• Schindhaus-Kino

    „Werewolf Women of the SS“: Die Wahrheit ueber Hitlers diabolische Plaene, eine Rasse von Superfrauen zu erschaffen. Der neue Film von Rob Zombie. Eine Hommage an Ilsa, She Wolf of the SS und ein typischer Film des Exploitation Gen- re, das den Aufwand fuer Qualitaetsfilme zu Gunsten von B- Movies scheut, um die archaischeren Neigungen des Publikums anzusprechen, im Wesentlichen durch verbotenen Sex, ueppige Gewaltdarstellung, Drogengebrauch, Nacktheit, Blut, Monster, Zerstoerung, Rebellion und Chaos.

    Filme dieses Genres hatten ihre Bluetezeit in den 70ern und wurden in Grind- house-Kinos als Doppelvorstellung gezeigt. Da gab es schon mal Kratzer auf der Kopie und fehlende Spulen.

    So auch im neuen Films des Duos Tarantino/Rodriguez, >Grindhouse<, der all diese Merkmale vortaeuscht und so ei- nen Grindhouse-Kinoabend in den 70ern perfekt simuliert. Da- zu gibt es Previews weiterer fiktiver Exploitation Filme wie des eingangs erwähnten, die von befreundeten Regisseuren (Eli Roth, Edgar Wright) beigesteuert wurden. Auf den ers- ten Blick scheint alles stimmig, der Soundtrack, die Kleidung und die Autos. Allerdings gibt es Handys und Pager, Irak-Ver- wundete und einen Offizier (Bruce Willis), der Bin Laden er- schossen haben will. Zudem ist eine Preview doch nicht fiktiv: Rodriguez’ >Machete< kommt in echt im September in die US-Kinos. Durch diese Anachronismen wird die Simulation iro- nisch gebrochen – Postmoderne par excellence.

    Der fiktive Abend beginnt mit Planet Terror (Rodriguez), ei- nem klassischen Zombiefilm. Der biologische Kampfstoff DC2 wurde freigesetzt und nun kaempft eine Gruppe von DC2-Re- sistenten gegen ein stetig wachsendes Heer von glibberigen Infizierten. Der zweite Film, Death Proof (Tarantino), verleiht den Verfolgungsjagdfilmen der 70er neuen Glanz. Stuntman Mike (Kurt Russel) ermordet mit seinem todessicheren Ford Thunderbolt Hollywood-Starlets, bis sich ihm eine Frauenclique in einem geliehenen Dodge Challenger, exakt baugleich mit Kowalskis in >Vanishing Point<, entgegenstellt. Fuer den deutschen Markt wird die Kunst dem Mammon geopfert, Grindhouse in zwei Teile zerhackt und in falscher Reihenfol- ge gezeigt. Ein Skandal! Hoffnung macht allein das Geruecht, dass mit dem Start von Planet Terror am 23.08. (>Death Proof< 19.07.) die volle Version von Grindhouse in die Kinos kommen soll.


9 Kommentare zu Schindhaus-Kino

  • Susanne am 13.07.2007 11:40
    Ich will Werewolf Women of the SS "in echt", können die Herren das nicht mal postmodern in Erwägung brechen?
  • Ich fürchte du wirst dich mit dem Vorbild begnügen müssen, "Ilsa, She Wolf of the SS" klingt doch auch nicht schlecht, oder?
  • Rainer Maria am 13.07.2007 12:58
    Aber hat sich Tarantinos ironischer Stil nicht nach 15 Jahren erschöpft? Die Vorschau von Death Proof war erschütternd flach und dass alles nur Zitat sein soll, hilft mir diesmal auch nicht weiter. Was unterscheidet "Death Proof" von "Pulp Fiction"?
  • @Rainer: Na ja, zunächst, dass "Thunderbolt Death Proof" (so der eigentliche Titel) weit weniger komplex ist als Pulp Fiction, keine verschiedenen Plots, sondern nur ein einziger. Ich finde es schwierig die beiden Filme miteinander zu vergleichen, da sie einfach zu verschieden sind. Sinn macht "Death Proof" für mich sowieso nur im Gesamtpaket "Grindhouse", da zum Beispiel zwei Charaktere aus "Planet Terror" wieder auftauchen und man so noch einige fehlende Informationen bekommt. Die Stuntsequenz "Shipsmast" ist wirklich atemberaubend, schön auch, dass der Charakter Zoe in Wirklichkeit Zoe heißt und Stuntfrau ist (wie im Film) und schon bei mehreren Tarantino-Projekten mitgemacht hat.
    Dazu gibt es schöne ;) Splattereffekte.
    Die Dialoge sind zudem großartig ("Well damn if you ain't so sweet you make sugar taste like salt". Wie schon bei Kill Bill, sind in beiden "Grindhouse-Features" Frauen die eigentlichen Heldinnen. Für mich persönlich ist "Death Proof" der beste Tarantino-Streifen seit "Pulp Fiction".
    ...und: Einmal angucken sagt mehr als tausend Worte!
  • Susanne am 13.07.2007 16:43
    @ Rainer: Ich fände es nach all dem Tarantino-Mist nach Pulp Fiction schon ziemlich denkwürdig, wenn sich Death Proof und Pulp Fiction nicht unterschieden, und Ersteres somit an Letzteres heranreichte!

    @ Tobias: Ein Sie-Wolf ist aber keine Werwolf-Frau, SS hin oder her!:(
  • Rainer Maria am 13.07.2007 19:58
    na gut, vielleicht habt ihr recht. Ich werde ihn mir angucken, nach deiner Kritik Tobias zusammen mit Gridhouse. Und in Cannes soln'se auch viel gelacht haben...
  • @Susanne: Ist trotzdem ein Klassiker, die Ilsa, die reißt immer den Männern ihre Sch... ab, wenn sie unbefriedigend waren und pisst den KZ-Kommandanten "in echt" an. Und einen Werwolf hab ich schon zu Hause ;)
  • Susanne am 13.07.2007 21:18
    @Rainer: Genau, in Cannes sind die so richtig lustig, wenn´s sein muss, da kennen die gar nix! Das kriegen wir auch hin.

    @Tobias: In echt in echt?
  • @Susanne: In superecht (schärfer als die Realität), als wenn du das nicht wüsstest.

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