• Berlins kritische Masse

    Vom 2. bis 4. April 2008 trafen sich in Berlin Blogger und andere Netzaffine zur zweiten re:publica. Von Kunst, Medien und Kultur ueber Politik und Technik diskutierten die Teilnehmer der re:publica ’08 in einem breiten Themenspektrum rund um die digitale Gesellschaft und das diesjaehrige Leitmotiv „Die kritische Masse“.

    Es ist den Veranstaltern von newthinking und anderen wie Johnny Haeusler von spreeblick.de gelungen, eine Konferenz zu etablieren, in der sich eine klar fokussierte Szene von Menschen treffen kann, um ihre Anliegen, Themen und Beschwerden miteinander zu besprechen.

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    Das ist zwar der Wunsch eines jeden, der zu einer solchen Veranstaltung einlaedt, aber hier gelingt es auch. Denn die re:publica ist von den Aktivisten der Szene selbst initiiert und organisiert, ohne dass es deshalb an der notwendigen Professionalitaet mangeln wuerde. Nach dem ich letztes Jahr als Besucher die entspannte, aber durch intensive persoenliche Gespraeche gepraegte Atmosphaere geniessen konnte, war ich um so erfreuter vom Programmgestalter Markus Beckedahl eine Einladung erhalten zu haben, um zur Krise der Science Fiction als popkulturellem Massenphaenomen zu sprechen.

    Ich haette auch keine andere Gelegenheit mehr gehabt, der re:publica’08 beizuwohnen, denn die Veranstaltung mit rund 800 Teilnehmern in der Berliner Kalkscheune ist ausverkauft gewesen, und ich waere bestimmt nicht so vorausschauend gewesen, mir im Vorverkauf ein Ticket zu sichern. Und das waere schade gewesen, denn diese Veranstaltung zeigt, in- wieweit Berlin inzwischen seine Hauptstadtfunktion fuer fast alle gesellschaftlich relevanten Szenen wahrnimmt und Chan- cen nutzt, wenn sich in neuen Kontexten Kommunikations- und Begegnungsbedarf ergibt.

    Die diesjaehrige re:publica beweist, wie sich eine kritische Masse von Berlin aus aktivieren laesst. Meist sind so viele relevante Mitspieler- sei es in Kunst, Musik, Theater, Politik, Blogosphaere oder was auch immer – schon in Berlin ansaessig und somit schnell zu aktivieren; dann folgt der Rest der Republik schon fast von selbst. Fuer das schon im Namen ueber die reinen Anliegen der Blogosphaere weit hinausrei- chende Themenspektrum der re:publica ist dies nur konse- quent, formiert sich doch hier eine notwendige Alternative zum konventionellen politischen Diskurs, der am Sitz der Berliner Republik unhinterfragt wahrgenommen werden moechte.


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