• Leben mit dem Geigerzähler in der Hand

    Am 11. März 2011 zogen Erdbeben und Tsunami einen Supergau im Nuklearkraftwerk Fukushima Daiichi nach sich, rund zwei Autostunden nördlich von Tokio, der größten Stadt der Welt. Inzwischen geht der Alltag weiter. Das Motto der Menschen lautet: Leben mit dem Geigerzähler in der Hand. Der Künstler, Filmemacher und Berliner Gazette-Autor Edgar Honetschläger, der in Wien aufgewachsen ist und seit 1992 in Tokio lebt, zieht in seinem Essay eine Bilanz.

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    „Was alle angeht, können nur alle lösen. Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.“ Friedrich Dürrenmatt

    Lange, viel zu lange hieß es, alle Befürchtungen seien übertrieben. Systematisch, aber auch aus Hilflosigkeit, wurde die Wahrheit verschwiegen. Es war nicht der Tsunami der an 3/11 – wie die Japaner es nennen – die Nuklearkatastrophe auslöste, sondern das Erdbeben selbst. Das ist insofern von Bedeutung, als die Nuklearindustrie und die IAEA, in dem sie die Schuld dem Monstertsunami zuweisen, eine Möglichkeit gefunden haben, weiter auf die Sicherheit ihrer Technik zu verweisen, die, so sagen sie, nur durch eine Jahrhundertkatastrophe gefährdet sei. Und der Großteil der Atomkraftwerke dieser Welt befindet sich weit entfernt vom Meer. Entwarnung also.

    Europa hat die höchste Zahl an Atomkraftwerken weltweit und die höchste Dichte. Ein Vergleich: Wenn wir alle Atomkraftwerke dieser Welt nähmen und sie in Beziehung zu den Gaus, die wir seit Einführung dieser Energiegewinnungsform hatten (die ständigen Störfälle nicht eingerechnet) setzten und dies nun in Proportion zum täglich weltweit anfallenden Flugverkehr und dessen Anfälligkeit für Katastrophen setzten, dann müsste jeden Tag ein Flugzeug abstürzen. So sicher ist die friedliche Nutzung der Atomenergie. Tschernobyl und Fukushima sind keine Einzelfälle. Es wird nicht lange dauern und der nächste Gau steht uns ins Haus.

    Was in Japan seit einem Jahr passiert und wie die Menschen damit umgehen, steht modellhaft für die Zukunft der Menschheit. Denn Japan/Tokio lebt uns jetzt vor, wie die Zukunft aller Menschen aussehen wird: mit dem Geigerzähler zum Supermarkt, mit dem Geigerzähler ins Restaurant, und wenn es regnet geht man nur vors Haus wenn es unbedingt sein muss. Das ist keine Fiktion – das ist für viele in Tokio Realität.

    Atomkraftwerke: Schnellkochtöpfe ohne Mystik

    Der Zauber der Bomben von Hiroshima und Nagasaki, die unglaubliche Kraft des Atoms, zieht uns technikgläubige Menschen nach wie vor in seinen Bann. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung durch Religionen, senken wir vor den Errungenschaften der Naturwissenschaften unser Haupt. Wo wohl der Unterschied in der Anbetung liegt?


    Was tut ein Atomkraftwerk? Es erzeugt Energie. Wie? Indem Atome gespalten werden. Ein für den Laien undurchsichtiger Vorgang, den nur Physiker wirklich verstehen können? Mitnichten. Ein Atomkraftwerk ist nichts anderes als ein Schnellkochtopf. Es steckt nichts Mysteriöses im schnellen Aufkochen von Wasser. Die Kernspaltung im Reaktor tut nichts anderes, als Unmengen von Wasser in Sekundenbruchteilen verdunsten zu lassen – in einem geschlossenen System, so dass dieses wieder zu Wasser wird. Ein Kreislauf, der Energie erzeugt. Und für diese primitiven Schnellkochtöpfe setzen wir die Existenz der ganzen Welt aus Spiel.

