aberwitzige Renditen versprechen. Wenn ich mir sicher bin, acht Prozent Gewinn pro Jahr zu machen, wäre ich als Unternehmen doch nicht so doof, mir Fremdkapital ins Haus zu holen – oder womöglich ein Betrüger. Spekulanten, denkt nachhaltig und passt auf auf die Greenbacks!

    Atomkernfusion ist auch ein A-Wort – aber sauber!

    Zu den spektakulärsten Projekten „alternativer“ Energien gehört Desertec, mit dem eines Tages Europas Strom aus der Sahara kommen soll. Einstweilen dient es aber eher der Geld- als der Energie-Akkumulierung. Betrieben wird es nicht von netten modernen, idealistischen Ökos, sondern von einem Konsortium von Großkonzernen und ihren Partnern. Große Aufgaben brauchen sicherlich große Akteure und ich stelle Konzerne auch nicht pauschal unter Generalverdacht (kein „antikapitalistischer Reflex“). Gleichwohl kann ich mich in Finanzkrisen-Zeiten gewisser Kotz-Gefühle nicht erwehren, wenn ich Namen wie HSH Nordbank oder PriceWaterhouseCoopers lese, zumal wenn sie mir wie bei Desertec anbieten, ehrenamtlich für sie zu arbeiten oder ihnen gar Geld zu spenden.

    Da können die mit soviel Klima-Panik oder neuerdings Atom-Panik fuchteln, wie sie wollen. Oder anders: Wenn Desertec solch ein zukunftsträchtiges Projekt ist, wüsste man doch zu gerne, warum es nicht privat, sondern ausschließlich öffentlich finanziert wird? Ob den Betreibern ihre Ingenieure womöglich gesagt haben, dass das Energiespeicher-Problem völlig ungelöst ist und sich dafür auch keine Lösung abzeichnet? Atlasgebirge und Alpen komplett mit Wasserspeichern zubauen?

    Schade, dass sich die Entwicklung der Kernfusion dermaßen zäh gestaltet. Das wäre doch die Lösung aller Energie-Probleme! – ziemlich sauber, ungefährlich, verfügbare Rohstoffe und gar noch (wie Atomkraft) weitgehend klimaneutral (um hier zynisch eine verlogene Propagandavokabel unterzubringen). Bei der Kernfusion bleibe ich optimistisch.

    Das wäre die Alternative zu Atom-Scheiße und zu Wind-Kacke. Freilich handelt es sich dabei auch um ein A-Wort, und beim aktuellen Niveau der A-Diskussion (auf dem die grünen Anstifter von Massenhysterien profitieren) wäre das schon ein gewichtiges Argument dagegen. Einstweilen bleibt die trübe Aussicht auf fragwürdige „Alternativen“ zur A-Kraft, propagiert von gehypten „alternativen“ Energiekonzernen und ihren politischen Erfüllungsgehilfen (denen ich gegenüber anderen Politikern keinen Vertrauensvorschuss gewähre – freilich auch keinen Misstrauensvorschuss).

    Skrupellose Gier nach „alternativen“ Profiten

    Klima-Derivate sind auch nur Derivate, mit allen Optionen auf Betrug und illegale persönliche Bereicherung. Denselben und immer noch mehr Leuten, die ihre Geschäfte bis eben mit dem Märchen vom menschgemachten, durch CO2 bewirkten Klimawandel gemacht haben, bläst jetzt die Katastrophe in Japan kräftigen Wind auf die hochspekulativen hochsubventionierten Mühlen. Dabei verschweigen sie unter anderem, dass sich die Erneuerbare-Energien-Blase nicht unwesentlich darauf stützt, stützen muss, dass in Hochlastzeiten Atom-Strom aus Frankreich oder Russland geliefert wird.

    Die Gier nach „alternativen“ Profiten macht womöglich genauso skrupellos wie jede andere, muss man denken, wenn man sieht, dass zur Zeit Gesetze durchgedrückt werden, um etwa Windräder in Wäldern und Naturschutzgebieten aufzustellen. Hier wird großflächig Landschaft (die wir bekanntlich nur von unseren Enkeln geerbt haben) verschandelt und Natur zerstört – nicht, weil es sich um eine wirklich zukunftsträchtige Energietechnik handelt, sondern weil sich damit so richtig Zaster machen lässt. Nagasaki und Hiroshima, Tschernobyl und Fukushima – starke Assoziationsketten für die Werbebranche. Mit ihnen lässt sich zur Zeit auch politisch jede Abzocke (zuletzt der Bankenrettungsschirm) durchsetzen, und im Besonderen das wichtigste gemeinsame Interesse von Atom- und Solarmafia: höhere Strompreise.

    Oder geht’s gar nicht um Geld? – Zuletzt noch der Hinweis auf ein Sicherheitsrisiko deutscher Atomkraftwerke, aber auch aller anderen Formen der Energiegewinnung, das kurioserweise nicht ganz ohne Zusammenhang mit der Ausbreitung „grüner Kultur“ in unserer Gesellschaft ist: Wenn man den Schülern über nunmehr fast drei Jahrzehnte in deutschen Schulen erzählt, dass Technik grundsätzlich irgendwie verdächtig und böse ist, muss man sich nicht wundern, wenn man wie jetzt ein ernstes technisches, ökonomisches, ökologisches Problem hat: einen Mangel an Ingenieuren.


