• Zombies beim Schoenheitschirurgen

    Nano-Technik fuer die Haare, Acthyderm und Mesoportation, Botox in die Falten, ein Sixpack aus Silikon. Spanier und Spanierinnen versuchen die Schoensten der Welt zu werden – und der Rest Europas zieht eifrig nach. Brueste muessen groesser sein, das Fett am Bauch muss weg, Oberschenkel werden abgesaugt, Hintern kuenstlich aufgeblasen. Nasen, Ohren und was weiss ich noch alles, werden zurecht geschnipselt, in Form gebracht … nichts soll mehr an die Natur erinnern, nichts darf krumm wachsen und bleiben wie es ist.

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    Wir akzeptieren keine Koerper, die nicht der Norm entsprechen. Wir wollen, dass sie uns mit ihrem schoenen Schein verwirren. Es macht nichts, wenn in der Seele dunkelste Depressionen lauern, solange wir der Welt ein frisch geliftetes Gesicht entgegenhalten koennen und unsere aufgespritzten Lippen grinsen. Allein in Spanien werden pro Jahr ueber 350.000 aesthetische Eingriffe von plastischen Chirurgen durchgefuehrt. Es gehoert zu den ersten Laendern in Europa, in denen Schoenheitskliniken entstanden.

    Kritische Stimmen sind kaum zu hoeren. Im Gegenteil: Vor ein paar Tagen feierte man 20 Jahre Botox – eine Hommage an das Mittelchen, das die Menschen endlich gluecklich (?) machte. Nur am Rande: Spanien gehoert zu den Laendern mit den meisten Magersuechtigen. Keine Schmerzen sind zu gross, keine Wirtschaftskrise ist zu gewaltig, um nicht ein kleines Vermoegen dafuer auszugeben, sich regelmaessig unters Messer zu legen. Eine Gesellschaft von Zombies entsteht, in deren leeren Koepfen nur mehr die eine Frage kreist: Bin ich auch schoen genug?


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