• UNO-Intervention in Japan? Weltgemeinschaft und Nation im Fall der (präzedenzlosen) Katastrophe

    Die Katastrophe in Japan hat auch eine gute Nachricht hervorgebracht: Das verlorene Wir-Gefühl der Nation ist wieder da. Doch die Schicksalsgemeinschaft, die nach dem 11.3.2011ff Gestalt angenommen hat, verkennt das, was sie eint: ihr Schicksal. Und Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki fragt: Darf die Weltgemeinschaft (vertreten durch die UNO) dabei zusehen? Und noch viel wichtiger: Ist die UNO in ihrer gegenwärtigen Verfassung überhaupt in der Lage, die Weltgemeinschaft und ihre Verantwortung angemessen zu vertreten? Update blau, fett markiert, 28.3.2011; Update braun, fett markiert, 31.3.2011.

    Die Gesellschaft Japans war in den letzten 20 Jahren im Zuge der Post-Bubble-Depression nach und nach auseinandergefallen. Das berühmte nachbarschaftliche Miteinander war schon in den 1990er Jahren nicht mehr intakt. Ein Symptom war der Tamagotchi-Boom: Sorge und Mitgefühl wurden warenförmig und deren Adressat eine Maschine. In den Nuller Jahren, der bislang düstersten Dekade seit dem Zweiten Weltkrieg, verloren zunehmend viele die Hoffnung, dass sich das Land von der anhaltenden Wirtschaftskrise wieder erholt – kaum ein Mensch glaubte noch an eine Renaissance Japans.

    Die Japan-Experten Prof. Tomiko Yoda und Prof. Harry D. Harootunian haben diesen Zustand in ihrem Buch enorm plastisch auf den Punkt gebracht: Japan After Japan.

    Warum bittet Japan die Weltgemeinschaft nicht um Hilfe?

    Die Entwicklungen nach dem 11.3.2011ff führen anscheinend vor Augen, wie gut sich eine derart gebeutelte Gesellschaft am Nullpunkt ihrer Existenz zurechtfindet. Das gemeinsame Schicksal eint sie wieder, macht sie wieder stark. Nach den schier unerklärbaren Verfehlungen der letzten Dekaden gibt es wieder eine Aufgabe, die lösbar scheint. Japan wiederaufbauen? Die Menschen sagen sich: Das haben wir schon einmal geschafft. Hiroki Azuma, seines Zeichens Repräsentant der Nachwuchselite Japans, sagt, dass er froh sei, endlich wieder stolz auf sein eigenes Land sein zu können. Dies ist auch der Moment, in dem das Nationalsymbol Japans, der Kaiser, wirkungsvoll ins Spiel kommt. Er, der sich in den letzten 20 Jahren von der Bevölkerung entfremdet hatte, öffnet sein Herz, seine Arme… und sein Anwesen für die Opfer der Katastrophe.

    Die Kehrseite dieser Entwicklung ist verklärender Nationalismus. Genauer gesagt: die Tatsache, dass die Schicksalsgemeinschaft, die hier unter den Augen der Weltöffentlichkeit entsteht, ihr eigentliches Schicksal verkennt. Was Japan im Moment der Katastrophe eint, ist ein Feindbild, das nur in Teilen angemessen erfasst ist. Das neue Wir wächst in Reibung mit den sichtbaren Schäden: die Trümmer, die das Erdbeben und der Tsunami hinterlassen haben. Doch der eigentliche Feind ist die Nuklearkatastrophe: unsichtbar und schleichend, niemand ist darauf vorbereitet, gegen sie anzukämpfen. Sowohl die Regierung als auch die Bevölkerung Japans ist nicht bereit (bzw. nicht in der Lage), dieses, ihr eigentliches Schicksal anzuerkennen.

    Eine Mischung aus neu erwachtem Nationalstolz und Selbstüberschätzung, Unwissen und Überforderung verbaut den Menschen den Fluchtweg aus der Katastrophe. Alles in allem Voraussetzungen, die, von Außen betrachtet, die Hilfe des UNO-Sicherheitsrats erforderlich erscheinen lassen, aus der Innenperspektive aber gegen eine solche Lösung arbeiten.

    Warum schreitet die Weltgemeinschaft nicht ein?

    Während die Nuklearkatastrophe von ausländischen Beobachtern neuerdings auf eine Stufe mit Tschernobyl gestellt wird, engagiert sich die so genannte Weltgemeinschaft in Libyen. Die UNO könnte zu ihrer Entlastung sagen: “Aber Japan hat uns nicht um Hilfe gerufen. Im Gegenteil: Unsere Hinweise, etwa die Evakuierungszone deutlich zu vergrößern, wurden nicht angenommen, mit der Anmerkung, jedes Land habe seine eigenen Standards.” Doch man muss sich ernsthaft fragen: Dürfen wir, darf die Weltgemeinschaft, das gelten lassen? Darf sie mehr oder weniger erbeten in Libyen intervenieren und im Falle Japans mehr oder weniger erbetenermaßen einfach zusehen, wie sich zahlreiche Menschen, vermutlich Millionen, in die nukleare Katastrophe hineinmanövrieren?

    Eines ist sicher: Die Frage hinsichtlich der Verantwortung, die die Weltgemeinschaft in so einem Fall trägt, ist seit längerem offen. Atomexperte Najmedin Meshkati von der University of Southern California, der übrigens international koordiniertes Handeln in der aktuellen Japan-Krise als viel wichtiger erachtet als die vom UNO-Sicherheitsrat beschlossene Flugverbotszone über Libyen, hatte bereits 1993 an die UNO appelliert, die Welt nach Tschernobyl brauche einen internationalen Mechanismus im Falle einer nuklearen Atomkatastrophe. Wie er kürzlich der L.A. Times sagte: “We are still in the same place we were all these years after Chernobyl.”

    Die in meinem Text durchaus polemisch aufgeworfene Frage nach einem Eingreifen der Weltgemeinschaft in Japan bekommt heute, also zwei Tage nachdem ich diesen Text verfasst und veröffentlicht habe, eine neue Wendung. Schließlich sind einige Schritte in dieser Sache eingeleitet worden. Der Chef der United Nations Atomic Energy Commission hat einen Gipfel zum Thema nukleare Sicherheit anberaumt, mit der Begründung, die internationale Gemeinschaft müsse nun zu einer “coordinated response” im Angesicht der Krise in Japan finden.

    Bleibt die Frage: Warum erst heute dieser Schritt? Warum nicht schon am 11. oder 12.3.2011? Beziehungsweise schon viel früher. Die internationale Atombehörde wusste seit langem, dass die Reaktoren in Fukushima gravierende Sicherheitsmängel aufweisen und im Erdbebenland Japan das Schlimmste zu befürchten war.
    Viel entscheidender jedoch (denn der Gipfel soll erst im Juni stattfinden): Sollten nicht unabhängig davon noch ganze andere Schritte von Seiten der UNO unternommen werden, die Japan jetzt die nötige Hilfe zukommen lassen? In den Fachforen ist seit einigen Tagen davon zu lesen, dass es höchste Zeit für ein militärisches Katastrophenmanagement sei – manche meinen, am besten im internationalen Verbund. Der renommierte C.U.N.Y.-Physiker Dr. Michio Kaku etwa sagt:

    I have suggested on TV that the leadership of the crisis management be replaced. The utility should be kept on as a consultant, but a top flight international team of nuclear scientists and engineers should take over, aided by access to the Japanese military. The utility is simply overwhelmed by the crisis. Only the mililtary, guided by an international team of top scientists and engineers, can tame this monster.

    Paradoxien der Weltgemeinschaft

    In aktuellen Medienberichten entsteht der Eindruck: die Weltgemeinschaft ist bereits umfassend an der Katastrophenhilfe in Japan beteiligt. So meldet beispielsweise die Japan Times: „World pitches in to offer support“. Regierungen aus 134 Ländern haben Hilfe angeboten, 39 internationale Organisationen beteiligen sich bereits. Die Süddeutsche Zeitung berichtet wiederum von der vorbildlichen Kooperation zwischen den Armeen Japans und der USA sowie der aktiven Beteiligung von 34 Ländern. Ein behutsamer Blick auf die vom Außenministerium Japans zur Verfügung gestellte Karte der internationalen Beteiligung offenbart: Fast alle sind nördlich von Fukushima aktiv und in erster Linie mit den Bergungsarbeiten der Erdbeben- und Tsunami-Opfer beschäftigt. In Fukushima selbst sind nur einige Mitarbeiter der IAEA sowie Mitarbeiter der US-amerikanischen Nuclear Regulation Commission sowie des U.S. Department of Energy vor Ort.

    Das Engagement der Weltgemeinschaft konzentriert sich bei der Dreifach-Katastrophe vom 11.3.2011ff offenbar nicht in erster Linie auf den Super-GAU in Fukushima. Obgleich die Bergungsarbeiten durchaus dazu beitragen, die Nuklearkatastrophe einzudämmen (letztlich ist man im erweiterten Evakuierungsgebiet tätig), bleiben viele Fragen, mit Blick auf Süden, genauer gesagt, Tokio, offen und von den bisherigen Anstrengungen der internationalen Zusammenarbeit weitgehend unbeachtet. Während sich eine Mehrheit des Landes gegen das Krisenmanagement der Regierung ausgesprochen hat und in Tokio die Angst umgeht, kritisiert die UNO die kontinuierlich verwirrende Informationspolitik. Die Berliner Zeitung bringt heute auf der Titelseite den Aufmacher: „UN verzweifeln an Japans Atomchaos“. Der Leiter der UN-Umweltbehörde wird mit den Worten zitiert: „Was im Augenblick für viele am schwersten nachzuvollziehen ist, ist die Frage, wieso Information, deutliche, klare, präzise Information, so schwierig zu bekommen ist“.