    Japan ist viereinhalb Mal so groß wie Österreich und hatte bis vor kurzem das zweitgrößte Bruttosozialprodukt der Welt. Wie hätten die das wohl ohne Atomkraft schaffen können? Seit Monaten sind rund 50 der 55 existierenden Reaktoren in Japan aus Sicherheitsgründen abgestellt. Trotzdem hat das Land im letzten Halbjahr ein Wirtschaftwachstum von 6% geschafft. Das höchste in 20 Jahren. Wie geht das, fragt man sich, ohne all die Energie, die nun nicht erzeugt wird? Wie können Toyota, Mitsubishi, Honda, Yamaha, Canon und Co. unter gegebenen Umständen aus vollen Rohren produzieren?


    Bisher sind 50% der Landmasse Japans verseucht. Mit allen Cäsiumarten, die es gibt, mit Strontium, Plutonium und anderen, deren Namen weniger geläufig, die aber ebenso Gesundheit gefährdend sind.

    Ein halbes Kilo Plutonimum reicht um die gesamte Erdbevölkerung zu vernichten. In Fukushima lagern einige Tonnen davon (wie in allen anderen Atomkraftwerken auch, weil die Endlagerung nicht gelöst ist) und vieles davon wurde freigesetzt. Bis heute fließen tagtäglich hunderte Tonnen schwer verseuchten Wassers aus dem kaputten Atomkraftwerk in den Pazifik. Anfang des Jahres war die in der Luft gemessene Radioaktivität in Tokio so hoch, wie in den Tagen der Kernschmelze rund um 3/11.

    Radioaktivität: Wunschdenken und Realität

    Kanadische und amerikanische Wissenschafter haben nachgewiesen, dass der Fisch, in diesem, unserem größten Ozean, bis in alle Winkel mit Cäsium belastet ist. Schon im Mai letzten Jahres haben die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union die Grenzwerte für Kontaminierung von Lebensmittel angehoben. Würden die alten Werte gelten, so könnte man die Milch in Kalifornien schon lange nicht mehr trinken. In der Mitte der USA werden im Schnee hohe radioaktive Werte gemessen und auch in Europa blieb und bleibt man nicht verschont, auch wenn wir meinen, das wäre alles weit weg.

    In Japan hat die Regierung die Werte für die Bevölkerung (auch Kinder) auf ein Maß gesetzt, das über jenes hinaus geht, das man den Angestellten im Reaktorbereich in europäischen Atomkraftwerken zumutet. Und diese Werte sind gerade dabei weiter angehoben zu werden, um die Nahrungsversorgung sicherzustellen. Die Folgen Fukushimas sind schlimmer als die Tschernobyls. Das teuflische ist, dass man die Gefahr nicht sieht, spürt, riecht. Und was in 15 bis 20 Jahren ist, kann sich sowieso keiner vorstellen. Man scheitert doch schon daran, sich vorzustellen, wie das nächste Jahr aussehen wird.

    Beschäftigt man sich eindringlich mit der Situation in Japan und gibt Informationen weiter, so wird man von seiner Umwelt entweder als Hysteriker oder als hoffnungsloser Esoteriker abgetan. Keiner will wissen, was wirklich vor sich geht. Keiner fragt, was es bedeutet, in Fukushima zu leben. Und was in den Welt umgreifenden Medien nicht berichtet wird, existiert nicht.

    Man geht davon aus, dass Japan die Lage im Griff hat, dass das Schlimmste vorbei ist, dass es weiter gehen kann ohne größere Verluste. Indes – in der Provinz Fukushima schreien die Ärzte so laut sie können, weil es ihnen an Behandlungsplätzen für Strahlenkranke fehlt, weil ein Großteil der Kinder ständig an Nasenbluten leidet, weil mehr als eine Million Menschen in Gebieten leben, die zu Tschernobyl/Sovietzeiten schon längstens evakuiert worden wären, weil die Leukämierate schon ein Jahr danach dramatisch gestiegen ist.

