• Alles im Fokus

    Schon als kleiner Junge sagte mir jeder, dass ich mich konzentrie- ren solle. Konzentration! Konzentration! Konzentration! In puncto Besessenheit bin ich ganz gut, aber Konzentration liegt mir nicht. Alles ist für mich aufregend. Daher mein Motto: Alles im Fokus. weiterlesen »

  • Mein schwarzer Mai in Bangkok

    Erbarmungsloser Straßenkampf zwischen regierungskritischen Demonstranten und schwerbewaffneten Militärs – die aktuellen Bilder vom Bürgerkrieg in Bangkok rufen Erinnerungen an den Black May von 1992 wach. Ich hielt mich damals in der Khaosan Road auf, jener weltberühmten Anlaufstelle für Rucksacktouristen. Plötzlich fielen Schüsse im Paradies. weiterlesen »

  • Welcome to Neukölln

    Eine kleine Straße mit Kopfsteinpflaster, alte Kastanien, deren Wurzeln den Bürgersteig ungerade machen, ein altes Haus mit gelber Fassade, eine große Wohnung mit einem sehr langen Flur, und meine Sachen, die seit kurzem hier herumstehen. Wir streichen die Wände, wischen den Fußboden, entfernen viele Spuren anderer Menschen, die hier mal gewohnt haben. weiterlesen »

  • Das Gewissen der Menschheit

    Nur in den seltensten Fällen vermag ein Leben die Geschichte seiner Zeit zu erzählen. Im Fall des Norwegers Fridtjof Nansen, der fast auf den Tag genau heute vor 80 Jahren starb, ist es anders. Geboren 1861, gestorben 1930, fiel seine Lebenszeit in eine Zeit des Um- und Aufbruchs der europäischen Geschichte, die in ihrer Ausprägung ganz neu war. weiterlesen »

  • Das Glück der Unerreichbarkeit

    “Ja, wie schön wäre es, unerreichbar zu sein!” Nicht selten führe ich diesen Satz an, wenn es in einem Gespräch mal wieder um Informationsüberflutung und ständige Erreichbarkeit geht. Ich imaginiere dann ein Leben ohne ständiges Handyklingeln und dringende Mails, die auf Antwort warten. weiterlesen »

  • Wer hat Angst vorm schwulen Fußball-Helden?

    Warum gibt es so wenig guten Fußball-Journalismus? Warum wird Fußball als komplexes System, in dem sich Wirtschaft und Unterhaltung auf höchstem Niveau die Hand reichen, nicht annähernd so hochwertig und hintergründig besprochen wie Wirtschaft und Unterhaltung? Diese Fragen gehen mir durch den Kopf als ich heute Mittag in der Schaubühne sitze und einer Podiumsdiskussion lausche, die fragt: Wer hat Angst vorm schwulen Fußball-Helden? weiterlesen »

  • Klingende Pilze gesucht

    Ob nun aus dem eigenen Anbau, gesucht und gesammelt, oder – wenn mal weder das eine noch das andere fruchtbringend ausgefallen ist – vielleicht doch einfach auf dem Markt erworben: Pilze können durchaus auch anderen Zwecken zugeführt werden als dem Verzehr. Dass man Pilze porträtieren kann, kann man mit Blick auf Florian Haas‘ Malerei sehen. Aber sonst? weiterlesen »

  • Berlin vs. Berlin

    Nichts ist mehr, wie es war, in dieser Stadt. Und dabei ist es gar nicht so lange her, dass ich für nur einen Monat hier war, und damals war alles anders. Es war ein heißer Sommer: Raus aus dem öden Dortmund, auf ins fesselnde, hippe, vitale Berlin, das voller Menschen und Ecken schien, die zu entdecken ungemein spannend war. weiterlesen »

  • Am Zahn der Zeit

    Als Opi gehöre ich nicht mehr zu euch Jungen. Mit Frau, Haus, Garten und erwachsenem Sohn scheine ich fest im Bürgertum verortet und damit auch Spezi für Dekadenz zu sein. Und für Zahnverlust: Ober- und Unterkiefer sind zahnlos. Prothesen mussten her. Eines Tages meinte meine Holde, unser bescheidener Wohlstand ließe sicherlich eine komfortablere Lösung zu. Für den Halt der Prothesen gäbe es Implantate. Damit höre wenigstens die Klapperei beim Essen und auch das Wühlen mit der Zunge auf. weiterlesen »

  • Wir nennen es Ehrenamt

    Während sich die Gesandtschaft der Berliner Gazette – Krystian Woznicki und, yours truly, Fabian Wolff – im ICE nach Nürnberg auf sich die am gleichen Tag stattfindende Verleihung des Alternativen Medienpreises 2010 vorbereitet, wird der hinter ihnen sitzende Alpha-Blogger Sibelius Schiava (Anm.d.Red.: Name geändert) von seinem Sitz und aus dem Abteil vertrieben, weil er keine Platzkarte hat. Eine Real-Life-Metapher. weiterlesen »

  • Hört Westerwelle auf seine Prostata?

    Faule Zähne symbolisieren Dekadenz. Gesunde Beißer stehen für einen gesunden, überlebensfähigen Menschen, modelliert am Bild des Kaufmanns. Und so genügt bei Thomas Mann ein Blick auf das Gebiss des Bürgertums, um eindeutige Unterscheidungen zu treffen: zwischen jenen, die das Interesse am leidenschaftlichen Wirtschaften verloren haben und jenen, die den Biss noch haben. Einhundert Jahre später gibt es solche klaren Trennlinien nicht mehr. Man könnte sagen: Alle haben faule Zähne. weiterlesen »

  • Zum Glück kein Arschlochkind

    Moderne Väter. Was stellt man sich heute darunter vor? Sind es die Väter, die mit Tragetuch und Hanf-Hose durch Prenzlauer Berg streifen, auf dem Weg zum nächsten FABEL-Kurs? Oder sind es die schicken jungen Väter in Anzug und Krawatte, die den neuen Peg-Pérego vor sich her schieben, damit sich die Frau, die nun Mutter ist, eine kleine Entspannungsmassage genehmigen kann, bevor der Mann wieder ins Büro eilt? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Wie alles in unserem Leben, ist auch das Vaterbild vollends individualisiert worden. weiterlesen »

  • Welche Universitäten wollen wir?

    Heute findet im Haus der Kulturen der Welt ein tazLAB zum Thema “Welche Universitäten wollen wir?” statt. Fabian Wolff und ich sind ab jetzt vor Ort um via Twitter live von der Veranstaltung zu berichten – mit Zitaten, Kommentaren und Fotos. weiterlesen »

  • Widerstand ohne Worte

    Blicken wir auf die gegenwärtige Krise, so wird folgendes deutlich: Es ist offenkundig keine Krise, die – innersystemisch, in der Politik, der öffentlichen Meinung oder auf der Straße – das Prinzip kapitalistischen Wirtschaftens als solches ernsthaft infrage gestellt hat. Das kann man bedauern oder begrüßen, es lässt sich zunächst aber erstmal feststellen. weiterlesen »