    Mit Blick auf die Risikoabwägung für Kernkraftwerke im Allgemeinen und die Dreifach-Katastrophe in Japan im Speziellen wundert sich der Umwelt-Chef der UNO und fragt: “Im Nachhinein muss man aber schon fragen: weshalb wurde eine solche Serie von Zusammenhängen nicht voraus gesehen?” Doch: Wer hat hier versagt? Sicherlich muss sich die UNO auch selbst an die Nase fassen. Immerhin ist sie am Notfallplan der Weltgemeinschaft, dem so genannten „Joint Radiation Emergency Management Plan of the International Organizations” beteiligt, neben zahlreichen anderen staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren. Vor diesem Hintergrund muss sich die UNO vorwerfen lassen, die Verantwortung in Fukushima nicht schneller, bedingungsloser übernommen zu haben.

    Das Bild der Weltgemeinschaft in Zeiten des Super-GAUs erscheint sogar noch widersprüchlicher, wenn man die Handelsbeschränkungen der Welthandelsorganisation (WTO)  in Betracht zieht. Australien, Singapur oder Hongkong haben in Folge des Atomunfalls Importbeschränkungen für Agrarprodukte aus dem Nordosten Japans verhängt. Andere – darunter Deutschland – haben die Kontrollen bei Einfuhren verschärft. Die Regierung Japans warnt vor Überreaktionen und verweist darauf, alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen bei der Ausfuhr unternommen zu haben. Vor zwei Tagen hat sie der WTO vorgesprochen. Es bleibt abzuwarten, was daraus folgt. Der neutrale und unabhängige Einfluss der UNO wird auch in diesem Kontext schmerzlich vermisst. Doch wir müssen uns fragen: Ist die UNO in ihrer gegenwärtigen Verfassung überhaupt in der Lage, die Weltgemeinschaft und ihre Verantwortung angemessen zu vertreten?

    Anm.d.Red.: Wir haben im Angesicht diverser Entwicklungen (u.a. das) erwogen, den Originaltitel des Beitrags “Schicksalsgemeinschaft Japan: Darf die Welt dabei zusehen wie sich Millionen von Menschen in die nukleare Katastrophe hineinmanövrieren?” auszuwechseln. Außerdem haben wir ein neues Aufmacherbild eingepflegt und das alte nach unten geschoben. 29.3.2011, 14 Uhr.


81 Kommentare zu UNO-Intervention in Japan? Weltgemeinschaft und Nation im Fall der (präzedenzlosen) Katastrophe

  • quoop am 26.03.2011 21:45
    Schon am ersten Tag der Katastrophe, als die nukleare Geschichte noch gar nicht angefangen hat, haben viele Menschen gesagt: das Krisengebiet braucht jetzt nur eins: die US Army...
  • Engelberg am 26.03.2011 22:10
    Die Atomlobby innerhalb der "Weltgemeinschafz" auch schon auf dem Schirm? Wenn die Politik im jeweiligen Land sich mit der Atomindustrie verbrürdert, warum sollte es dann auf internationaler Ebene zu einer anderen Gesinnung kommen?

    Ich lese gerade bei Indymedia "Wikipedia unterwandert?"
    und könnte denken: Weltgemeinschaft von Atomlobby unterwandert...

    Wikipedia unterwandert?
    me 17.03.2011 - 16:21
    Nachdem hier gestern bereits ein Beitrag gepostet wurde, in dem es um die pro-Atomlobby Ausrichtung des Wikipediaartikels zur Katastrophe von Tschernobyl ging, sind tatsächlich Veränderungen am Artikel vorgenommen worden - und zwar ist es jetzt noch schlimmer als vorher. Wer hat da gerade seine Finger im Spiel.. ausgerechnet jetzt, wo das Thema akut in aller Munde ist, und hochwichtige Entscheidungen bzgl der atomaren Zukunft plus Landtagswahlen anstehen?

    http://de.indymedia.org/2011/03/302731.shtml
  • Silvia am 26.03.2011 22:34
    besorgniserregend! Aber etwas tut sich doch: Frachtschiffe der US-Kriegsmarine sind mit großen Mengen an Süßwasser zur Unterstützung unterwegs. Sollen Anfang kommender Woche ankomen...
  • wir sprechen über spätschäden, oder?

    ( http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2011/0322/002_atomunfall_2.jsp )

    und ja: interventionen sollten in solchen fällen erwogen werden...
  • Rainald Krome am 27.03.2011 10:42
    Die Lage an der japanischen Atomruine Fukushima gerät völlig außer Kontrolle: Die Radioaktivität an Reaktor 2 ist jetzt zehn Millionen Mal höher als normal, meldet Betreiber Tepco. Die Rettungsarbeiten an dem Meiler wurden unterbrochen. [...]

    "Wenn der Informationsaustausch ordentlich funktioniert hätte, wäre der Zwischenfall möglicherweise verhindert worden", sagte ein Tepco-Manager der Zeitung "Yomiuri".

    ( http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753398,00.html )

    und bei CNN

    http://edition.cnn.com/2011/WORLD/asiapcf/03/27/japan.nuclear.reactors/index.html?hpt=T1
  • Mercedes Bunz sagt in ihrem Libyen-Live-Artikel: "Ich glaube, dass wir nicht zum Schutz der Zivilbevölkerung intervenieren, sondern aus eigenen Interessen."
    ( http://berlinergazette.de/libyen-krieg-transparenz-faszination/ )

    Oder gibt es doch eine Praxis der Intervention im Interesse der (Welt-)Gemeinschaft? Im Interesse eines anderen Akteurs, der nicht in der Lage ist, seine eigenen Interessen angemessen zu vertreten?
  • Man muss sich nur vorstellen, dass große Gebiete für lange Zeit nicht mehr bewohnt werden können und Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Menschen umgesiedelt werden müssten, um zu erahnen, welche finanziellen Folgen ein Super-Gau haben kann.

    http://www.heise.de/tp/blogs/2/149539
  • Ökonom Stephen S. Roach sagt: "Dieser "Japan-Schock" ereignet sich nämlich nicht gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher Stärke. Das gilt nicht nur für Japan selbst, wo seit den frühen 1990er Jahren zwei verlorene Jahrzehnte eine einst dynamische Volkswirtschaft auf einen Wachstumskurs von weniger als 1 Prozent zurückwarfen. Es gilt auch für die Weltwirtschaft insgesamt, die sich gerade erst von den Folgen der schlimmsten Finanzkrise und Rezession seit den 1930er Jahren zu erholen begann. Außerdem ist der Japan-Schock nicht der einzige negative Faktor, der heutzutage eine Rolle spielt. Die Auswirkungen drastisch steigender Ölpreise und anhaltender Staatsschuldenprobleme in Europa sind ebenfalls sehr beunruhigend. Jeder dieser Schocks für sich allein kommt vielleicht nicht als der sprichwörtliche Tropfen infrage, der das Fass zum Überlaufen bringt, aber die Kombination und der Zusammenhang sind, gelinde gesagt, irritierend."

    http://www.ftd.de/politik/international/:top-oekonomen-stephen-s-roach-das-wirtschaftliche-nachbeben-kommt-noch/60028945.html#gmap-0-Fukushima%20Daiichi%20(Reaktor%201
  • Genau richtig, dies ist keine japanische Angelegenheit mehr. Man siehe in

    http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81266.html

    vor allem die letzten Absätze.
  • http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81266.html
  • Jorge Cyterszpiler am 27.03.2011 16:12
    Und jetzt? Bombenteppiche auf Japan oder was? Nuk'em high? Den Kaiser gefangen nehmen?
  • neuro am 27.03.2011 17:43
    Es ist wohl eine Frage der Prioriäten, wie immer, und der Vergleich zwischen Libyen und Japan, wo es in beiden Fällen nicht zuletzt um ENEGERIE geht (Öl und Atom) und deren Einbindung in die Weltwirtschaft, na ja, ist sicher ein sehr plastischer Vergleich, der die Schieflage in den internationalen Interessen zeigt, Merkel wäre selbst gerne sicherlich lieber an einem Votum in Sachen Japan entscheidungsstark aufgetreten als in Libyen, weil eben die Energiefrage ATOM in Deutschland anders liegt als in anderen Ländern, zum Glück muss man sagen,.....

    Slavoi Zizek hat auch schon mal an anderer Stelle auf dieses Problem mit den Prioriäten hingewiesen, ich zitiere:

    "Billions of dollars have been hastily poured into the global banking system in a frantic attempt at financial stabilization. So why has it not been possible to bring the same forces to bear in addressing world poverty and environmental crisis?"
  • Shuichi Fukazawa via facebook am 27.03.2011 17:56
    http://www.zeit.de/2011/13/Japan-Exotisierung
  • Krystian Woznicki am 27.03.2011 18:06
    @Shuichi: vieles richtig in diesem Artikel, aber jetzt gibts eine neue Situation: Die Prämisse des Artikels gilt nicht mehr: "Doch zum Glück ist Fukushima ... bisher kein zweites Tschernobyl geworden." Und man hätte es zwecks Präventation auch früher wissen können.

    siehe auch:

    Zehnmillionenfach erhöhte Strahlenwerte wurden gemessen. Sollte es hier auch zu größeren Freisetzungen von Plutionium kommen, könnte die gesamte japanische Inselgruppe für Jahrtausende unbewohnbar werden. Plutionium hat eine Halbwertszeit von 24.400 Jahren.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34432/1.html
  • Shuichi Fukazawa via facebook am 27.03.2011 19:40
    @Kristian: japan unterschaetzt diese kriese nicht. alle beste wissens und kraefte des japans sind gerade eingesteckt um das problem zu loesen, zwar inklusiv frage nach interantionale hilfe. wir sind immer noch mittendrin. einerseits sieht ...man so viele grosszuegige hilfsbereitschaft in deutschland, andereseits aber so eine analyse von ganz fremden sichtweise. wir koennen sowas spaeter machen, aber fuer jetzt klingt mir etwas asozial. man kann sich leicht davon vorstellen: wenn sowas in deutschland passieren wuerde? gehen alle gleich weg aus ihrem heimat? ich bin sicher: das wollen meiste ueberhaupt nicht. also. wahlergebnis wuerde uns ermutigen.