    Aber niemand hört ihr Schreien: Die Regierung gibt die Parole aus, alles wäre sicher. Ein von der Regierung gedungener Strahlenarzt versichert im Fernsehen: „Lächeln sie, das schützt sie mehr vor der Radioaktivität als sonst etwas.“ Der Regierungssprecher hört nicht auf zu betonen: „Angst zu haben führt zu mehr Krebs, als von Seiten der Verstrahlung zu erwarten ist.“

    Das Produkt der Provinz Fukushima

    Ende März 2011 hatte Norikazu Otsuka, einer der bekanntesten TV Showmaster Japans, in seiner morgendlichen Sendung Mezamashi TV, die in Japan von Millionen gesehen wird, angekündigt, dass er von nun an nur mehr Produkte aus der Provinz Fukushima zu sich nehmen würde – unter dem Titel – wir sind eine alte Samurai Nation, uns kann das nichts anhaben. Im November wurde dem Mann Leukämie diagnostiziert. Eine Schockwelle ging durchs Land, doch nur kurz, denn die Beschwichtiger waren schnell zur Stelle. Man bezog die Krankheit auf sein Alter, die Sendung wurde abgesetzt. Vergessen.

    Seit Monaten fährt die Regierung Japans TV Spots, in denen Stars und Schönheiten kundtun, dass sie die Provinzen im Norden unterstützen würden, indem sie die dort hergestellten landwirtschaftliche Produkte mit großem Appetit zu sich nähmen. Dabei haben französische Wissenschafter bisher unbekannt hohe Konzentrationen von Cäsium in den Nahrungsmitteln aus der Region nachgewiesen und Greenpeace lässt den in Japan konsumierten Fisch in französischen Labors regelmäßig messen: Die Ergebnisse sind erdrückend.

    Auch in Tokio sind die Strahlenwerte empfindlich hoch. Und nicht nur in Tokio, sondern noch viel weiter südlich der Metropole. Die Regierung tut ihr Bestes den ‚Dreck’ zu verteilen, indem sie angeordnet hat, dass Abermillionen Tonnen vom Tsunami hervorgerufenen Müll, der größtenteils schwer kontaminiert ist, nationenweit verbrannt wird. Damit wird die Radioaktivität gleichmäßig, im alten japanischen Solidarprinzip, über das gesamte Archipel verteilt und darüber hinaus – in der gesamten nördlichen Hemisphäre.

    Die Yakuza, die immer zur Stelle ist, wenn die Regierung nicht mehr weiter weiß, verteilt den verseuchten Klärmüll, der kilometerlang in heuhaufengroßen Stücken, notdürftig mit Plastikfolie abgedeckt, in den nördlichen Provinzen vor sich hinlagert, vom äußersten Norden bis zum südlichsten Zipfel, wo er als Dünger für die Reisfelder verwendet wird. Und dazwischen kauern die Menschen, die an den Rand der Todeszone evakuiert wurden, dort wo die Radioaktivität kaum niedriger ist. Sie haben alles verloren, sie können nicht fliehen und keiner hilft ihnen – die Regierung hat sie im Stich gelassen.

    Die Bauern und der Manager

    Die Regierung spricht ständig von Dekontamination – aber wie soll man wohl Landstriche so groß wie Österreich dekontaminieren? Bei einem Hearing junger hübscher Manager der Firma Tepco vor Bauern aus der Provinz Fukushima kam es fast zu Übergriffen, weil die Manager für nicht mehr landwirtschaftlich nutzbare Felder Kompensationszahlungen absagten. Einer der Bauern brüllte: „Mein Nachbar hat sich gestern umgebracht, weil sein Land keinen Cent mehr wert ist, er war nicht der Erste, sollen wir alle die Nächsten sein?“ Mittlerweile fordert der Gouverneur der Provinz Saitama, dass die Chefs von Tepco gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden.