49 Kommentare zu Das grüne Sicherheitsrisiko: Warum Atomkraft die sicherste Alternative zu den alternativen Energien ist

  • Jorge Cyterszpiler am 23.06.2011 13:52
    Ich warte schon sehnsüchtig auf die vielen Knüppel, die bald aus dem Sack geholt werden, um den Autor tüchtig zu geisseln. Am besten gewürzt mit mehreren dutzend Links zu Expertisen und Zukunftskonzepten, die man in einem Leben alleine nicht mehr lesen kann.
  • michael mikina am 23.06.2011 13:56
    Mir scheint der Artikel voll der seltsam neu-romantisch dialektisierenden Pseudo-Argumentationen, ein Retro-Revival, Proto-Lobbyismus bzw einfachst gestrickte Pro-Contra-Synthetik.Selbstverständlich sind die jeweiligen historisch-zeitlich begrenzten Energie-Regime verantwortlich für die Sicht und die Ordnung der Dinge, bzw. den Druck auf die 'öffentliche Meinung', die sich differenzierter darstellt, als das im Artikel angedeutet wird. Da gibts die Alt-Antis vs die Neo-Pros bzw umgekehrt und das wars dann? Es scheint schlicht zu simpel als Schluss argumentiert, dass es einen Mangel an IngenieurInnen gibt. Wer bitte erzählt tatsächlich den SchülerInnen, dass Technik grundsätzlich 'böse' ist. Das ist ein seltsam inquisitorisches Argument gegen jede Gegnerschaft, eine Art hippieske Umkehrung bzw. ein biedermeierliches 'Humor-Bonmot' als Spitze einer Argumentation, nach der entweder alles 'irgendwie gut oder böse' ist, je nach Facon oder eben nicht usw. Es bleibt ein schaler Banalitätsgeschmack, einer, gewürzt mit 'outdated model of thoughts'.
  • Gelesen bis "Kernfusion". Frage: wer verbreitet eigentlich immer noch diesen Quatsch von wegen "umweltfreundlicher Kernfusion"? Und wie gibt es, dass jemand, der offensichtlich in Physik keinen Sonderschulabschluss bestehen würde, seitenlangen Unsinn über Energiegewinnung von sich geben darf? Hint: Kernfusion, so sie denn überhaupt zur Energiegewinnung nutzbar wäre, was nun schon seit vierzig Jahren nichts wird, würde uns vor Probleme mit Massen von hochradioaktivem Müll (dem Reaktor selbst) stellen, für die es noch nicht einmal hypothetische Lösungen gibt.
    Dieses in Idiotenkreisen grassierende Fusionsgeschwafel wird an hartnäckiger Dummheit nur von Wurmloch-Weltraumreiseplänen übertroffen.
  • ich hab mir bei Künstler UND IT-Berater schon gedacht dass das nichts werden kann

    und darauf zu spekulieren das der müll den wir heut produzieren in zukunft mal ein rohstoff sein kann ....


    also bitte ...

    mfg
  • Schade, dass so ein Schwachsinn in der Berliner Gazette publiziert wird ...
  • pontyo am 24.06.2011 11:43
    nein, danke
  • Sanne am 24.06.2011 12:09
    Ich kenne mich nicht so gut mit dem Thema aus, fand es aber interessant auch mal eine solche Position zu hören. Für mich klingt die Argumentation nachvollziehbar, obwohl ich eigentlich auch ein AKW-Gegner bin.
  • Ad 1: Geiseln mit Knüppeln dürfte schwierig werden. Der 2. Satz ist (mir) leider unverständlich.
    Ad 2: Verstehe ich überhaupt nicht, was da gesagt werden soll.
    Ad 3 und 4: Da hat durchaus vor Veröffentlichung ein Physiker auf den Artikel geschaut. Würde mich interessieren, mit welcher beruflichen Qualifikation Ihr solche Kommentare abgebt. Ihr seid ja hoffentlich nicht aus der "Alternativ"-Energiebranche.
  • Jorge Cyterszpiler am 24.06.2011 13:32
    Hatte mir ja wirklich mehr versprochen, was Reaktion der Leser und erneute Replik des Autors anbelangt. Schade. "Geisseln" mit Knüppeln ist nicht so schwer, man denke da an eine Morgensternvariante. Das mein zweiter Satz wohl eher unverständlich blieb, liegt wohl in der Natur der Sache. Also des Artikels und seiner profunden Recherche. "Expertisen" und "Zukunftskonzepte", also ganz unnützes Zeug, im schlimmsten Fall gar noch Fachliteratur...pfui! Heute sind dergleichen Texte ja am liebsten wie Fertighäuser, schenll errichtet, möglichst ohne tiefes Fundament.
  • ericp am 24.06.2011 14:12
    Schon das erste Beispiel mit den Plastikmüllhalden hinkt - Stichwort Great Pacific Garbage Patch.

    Mieser Artikel!
  • Ad 5 und 6: Wie wäre der Versuch, irgendeine meiner Sachaussagen argumentativ zu widerlegen?

    Ad 7: Ein dringender AKW-Freund bin ich auch nicht, aber eben skeptisch, was die Alternativen angeht. Wenn man allein bedenkt, wie viele Leute verhungern mussten, damit die 1. Welt mit Biodiesel betankt werden kann, gibt's da zudem ethische Bedenken. Und wenn gerade im Zeichen einer hypothetischen Energiewende Milliarden umverteilt werden, ist doch der Gedanke nicht allzu abseitig, dass Korruption und Lobbylügen grassieren könnten. Warum sollte das bei "Grünen" (ich meine nicht nur Politiker und Lobbyisten) anders sein als bei anderen Menschen?