    ich selber bin wirklich super und so dankbar, dass sich an OPEN HOME PROJECT bundesweit mehr als 750 Leuten, teilweise schon aus weltweit, gemeldet haben, um fuer Evakuirende aus Japan Ihre Wohnungen anzubieten. Ich kann nur dan...ken, dass Sie so hilfsbereit bleiben. Meiner Meinung nach, die Weltgemeinschaft ist gerade schon viel zu tun fuer Japan. Das heisst, hilfsbereit zu sein. Die sind ja so alle hilfsbereit, seit dem Tag. Dafuer bin ich mindestens so dankbar. Ihr Bundespresidaent, Kanzlerin, und viele haben japanische Botschaft in Berlin besucht. Wenn man nun sonst zu tun hat, dann wuerde ich gerne noch konkreter wissen.
  • Claudia Kefer via facebook am 27.03.2011 20:56
    .… und dann noch eine Frage: warum gibt es Drohnen die ich Baumarkt kaufen um meine Nachbarn im suburbanen Lebensräumen auszuspionieren, aber keine Sonden die wie auch immer verstrahltes Gelände vordringen können um zu gucken was da los ist.... Schließlich kreist irdische Technik mittlerweile um den Merkur aber ist wochenlang nicht möglich optisch in ein explodiertes Reaktorgebäude vorzudringen? Man kippt Tonnen von Meersalz in eine atomare Verdampfungsanlage, hat im Land der Teetrinker noch nie jemand eine Espressomaschiene entkalkt? Wenn es schon um nationale Klischeevorstellungen und moderne Mythenbildung geht vermisse ich hier echt den Transformer-HighTec Charm
  • @shuichi: kein land der welt ist in der lage eine atom-katastrophe allein zu bewältigen, besonders dann nicht, wenn sie von einer erdbeben- und tsunami-katastrophe flankiert wird. das US-militär hat mit katastrophenhilfe viel erfahrung. schon am ersten tag wäre diese unterstützung richtig und wichtig gewesen!

    @Claudia: telepolis hat dazu einen text geschrieben:

    ( http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34428/1.html )

    ich teile nicht unbedingt die kulturell spezifische interpretation.

    wir müssen annehmen: die krisenmanager sind total überfordert und haben schlichtweg keinen plan
  • shuichi fukazawa am 27.03.2011 21:07
    es geht um standpunkt, wo man steht und wofuer. wenn so eine stimme von innen der kriese kommen wuerde, dann koennte es aufruf sein. aber sonst wie wem wofuer wurde dieser artikel geschrieben, das wuerde ich gerne wissen. mir riecht anspruch dieses artikel irgendwie nach kreuzfahlt. koennte sein, andere asianlaender und afrika nicht in weltgemeinschaft inklusiv, die in artikel bezeichnet ist?
  • shuichi fukazawa am 27.03.2011 21:15
    @Kristian: ich frage nur, was nutzt sich gerade solche analye, auch wenn es korrekt im nachhinein waere? mir klingt bloss der artikel eine provokation oder hetze. worum? um sich selbst zu ueberzeugen, oder wortspiel pur. andere meinung ist auch willkommen.
  • zeppo am 27.03.2011 22:58
    AKW-Betreiber Tepco korrigiert: Die Strahlung im Wasser des Turbinenhauses in Reaktor 2 sei um das 100.000fache erhöht - nicht um zehn Millionen. "Wer Atomkraftwerke betreibt, sollte in der Lage sein, Messwerte richtig anzugeben", kommentiert Kernphysiker Heinz Smital (Greenpeace). Spätestens jetzt seien Zweifel an der Zuverlässigkeit und Kompetenz von Tepco angebracht
  • zeppo am 27.03.2011 22:59
    http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/atomarer_notstand_in_japan_teil_2/
  • Carina Gauggel via facebook am 28.03.2011 09:41
    Sind die meisten von uns eigentlich in der Lage sich in diese Situation reinzufühlen, ohne diese Erfahrung gemacht zu haben.

    Die Menschen in Japan sind gewöhnt an Erdbeben und andere Naturkatastrophen. Sie haben jetzt nicht das erste Mal die negativen Erfahrungen mit Atom gemacht. Das hat doch nichts mit Nationalsozialismus zutun. Als vor wenigen Jahren hier Dörfer und Städte überflutet waren, sind wir auch nicht weggerannt, sondern haben einander geholfen. Meiner Meinung können wir einiges von den Japanern lernen : Ruhe, Realismus und Gelassenheit.
  • @Carina: keine Erfahrung mit Atom, sondern mit der Atombombe: ein Trauma, das nicht aufgearbeitet worden ist, wie ein Historiker aus Japan zeigt:

    ( http://berlinergazette.de/atomkraft-japan-gegnerinnen-lobby-und-die-ueberlebenden-von-hiroshima-und-fukushima )

    @Shuichi: ich mache mir extreme Sorgen: ich habe in Japan 7 Jahre lang gelebt (kenne sehr gut die Geschichte des Landes, u.a. auch die Beziehung zu USA) und die aktuelle Situation dort genau verfolgt/analysiert: Mein Artikel fragt nach der Verantwortung, die die Welt hat, wenn wie jetzt das Undenkbare passiert. Ich denke, es ist die Verantwortung, zu handeln: Zusammenarbeit vor Ort. Es ist noch nicht zu spät. Ansonsten müssen wir aus dieser Geschichte viel, viel lernen.
  • Der Atomexperte Najmedin Meshkati von der University of Southern California sagte, die Situation sei deutlich ernster als angegeben. "Das ist deutlich mehr als das, was eine Nation alleine bewältigen kann." Meshkati forderte ein Eingreifen des Uno-Sicherheitsrates.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753482,00.html
  • Bernd Brincken am 28.03.2011 11:23
    Jetzt wird's aber langsam peinlich mit den Versuchen, das ganze Weltgeschehen aus der Brille der Berliner Wahrnehmungsphilosophie zu deuten; höflich formuliert.

    Wurden in Japan menschengemachte Bomben von Menschen auf Städte voll mit Menschen geworfen?
    Ahh .. klick , klick .. ok .. danke ..
  • Die Hauptaufgabe des UN-Sicherheitsrats: Nach Artikel 24 I der Charta der Vereinten Nationen sollen ihm (dem Weltsicherheitsrat) die Mitgliedstaaten "die Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit" übertragen.
  • @Bernd Brinken: Was genau meinst du hiermit: "Wurden in Japan menschengemachte Bomben von Menschen auf Städte voll mit Menschen geworfen? Ahh .. klick , klick .. ok .. danke .."?
  • imho stehen die japaner, und damit aber auch wir vor einem einigermaßen gravierenden problem:

    wie bringt eine freiheitlich demokratisch ausgerichtete gesellschaft tausende, oder vielleicht hunderttausende menschen dazu, ihr leben zu opfern um einen betonsarkophag nach art von tschernobyl in fukushima zu errichten?

    das mag durchaus etwas pathetisch und dramatisch klingen, ist aber glaube ich von einer gewissen bedeutung.

    hier kann man meines erachtens gar nicht genug drüber diskutieren.

    wir können uns ja dann im nachhinein immer noch freuen, wenn wir mal wieder etwas zu hysterisch gewesen sein sollten.

    telepolis dazu:

    ( http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34432/1.html )

    kann man lesen und bewerten wie man will, lesen kann man es aber mal.
  • @Bernd: Libyen-Engagement wurde nach dem 11.3.2011 durchgewunken, obgleich die Dreifachkatastrophe in Japan schon zu dem Zeitpunkt ganz eindeutig die internationale Hilfe notwendig gemacht hat.
  • Bernd Brincken am 28.03.2011 12:33
    Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen ist nicht zu erkennen. Wenn Japan um Unterstützung aus dem Auslang gebeten hätte, dann hätten sie diese sicher bekommen. Nicht alles. was hinkt, ist ein Zusammenhang ..
  • Warum Japan nicht um Hilfe gebeten hat, wird in meinem Text analysiert, es in erster Linie auf einen neu erwachten Nationalstolz zurückzuführen. Deshalb frage ich auch nach der Notwendigkeit einer Intervention.

    ( http://berlinergazette.de/schicksalsgemeinschaft-japan-weltgemeinschaft-nukleare-katastrophe/ )

    Und hier geht es der großen Politik um Interessen zugunsten von Libyen (übrigens äußerst streitbar, wenn man den größeren Zusammenhang der Weltwirtschaft in Betracht zieht), aber es sollte eben auch bzw. in erster Linie um Verantwortung gehen!
  • @fk: "kann man lesen und bewerten wie man will, lesen kann man es aber mal."

    ich finde, das kann man sich schenken, vor allem den TP artikel. diese verstrahlte berichterstattung der letzten wochen in deutschen medien war eine zumutung. passiert aber nach meiner beobachtung oft bei themen, die
    fundierte naturwissenschaftlich/technische kenntnisse erforderten. dann brauchts eben diese ganzen experten aus forschungsredaktionen, mit ihren albernen vergleichen aus sandkasten und puppenküche.

    eine empfehlenswerte quelle zum thema ist
    ( http://www.theoildrum.com/ )

    das rauschen dort hat zwar auch zugenommen seit fukushima, aber es schreiben unter anderem auch solche, die kraftwerke bauen, materialien erforschen, in TMI 1979 auf dem leitstand waren, etc.