    Japan war seit dem zweiten Weltkrieg ein entpolitisiertes Land – unpolitisch war vorallem auch das Individuum (außer in den 1960igern). Seit 1945 hat man den Menschen systematisch politisches Denken aus dem Kopf gestrichen. Alles wurde umzuckert mit einem Mantel aus Wohlfühleinheiten. Mit wenigen Ausnahmen haben sich auch Künstler, Filmmacher und Intellektuelle einlullen lassen, in ihrer Politikverdrossenheit auf kritische Äußerungen verzichtet, nicht teilgenommen am Prozess Demokratie, um die jeden Tag gekämpft werden muss. Mit der Nuklearkatastrophe kam das böse Erwachen: Erst jetzt erinnert man sich, dass man sich zu wenig um die Führung des Landes gekümmert hat, dass es fast allen Bürgern vollkommen egal war, wer ihre Geschicke lenkte, dass es nichts bedeutete, welche Partei, welche Politiker, ausgetauscht wurden.

    Man meinte, alles wäre sicher in den Händen der Bürokratie. Solange diese funktionierte, gäbe es nichts zu befürchten, denn die über ihnen würde man wie Unterhosen stets austauschen können. Oder besser: das würden die US-amerikanischen Besetzer sowieso von sich aus tun. Wo die Energie herkam, war kein Thema. All das war über Jahrzehnte an der unglaublich niedrigen Wahlbeteiligung abzulesen. Aber in der Krise, nachdem die Katastrophe da war, fehlte eine Führung. Das seit dem zweiten Weltkrieg aufgebaute System versagte, weil die geschaffenen Strukturen rasches, eindeutiges und vor allem entschiedenes Vorgehen nicht zuließen. Das Beispiel Fukushima, die Nicht-Bewältigung einer Katastrophe, zeigt auf, wie fatal sich das Nicht-Engagieren im Finden einer demokratisch legitimierten Führung auswirken kann. Denn diese führt unweigerlich zum Tod vieler Menschen.

    Das Volk regt sich

    Über das letzte Jahr hat sich langsam der Widerstand formiert. Es sind nicht nur der Nobelpreisträger Kenzaburo Oe oder der weltberühmte Musiker Ryuichi Sakamoto, die für Aufklärung kämpfen. Wie Pilze sprießen an allen Ecken und Enden des Landes Anti-Atomkraft-Bewegungen aus dem Boden. Das Volk regt sich. Endlich. Viele glauben ihrer Regierung nicht mehr. Manche behaupten, dass mit Fukushima der Beginn einer wirklichen Demokratie in Japan eingesetzt hat. In Österreich meint man, dort wäre alles so wie hier, doch das stolze Nippon ist seit dem zweiten Weltkrieg ein Bundesstaat der USA.

    Nach Hiroshima und Nagasaki wagte kein Politiker, Kernenergie als Versorgung vorzuschlagen. Das Land hatte keine Wahl. Es musste. Vergessen wir nicht, dass die Vereinigten Staaten von Amerika ganz Asien von Japan aus dominieren, nirgendwo auf der Welt findet sich eine höhere US-amerikanische Truppenkonzentration als in Japan. NHK, das mit dem ORF vergleichbare nationale Fernsehen, gehört zu zwei Drittel der Atomindustrie – so wie alle Medien Japans sich in den Händen der Energiehersteller befinden, nicht viel anders als in den USA.

    Wenn in regelmäßigen Abständen Demonstrationen stattfinden (zum ersten Mal seit den 1960iger Jahren), so werden diese von den Medien tunlichst verschwiegen. Die Politik übt sich in Gelassenheit und schmäht ängstliche Eltern, die ihre Kinder ins Parlament bringen, um anzuklagen, als unpatriotisch. Und doch begehrt das Volk in ungeahnter Weise auf. Ein Großteil der Gouverneure und Bürgermeister, die der Regierung das Verbrennen des Mülls zugesagt hatten, mussten aufgrund von Protesten zurückziehen. Außer die Stadt Tokio natürlich, denn die braucht all die Energie, die aus Fukushima kam/kommt. TEPCO ist die Abkürzung für TOKYO ELECTRIC POWER CORPORATION.

