• Mein 2010 als Ode: Schöneberg, Hitze und Schnee

    Wiederholung und Neuanfang. Diese zwei Erfahrungen bestimmen unser Leben. Die Berliner Gazette-Autorin Lena Posingies weiß davon ein Lied zu singen.

    Der erste Frühling in einem neuen Viertel. Die Straßen voller Cafés, ein richtiger Markt am Wochenende, neue Nachbarn, viele neue Bars und Restaurants, die besten Second Hand-Läden der Stadt. Endlich etwas Neues kennenlernen!

    Der erste Sommer, in dem ich nachts nicht schlafen kann. Egal, dass die Wohnung nach Norden geht – Altbauwände heizen sich auf, der Schlaf bleibt aus. Jede Bewegung ist anstrengend, jede Berührung nervtötend. War es jemals so heiß? Wie soll man da arbeiten, Fahrrad fahren, sich überhaupt irgendwie bewegen?

    Irgendwie geht es, dann zieht man halt weniger an, fährt langsamer Fahrrad, und eigentlich ist das Wetter doch toll, alle Sommerklamotten mal wieder tragen, ab an die Spree, an den See. Mit der S-Bahn durch die Stadt und rausschauen, ein Traum. Berlin ist im Sommer so schön!

    Rehberge reicht aus

    Der zweite Winter, in dem mich jeder Schritt nervt. Vor einigen Jahren erzählte ich gern, Berlin im Winter sei nicht so der Hammer. Es ist zwar kalt, aber Schnee bleibt nie liegen, alles wird grau und matschig und eklig. Inzwischen werde ich ausgelacht: „Ja das erzählen Berliner immer wieder, aber die letzten paar Jahre war immer alles weiß!“ Ja, stimmt.

    Was ist bloß los mit dem Winter in dieser Stadt? War es jemals so kalt? 2009 begann die S-Bahn, mit Schnee massive Probleme zu haben. Ich krieg‘ ne Krise, wenn ich nicht normal die Straße entlanggehen kann, wenn ich bei jedem Schritt Angst habe, hinzufallen.

    Aber das lässt sich lösen: neue, „richtige“ Winterstiefel und es läuft. Und eigentlich ist ein weißes Berlin doch ein sehr schönes – wie damals, in der Kindheit. Dann freut man sich ein bisschen mehr auf Weihnachten, und für den Winterspaziergang braucht man nicht ins Umland fahren, Rehberge reicht aus.

    Was für eine schöne Stadt, in der ich lebe.

    Meine Top of the Pops 2010

    Filme
    Charlie St. Cloud
    The American
    Twilight – Eclipse

    Bücher
    Perikles Monioudis – Palladium
    L. M. Montgomery – Anne of Green Gables
    Markus Zusak – Die Bücherdiebin
    Stephan Thome – Grenzgang

    Musik
    Till Brönner – At the end of the day
    Herbert Grönemeyer – Bochum


1 Kommentar zu Mein 2010 als Ode: Schöneberg, Hitze und Schnee

  • Johanna T. am 09.01.2011 11:39
    Hihi, am besten gefallen mir deine Top-Filme, warum gehen die Leute eigentlich nach Schöneberg? Ich dachte, der Bezirk war vor zwanzig Jahren mal cool gewesen, oder habe ich die falschen Infos? :)

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