    "wie bringt eine freiheitlich demokratisch ausgerichtete gesellschaft tausende, oder vielleicht hunderttausende menschen dazu, ihr leben zu opfern um einen betonsarkophag nach art von tschernobyl in fukushima zu errichten?"

    das kann man gerade in tschernobyl sehen. dort wird ein stück vom reaktor entfernt ein zweiter betonkasten gebaut, der auf schienen über den ersten gefahren werden soll. strahlung ist dort nicht das primäre problem, sondern kontamination (auch in japan, von der unmittelbaren umgebung des akw abgesehen).

    gruß, udo
  • Martin Heydecke am 28.03.2011 14:29
    Durchaus eine erfrischende Sicht, Libyen (Erdöl-Interessen ) und Japan (Atomenergie-Lobbyismus ) zusammenzudenken - und ich finde auch, die internationale Hilfe der IAEO / bzw. der UNO und der angeschlossenen Organisationen sollte dem überforderten, sich selbst überschätzenden Japan aufgedrängt werden, wenn notwendig auch per Intervention. Aber das werden wir alles als Entwicklung in den nächsten Wochen erleben.
    Aber hier auch mal eine ANTI-RATIONALE Deutung / Beschreibung der gegenwärtigen Katastrophe: dieser sich entwickelnde japanische Super-GAU ist wirklich als der ANFANG der APOKALYPSE von 2012 zu sehen ...
  • der folgende link passt indirekt in diesen thread. indirekt weil es natürlich auch um die auswirkungen von #fukushima geht aber auch, da es im folgenden artikel um ein oben erwähntes detail - nämlich das der feindbilder - geht.
    http://www.pussyimploder.com/2011/pragende-bilder/

    hgfk
  • der letzte link ist kaputt. schade.
    deshalb hier noch mal

    http://www.pussyimploder.com/2011/pragende-bilder/
  • shuichi fukazawa am 28.03.2011 15:14
    ich also finde von meisten diskussion hier keine hilfsbereitschaft sondern nur durchschnittliche analyse von ganz fremden sicht, oder ein sicht ganz von oben in safety zone ohne mitgefuehl. daran fehlt eindeutich was und wie japan sich mit der sache mit internationaler hilfe beschaeftigt ist. keine einzige erwaehnung darueber, wie woran japaner gerade denkt. also keine einzige idee drauf, mit japan die sache zu erledigen. naja, schon schlau, bloss nur durch eine banale vorschlag mit uno-sicherheitsrat. das ist doch kein thema, weil schon internationale buendnis mit respekt bei japan ist. frankreich ist auch gebeten, usa ist laengst im einsatz. koennte sein, dass wir vor drei katastrophe auf anhieb orientierungslos waren. und was jetzt? was ich ueberschaetzt sein moege waere doch berliner garzette. das war mir indipendent, respektabel, amusant und informativ. bitte eher noch einfacher schreiben, ohne gleichgueltige kenntnisse einzufalten, dann hauptanspruch des artikels ist nicht anders als boulevard, die die leute hetzt. unwissend ist der grund der furcht, das gilt dem artikel. totaler rescherschmangel. auch meine frage ist nicht geantwortet: wer hat warum zu wem fuer welchem zweck diesen artikel geschriegen und welche verantwortung nimmt er denn oder wuerde er mindestens nehmen gedacht? keine einzige freund von mir in deutschland haette so eine denkweise. noch eins: jeder weiss, wir sind verantwortlich fuer die sache, nicht andere. mit komischen wortspiel wuerde ich gerne schluss machen. schade eigentlich.
  • shuichi fukazawa am 28.03.2011 15:25
    also recherschemangel ist gemeint: naturwissenschaftlich. wie atomversaucht verbreitet wird, inwieweit wir safe sein kann, wie kann man akw in ruhe bringen, alles ist nicht nur politisch, sondern wissenschaftliche sache. nicht nur ein prof. zitieren, das ist doch ein beweiss der rescherschmangel. wortspiel ist gemeint: diese diskussion hat kein kraft fuer irgendwas nutzliches. sieben jahre in japan ist doch als fremder mann, schaetze ich mal. ich weiss nicht langsam warum ich so lange schreibe... naja vielleicht ein bisschen traurig von solchen sichtweise, standpunkt. ich selber habe schon nur gute freunde, gute seele in deutschland, merke ich mal gerade. von den fuehle ich mich mindestens respekt.
  • Lieber shuichi,

    dieser Text ist ein Text von ganz vielen, den wir in der Berliner Gazette in letzter Zeit zum Thema gebracht haben. Wir haben drei Texte veröffentlicht von Menschen, die direkt vor Ort sind. Zwei Texte von Jacinta Hin beschreiben sehr persönlich, wie es den Menschen in Japan gerade ergeht:

    ( http://berlinergazette.de/japan-erdbeben-lagebericht-twitter-facebook/ )

    ( http://berlinergazette.de/wiederaufbau-japans-nach-erdbeben/ )

    Der Text von Krystian beschreibt nur eine Facette der Diskussion.
  • @udo (#32): "das kann man gerade in tschernobyl sehen."

    verzeihung, das hatte ich wohl falsch formuliert. es ging mir jetzt nicht um die frage wer das errichtete gebäude in fukushima in zukunft repariert und in stand hält.

    die frage die sich mir derzeit stellt ist, wer jetzt die konkret anstehende arbeit dort machen wird. d.h. wer buddelt nun die nächsten monate im kontaminierten schutt, dreck und strahlenden brackwasser. wenn ich das richtig verstanden habe, sind von den arbeitern, die nach dem gau 1986 in tschernobyl eine ähnliche aufgabe übernommen haben, mitterweile sehr viele an den folgen gestorben oder schwer erkrankt.

    mag sein, dass ich das zu dramatisch sehe. aber mir zumindest erscheinen diese voraussetzungen doch recht problematisch um ein anstellungsverhältnis nach regulärem muster einzugehen. von daher finde ich es durchaus legitim und sinnvoll über die gesellschaftlichen fragen rund um fukushima zu diskutieren.

    auch wenn es mal zu einem fehlschuß oder einer überrekation kommt, oder eventuell nicht jede these sofort ein volltreffer sein sollte.
  • Angelika Prangnitz am 28.03.2011 16:45
    Es sind viele, vielleicht zu viele Emotionen im Spiel... Aber die Frage nach der Intervention ist berechtigt, weil das Regelwerk der UNO für einen solchen Fall nicht ausgelegt ist --- nehme ich ganz stark an
  • shuichi fukazawa am 28.03.2011 18:08
    ich finde einfach schade, dass so ein japan-kenner leistungen, gefuehl und beschaftigungen japaners als unnutzlich beiseite laesst. um moeglichkeit oder noetigkeit der intervension zu disktieren, das ist ja eigentlich gut, dann waere es sehr ehrlich und ernste verhalten, daher anzufangen: wenn in deutschland, in frankreich, in england von akw-katastrophe genauso gross wie diesmal in japan (terror, defekt, egal wie) ergriffen wuerde, wuerde eine intervension von uno noetig und gueltig oder nicht, wie, wann, in welchem bedingungen (ausnahmeweise oder als neue regeln)? ein vergleich mit libyen hinkt (gar hier nur ein beispiel genommen ist), da sehe ich wirklich keine interigenz leider, sondern provokation pur. ueber die weltgemeinschaft zu disktieren ist natuerlich wichtig, aber nicht von dem standpunkt von berliner gazette. apropos, im wahl in bw und rp gestern war sehr viel zu sehen, weil das von eigener sache angefangen ist. ich wuerde eigentlich gerne eine antwort bekommen fuer meine frage... ist mein wuensch vergebens? vielleicht koennte ich mich damit ueberzeugen...
  • shuichi fukazawa am 28.03.2011 18:14
    ueber emotion: den artikel finde ich sehr emotionell. mit spiel habe ich leider hier nicht zu tun.
  • shuichi fukazawa am 28.03.2011 18:58
    ist die intervension sowas gemeint vieilleicht?

    http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E70483587AED34A019A3C364DCD823DFD~ATpl~Ecommon~Scontent.html
  • solfrank am 28.03.2011 19:21
    Experte: "UNO muss Krise managen".
    http://orf.at/stories/2049983/
  • vor einigen Stunde hat BBC berichtet, dass neuerdings ausländische Mediziner/Medizin Japan zugelassen worden ist (siehe unten das Zitat), wie immer bei Katastrophen müssen wir fragen: Warum so spät? Hätte das nicht schon früher passieren können? Was stand dem im Wege? Hier ist eine möglichst differenzierte Analyse erforderlich.

    For the first time since the disaster, the government has permitted a foreign medical team to enter the country to treat victims, the Japan Times reports.

    The health ministry has lifted a ban on holders of foreign medical licences from practising in Japan, allowing a team of 53 medical aid workers from Israel, including 14 doctors and seven nurses, to work.

    http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12881015
  • wajda am 28.03.2011 20:05
    alles seehr bedenklich
  • @Shuichi (#37): ich habe mich in Japan sehr wohl gefühlt und hatte dort überwiegend japanische Freunde, mit denen ich auch heute noch in Kontakt bin. Ich wollte das nur kurz klarstellen. Wir sollten aber nicht auf dieser persönlichenen Ebene über diese Dinge diskutieren. Es geht um mehr.

    Nochmal kurz zu Deiner Frage: "auch meine frage ist nicht geantwortet: wer hat warum zu wem fuer welchem zweck diesen artikel geschriegen und welche verantwortung nimmt er denn oder wuerde er mindestens nehmen gedacht?"

    Ich hatte darauf geantwortet, in Kommentar #23, siehe hier: ( http://berlinergazette.de/schicksalsgemeinschaft-japan-weltgemeinschaft-nukleare-katastrophe/#comment-54089 )

    Ja, Du hast Recht, US-Truppen sind inzwischen vor Ort: "Some 20,000 US troops are bolstering Japan's Self-Defence Forces, delivering aid in what is said to be the biggest bilateral humanitarian mission the US has conducted in Japan."

