• Minusvisionen

    1968 erscheinen die Bottroper Protokolle in der Edition Suhrkamp. Arbeiter, Angestellte, aber auch ein Pfarrer und ein Beat-Saenger schildern ihren von einer Zeche und deren Stillegung gepraegten Alltag. weiterlesen »

  • Das Auto in schwuler Hand

    Ein am Strassenrand stehendes Auto, ein aufgeregtes Warnblinklicht und eine ratlose, um Hilfe suchende Person lassen fuer gewoehnlich auf eine Frau schliessen. Doch die Zeiten haben sich geaendert. Wenn schon von weitem rosa Pluesch oder ein Regenbogenaufkleber das Auto ziert, muss man mit einem Schwulen rechnen. Dieser Typus des Schwulen, kann mit einem Auto soviel anfangen, wie ein Hetero mit Prossecco: weiterlesen »

  • Ikone der New Economy

    Eric Packer, der Protagonist von Don De Lillos, Cosmopolis ist ein erfolgreicher und steinreicher Vermoegensverwalter. Beispielhaft verkoerpert er den sloganhaften Titel des US-amerikanischen Managermagazins Forbes vom 27. Dezember 1999: Everyone Ought to be Rich . Als der Vorzeige-Entrepreneur an einem Tag im April 2000 seinen Arbeitstag beginnt, hat dieses eindringlichste aller Versprechen der New Economy noch nichts von seiner Strahlkraft verloren: Alle tuefteln in ihren Garagen an visionaeren Produkten, um am naechsten Tag an die Boerse zu gehen. Alle koennen in der IT-Branche ueber Nacht zum Internetmillionaer werden. weiterlesen »

  • Das ausgebliebene Ende

    Marshall McLuhan verkuendete 1964 das Ende des Autos. Der sonst treffsichere Amerikaner hatte sich beim magischen Kanal Auto verschaetzt. Das mit dem Untertitel Die mechanische Braut versehene Kapitel endet mit der Prophezeiung, dass im naechsten Jahrhundert das alte Auto vom Elektroauto abgeloest werde. Wie falsch diese Vorhersage war, verdeutlicht die Tatsache, dass zehn Jahre nach der Niederschrift seines Buches die Oelkrise Gruende genug geliefert haette zu einer umfassenden Infragestellung des PKW mit Verbrennungsmotor. Doch exakt jene Krise erschien in der Kommentierung durch die Massenmedien wie eine gesellschaftlich ubiquitaere Beziehungskrise. Sie machte deutlich, wie sehr sich Mensch und Auto mittlerweile liebten. Eine Trennung stand nicht zur Diskussion. weiterlesen »

  • Supplement.03 Editorial

    Guten Tag,
    wie jedes Jahr, gibt es auch 2003 in der Berliner Gazette den Zyklus Supplement . Das heisst: wir simmulieren Beilagen unterschiedlicher Medien. Bislang hatten wir uns Fernsehzeitschriften, Lifestyle- und Frauen-Magazine vorgenommen, stets mit der Frage im Hinterkopf, wie in diesen Zusaemmenhaengen ein elektronisches Supplement aus dem Herzen der deutschen Hauptstadt aussehen koennte. Dieses Mal haben wir uns drei Maennermagazine ausgesucht, wenn man so will. Ein Auto-, ein Wirtschafts- und ein Kulturmagazin. weiterlesen »

  • Boom in Bagdad

    18.06.2003: Die Fahrt von Amman nach Bagdad habe ich gut ueberstanden. Nur ab und zu anhalten waere auf 600 km Wuestenfahrt nicht schlecht gewesen. Aus Angst vor Ueberfaellen weigerte sich jedoch mein Fahrer. Er selbst schien keinerlei Verdauung zu haben. weiterlesen »

  • Trampen in den Sueden

    Nach zwei Jahren Daueraufenthalt in Deutschland aus notorischem Geldmangel, hatte ich die Idee Low Budget in den Sueden zu trampen. Mein bester Kumpel wollte zwar dabei sein, doch bis zur Abfahrt musste ich ihm immer wieder zureden: Ja, sagte ich zu ihm, Trampen ist ne coole Sache. weiterlesen »

  • Bella Italia?

    Als Kind kannte ich keinen einzigen Italiener. In unserer Nachbarschaft gab es keine Auslaender und meine Eltern fuhren auch nie in den Urlaub. Aus Fernsehserien und Kinderbuechern bastelte ich mir ein Italienbild, das von Klischees und Touristenattraktionen durchsetzt war: das Land quoll ueber vor Spaghetti, badete in Rotwein, ueberall glitten Gondeln ueber das Wasser und dicke Opernsaenger sangen O sole mio zu schoenenen Frauen mit ueppigen Dekolltes. weiterlesen »

  • Die Schnuersenkel-Revolution

    Ein Swimmingpool, gefuellt mit morastigem Wasser. Restaurants mit geschlossenen Tueren und zugezogenen Rolllaeden. Ein niedergebrannter Kiosk und Bauelemente, die einen zum Stillstand gekommenen Konstruktionsprozess erahnen lassen. Recht gut erhaltene Einrichtungen wie eine gigantische Rutsche erinnern an bessere Zeiten: an mit Sonnenanbetern gefuellte Minivans und badebegeisterte Familien, die dieses Luxus-Resort einst bevoelkerten. Heute ist Beach Park eine Geistersiedlung. Ausser den Angehoerigen einer Security-Einheit bewegt sich nichts mehr auf dem Gelaende. weiterlesen »

  • Das Schweigen in der Provinz

    Von Heideggers tiefer Verbundenheit mit der Provinz gibt es nicht wenige Zeugnisse. Etwa das bekannte Gedicht Waelder lagern Baeche stuerzen von 1947, die wohl autobiografische Erzaehlung Der Feldweg 1949, in der der einsame Denker auf einem Feldweg im Kreisgang um seine Geburtsstadt Messkirch wandelt. Dann eine Ansprache des 21jaehrigen Theologiestudenten von 1910, anlaesslich der Enthuellung eines katholischen Denkmals im badischen Kreenheinstetten. weiterlesen »