    Ad 9: Die gleiche Bitte wie an 5 und 6: Bitte mal mit Sachargumenten versuchen. Nebst Verwunderung, dass Du Deine Gewaltphantasien nicht im Griff hast und jetzt sogar verbal von Verletzungs- zu Mordwaffen aufrüstest. Ist das der neue grüne Stil? - Was die tiefen Fundamente angeht, stimme ich Dir aber zu, siehe meinen Berliner Gazetten-Beitrag ( http://berlinergazette.de/diaetplan-fuer-den-bildungshunger ) Aber zur Beurteilung der Frage, ob auch mein aktueller Beitrag unter bullshit fällt, muss ich auf Sachargumente bestehen.

    Ad 10: Direkt fühle ich mich für pazifischen Müll nicht verantwortlich, für atlantischen oder indirekt womöglich schon, nicht mehr und nicht weniger als Du hoffentlich. - Und allerdings sehe ich keinen Widerspruch zu meiner Aussage: Auch diese Plastikmüllansammlungen könnten eine Energiequelle der Zukunft sein.
  • Jorge Cyterszpiler am 24.06.2011 17:17
    da hat jemand aber eine grünenphobie. man muss nur ein wenig kratzen, schon spricht er wahres. nix für ungut.
  • Ad 12: Wahr hoffentlich, aber phobisch kann ich nicht entdecken. Immerhin könnte ich dich für Dein "ein wenig kratzen" strafrechtlich belangen. Und ich darf aus dem Text zitieren, dass ich den Grünen "gegenüber anderen Politikern keinen Vertrauensvorschuss gewähre – freilich auch keinen Misstrauensvorschuss". - Sorry, als Journalist hat man keine Parteipräferenzen zu haben.
  • Jorge Cyterszpiler am 24.06.2011 19:53
    des menschen emotion ist ein zartes gut. ich hätte auch kalenderspruchartig karl kraus zitieren können: "was trifft - trifft auch zu..." warum diese fixiertheit auf sehr einseitige interpretationen etwaiger gewaltfantasien meinerseits? contenance hilft. drum empfehle ich mich nun. achja, gerichtsstand buenos aires...
  • David Meyer am 24.06.2011 21:21
    Ich verstehe, dass man Angst hat. Ich verstehe auch, dass wir lieber unsere AKWs ausschalten wollen. Aber jemand anderes baut dann genau wieder welche um diese Lücke zu schließen. Das ist doch keine Lösung. Strom kann man nicht über lange Strecken wirtschaftlich transportieren.

    Strom ist nicht gleich Strom. Wenn man AKWs vom Netz nimmt, dann muss die Lücke durch fossile Energieerzeugung geschlossen werden. Wasserkraft haben wir ausgereizt in Deutschland. Das geht nicht mit Windkraft oder gar Photovoltaik, wie soll das funktionieren?! Immer nur Wasser, Solar, Wind zu nennen als Lösung im Falle eines Ausstiegs ist dreiste Augenwischerei.

    Dass wir den Müll als Rohstoff irgendwann brauchen könnten ist überhaupt nicht abwägig. Uran ist spottbilig, das ganze aufzubereiten lohnt sich nicht. Den Brennstoff nutzen gerade mal zu 1% aus - und das für primitive Wärmeerzeugung. Dann kommt das Zeug unter die Erde. Also ne. Uran ist wertvoll und wird irgendwann knapp werden.
  • anonym am 25.06.2011 11:45
    Zur Kernkraft habe ich nicht viel zu sagen.... Ich kenne aber einen renommierten Physiker, der sagt: Abschalten sofort. Ich kann das leider nicht kommentieren, all die vielen technischen Details machen mich ganz schwindelig. Das ist der Jargon, der jede Kritik bereits erstickt, weil er keine gemeinsamen Vokabeln zulässt.
  • Ad 14: Buenos Aires ahnte ich schon, wenn Deine Name kein Pseudonym ist. Da muss die Hand Gottes ran.
  • anonym am 25.06.2011 12:58
    Nachtrag: "renommierter Pysiker" klingt natürlich schon genauso kritikresistent wie "Kernfusion" oder am allerschlimmsten "Fischer-Tropsch-Verfahren". Das ist die Sprache der Geheimbündler.
  • Ad 18: Am Fischer-Tropsch-Verfahren ist aber auch gar nichts Geheimnisvolles - das ist Schulstoff und wird seit einem knappen Jahrhundert praktisch eingesetzt:
    ( http://de.wikipedia.org/wiki/Fischer-Tropsch-Synthese )

    Kernfusion ist auch gut definiert, auch wenn's da halt noch (und wer weiß, wie lange noch) mit der Praxis hapert: ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusion )

    Da kann ich nur empfehlen, dass Du dich mal Deines eigenen Verstandes bedienst. Das kann durchaus Spaß machen.
  • Ad 18 Nachtrag: Übrigens sollte man als deren Gegner nicht "Kernkraft", sondern "Atomkraft" sagen. Das ist seit Jahrzehnten gängige Praxis, damit immer schön die Assoziation zur Atombombe mitschwingt. (Der Begriff "Atomfusion" wird seltsamerweise nicht verwendet. Bin ich auch mal gespannt, wie sich in Zukunft pejorative Begriffe für "alternative" Energien entwickeln werden: "Ackerventilatoren", "Verspargelung der Landschaft" - da muss doch noch mehr drin sein!)
  • michael mikina am 25.06.2011 14:30
    noch mehr drin: vergurkung eines themas, eventuell? einmachung der tüten?
  • michael mikina am 25.06.2011 14:38
    > ach ja, noch ist mehr drin, z.b. verklagung 'fehlerhafter' argumentatorInnen. apropos 'geisseln von autorInnen', das macht heute nicht mehr viel sinn, angesichts der schwierig als einheitlich zu fassenden definitionen von autorIn. text zerlgegen nach argumentationslinien ist bestenfalls 'den text geisseln', nicht die autorIn. die autorIn, die gleich klagen will, ist das ein neueres genre oder ein altvaterisch demonstrativ tautologisch imperatives dingsdasprechdingsenzadenk? nur weil da steht 'die ein mafia' und die 'andere mafia' ist nicht alles gleich mafia _ > check it : ( http://de.wikipedia.org/wiki/Mafia_%28Begriffskl%C3%A4rung%29 )
    nicht so schwer zu verstehen, wie ( http://de.wikipedia.org/wiki/Quantencomputer ) - oder nicht doch, nicht wahr?
  • Silvia am 25.06.2011 18:50
    @anonymous: da ist was dran! Die Angst vor der Technik ist in Deutschland vielleicht unnormal groß (aber was ist schon normal?), aber man muss die Leute dort abholen wo sie sind, und sie kennen die Fachsprache einer Technik-Wissenschaft nicht (warum auch immer), ... Wie können wir miteinander kommunizieren? über ein Thema, dass so wichtig ist und alle angeht, auch die Technikangsthasen?
  • laster am 26.06.2011 08:50
    wichtige Sache, hier das Greenwashing des Kapitalismus zu kritisieren, so verstehe ich das zumindest, aber ein Artikel, der vielleicht zu komplex ist, denn er will ja gleichzeitig erklären, dass derzeit verschrieene Formen der Energie-Gewinnung auf verklärte Weise dargestellt werden. Es geht also um doppelte Aufklärung. Und da liesst sich sowas dann natürlich eher wie der Intro-Text zu einem langen Buch, in dem dann alles wirklich profunde aber eben auch allgemeinverständlich und ohne viel Emotion, ohne Schimpfwörter und so auseinanderklamüsert wird.
  • Ad 23: "sie kennen die Fachsprache einer Technik-Wissenschaft nicht (warum auch immer)" - Das "warum auch immer" habe ich in meinem anderen Gazette-Beitrag zu ergründen versucht: http://berlinergazette.de/diaetplan-fuer-den-bildungshunger - Es gibt in Deutschland ja diese merkwürdige Kluft, dass wir einerseits in einem relativ hochindustrialisierten Land leben und in jeder Hinsicht massiv von Technik und naturwissenschaftlicher Forschung profitieren, und dass andererseits in gewissen Gesellschaftsmilieus mathematische und naturwissenschaftliche Bildung geradezu verpönt ist (da gebe ich in Teilen den Grünen die Schuld). Und da frage ich mich, warum das so ist. Es spricht nicht das Geringste dagegen, wenn heute sehr viel stärker auf Umweltschutz geachtet wird (und das ist wiederum in Teilen ein großes Verdienst der Grünen) und manche Entwicklung auch mal kritisch betrachtet statt einfach nur hingenommen wird. Aber der Schluss daraus kann keine generelle Technikfeindlichkeit und -ignoranz sein. Denn die umweltschonenden Technologien, die jetzt und in Zukunft (vielleicht) entwickelt werden, sind am Ende eben genau das: Technologien.
    "Wie können wir miteinander kommunizieren? über ein Thema, dass so wichtig ist und alle angeht, auch die Technikangsthasen?" - Erstmal vielleicht feststellen, dass bislang noch das meiste gut gegangen ist, und den Blick eher auf die Erfolgs- als auf die (German) Angst-Seite richten. Angst vor Wörtern scheint mir nur Unfähigkeit und/oder Unwillen auszudrücken, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen. (Hier wäre auch einiges zum Thema "Political Correctness" zu sagen, aber das lasse ich besser mal.) Dabei ist diese Auseinandersetzung in Internetzeiten so leicht wie nie - Stichwort Wikipedia (die freilich in technisch-wissenschaftlichen Fragen manchmal auch ziemlich ideologisch agiert) - und Unmündigkeit mithin überdeutlich selbstverschuldet. Dann gäbe es natürlich in den Schulen, am sonstigen Bildungssystem, in den Betrieben, in den Medien etc. viel zu tun. Auch frage ich mich (nicht als erster), warum man sich bei uns so schwer tut mit populärwissenschaftlicher Literatur, - da gibt es z. B. im angloamerikanischen Raum ganz andere Traditionen. (Übrigens wird das englische Parlament demnächst über den Bau neuer Atomkraftwerke abstimmen - ganz ohne German Angst.)
  • Ad 24: Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Grüne. Aber im Ernst: Schwer zu sagen, was im konkreten Fall Greenwashing ist und wo tatsächlich positive Entwicklungen stattfinden. Da muss man sich je informieren. Wie im Text dargestellt, betrachte ich Desertec als Negativbeispiel (und würde mich gerne irren - vielleicht könnten sie bei der Gelegenheit mal die Sahara aufforsten; Grundwasser gibt's dort ja reichlich).