    ( http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12881015 )

    Doch das Bild der internationalen Zusammenarbeit bleibt widersprüchlich:

    "Japan lehnt Greenpeace-Forderung ab: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte zuvor eine Ausweitung der Evakuierungszone gefordert. In dem Ort Iitate, rund 40 Kilometer nordwestlich des Kraftwerks, gebe es eine so hohe Strahlenbelastung, dass eine Evakuierung notwendig sei, so Greenpeace. Vor allem für Kinder und Schwangere sei es dort nicht sicher. Die Regierung wies die Forderung jedoch zurück."

    Ferner ist zu lesen:

    "Seit zwei Wochen versuchen die Einsatzkräfte, die Lage im havarierten AKW Fukushima I unter Kontrolle zu bringen - selten gibt die Betreiberfirma Tepco dabei ein gutes Bild ab. Nun bitten die Japaner französische Firmen um Hilfe. Es seien Unternehmen wie EdF und Areva angesprochen worden, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag."

    beides hier:

    ( http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753592,00.html )

    Inzwischen sind auch in Japan die meisten Menschen mit dem Krisenmanagement nicht zufrieden, wie in der Japan Times zu lesen ist:

    "A survey released Sunday found that 58.2 percent of respondents do not approve of the government's handling of the nuclear crisis at the Fukushima No. 1 nuclear plant and that 39.3 percent do."

    ( http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110328x3.html )

    Ich frage mich: Warum stellt man bei der Umfrage nicht die Frage: Sollte Japan Hilfe im Ausland ersuchen? ich wäre auf das Resultat sehr gespannt.

    @Shuichi, Angelika Prangnitz & all: Die Frage der Verantwortung, die die Weltgemeinschaft in so einem Fall trägt, ist alles andere als geklärt. Atomexperte Najmedin Meshkati von der University of Southern California, der übrigens die aktuelle Krise als viel wichtiger erachtet („meiner bescheidenen Meinung nach“) als die - vom Sicherheitsrat beschlossene - Flugverbotszone über Libyen, hatte bereits in den 1990ern davor gewarnt, dass die Welt nach Tschernobyl einen internationalen Mechanismus im Falle einer nuklearen Atomkatastrophe braucht.

    "Nuclear experts have sharply criticized the International Atomic Energy Agency (IAEA), which promotes the peaceful use of nuclear energy and reports to the United Nations, for not taking a more aggressive role in the crisis. The IAEA has been missing in action," said Meshkati, the USC professor. He testified before a U.N. commission in 1993, calling on the IAEA to adopt an international capability to respond to nuclear emergencies, a proposal he said fell on deaf ears. "We don't have an international mechanism to deal with a nuclear crisis," Meshkati said. "We are still in the same place we were all these years after Chernobyl."

    ( http://www.latimes.com/news/nationworld/world/la-sci-japan-quake-secrecy-20110325,0,3610246.story )

    @Shuichi (#41): wenn eine vergleichbare Katastrophe in Deutschland passieren sollte, würde ich ebenfalls sehr stark hoffen, dass es einen internationalen Mechanismus der Weltgemeinschaft gibt, der diesem Land dabei hilft. Zu welchen Bedingungen? Schäden jeglicher Art so gering wie möglich halten. Das kann man in internationaler Zusammenarbeit am besten.

    Bei dem Vergleich mit Libyen geht es darum, die Doppelmoral der internationalen Gemeinschaft aufzuzeigen!

    @udo: danke für die Kritik, die ich weitgehend teile und den Link. Bei Oil Drum fand ich einen Hinweis (nicht neu, aber dennoch wichtig, gerade in diesem Kontext) auf die internationalen Konsequenzen: "In a heavily interconnected global economic system, there may be domino effects in other countries, such as idling of European auto plants and component delays for semi-conductor/computer equipment."

    ( http://www.theoildrum.com/node/7724 )

    Ich hatte in letzter Zeit hier und da immer wieder davon gelesen --- ein Grund, warum sich mir die Frage nach der Verantwortung der Weltgemeinschaft in so einem Fall aufdrängt...

    @fk (#32): danke für die zahlreichen Gedanken und auch für die Hinweise auf Deine Bild-Kritik (#35). Bislang ist schon einiges über die visuelle Politik von 9/11 und Fukushima gesagt worden (u.a. Florian Ilies in DIE ZEIT), aber wie mir scheint, doch weitgehend auf einer ästhetischen Ebene, angemessen für den Kunstunterricht! Deine Fragen nach dem Feindbild oder nach den Feindbildern, die so eine Ikone hervorbringt bzw. legimitiert/legitimieren hilft, finde ich wichtig. Auch hier zeigt sich die globale Dimension der Katastrophe.

    @Martin Heydecke (#33): Vor Apokalypse-Radau sollten wir uns in Acht nehmen, insbesondere in Zeiten der Katastrophe. Zu sehr ist die Apokalypse zu einer gefährlichen Droge der Wunschmaschine geworden.

    @Shuichi: Zu Deinem Interesse an den wissenschaftlichen Grundlagen der Nuklearkatastrophe: ich interessiere mich auch dafür, also schaue ich zum Beispiel Wissenschaftsfernsehen, etwa "Quarks & Co" mit und von Ranga Yogeshwar (15. & 22.3.2011)

    ( http://www.wdr.de/tv/quarks/archiv/ )

    ich habe neulich auch einen Artikel geschrieben, in dem die Sicherheitsbestimmungen der Atomkraftwerke in Fukushima offengelegt werden, wer sich dafür interessiert, kann die Unterlagen einsehen, hier:

    ( http://berlinergazette.de/fukushima-daiichi-whisteblower-us-depeschen-und-nukleare-sicherheit-in-japan )
  • Die Themen des UNO-Gipfels im Juni sollten auch zur Diskussion gestellt werden, vielleicht können wir Fragen sammeln und koordiniert einreichen:

    - an initial assessment of the Fukushima accident, its impact and consequences;
    - considering the lessons that need to be learned;
    - launching the process of strengthening nuclear safety;
    - and strengthening the response to nuclear accidents and emergencies.

    ( http://www.iaea.org/newscenter/news/emergencyresponse.html )

    Reuters schreibt darüber:

    ( http://www.reuters.com/article/2011/03/28/us-japan-nuclear-amano-idUSTRE72R4E320110328 )

    Weitere Links:

    ( http://www.un.org/en/globalissues/atomicenergy/index.shtml )

    ( http://en.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Atomic_Energy_Commission )
  • shuichi fukazawa am 29.03.2011 00:34
    Ich habe ein Artikel von ORF http://orf.at/stories/2049983/ gerade gelesen und damit habe ich ein Gefuehl, dass es mir klarer geworden ist, was Du meinst.

    TEPCO: die ist das natuerlich ein grosstes Problem, das ist schon von Anfang an meist vorgeworfen. Aber, gerade wir mittendrin in Kriese sind, was wichtig ist nicht etwa Vorwuerfe sondern zu stuzten, Regierung und TEPCO AKW in Ruhe zu bringen. Analyse nutzt nicht immer, kann stoeren, um die reparieren zu konzentrieren. Apropos, es geht nicht nur um einen Firma, sondern um Energiepolitik, auch Beziehung mit dem Firma und Regierung.

    Libyen: mich ueberzeugt der Artikel von ORF, auch wo Du zitiert hast: "Diese Krise sei „meiner bescheidenen Meinung nach“ viel wichtiger als die - vom Sicherheitsrat beschlossene - Flugverbotszone über Libyen." Doppelmoral aufzuzeigen ist da nicht zu tun, finde ich.

    Internationale Zusammenarbeit: Japan hat diese Katastrophe als eigens genommen, also voraussaetzlich keine "Zusammenarbeit" moeglich. Also Auswahl internationaler "Hilfskraefte" nach eigener Regulation war daran gedacht, um mehrere moegliche Probleme in Katastrophe zu hindern. Also mir ist das Wort "Zusammenarbeit" sehr frisch, natuerilch in guter Sinne. Einfach sind wir dafuer nicht bereit gewesen. "Das kann man in internationaler Zusammenarbeit am besten." so locker kann Japan nicht bloss sagen.

    Survey: und dass sowas von sowas kommt. Hauptsache: AKW in Ruhe zu bringen. Im voraus ist geglaubt, im Lauf, dass die unsere Mannschaft hinkriegen wuerde. Stromverbindung war das Thema bis vor fuenf Tagen und das war eine letzte Hoffnung, unter Beobachtung von IAEA. Verbindung ist geschafft aber Abchecken des Motors ging schief bis heute. Nun ein Plutonium gefunden. So jetzt bin ich sicher, Japan internationelle Hilfe gebraucht. Schon nach Frankreich gefragt. Uebrigens, Sarkozy wuerde etwa am 31. Maerz nach Japan besuchen. Das war schon frueher entscheidet.

    Wieder "Zusammenarbeit"und Ebene: wenn Japan von Anfang an diese Katastrophe nicht eigens macht und schon internationelle Ebene uebergeben koennen haette. Erdbeben, Tsunami und AKW (noch konkreter: 500mal M5 Nachbeben hat sicherlich AKW mehr und mehr beschaedigt, Kaelte in der Nacht hat mehrere tausende Leben genommen, Kinder bekommen Stress wegen wiederholenden Nachrichtensender und angespannte Sozialestimmung...). Alle auf einmal war total ueberfordert, so haette Japan im voraus zugeben koennen. Alles ist im Lauf zu erkennen. Jetzt sollte die Zeit sein. Mir ist ja Plutonium eine Schlussstrich.

    Verantwortung und Intervention: waere schon unangenehm, wenn es gezwungen waere. Aufruf so einen Zwang habe ich von Deinem Artikel erst gerocht. Aber schon Intervention ist laengst gemacht wie http://bit.ly/dIRmOv . Jetzt gaenge es um Verantwortung fuer globale Zivilisation genauso wie fuer Japaner, laut um die Hilfe zu bitten. So laeuft schon jetzt gerade.

