• Die Schnuersenkel-Revolution

    Ein Swimmingpool, gefuellt mit morastigem Wasser. Restaurants mit geschlossenen Tueren und zugezogenen Rolllaeden. Ein niedergebrannter Kiosk und Bauelemente, die einen zum Stillstand gekommenen Konstruktionsprozess erahnen lassen. Recht gut erhaltene Einrichtungen wie eine gigantische Rutsche erinnern an bessere Zeiten: an mit Sonnenanbetern gefuellte Minivans und badebegeisterte Familien, die dieses Luxus-Resort einst bevoelkerten. Heute ist Beach Park eine Geistersiedlung. Ausser den Angehoerigen einer Security-Einheit bewegt sich nichts mehr auf dem Gelaende. weiterlesen »

  • Das Schweigen in der Provinz

    Von Heideggers tiefer Verbundenheit mit der Provinz gibt es nicht wenige Zeugnisse. Etwa das bekannte Gedicht Waelder lagern Baeche stuerzen von 1947, die wohl autobiografische Erzaehlung Der Feldweg 1949, in der der einsame Denker auf einem Feldweg im Kreisgang um seine Geburtsstadt Messkirch wandelt. Dann eine Ansprache des 21jaehrigen Theologiestudenten von 1910, anlaesslich der Enthuellung eines katholischen Denkmals im badischen Kreenheinstetten. weiterlesen »

  • Ullersdorf

    25. Mai 2003, frueher Nachmittag: Ich habe kaum geschlafen, jedenfalls nicht genug und mein Zustand wird abgerundet durch einen Kater. Am Tag davor habe ich auf dem Geburtstag eines Freundes Unmengen von Alkohol getrunken, was ungewoehnlich ist fuer mich. Jetzt sitze ich am Abhang des Mauerparks und rede mit Nico. weiterlesen »

  • Aufwachsen in der Provinz

    Es war eines dieser Gespraeche, die ich ueber Jahre hinweg ab Mitte November immer wieder gefuehrt habe. Faehrst du?Bestimmt nicht. Du?Quatsch. Wir sind uns alle ganz sicher, dass wir dieses Jahr Weihnachten auf keinen Fall nach Hause fahren. Schliesslich sind wir nicht ohne Grund aus der Provinz nach Berlin gezogen. Und trotzdem: Spaetestens am 23. Dezember sitzen wir wieder in den ueberheizten Abteilen irgendeines Regionalexpresses. Wir steigen an einem der kleinen Bahnhoefe aus, an denen wir schon so haeufig Abschied genommen haben und ploetzlich stehen wir wieder ganz am Anfang. Darum habe ich das Buch Wie komme ich hier raus? (2) geschrieben: Es hat mich interessiert, warum man die Provinz niemals wirklich hinter sich lassen kann. weiterlesen »

  • Zugfahrt

    Der Zug rattert durch die Provinz. Ein aussergewoehnliches Modell, dieser Zug. Er besteht aus nur einem Waggon, ist dunkelblau und nicht zu vergleichen mit den ueblichen Regionalexpressen. Der Zug, der sich Schienenbus nennt, scheint einer anderen Zeit entsprungen zu sein und stimmt einen irgendwie nostalgisch. Nein, es ist keine Lok der Deutschen Bahn, sondern gehoert der Prignitzer Eisenbahn
    GmbH (PEG) – ohne die PEG wuerde die Prignitz mit der Bahn kaum noch zu erreichen sein… weiterlesen »

  • Karneval der Toleranz

    Letztes Wochenende fand der Rotterdamer Sommerkarneval statt. Wieder mal ein Event, mit Hilfe dessen eine Stadt versucht hat, auf sich aufmerksam zu machen. Und es scheinbar auch geschafft hat: Letztes Jahr hat der Solero Zomerkarneval , wie er aus werbetechnischen Gruenden eiskalt genannt wurde, immerhin 930.000 Besucher angezogen. Nicht nur mit diesen Zahlen kann der Karneval der Kulturen in Berlin gut mithalten, auch hier hat sich eine Marke sehr dominant gezeigt: ein Getraenk in einer kleinen braunen Flasche, das sich zunehmend um Kultstatus bemueht: der Jaegermeister. weiterlesen »

  • Identity-Loop

    Ich beschaeftige mich seit vier Jahren intensiv mit der Performancekunst. Waehrend meines Doppelstudiums 1996 zum Magister Kunstpaedagogik und zum Diplom Freie Kunst an der Kunstakademie Muenchen habe ich mich vor allem mit skulpturalen Koerperformen beschaeftigt. weiterlesen »

  • Suattime

    Viele Berufskollegen geben den Zuschauern fertige Meinungen vor und sind auf ihre festgelegten und bewaehrten Konzepte eingeschworen. Ich wollte schon immer einen flexibleren Weg gehen. weiterlesen »

  • Aufbruchstimmung

    Die Idee Schauspieler zu werden, kam mir relativ spaet. Mit 23 Jahren naemlich. Ich habe damals mit Freunden ein Leihen-Kabarett gemacht und wurde von einer Regisseurin entdeckt, die mir ein Kindertheater-Projektangebot in Witten (Ruhrgebiet) gemacht hat. Das habe ich dann auch angenommen und bei der Arbeit gemerkt, dass es das ist, was ich machen moechte. Daraufhin habe ich mich dann an einer Schauspielschule in Hamburg beworben und dort eine dreijaehrige Ausbildung gemacht. Seit zwei Jahren lebe ich nun als Schauspieler in Berlin. weiterlesen »

  • Ich brauch nen Deutschkurs

    Ich lebe seit 34 Jahren in Deutschland. Habe das Abitur mit 3,0 bestanden – die Einrittskarte fuer das Studium. Mein Diplom mit der Note sehr gut haengt als Zeichen ihres Stolzes heute im Esszimmer meiner Eltern. Meine Mutter kam vor 35 Jahren, 13 Monate vor meiner Geburt, nach Deutschland, hat kein Abitur, konnte nicht studieren, spricht gebrochen Deutsch mit turko-schwaebischem Akzent. weiterlesen »