• Meine Fernbeziehung

    Der ganze Hype um die amerikanische Krankenhausserie Emergency Room fing bei mir mit ungefaehr fuenfzehn Jahren an. In dem Pilotfilm torkelte George Clooney als Frauenheld und Kinderarzt Dr. Doug Ross ueber den Bildschirm und mir war nicht bewusst, dass mich diese Serie von nun an begleiten wuerde: Ich habe alles mitgemacht, die ganzen Sendeplatz- und Sendezeitenwechsel, das lange Warten auf die neueste Staffel und auch das Ausscheiden meiner liebsten Charaktere aus der Serie. weiterlesen »

  • Weil ich es mir wert bin

    Der Slogan von L”Oreal (>Weil ich es mir wert bin< ) fuehrt uns direkt zum ICH als Schauplatz einer symbolischen Aufruestung: Konsum, Diaetik, Sport und Medizin konvertieren den Koerper in symbolisches Kapital zur sozialen Verwertung – der Koerper wird zu einer Szenerie des Sinns, der sich eigentlich erst als Distinktionsversprechen, als Identitaetsvehikel fuer die gesellschaftliche Selbstdarstellung erfuellt. Wir entwerfen dieses ICH dabei im Hinblick auf (soziale) Bilder, fuer die uns unter anderen L”Oreal wie zahllose andere Imagekampagnen (Nikes Just do it! ) eine Art Anleitung zur Hand geben. weiterlesen »

  • Grammatik.03 Editorial

    Guten Tag,

    der Zyklus Grammatik ist kein Novum in der Berliner Gazette. Letztes Jahr zum Beispiel waren Personalpronomen die thematischen Klammern des ersten Quartals: wir, du, es. Dieses Jahr haben wir uns Konjunktionen vorgenommen. weiterlesen »

  • Surfende Cowboys

    So richtig los ging die Arbeit fuers Fernsehen Mitte der 80er Jahre. Ich hatte mich in den ca. 15 Jahren aktiven Lebens zuvor zu einem bedeutenden Teil mit Film und Musik, insbesondere der Kombination von Beidem, beschaeftigt: weiterlesen »

  • Fernsehen macht glücklich

    Die Idee der Ausstellung Fernsehen macht gluecklich besteht darin, einmal beispielhaft zu erproben, wie sich Fernsehprogrammgeschichte ausstellen laesst. Wir wollten uns dabei nicht monografisch an einem Einzelwerk, einem Fernsehschaffenden oder an einem Genre abarbeiten, sondern eine Klammer finden, die genauso dem seriellen Charakter des Fernsehens Rechnung traegt wie einzelnen herausragenden Fernsehwerken einen Raum gibt. Wenn Sie so wollen, das ganze Programm eines Fernsehmuseums. weiterlesen »

  • Wahrnehmungswelten

    Meist nutze ich das Medium am spaeten Abend, als Schlafpille sozusagen. Dann stehen meist die Tagesthemen auf dem Programm, und danach manchmal noch Harald Schmidt. Aber nicht immer. Schmidt haelt man nicht immer aus. Auf Dauer wirkt er naemlich verdammt langweilig. Es kommt aber auch vor, dass wir zur prime time einen Thriller oder Kinohit auf SAT1, RTL, oder ProSieben gucken oder Sonntag Abend dem Tatort folgen. Aber auch der eine oder andere Fussball-Termin wird von mir nicht ausgelassen. Seitdem meine Frau ihre Liebe zu Bayer Leverkusen entdeckt hat, guckt sie Fussball mit. weiterlesen »

  • Arbeitsplatz unterwegs: Das multimediale Reportage-Format “deutschlandReise”

    Das kommt im Internet bei SPIEGEL online , erklaerte der Fahrer ueber Lautsprecherdurchsage den Senioren in seinem Bus, waehrend Philip und Joerg Interviews mit den Reisenden filmten. Und der Buslenker war sogar noch so freundlich, praeziser zu werden: Das ist das Programm, das nach ARD und ZDF im Fernsehen kommt. Ein mobiler Werkstatt-Bericht von Marin Majica. weiterlesen »

  • Investigativer Reisejournalismus: Die Airline Culture der Billigfluganbieter und die dot.com-Kultur

    Reisejournalismus macht Simon Calder erst seit acht Jahren – wohlgemerkt nach einer fuenfzehnjaehrigen Karriere als Ingenieur – doch das Reisen mochte er schon immer. weiterlesen »

  • Flug LG 9642/LH 2420

    Ich komme, ich weiss nicht woher, zurueck ins Arbeitszimmer. Die bekannte Radio-Moderatorenstimme berichtet von dem Flugzeugabsturz in Luxemburg: Propellermaschine, maximal 50 Personen Fassungsvermoegen – ca. 20 Tote und… Verletzte. Wahrscheinlich menschliches Versagen – Bodennebel … ich denke im Arbeitstrott, war das gestern oder ist es was Neues? Danach Werbung. Dann kommt eine Flugexpertin: Das Stabilste an einer Propellermaschine ist das Cockpit, der Rest ist ziemlich fragil und bei einem Absturz in dieser Groessenordnung ist kaum mit Ueberlebenden zu rechnen. Ich arbeite weiter, suche nach einem Titel fuer mein naechstes Projekt. Die Absturznachrichten ueberschlagen sich. Ich denke, Michel ist Luxemburger, und – ich moechte niemanden kennen, der in einem solchen Flugzeug sitzt. Gott – wie oft habe ich das schon gedacht. weiterlesen »

  • Postkarte aus M.

    Erschoepft und ausgelaugt. Nach einer laengeren Busfahrt endlich angekommen und eingecheckt. Wieder vor dem Hotel stehend, eroeffnet sich der Blick auf einen weitlaeufigen Platz. Marktschreier machen hier die Nacht zum Tag; Lichtgestalten bewegen sich hinter einem Schleier aus Rauch.Der Platz wirkt daher wie ein pulsierendes Zentrum, ein autonomer Organismus. Vor allem in meiner Verfassung kommt mir das alles sehr unnahbar und zugleich sehr magnetisierend vor. weiterlesen »