    Uebrigens, Katastrophe hat jeden von uns gezwungen, so viel ueber unserer Basis nachzudenken. Ein bisschen zuviel. Es ist sehr hoeflich von Dir ueberhaupt, dass Du meine Frage ernst geantwortet hast. So eine Auseinandersetzung finde ich nett und ich muss gestehen, dass einige Frage und Vorwuerfe von mir schon peinlich sind. Es tut mir leid, wenn moeglich, wuerde ich es gerne loeschen. Ich kann mein Kommenter nicht selber korregieren, das wusste ich nicht. Und hoffe Ruhe letztendlich.
  • Claudia Kefer via facebook am 29.03.2011 08:51
    Das heute Journal hat sich nun auch mal die selbe Frage gestellt die ich mir seit 2 Wochen stelle.

    (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/20/0,3672,20,00.html?dr=1)
  • @fk (#39): "von daher finde ich es durchaus legitim und sinnvoll über die gesellschaftlichen fragen rund um fukushima zu diskutieren."

    ja, selbstverständlich. zumal solche katastrophen mit knalleffekt auch zu einer art mythologischen kernspaltung führen, die ziemlich aufschlussreich ist. das setzt die schillerndsten diskurs- und deutungs-
    maschinerien frei und in gang, genauso wie bagger und anderes schweres gerät. zumindest lässt sich das ausmaß der verwirrungen und formatierungen in den mentalen landschaften durch unverstandene technologien erahnen.

    "strahlung" ist so ein begriff, von dem viele erzählungen ausgehen, dieser diskussionsfaden ist vermutlich eine davon. die zuständige redakteurin aus der forschungsredaktion des DLF erzählte letztens im morgenmagazin von ihren alpträumen wegen fukushima, um
    anschliessend über isotope und mikrosievert aus dem abklingbecken zu spekulieren. (gerade war sie schon wieder da und sagte: "...ist viel plutonium drin...").

    keine ahnung wie gesellschaftliche diskurse entstehen und ablaufen, aber meine helfer beim begreifen der krise während der letzten wochen waren eher godzilla und seine amerikanischen pendants der atomic 50s, allesamt strahlungsinduzierte bestien jenseits der beherrschbarkeit, medien der apokalypse, für generationen eingeschrieben ins kollektive
    bewusstsein -- verarbeitungen der atomkraft, das oszilliert zwischen untergangs- und machbarkeitsfantasien.

    ob man nun blauhelme nach japan schicken soll, die tepco und prime kan das desastermanagement abnehmen -- da sind ja noch ein paar fragen bzgl. der souveränität von staaten vorher zu besprechen. ausserdem gibts keine
    spezialisten oder sowas wie eine eingreiftruppe ausserhalb des systems, die experten sind allesamt bei der internationalen atomwirtschaft auf der lohnliste. das war bei BP im golf von mexico letztens ähnlich.
    das könnte man auch systemfehler nennen.

    gruß, udo (via rohrpost)
  • @udo: "aber meine helfer beim begreifen der krise während der letzten wochen waren eher godzilla und seine amerikanischen pendants der atomic 50s,"

    ich glaube in etwa verstehen zu können was du meinst, muss aber gestehen, meine referenzpunkte und kontexte sind andere. das ist dann sicherlich auch eine erklärung für unsere unterschiedlichen sichtweisen.

    mfg
    fk (via rohrpost)
  • zeppo am 29.03.2011 09:22
    Japan ist schuld, heisst es bei Spreeblick mit Blick auf den Ausgang der Wahlen und Johnny Häussler kommentiert kulg wie folgt:

    "Es ist richtig, dass die Ereignisse in Japan zu einem beispiellosen Zulauf zu den Grünen geführt haben, die den Ausstieg aus der Kernenergie schon immer gefordert haben. Aber nicht, weil diese Ereignisse passiert sind. Sondern weil sie bewiesen haben, dass der von Atomkraft-Befürwortern seit Jahren als faktische Unmöglichkeit heruntergespielte GAU wahrscheinlich ist. Ob Flugzeugabsturz, Terrorangriff oder Naturkatastrophe: Die Gefahren für Atomreaktoren sind inklusive Endlagerung nicht beherrschbar. Genau diese Beherrschbarkeit jedoch hat uns die Atomlobby seit vielen Jahren vormachen wollen und Regierungen vieler Kombinationen ließen sich davon entweder fälschlicherweise überzeugen … oder aber sie haben wissentlich gelogen.

    Der nun nötigen Ehrlichkeit, der demütigen Kehrtwende steht bei den Regierungsparteien CDU und FDP aber vermutlich die eigene Eitelkeit und der ein oder andere Deal mit der Atomindustrie im Weg. Als fataler Irrtum könnte sich daher der Glaube herausstellen, die neuesten Wahlergebnisse seien ein vorübergehender Ausrutscher der schockstarren Wählerinnen und Wählern."

    http://www.spreeblick.com/2011/03/28/japan-ist-schuld/
  • Anlässlich des zehnten Geburtstags der europäischen Stiftung für Freie Software FSFE feiern diese an diesen Donnerstag, den 31. Dezember ab 20h zusammen mit dem DJ-Kollektiv #Tassebier in der Berliner c-base eine Party und wir sind alle eingeladen.

    Alle Einnahmen gehen an den Hackerspace in Tokyo, welcher zu Spenden zur informationellen Bewältigung der Katastrophen aufruft.

    Es legen DJs von #Tassebier und Blogrebellenauf: DJ _Tasmo, Walter Marinelli und Saetchmo, der von dort seine Radioshow Echochamber streamen wird.

    http://www.netzpolitik.org/2011/cbase-fsfe-hackerspace-tokyo/
  • Krystian Woznicki am 29.03.2011 09:37
    mit Besorgnis nehme ich zu Kenntnis, dass Spiegel Online eine Zunahme an Zugriffen aus Japan verzeichnet.

    Die Bevölkerung in Japan mag schlecht informiert sein aber die Art und Weise wie Spiegel Online über die Katastrophe berichtet ist ausschließlich für den Markt in Deutschland gemacht bzw. vertretbar --- als eine Mischung aus Infotainment und propagandistischer Aufklärung.

    Für die Bevölkerung in Japan ist bei Spiegel Online definitiv zuviel Hysterie/Boulevard/etc. im Spiel.

    Wie ich kürzlich Radio Fritz gegenüber erklärt habe: die Verantwortung des "Westens" in dieser Situation besteht eben auch darin, Menschen in Japan nicht verrückt zu machen.

    Sollte es tatsächlich wahr sein, dass Spiegel Online aus Japan einen Zuwachs an Zugriffen erfährt, sollte sich das Medium umgehend eine Informationspolitik aneignen, die dieser äußerst verantwortungsvollen Situation gerecht wird.

    Andere Medien (wie MEEDIA etwa (link siehe unten)) sollten im Zuge dessen ebenfalls ihre Verantwortung erkennen und ihre Rolle als Watchdog überdenken.

    "Information vs. Panikmache: Das Verhalten der japanischen Presse mit den rauchenden Atom-Meilern in Fukushima wäre in Europa kaum denkbar. Das Motto, dem die meisten Berichte folgen, scheint zu lauten: nur keine Panik aufkommen lassen. Bestes Beispiel für den medialen Versuch die AKW-Katastrophe zu verharmlosen, ist ein Comic-Strip, der Kindern den Unfall erklären soll. Eine Folge der mauen Berichterstattung: Ausländische Medien wie Spiegel Online spüren eine Zunahme der Zugriffe aus Japan."

    ( http://meedia.de/nc/details-topstory/article/wie-japans-medien-den-gau-bagatellisieren_100034003.html )
  • bigot am 29.03.2011 09:38
    Haben die Politiker wirklich aus Fukushima Grundsätzliches gelernt, wie eifrig beteuert wird?

    Wer am Abend nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Äußerungen der Vertreter aller Parteien vernahm, konnte sich einer Sache sicher sein: Sie alle hatten aus der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima etwas gelernt. Dass es sich dabei um grundsätzliche Erkenntnisse handelt, darf aber getrost bezweifelt werden.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34440/1.html
  • #55 ist schwer erträglich, pardon. meine japanischen zumindest freunde würden laut und grimmig lachen über diese naive, anmaßende und neo-koloniale attitüde.
  • eine ganz interessante Informationspolitik hat der GUARDIAN in den letzten Wochen gefahren, nach den ersten 10-14 Tagen umfassender Berichterstattung, ist danach die Japan-Story ganz von der Startseite verschwunden, um heute, also nach einer Woche Abstinenz, wieder aufzutauchen, nicht als Top-News wohlgemerkt, der aktuelle Artikel:

    Japan mulls nationalising Fukushima nuclear plant company

    Doubt over Tepco's future coincides with mounting criticism of its handling of the worst nuclear accident in country's history


    http://www.guardian.co.uk/world/2011/mar/29/japan-mulls-nationalising-fukushima-company
  • @all: ich habe angesichts aktueller Entwicklungen und Einsichten (auch im Zuge der Diskussion) sowie mit wachsenden Abstand zum Verfassen des Texts nach Rücksprache mit der Redaktion zwei Änderungen vorgenommen: und um mich/uns stärker von der vorherrschenden Medienhaltung ("eine Mischung aus Infotainment und propagandistischer Aufklärung") abzugrenzen, haben wir Original-Titel und -Aufmacher-Bild modifiziert.

    @udo (#57): ich sehe das auch so. Ich habe übrigens in dem Kommentar, auf den Du Dich beziehst, das Wort "vertretbar" durchgestrichen. Gemeint war "volkswirtschaftlich vertretbar" (objektiv gesehen funktionieren die Massenmedien so), aber es ist natürlich hinsichtlich der journalistischen Verantwortung nicht vertretbar. Um das Mißverständnis zu vermeiden, habe ich es gestrichen.
  • Noritoshi Hirakawa am 29.03.2011 15:23
    An interesting comment of JDP controlled by CIA the last 50 years..
    http://www.youtube.com/watch?v=gc_y8Usxnko
  • Isabell Schrickel am 29.03.2011 15:35
    Zur Einstimmung aus Moskau:


    "Die Lage in Japan ist möglicherweise viel ernster, als die Behörden dies gegenüber der Weltöffentlichkeit darstellen. Dieses Land kann allein nicht mit den Folgen des Reaktorunglücks fertig werden. Man müsste die Angelegenheit dem UNO-Sicherheitsrat übertragen. Die Situation in Japan hat sogar eine größere Bedeutung als die Frage über die Flugverbotszone in Libyen", findet die NEZAWISSIMAJA GAZETA aus Moskau.