    Kapitalismus? - Da wünschte ich mir gerade im Energiebereich, der in vielen Hinsichten Planwirtschaft ist, eher etwas mehr davon. (Hat hier gerade jemand "Bankenrettungsschirm" gerufen?) Im Moment geht es offensichtlich vor allem darum, wer welche Subventionen abgreifen kann, - Schiebungen nicht ausgeschlossen. Ich versuche, unsere Kanzlerin weiterhin für integer zu halten, weiß aber auch, in welcher Branche die Karriere unseres letzten Kanzlers weiterging.
  • Gute und strukturierte Argumentation, die sich aber leider wieder nur auf ein schwarz/weiß-Denken beschränkt: wer nicht für Atomkraft ist, ist dagegen und im Endeffekt wollen alle nur Geld.
    Die Diskussion entwickelt sich doch dahin, dass wir alle im Dunkeln sitzen, wenn wir die AKWe abschalten. Naja das Internet hat ja auch schon das Fernsehen, Buch und Radio komplett verdrängt.

    Auf jeden Fall finde ich es gut mal die Argumente von "Atom-Befürwortern" zu lesen, weil die leider wirklich zu selten irgendwo in transparenter Form erscheinen.
  • was ist der Unterschied zwischen Kernfusion und Atomkraft? ich dachte immer das ist das selbe!
  • Ad 28: "In einem Kernfusionsreaktor könnten hohe Energiemengen freigesetzt werden, wobei die benötigten Brennstoffe (Wasserstoffisotope) auf lange Sicht in fast beliebiger Menge zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zur Kernspaltung – bei der schwere Kerne gespalten werden und radioaktive Spaltprodukte zurück bleiben – werden bei der Kernfusion leichte Kerne zu stabilen Endprodukten, insbesondere Helium, verschmolzen. Dabei entsteht allerdings durch Neutronenaktivierung der Reaktormaterialien ebenfalls radioaktiver Abfall. Angestrebt wird, nur solche Materialien zu verwenden, aus denen möglichst nur andere stabile Nuklide oder solche mit kurzen Halbwertszeiten entstehen, damit die Radioaktivität dieser Abfälle weniger Probleme bereitet."

    Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusion
  • frank smila am 27.06.2011 11:52
    Suppose you are an intellectual impostor with nothing to say, but with strong ambitions to succeed in academic life, collect a coterie of reverent disciples and have students around the world anoint your pages with respectful yellow highlighter. What kind of literary style would you cultivate? Not a lucid one, surely, for clarity would expose your lack of content. The chances are that you would produce something like the following: 'Nur meine Metaphern verstehst Du nicht.'
  • Interessanter Artikel. Das Problem ist tatsächlich, dass die Einigkeit über alternative Energien auf breitem Unwissen fusst. Der Vergleich von Galliumarsenid mit Atommüll hinkt aber dann doch sehr. Denn ja, der Zeithorizont macht den Unterschied. Der verantwortliche Umgang mit verstrahltem Müll setzt eine so langfristige „Ordentlichkeit” staatlicher Aufsicht voraus, wie sie angesichts unserer Geschichte zum Beispiel kaum erwartbar ist. Kernfusion: klar, ein Traum, theoretisch. In der Praxis aber gibt es viel zu wenig Bewegung, um weitere Forschungsmilliarden zu rechtfertigen. Überhaupt wäre ich vorsichtig, was die Hoffnung auf Lösungen in der Zukunft betrifft. Zu oft schon waren wir technologisch überoptimistisch. Fazit: wir haben keine große Lösung für die Energieprobleme unserer Zeit. Mit jeder „alternativen” Detaillösung handelt man sich andere Probleme ein. Auch wenn der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg populistisch motiviert, im Sinne seiner Abfederung durch neue Techniken übereilt und finanziell hochproblematisch ist, ist der Abschied von der Atomenergie richtig.
  • Ad 31: Zunächst Dank für den Versuch, differenzierter zu argumentieren. Außer Gepöbel und Wirrsinn kam ja bislang von meinen Gegnern nichts (die Lober muss ich nicht loben).

    Ja, das ist, wie gesagt, echt doof, dass es mit der Kernfusion so langsam läuft. Die Unterstützung von Grundlagenforschung halte ich aber allemal für sinnvoller als die von Banken, die ihre Verluste sozialisieren. Oder eben von "alternativen" Energien, auf die offensichtlich niemand einen Cent setzt, wenn er keine Subventionen garantiert kriegt.

