• Suedafrikanisches Teflon

    Straende, Buchten, Brandungen – alles aus dem Bilderbuch. Naturaufnahmen, wie man sie in einem Hotelzimmer, auf dem Flughafen oder im Kaufhaus zu sehen bekommt. Eher visuelles Natur-Implantat als authentische Dokumentation. Ja, die dargestellten Topoi muten kuenstlich, austauschbar und ahistorisch an. weiterlesen »

  • Man muss auch wirklich wollen

    Als wir im vergangenen Fruehsommer anfingen, die transmediale.04 vorzubereiten und schon wussten, dass das Festival unter dem Motto Fly Utopia! laufen sollte, kam Stefan Riekeles irgendwann mit der Geschichte von Gustav Mesmer (3) aus dem Schwabenlaendle zurueck. Mesmer war durch einen ungluecklichen Zufall Ende der zwanziger Jahren in die Raeder der Psychiatrie geraten und sass ueber 35 Jahre mehr oder weniger vergessen in einer Irrenanstalt. Erst 1964 wurde er entlassen und in ein Altersheim gebracht. Dort arbeitete er mit grosser Akribie an Fluggeraeten, mit denen er zwischen den Doerfern seiner Heimat auf der Alb hin und her fliegen wollte – ein bisschen wunderlich wird er schon gewesen sein, aber das ist ja noch kein Grund fuer lebenslange Haft… weiterlesen »

  • Mocambique

    Zum ersten Mal hoerte ich 1998 von Mosambik. Ich hatte damals mit dem Mathematik-Studium in Wuerzburg begonnen und engagierte mich in meiner Freizeit politisch. Durch mein Interesse an der Eine-Welt-Arbeit und an Afrika wurde ich auf die Gemeinschaft Sant Egidio aufmerksam, die von roemischen Schuelern im Jahre 1968 gegruendet wurde. Bei Sant“ Egidio engagiere ich mich nun seit rund sechs Jahren in meiner freien Zeit. weiterlesen »

  • Krieg, Zeitungen und Internet: Was bleibt von der vierten Gewalt im Ausnahmezustand übrig?

    Fuer sein Buch „Krieg und Internet“ hat der Medienwissenschaftler Stefan Krempl die Berichterstattung in Kriegszeiten untersucht. Sprich: einen Ausnahmezustand der Information, in dem Propaganda und Zensur Hoehepunkte erreichen und die Kritik- und Kontrollfunktion der (vierten Gewalt namens) Medien eigentlich am gefragtesten ist. weiterlesen »

  • Europaeisch-Aequatorialafrika revisited

    Ich habe zwischen 1991 und 1994 mit meiner Familie im Sueden des Tschad Tschad gelebt und in einem Projekt der laendlichen Entwicklung gearbeitet. Seit dieser Zeit bereise ich regelmaessig dieses Land. In diesen Jahren sind tiefe und bereichernde Freundschaften entstanden zu Menschen verschiedenster Herkunft. Ich bin von Beruf Agrar-Ingenieur und seit zwei Jahren als freier Berater in der Entwicklungszusammenarbeit taetig. Meine Erfahrungen mit dem Erdoelprojekt im Tschad bewegten mich dazu, meine Schwerpunkte auf die Friedens- und Menschenrechtsarbeit zu setzten. 1991 habe ich an der Gruendung der ersten tschadischen Friedensorganisation mitgewirkt. weiterlesen »

  • Koloniales Erbe

    Die Briten sind treue Alliierte der Vereinigten Staaten. Tony Blair kaempft zwar um seine Glaubwuerdigkeit, doch die angloamerikanische Allianz bleibt fest. Der britisch-amerikanische Schulterschluss hat Tradition: Er basiert auf zwei Weltreichen – dem untergegangenen britischen Imperium und der Weltmacht USA, die im 20. Jahrhundert zur Hegemonialmacht aufgestiegen ist. Die Vereinigten Staaten haben Grossbritannien als Weltmacht abgeloest. Die Machtuebergabe geschah graduell waehrend des 20. Jahrhunderts – nach dem Ersten und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg. weiterlesen »

  • Im Club der toten Dichter

    Einige Leute aus meinem Umfeld sind aufrichtig begeistert darueber, dass ich ein Buch geschrieben habe. Andere wiederum unverhohlen desinteressiert. Wie bei Herr Lehmann , als Karl alias Detlev Buck seinen Freunden voellig aus dem Haeuschen erzaehlt, dass er demnaechst eine Ausstellung in Charlottenburg hat, und einer nur brummt: Och nee, muessen wir dann dahin fahren? , woraufhin das Thema gewechselt wird. Das war jetzt natuerlich uebertrieben. Aber bei manchen habe ich tatsaechlich das Gefuehl, dass sie damit gar nicht umzugehen wissen. Gilt natuerlich nicht fuer die richtig wichtigen Freunde. Und in meinem Leben haben sich eher die kleinen Dinge veraendert. Ich bekomme jetzt Zugtickets erster Klasse und so. weiterlesen »

  • Ausgrabungsstaette Kino

    Mit fuenf oder sechs Jahren bin ich zum ersten Mal in meinem Leben ins Kino gegangen. Es lief ein Film aus der Winnetou- Reihe, ich kann mich nicht erinnern, welcher. Mein Bruder nahm mich an die Hand und wir stellten uns in die lange Schlange vor dem Capitol-Kino in Pritzwalk an. Alles war ungeheuer aufregend und neu fuer mich. Wir setzten uns in die Mitte des Saals und als der Film dann losging war ich ueberwaeltigt von den wunderschoenen Landschaften, den fremd aussehenden Menschen und der fesselnden Musik. Das war ein Erlebnis! weiterlesen »

  • In auswaertigen Aemtern

    In Berlin ist es sehr schwer, die Geschichte der Stadt zu ignorieren. Ich habe mich oft so gefuehlt (und fuehle mich auch heute noch oft so), als haette ich nicht genug Kenntnisse und auch keine emotionale Bindung zu den Geschehnissen der Vergangenheit hier in Berlin. Dann fing ich an, mir ueber die Teilnahme meiner Grossmutter bei den olympischen Spielen 1936 in Berlin Gedanken zu machen. Ich wusste, dass sie im finnischen Frauengymnastik-Team gewesen war, welches bei den Spielen eine Performance aufgefuehrt hatte – aber mehr wusste ich nicht. Ich wurde neugierig, denn immerhin hatte sie so oft von ihrer Vergangenheit erzaehlt – warum wusste ich dann nicht mehr ueber ihren Aufenthalt in Berlin? weiterlesen »

  • 1979

    Im Rahmen des ErsatzStadt-Projekts zu staedtischem Alltag im globalen Massstab zeigt Kabul/Teheran 1979ff ueber 60 Dokumentar- und Spielfilme aus dem Iran und Afghanistan und hat hierzu ueber zwanzig RegisseurInnen und SchauspielerInnen, Exilierte und Zurueckgekehrte eingeladen. Uns interessiert hierbei die staedtische Gesellschaft in Kabul und Teheran, die Lage der afghanischen Fluechtlinge, die Funktionalisierung der prekaeren Situation von Frauen und die Rolle des Kinos in beiden Laendern. Wir markieren den Uebergang auf das Jahr 1979 und folgende: Mit dem sowjetischen Einmarsch eskaliert der Buergerkrieg in Afghanistan, waehrend im Iran der Schah gestuerzt wird und die islamische Republik entsteht. weiterlesen »