    (http://www.dradio.de/presseschau/)
  • antye greie am 29.03.2011 15:40
    "Verantwortung, die die Weltgemeinschaft in so einem Fall trägt,"


    In Finnland wird ein unterirdisches Lager gebaut (Onkalo), um Atommuell in steinzeit-altem Gestein abzulagern!

    Film/ Dokumentation INTO ETERNITY

    ( http://www.intoeternitythemovie.com/ )
    ( http://www.intoeternitythemovie.com/synopsis/ )

    “This hiding place should never be disturbed”

    In Finland the world's first permanent repository for high-level radioactive waste is being hewn out of solid rock -- a huge system of underground tunnels - that must last through natural disasters, man-made disasters, and to societal changes for 100,000 years.

    Captivating, wondrous and extremely frightening, this feature documentary takes viewers on a journey never seen before into the underworld and into the future.

    Facts: ( http://www.intoeternitythemovie.com/nuclear-facts-2/ )
  • "Warum erst heute dieser Schritt? Warum nicht schon am 11. oder 12.3.2011?"

    naja. bei allem reskept und verständnis für kritik, aber wir sollten die kirche doch im dorf lassen.
    dass man am 11. und auch am 12. märz das ausmaß der schäden und der zerstörung einfach noch nicht absehen konnte, halte ich für nachvollziehbar.
    das gleiche gilt für die daraus entstehenden implikationen und wechselwirkungen, die sich erst langsam aufzeigen.

    und dass eine der reichsten nationen der welt nicht direkt nach der uno ruft, sondern erst mal davon ausgeht die dinge aus eigener kraft regeln zu können, erscheint mir jetzt auch nicht völlig abwegig.

    mfg
    fk
  • UNTER KONTROLLE Volker Sattel (D 2011, 98')

    Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion
    Zu Gast:

    Volker Sattel (Regisseur), Adrienne Goehler (Publizistin und Kuratorin), Bert Rebhandl (Filmkritiker), Prof. Dr. Armin Grunwald (Karlsruher Institut für Technologie)

    Moderation: Dorothee Wenner (Journalistin und Filmemacherin)

    6. April, 19h im Auditorium des Haus der Kulturen der Welt

    Aus aktuellem Anlass präsentiert das Arsenal – Institut für Film und Videokunst in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt den Film UNTER KONTROLLE von Volker Sattel.

    UNTER KONTROLLE entfaltet ein Panorama des Nuklearbetriebs in Deutschland. In den Kontrollräumen, Reaktorenhallen und Zwischenlagern fokussiert die Kamera die Mühen der Risikobeherrschung. Der Film zeigt aktive und stillgelegte Kernkraftwerke, Schulungsanlagen, die Internationale Atomenergiebehörde, ein Institut für Risikoforschung, die Jahrestagung Kerntechnik, ein Endlager für radioaktiven Abfall sowie Forschungsstätten. Im Blick auf eine Technologie, die einst als Synonym für Fortschritt galt, eröffnet sich auch ein Stück Zivilisationsgeschichte und die Frage: Wie funktioniert eine Gesellschaft im Atomzeitalter?

    Der Film bezieht sich auf eine Gegenwart, die zum Zeitpunkt seiner Premiere beim Forum der Berlinale im Februar 2011 noch existierte. Fukushima hat sie verändert, bevor der Film in die Kinos kommen konnte. Diese unerwartete Zäsur macht die Frage des Films nach gesellschaftlichen Strukturen und Mechanismen umso relevanter.

    UNTER KONTROLLE zeigt aber auch atemberaubende Bilder in Cinemascope: ein Brennstab, an dem die Kamera langsam entlanggleitet. Zahllose bunt blinkende Lämpchen auf den Schalttafeln der Kontrollräume, wie im Cockpit eines Raumschiffs. Bilder, die von Faszination und Bedrohung, Tragik und Risiko gleichermaßen zeugen. Bilder zwischen Science Fiction und Industriefilm. Eine eigenwillige Auseinandersetzung mit einer gefährlichen Technologie, ein Einblick in eine hermetische Welt – und nicht zuletzt ein Film über die Ästhetik einer Technik des 20. Jahrhunderts und ihrer Bauten.

    In der anschließenden Podiumsdiskussion geht es um die Fähigkeit des Kinos, Realität zu analysieren und sich in Prozesse des politischen und gesellschaftlichen Lebens einzuschreiben. Es bringt Zeitdokumente hervor, aber auch ästhetische Ereignisse: Die politische Dimension des Kinos umfasst auch die Frage nach der Autonomie der Bilder, ihre instabile Beziehung zu ihrem Gegenstand, und ihre historische Lebensdauer.

    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt | hkw | John-Foster-Dulles-Allee 10 | 10557 Berlin
    Eintritt: 5 € / 3 € (ermäßigt)

    Eine Veranstaltung des Arsenal – Institut für Film und Videokunst in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt im Rahmen des Projekts ÜBER LEBENSKUNST, einem Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes.

    Das Arsenal – Institut für Film und Videokunst und Farbfilm starten den Film am 12. Mai bundesweit in den Kinos.

    Für weitere Informationen:
    Christine Sievers | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    030 269 55 143 oder cs@arsenal-berlin.de
    Gesa Knolle | arsenal distribution
    030 269 55 158 oder gk@arsenal-berlin.de
  • @fk #63: wenn das "ausmaß der schäden und der zerstörung" sogar dem SPIEGEL bei der ersten Reaktor-Explosion deutlich genug vor Augen trat, um das Cover auszutauschen und zu titeln "Fukushima, 12, März 2011, 15.36 Uhr: Ende des Atomzeitalters" (natürlich all das gewissermaßen spekulativ und getragen von einem durchaus zweifelhaften Meinungsjournalismus), dann müssen wir uns doch fragen, wie die dafür zuständigen Experten die Lage nach der ersten Explosion beurteilt haben, zumal die US- Atomaufsichtbehörde (AEC) bei Tests schon 1971 gravierende Fehler an den Siedewasserreaktoren festgestellt hatte und darüber hinaus eine gut dokumentierte Historie von weiteren "Skandalen" rund um Fukushima Daiichi ( http://berlinergazette.de/fukushima-daiichi-whisteblower-us-depeschen-und-nukleare-sicherheit-in-japan/ ) das Zusammendenken der Folgen von Erdbeben (und den zahlreichen Nachbeben) und Tsunami und Nuklearkatstrophe aufgedrängt haben --- und warum eben diese Experten, mit eben diesem Wissen nicht gehandelt haben?

    Meine Fragen hinsichtlich des "Warum nicht schon früher?" haben einen universellen Hintergedanken --- im Anschluss an die 1990er Jahre Initiative des Atomexerpten Najmedin Meshkati aus Tschernobyl lernen zu wollen und ein internationales Sicherheitsnetz für den Fall einer Nuklearkatastrophe aufzubauen. Unter einem solchen Sicherheitsnetz verstehe ich nicht nur international koordinierte Maßnahmen für den Ernstfall, sondern in erster Linie international koordinierte Präventivmaßnahmen für

    Es bleibt zu hoffen, dass der UNO Gipfel im Juni in dieser Sache endlich die notwendigen Schritte einleitet.

    by the way: Wir haben in der Berliner Gazette angeboten, Claims in dieser Sache zusammenzutragen, um sie im Vorfeld des Gipfels zu Gehör zu bringen:

    ( http://berlinergazette.de/schicksalsgemeinschaft-japan-weltgemeinschaft-nukleare-katastrophe/#comment-54139 )
  • @krystian der universelle anspruch der frage ist auch durchaus legitim. dennoch sollte man imho auch berücksichtigen, dass nach der doppelkatastrophe erdbeben und tsunami wahrscheinlich wirklich ein extremes chaos vorherrschte.
    ich stelle es mir selbst als experten - wobei sich hier die frage stellt: experte für was? - extrem schwierig vor in einer solchen situation die prioritäten wirklich erkennen und richtig zu ordnen zu können.

    selbstverständlich will ich damit in keiner weise die dann folgende in weiten teilen schlichtweg unverschämte informationspolitik legitimieren.
    aber ich glaube, dass es in den ersten 48h eventuell wirklich sogar sehr schwer war da sinnvolle entscheidungen zu treffen. vielleicht war das für den spiegel in der distanz sogar einfacher, dort musste man aber auch 'nur' eine gute story identifizieren.

    nun ist es wohl richtig darüber zu diskutieren und darüber nach zu denken wo die probleme lagen um so etwas in zukunft dann noch besser in den griff zu bekommen.
    dennoch glaube ich dass man dann auch einfach mal akzeptieren muss, dass es situationen gibt für die es keine notfallpläne gibt, die das menschenmögliche übersteigen.

    mfg
    fk
  • @fk: richtig, man kann nicht auf alles vorbreitet sein, aber: gerade in sachen atomkraft sollte man doppelt und dreifach überlegen und sicherheitsvorkehrungen jeglicher art in erwägung ziehen, das kässt sich jetzt einfacher sagen als nach tschernobyl, wo vieles auf den kaputten staat und seine kaputte technik geschoben wurde:

    umso wichtiger, dass hier nicht wieder nur ein staat (ohnehin schon gegenstand der exotik-diskurse: das andere) die schuld zu tragen bekommt, sonst werden sich die anderen beizeiten doch wieder zurücklehnen und sagen: uns kanns nicht passieren, die japaner sind doch nicht so hochentwickelt, wie sie immer tun...

    nein, es war gestern und ist heute ein internationales problem, so wie die atomwirtschaft eingebettet ist in einen globalen markt und die UNO ihre unterschiedlichen instrumente hat (oder nicht hat), um damit umzugehen.

    selbst die experten fragen sich jetzt: "warum haben wir eine verkettung von katastrophen nicht bedacht?"