    Interessant auch ein Artikel in der FAZ vom Dienstag, wo Georg Küffner darstellt, wie der Energiemix der Zukunft aussehen wird. Fazit: "Erneuerbare" Energien kommen laut einer RWI-Studie 2020 auf (nur) 27 %, und, wo nicht auf Nuklearstrom aus dem Ausland, wird man vor allem auf fossile Brennstoffe zurückgreifen. Da werden, sag jetzt wiederum ich, demnächst viele Leute nicht mehr daran erinnert werden wollen, dass sie mal von einer menschgemachten Klimaerwärmung durch CO2 schwadroniert haben. Hauptsache, die Alternativ-Kohle stimmt.
  • schluckgluck, macht das noch sinn??? falls man/frau kein schluempfinchen ist, das kritikerInnen guttt-en-dünklend als pöbels mit wirrsinn anpiepelt? seltsam, der gestus allemal, irgendwie übern berg himpeln und pimpeln ohne eleganz - wir ist gut und ihr ist blöd, oder wie jetzt? ist das privatheit hier bei der gazette? nur dreist frech sein zum publikum bringt doch nichts an mehr zu einer angeblich sachlichen diskussion, raus kommt dabei nur polit-proporz-propaganda ala grossvatern -> diskurs wird mit dissing gleichgesetz. banalst!
  • In der SZ war vor zwei Tagen ein Kommentar zu lesen, der eine Risikoabwägung zwischen ungebremstem Klimawandel und dem Restrisiko deutscher Atomkraftwerke vornimmt. Er kommt zu dem Schluss, dass die Folgen der Erwärmung wesentlich mehr Menschen betrifft (und zwar schon heute) und dabei mehrheitlich Menschen, die viel weniger Ressourcen haben, sich vor den Folgen des Wandels zu schützen als die Deutschen (die vom Klimawandel weniger direkt betroffen sind) --- die teure Abschaltung der AKWs auf Kosten der CO2-Bilanz also eine falsche (und global gesehen egoistische) Konsequenz berechtigter Ängste sei. Diese Argumente wiegen schwer, finde ich.
  • Ad 34: Ja, wer den Klimawandel durch CO2 fürchtet, sollte es nicht gut finden können, wenn jetzt AKWs durch Kohle- und Gas-Kraftwerke ersetzt werden. Als jemand wie ich, der diese ganze CO2-Klimawandel-Story für ein Märchen interessierter Kreise (Solar-Mafia etc.) hält, hat man zum Glück keine Probleme mit solchen Widersprüchen. - Übrigens ist die SZ in der Klima-Frage enorm parteilich und verletzt ihren journalistischen Auftrag. Ich (Ihr?) habe dort noch keinen einzigen Beitrag gesehen, der auch nur die Vermutung zugelassen hätte, dass bei diesem hochkomplexen Thema eventuell noch Forschungsbedarf besteht. Und das glaube ich allerdings sehr - etliche Gründe finden sich unter
    http://rapidshare.com/files/324401131/Klima.pdf.html
  • schon seltsam wie sehr einerseits es ums gut heissen und andererseits ums inkriminieren als 'mafia(S)'. wäre es nicht sinn machender von energieproduzentInnen und manchen darunter, die klandestine, korrupte und seltsam verquere argumentationslinien vefolgen? damit wird es unter umständen einfacher verständlich, dass es um 'energie-regime' geht und 'altuelle entwicklungen', mit all ihren zeitgenössischen zusammenhängen, nicht nur den 'mafiösen'. dann würde diese altbackene moral des entweder/oder, gut/böse, stinkt/stinkt nicht weniger schwer jegliche argumente schablonisieren und einschachteln. das würde auch die qual der wahl der konsumentInnen erleichtern, gewiss doch.
  • sorry, irgendwo wurden weiter oben verben verloren beim tippen.
  • @#32,35,36: Wir möchten darum bitten, die Kommentar-Beiträge sachlich zu halten: d.h. auch an der Sache. Es geht in diesem Artikel und in dieser Diskussion um ein Thema. Wir löschen normalerweise keine Kommentare - und würden gerne auch in diesem Fall davon Abstand nehmen. Mit Nachdruck bitten wir um Contenance!
    ( http://de.wikipedia.org/wiki/Contenance )
  • ist folgendes nun die art von contenance, die hier üblich ist, oder nicht? ::: Manuel Bonik am 30.06.2011 18:15
    ußer Gepöbel und Wirrsinn kam ja bislang von meinen Gegnern nichts (die Lober muss ich nicht loben).

    wie, was jetzt? ja, oder nein, bezueglich übliche contenance rhetorik?

    danke fuer eine ausreichend begruendete sachliche (sic!) antwort. danke, liebe contenance wächter dun wächterInnen. bestend dank!
  • Mics Beitrag ist absolut am Thema und sachlich ---
  • Ich habe gerade den sehr interssanten Artikel von Kathrin Passig zu den Entwicklungen von Communitys und auch das Problem mit Kommentaren gelesen und wollte euch das nicht vorenthalten: http://online-merkur.de/seiten/lp201105bmai.htm
  • danke für die letzten comments! und liebe berilner gazette: die contenance zu wahren hat wahrlich vorzüge. gerade bei wenig sinn machenden auseinandersetzungen um gesamtgesellschaftliche themen, wenn sie altbacken dialektisch im entweder-oder aufgespannt sind oder weiterhin mit der 'schere im kopf' betrieben werden. es bleibt dann oft nur die zuspitzung auf einen 'kern', der in sich ruhend 'wahr' zu sein hat und punkt. das verhindert, augenscheinlich nicht nur im boulevard, die etwas differenziertere herangehensweise an komplexe zusammenhänge, die die thematisierung der wirkungen der sie umkreisenden pr-aktivitäten einschliesslich der üblichen werbe-botschaften im journalistischen alltag non-chalant ausschliesst. die dritte kraft in der demokratie wird dabei nur einmal mehr die verlängerung, exegese und bestätigung des 'natürlichen verlaufs hin zu einer akzepablen erklärung, einer sicht der dinge, die als sich ausschliessend zirkulieren, obwohl sie weiterhin parallel existieren - hier am thema atomstrom : gut/schlecht -- oder grün : mafia vs. unbescholten. as ist und bleibt banal als ansatz und es tut mir nicht leid, das offen zu sagen.