    Anm.d.Red.: Der Verfasser des Beitrags recherchiert seit Monaten zusammen mit Sylvia Eckermann, Yukika Kudo und Peter Scharmüller für ein Projekt mit dem Titel Sound of Sirens, das versucht die Nuklearkatastrophe in Japan plastisch zu machen. Die Bilder stammen von ichigonotsukikage und stehen unter einer Creative Commons-Lizenz.


8 Kommentare zu Leben mit dem Geigerzähler in der Hand

  • Kaede am 11.03.2012 12:40
    Zunächst einmal vielen Dank für die engagierte Berichterstattung aus Japan. Ich lebe ebenfalls in Tokyo und muss leider sagen, dass obiger Bericht stark übertrieben ist. Sowohl im Hinblick auf die Darstellung des Alltags in Tokyo, noch im Hinblick auf die Strahlenwerte. Es gibt zahlreiche regiergungsunabhängige, teils crowdgesourcte Messungen, die dem hier skizzierten Bild deutlich widersprechen. Und Menschen mit Geigerzählern in Restaurants oder Lebensmittelgeschäften sind mir bislang nicht begegnet. Ich habe eher den Eindruck, dass sie sich zu wenige Sorgen machen.
  • http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1576888/ZDFzoom-Die-Fukushima-Luege
  • Silvia am 11.03.2012 15:13
    vielen Dank, sehr tief, sehr bewegend, sehr nachdenklich.
  • Rainald Krome am 11.03.2012 15:37
    auch ich habe zu danken, möchte jedoch auch hinterfragen dürfen, hinterfragen, was hier so selbstverständlich gesetzt scheint, dass alle nämlich, im Grunde die ganze Welt, zumindest jedoch die Mehrheit auf diesem Planeten, die Mehrheit der Medien jedenfalls, kein Interesse an der WAHRHEIT von Fukushima hat. Nun. Das mag sein. Nur: Wird das in Japan nicht gundsätzlich anders wahrgenommen und gehandhabt als in Europa, bzw. (und hier sollten wir doch auch noch stärker differenzieren:) in Deutschland, Österreich, Frankreich, Finnland, also den einzelnen Ländern, die unterschiedlich auf 3/11 reagiert haben, Deutschland besonders aus der Reihe getanzt ist, und dann die USA, wo alles nochmal anders, bzw. spezifisch wahrgenommen wird. Mehr Differenzierung bitte!
  • @Rainald: Bei dieser Katastrophe, die die gesamte Menschheit betrifft, gibt es nichts mehr zu differenzieren. Sie ist absolut und schrecklich ohne Ende. Da spielt es keine Rolle mehr, wie das in den USA, in Europa oder auf dem Mond wahrgenommen wird. Die Folgen von Nuklearkatastrophen dürften seit Hiroshima und Nagasaki sowie Tschernobyl hinlänglich bekannt sein.
  • http://fukushima-geschichten.arte.tv/#!/4891
  • Rainald Krome am 11.03.2012 22:16
    @Horst: Deine klaren Worte, denen ich nicht widersprechen möchte, denn sie sind nicht nur klar, sondern auch klar richtig, schießen ein wenig vorbei an meinem Einwand.

    Ich beziehe mich auf die folgende Stelle im Text:

    "Keiner will wissen, was wirklich vor sich geht. Keiner fragt, was es bedeutet, in Fukushima zu leben. Und was in den Welt umgreifenden Medien nicht berichtet wird, existiert nicht."

    Mag sein, dass in Japan niemand wissen will. Doch deshalb bedeutet das noch lange nicht, dass diese Wahrheit in den globalen Medien nicht stattfindet. Gerade Deutschland zeigt dass es hier eine andere Herangehensweise gibt, dass gerade hier das Interesse an dieser schrecklichen Wahrheit besonders groß ist. Also deshalb sage ich: Mehr Differenzierung bitte!
  • @edo nr.6: danke für den link, diesen haiku finde ich besonders schön und traurig aufeinmal:

    http://fukushima-geschichten.arte.tv/files/la_grande_question_de.png

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