    (siehe auch mein update von heute, braun markiert)

    ich denke, sie haben auf die falschen berater gehört und selber nicht ordentlich, nicht scharf genug gedacht. leichtgläubig, fahrlässig.

    das betrifft alle beteiligten, vor allem jene in entscheidungspositionen, die natürlich nicht nur in japan sitzen, sondern in den internationalen behörden, die regeln, konditionen, prüfungen etc. abwinken.

    last but not least: eine dreifachkatastrophe ist vielleicht ohne vorgänger, aber in einer durch und durch vernetzten welt wie der gegenwärtigen gehören kopplungen dieser art quasi zum alltag der katastrophe.
  • meine Thesen als Podcast beim WDR 5 in der Sendung POLITIKUM

    http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/s/d/30.03.2011-19.05/b/japan-ist-ein-fall-fuer-die-uno.html
  • @krystian ohne die diskussion hier beenden zu wollen, gehe ich hier mit dir in so gut wie allen punkten voll mit.
    (es geht mir wirklich nur um die thematik, 11./12märz, das schien mir etwas überspitz und ist es immer noch, aber ich glaube das können wir einfach abhaken, da nicht weiter relevant.)

    darüber hinaus finde ich es extrem wichtig diese diskussion weiter zu führen! auch und gerade mit verweis auf die globale verstrickten interessen des industriellen-militärischen komplexes mit der internationalen staatengemeinschaft.

    mfg
    fk
  • etzard am 31.03.2011 21:48
    SPIEGEL ONLINE: Japan hat jetzt Hilfe von US-amerikanischen, französischen und russischen Experten angefragt. Können die helfen?


    Gerhard Wotawa von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien: Wenn jemand helfen kann, dann sind es die Experten aus diesen Ländern, weil sie die meisten Atomkraftwerke und entsprechende Erfahrung haben. Allerdings fragt man sich, warum das erst nach zwei Wochen passiert. Vielleicht haben die Japaner geglaubt, sie schaffen es selbst, alles unter Kontrolle zu kriegen.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753938,00.html
  • neuro am 01.04.2011 11:07
    Aktiviert internationale Ressourcen! riefen schon an den ersten Tagen nach der Katastrophe nicht-staatliche Organisationen in Japan.

    Die CNIC zum Beispiel reichte bei der Regierung in Japan eine Petition ein, an deren erster Stelle geschrieben stand:

    "The governments top priority should be to minimize further aggravation of the current situation. To this end, please mobilize all available resources, both domestic and international."

    http://www.cnic.jp/english/topics/safety/earthquake/fuku18mar11petition.html
  • Swetlana am 01.04.2011 12:16
    UN-Körperschaften, die in Japan bereits in Aktion sind "Working Together to Support Japan and Global Community"

    http://iaea.org/newscenter/statements/2011/amsp2011n008.html
  • Benjamin Wade am 01.04.2011 12:28
    Das Rote Kreuz hat "Family Links" gebaut:

    The purpose of the "Family Links" page is to help restore contact between separated family members.

    The ICRC is managing this website in cooperation with the Japanese Red Cross and National Red Cross and Red Crescent Societies around the world.

    Only the ICRC can change the information published on the website. In order to edit or to delete any information that you have recorded here, please send us an e-mail with your name and the details of your request.


    http://www.icrc.org/Web/doc/siterfl0.nsf/htmlall/familylinks-japon-eng
  • gam_bard am 01.04.2011 15:28
    There are so many issues that the Japanese must deal with in the immediate aftermath of their huge quake and tsunami — humanitarian relief, damaged nuclear reactors, and general disruptions and shortages of all kinds. While the ongoing troubles at the Fukushima reactors generate global attention, several recent articles have touched on shortages of liquid fuels that are very worrying. Japan is, after all, the #3 consumer of oil in the world after the US and China.

    http://www.theoildrum.com/node/7726
  • solfrank am 01.04.2011 16:16
    wenn es heisst, Länder wie Frankreich machen mobil für Japan - was ist damit gemeint? ein Staat macht mobil (so im Rahmen der Staatengemeinschaft)? oder die Hilfsorganisationen oder großen Konzerne, die einem Land zugerechnet werden?

    Sarkozy war früh am Start (parallel zur Libyen-Mission) und viele fragten sich wahrscheinlich, wie schafft er das? wie kann er an beiden Fronten unter den ersten sein, die die Initiative ergreifen? alles im Rahmen der Wahlkampfvorbereitung?

    Frankreich schreibt Atomenergie ganz groß!

    Zudem: Frankreich ist das Mutterland des weltweit größten Atomkonzerns: AREVA. Dieser Konzern hat am 16.3.2011 ein Signal gesetzt:

    AREVA is mobilized for Japan

    ( http://www.areva.com/EN/news-8791/areva-is-mobilized-for-japan.html )

    Wir wissen: ein Konerzn ist global. Ein Staat ist auch global, ein Staat wie Frankreich ist das sicherlich schon seit mehreren hundert Jahren, Ländern in Afrika, in denen Französisch gesprochen wird, erinnern daran.

    Ist Sarkozy ein Vertreter / Botschafter von AREVA und in dieser Mission der erste Staatspräsident, der Japan nach der Katastrophe besucht hat?

    Diese Sache mit der Weltgemeinschaft ist nicht ganz, das will ich damit sagen. Weltgemeinschaft und Weltwirtschaft, gibt es da klare Unterschiede oder was?
  • "Australien, Singapur oder Hongkong haben in Folge des Atomunfalls Importbeschränkungen für Agrarprodukte aus dem Nordosten Japans verhängt. Andere – darunter Deutschland – haben die Kontrollen bei Einfuhren verschärft. Die Regierung Japans warnt vor Überreaktionen und verweist darauf, alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen bei der Ausfuhr unternommen zu haben."

    Die ZEIT schreibt dazu: "Der Umgang mit radioaktiv belasteten Importen aus Japan ist ein Paradestück öffentlicher Panikmache."

    http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2011-04/radioaktivitaet-lebensmittel-europa-kommentar
  • Ronny K. am 02.04.2011 10:01
    habe ich gerade bei netzpolitik entdeckt - die Atomlobby versteht keinen Spaß - der satirische Twitteraccount "Atomforum" sollte zunächst gesperrt werden (hier ein Tweet-Beispiel: "An der Wolke in Japan kann man sehr gut sehen, dass Windkraft absolut unkontrollierbar ist. Höchstgefährlich!"), die Sperrung konnte nicht aufrecht erhalten werden, Pech nur, dass die 4000 Follower nun verloren sind. Mehr hier:

    http://www.netzpolitik.org/2011/atomlobby-scheitert-mit-twitter-zensur/
  • Die Nachrichtenagentur Kyodo hat gestern berichtet, es sei der japanischen Regierung und den Fukushima-Betreibern bekannt gewesen, dass es jederzeit, auch ohne Erdbeben und Tsunami, zu einer Kernschmelze in den Atomkraftwerken kommen kann.

    http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/82889.html
  • unter dem Titel "Japan eager to discuss disaster management cooperation with ASEAN" ist heute ein Bericht erschienen, der Japans Bemühungen um internationale Unterstützung beleuchtet, in diesem Fall von der Association of Southeast Asian Nations. Hier der Text:

    TOKYO, April 5 (AP) - (Kyodo)—Foreign Minister Takeaki Matsumoto said Tuesday he is eager to discuss cooperation on disaster management with the 10-member Association of Southeast Asian Nations, following the catastrophic quake and tsunami that hit Japan on March 11.

    Referring to a special Japan-ASEAN meeting arranged for Saturday in Jakarta, Matsumoto told a press conference, "We'd like to contribute to efforts in Asia to better prepare for major natural disasters by verifying our measures to respond" to the quake and tsunami.

    The minister said he believes Japanese experience and personnel can help ASEAN countries to improve their preparedness for devastating natural disasters.

    He also said Japan will enhance its system for accepting overseas relief items, given that only about 25 percent of the goods offered by around 130 countries have arrived in areas affected by the disaster due to difficulties in matching supply and demand, and distribution problems.

    The foreign minister noted the difficulty of addressing the changing needs of victims as the emergency situation moves to a recovery phase.

    ASEAN comprises Brunei, Cambodia, Indonesia, Laos, Malaysia, Myanmar, the Philippines, Singapore, Thailand and Vietnam. Japan has so far received relief items such as blankets, water, food, towels and masks from five of them.

    Zudem: John Young hat unter dem Titel "Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant Hi-Res Photos 3" neue hochaufgelöste Bilder aus Fukushima bei Cryptome online gestellt:

    http://cryptome.org/eyeball/daiichi-npp3/daiichi-photos3.htm
  • [...] und das zunehmende Altern der Bevölkerung ließen keine positiven Prognosen zu. Obwohl leere nationalistische Rhetorik von Japans Aufschwung zur Supermacht nach wie vor die Massenmedien beherrscht, wird die Menschen [...]
  • nach einigen Wochen ist der Ruf nach einer internationalen "Intervention" erneut zu hören, Berliner Gazette Tokio Korrespondentin Jacinta Hin schreibt auf ihrer facebook Pinnwand:

    I am beginning to feel TEPCO should be stripped of its right to be a private company and put under management and leadership of preferable a capable international body, at least for the next years. Why do they still have the right to make their own decisions? Why does the government not take over control? Read this and be shocked, again:

    http://mdn.mainichi.jp/perspectives/news/20110620p2a00m0na005000c.html

Kommentar hinterlassen

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.