    ich bleibe bei meiner einschätzung, die ich bitte, ohne 'benimmtechnologische vorhaltungen' oder simple zensurwünsche, als anschaulich und ausreichend verständlich zu akzeptieren: es macht 2011 noch weniger sinn als 2001 davon auszugehen, dass technologien entweder gut oder böse sind, bzw. sein zu haben. die energetische versorgung ist ein grundlegendes zvivlisatorische thema und darf das anliegen vieler sein, da es jede/n einzelne/n betrifft, und das alltäglich. der begriff 'energie-regime', den ich von jeremy rifkin entlehnt habe, scheint mir dabei am ehesten die greifbarkeit auch in kulturtheoretischer und -technologischer perspektive der thematik zu ernöglichen. von gut oder schlecht, freiwillig oder unter zwang, mafiös oder heroisch muss dabei nicht unbedingt die rede sein. und apropos mafiös, wäre atom und grün und realpolitik und utopie und auch die ebgriff nicht letztlich doch zu unterscheiden, und zwar eindeutig, dann wäre der bundestag, das kanzleramt, die ard, zdf und privat auch nur mafia und dementsprechend auch die berliner gazette. punktum. korruption ist nicht ein alleinstellungsmermal der mafia und mafioes ist nur ein dajektiv, das mindestens auf viele globale geschäftspraktiken passt. ebenso die mundtotmachung von kritikerInnen.

    ob deserttec nun besser oder schlechter funktionieren wird, für den rest der menschheit, der nicht aktionärIn, mitarbeiterIn oder vorständIn ist, als eben zum vergleich herbeigezogen, die gute alte atommeiler-meilenstein-technologie, wird sich zur zeit noch kaum feststellen lassen, da die technologische entwicklung bis zum projektierten errichtungszeitraum noch lange nicht dort ist, wo sie sein wird - ähnlich bei der kernfusion. darüberhinaus wird bei diesem projekt (wie bei vielen anderen und gerade beim atom-lobbyismus - könnte man sich nicht darauf einigen, anstatt ständig mit der 'mafia' zu fuchteln - wird in nächster zeit kaum mehr als kostspielige öffentlichkeitsarbeit stattfinden. in etwa vergleichbar mit der diskussion ums berliner stadtschloss, runterskaliert aufs lokale kommunikations-niveau. darüberhinaus bleibt, wie stets in rechereche-dingen, ein weiteres journalistisches W als vermutlich interessanteste adhoc-fragestellung: wem nützt es und ergo wie?

    ditto avec the atomstromdisko-diskurs und con latte grande macchiatto, tutto va bene, cosi!

    contenance zu fordern, von rezensientInnen, kritikerInnen, zufälligen leserInnen und tief in der materie steckenden autorInnen, ist sicher nicht zu viel verlangt und tatsächlich in mancherlei dingen ein heilsames mittel, letzlich auch um im gespräch bleiben zu können, ohne sich vorhaltungen über 'stilfragen', 'rechtschreiberei' und 'volle durch- oder nixblickerei' machen lassen zu müssen oder anderen zu machen.

    letztlich führt dies nur zum ordinären apolegetismus, den stupid institutionell wiederholten formulierungen von 'kritik ist unmöglich', oder tieferen eingriffen, wie sie 'in zensurnahen apparaten, meinungsdiktaturen und nicht zuletzt im zwischenmenschlichen umgang noch allzu oft stattfinden'. kritikerInnen vorzuhalten, sie seien entweder 'pöbel', 'wirr' oder beides zugleich, zeugt nicht gerade von einer offenen kommunikativen haltung und jede/r autorIn sollte es sich im rahmen der freien meinungsäusserung gefallen lassen können, da sie es sich unwiderruflich gefallen lassen müssen, in einem tatsächlich freien demokratischen rechtsstaat, indem eben nicht die mafia herrscht, sondern eine gutbürgerliche regierung, dass dem widersprochen wird. da tatsächlich ist heute, 2011, offensichtlich, gar augenscheinlich, nicht ohne grund, dass zensur nicht (mehr) stattfindet und jeder ruf danach verdächtig erscheinen muss! ein offenes wort, das weder beleidigend noch besonders nachtragend ist, darf geäussert und auch gehört werden, ohne scham und reue, ohne kleinmütigen rufen nach stumm- oder gleichschaltung der quelle!

    auf einen tonfall anzuspringen, der hier ein 'konstruktiv provozierender' zu sein scheint, 'ganz und gar qar zur durchschnittsmeinung' und gar 'aufklärend sachlich', muss nicht unbedingt ein saures aufstossen hervorrufen und das etwas geschmäcklerische 'hier experte, dort masse mit mangelnder einsicht wirrheit überall'. wenn stilistisch gleichwertiges in die diskussion geworfen wird, sollte das niemandem vorgehalten werden, als faux pas, oder nicht benimmregelkonform, oae. sinnentleertes. das wäre doch weiterhin besonders lächerlich, nicht wahr?

    wo bleiben da die sachlichen argumente, die diversifikation der inhalte und das offene gespräch, wenn gleich nach dem 'chef in der redaktion' gerufen wird, um die 'wirren' masszuregeln und gegebenenfalls den 'pöbel' von der diskussion auszuschliessen? was soll da aus dem nur leisen ruf nach akzeptabler recherche-täigkeit werden, die nicht univok, linear und nur transparent wirkend als 'provokation' und 'anlass zur weiteren diskussion um inhalte, die die welt bewegten, bewegen und bewegen werden' dienen sollte? das wäre doch ziemlich die langweilige eh schon alles wissen diskursdoktrin, gut gemeint aber das gegenteil bewirkend, das schweigen im walde und die abwendung vom 'format', das sich da unmittelbar als gegessen auftut.

