• Stille Wasser sind tief – und dreckig

    Dass im Internet ein breites Spektrum an Niveau zu finden ist, ist keine Neuigkeit. Doch dass es auf dem Thermometer des guten Geschmacks und der Moral einen solchen Tiefpunkt erreicht, dass die Augen des Betrachters vor Kaelte erstarren, hat man nicht fuer moeglich gehalten. Doch belehren uns Spiele wie Das Arbeitslosenspiel, „Drogendealer“ oder „Syndicates“ eines Besseren.

    Letzteres ist ein Browsergame fuer angehende Warlords und schafft die perfekte Symbiose aus Kriegs– und Wirtschaftssimulation.

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    Das diese Symbiose in der Realitaet nicht erst entwickelt werden muss, sondern eine Voraussetzung fuer Krieg und boomende Wirtschaft ist, kommt den unzaehligen privaten Sicherheitsfirmen wie DynCorp und Triple Canopy so recht daher gelaufen wie der Zivilist vor die Gewehrmuendung. In den Kriegsspielen kommt es bei Friendly Fire nur zu Bussgeldstrafen. In der Realitaet passiert allerdings auch nicht mehr. Der Unterschied ist, dass die Todesopfer real sind. Die Grauzonen in den Gesetzen, im Irak und anderen Einsatzgebieten weltweit, in denen sich die Kriegstreiber bewegen, sind so truebe wie ihre Namen selbst – Blackwater.

    Begeht man in den Spielen des Internets einen schwerwiegenden Fehler, reicht nicht ein Mausklick aus, um alles wieder ins Lot zu bringen, doch kann man, wenn man moechte, jederzeit von vorne beginnen. In den Krisengebieten der Welt, in der Kugeln wirklich toeten, gibt es diese Option nicht – es ist Echtzeit. Auch ist der Krieg, der durch Medien zum Anfassen greifbar nah wird, nicht so geschmacksneutral wie das Internet. Fuer Schattenarmeen schmeckt er nach masslosem Profit und fuer ihre Opfer nach Blut vermischt mit heissem Wuestensand.


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