• Bahnhof Zoo 2.0

    Christiane F. ist jetzt maennlich, arabisch, kauft die Drogen am Kottbusser Tor und heisst Rashid A. Die Gangart ist auch eine Spur haerter geworden. Von mit Stromkabeln pruegelnden Eltern geht es fuer den >Arabboy< aus dem Ghetto Neukoelln ueber Schulabbruch, Drogen, Knast und Abschiebung in die Tuerkei zu einem weniger sozialromantischen Ende als es vor dreissig Jahren noch fuer Christiane F. vorgesehen war.

    Update hier. Auch fehlt der Kinderstrich, dafuer gibt es aber die Mafia, fuer die der 15jaehrige die Prostituierten abkassiert. Und Gewalt und Sex, beides in rauen Mengen, beides ist sowieso dasselbe.

    erotik

    Ob Rashid mit fuenf Kumpels einem Jungen das Gesicht zu Brei tritt, Katzen anzuendet oder tuerkische Maedchen auf dem Lidl-Parkplatz vergewaltigt, weil die im Gegensatz zu den arabischen zu nuttig angezogen sind, Motivation und Funktion sind immer dieselben: man kann es imagewirksam per Handyvideo unter die Leute bringen. Als sich Rashid in ein deutsches Maedchen verliebt, geht das natuerlich schief. Dieser Erzaehlstrang bringt jedoch das Verhaeltnis zu den Deutschen ins Spiel und das zu Frauen in Bewegung und hier wird es interessant.

    Frauen sind natuerlich entweder Huren oder Heilige. Deutsche Frauen sind per definitionem ersteres, letzteres die eigene Schwester und jede moeglichst bis an die Zaehne verschleierte arabische Frau, die die Familienehre hinterm heimischen Herd huetet. Dass Huren nun aber interessanter als Heilige sind, ist mit gesundem Menschenverstand noch ganz gut zu begreifen. Dass Rashids heilige Cousine aber ganz flugs zur Hure und damit zum letzten Dreck wird, sobald sie vergewaltigt wird, ist irgendwie seltsam. Die eigenen Heiligen hilflos im Regen stehen zu lassen, ist eine Sache. Aber wer bitte vertraut das Familiensilber einer hilflosen Heiligen an? Kleiner Fehler im System?

    Deutsche sind allesamt moralisch verkommen. Sehr praktisch, denn dann wird man nicht etwa aussen vor gelassen in dieser Gesellschaft, man will es ja gar nicht anders. Am Ende waere man noch ein Opfer. Das sollen besser die Deutschen sein, die sich selber Sozialarbeiter nennen. Denen hauen Rashid und seine Jungs nach Lust und Laune die Computer im Jugendtreff zu Klump, erpressen Geld fuer McDonalds und nehmen im gesponserten Urlaub in Spanien das Hotelzimmer auseinander. Folgen hat das keine, denn der nette Sozialarbeiter im Hippie-Look weiss genau, dass im Falle einer Meldung ans Amt das Geld eben an einen anderen Verein geht – und sein Job auch. Grosser Fehler im System?


1 Kommentar zu Bahnhof Zoo 2.0

  • mellancholia am 12.11.2008 23:15
    Puhh, nich schlecht auf den Punkt gebracht. Fragt sich jetzt nur, wie man den Fehler behebt...

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