    mit besten grüssen 'vom indifferenten wirren pöbel' an die 'benimm-autorInnen' und das hochverehrte publikum. tut nichts zur sache, man weiss, aber zum subtext allemal. besten dank fürs verständnis. michael mikina.
  • Einseitiger Lobbyiamus!
    Die KKWs stehen an Flüssen und in Erdbebengebieten, auch in der BRD, z. B. im Rheingraben. Sie sind nur bis zu einer Erdbebenstärke von 5,9 auf der Richterskala ausgelegt. Aber aus der Geschichte wissen wir, daß es dort im Mittelalter Erdbeben der Stärke 6,4/6,5 gab!
    Auch in Japan war Geologen und Archäologen bekannt, das es mindestens drei mal solche Monsterwellen gab, in den letztn 3.000 Jahren!
    Für solche starken Erdbeben hat man aber aus Profitgründen auf Sicherheit verzichtet.
    Auch deutsche KKWs sind nicht gegen einen Stromausfall von vier bis fünf Tagen abgesichert.
    Bei einem Gau tritt Radioaktivität aus, laut Gesetz darf dies aber nicht mehr sein!
    40% Eigenkapitalrendiete ist, was zählt!
    Datzu werden die Hirne vernebelt!
    Die KKWs wurden für 20 bis 25 Jahre Betriebszeit konzipiert, geplant und gebaut. Diese Betriebszeiten sind alle überschritten und sie sprechen von Restlaufzeiten-blödsinn, es sind Laufzeitverlängerungen, als Geschenk für regelmäßige Spenden. Sie sprechen von Restrisiko-wieder eine Vernebelung der Hirne. Entweder sind sie sicher oder nicht! Und Fukushima hat gezeigt, sie sind nicht beherschbar! Bis heute haben sie die Reaktoren nicht im Griff. Medial hat man uns gut verarscht! Tagelang gab es nur Meldungen über ausgetretenes Jod! Das war also der erste Supergau, wo nur Jod austrat. Lächerlich!
    Tagelang haben sie spekuliert, gab es einen Gau oder nicht. Bereits 5 Stunden nach dem Stromausfall war er da!
    Die Konzerne haen über Jahre Forderungen der IAEA ignoriert. Um Geld zu sparen. Die Deutschen sind nicht besser. Gewinn hat Vorfahrt! Sicherheit kommt danach.
  • Ad 42: Einseitig? - Nein! Lobbyiamus (gemeint: Lobbyismus): Nein! Ich spreche von "Restlaufzeiten" oder "Restrisiko"? - Nein!
    Du hast Richterskalen-Werte aus dem Mittelalter? Da würde ich aber mal gerne die Quellen sehen. Andernfalls neige ich zu der Meinung, dass alle anderen quantitativen Aussagen dieses Beitrags gleichfalls dubios sind.
  • Ad 41: In der Tat ein ganz hervorragender Artikel. Das Troll-Problem.

    Ich saß unlängst mit einem Werbeforscher zusammen, der meinte, dass gewisse Attacken gegen Firmen auf Bewertungsseiten nicht von der Konkurrenz oder betroffenen Konsumenten kommen, sondern von Leuten, die die Firmen oder Produkte nicht einmal kennen, sondern einfach nur mal aus ihrer Rolle als "hilfloser Konsument" ausbrechen wollen. Herr Wichtigtuer und Frau Gernegroß. Weiß ich freilich nicht, ob das stimmt.

    Generell frag ich mich, ob ich lieber die demokratiefördernden oder die tatsachenvernichtenden Seiten des Internets sehen will. Lieber erstere: Kommentare auf heise.de oder bei der FAZ oder auf vielen anderen Seiten lese ich mir gerne durch und habe daraus schon manche Erkenntnis gezogen.

    Andererseits: Ja, das Internet begünstigt Leute, die journalistisch, wissenschaftlich, sachlich etc. nichts vorzuweisen haben und sich einfach - z. B. unter Pseudonym - nur mal auskotzen wollen. Aber ich bin mit der Menschheit so optimistisch, dass die solche Äußerungen einordnen kann und Spinner als solche erkennt.
  • Manuel Bonik am 01.11.2011 15:40
    Hoffnung hat, dass die Energieprobleme demnächst - aus völlig unerwarteter Ecke - gelöst sein könnten:
    http://newenergytimes.com/v2/news/2011/37/LewanInvestigates.shtml
  • Manuel Bonik am 28.01.2014 12:20
    Auch gut zwei Jahre später ist diese Diskussion nicht ausgestanden:

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-die-energiewende-zeigt-ihr-wahres-gesicht/9327966.html
  • Kleiner Nachtrag zum Thema Kernfusion:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/kernfusion-reaktor-von-lockheed-martin-soll-durchbruch-bringen-a-997484.html

    Man darf sich weiterhin Hoffnung machen auf eine Energietechnologie, die womöglich umweltfreundlicher und billiger ist als Wind- oder Sonnenenergie. Aber wirklich spruchreif ist das leider immer noch nicht.
  • Und apropos Desertec:

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wuestenstrom-projekt-endgueltiges-aus-fuer-desertec-1.2172778

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