• Ich bin dagegen

    …denn ihr seid dafuer. Diesen Satz praegte einst die Berliner Punk-Rock Band „Die Aerzte“. Dieser Tage koennte eine deutsche Partei diesen Song als Credo fuer ihren Wahlkampf bemuehen: Die Linke. Wo Mensch hinschaut in den linken Wahlkampf: Sie wissen wogegen sie sind. „Hartz IV abwaehlen“ ist da der zentrale Slogan. Doch schon zur USPD, einer Art Ur-Mutter der heutigen Linken, wusste Golo Mann: „Allein mit der Destruktiven Macht der Unzufriedenheit ist Neues noch nicht geschaffen.“ Das ist immerhin fast 90 Jahre her.

    Was bieten die Genossen dem Waehler denn an? In erster Linie Zerrissenheit. Denn Reichtum besteuern zu fordern – damit eint sich noch jedes politische Lager diesseits der FDP. Ansonsten stehen seltsame Anarchisten – boese Zungen sprechen gar von einem radikal-gewaltbereitem Arm der Partei – neben abgefallenen SPD-Leuten und Steinzeitkommunisten, Obristen der Nationalen Volksarmee neben Oekos mit Birkenstocklatschen und Jesusfantasien. Dass dieses Sammelbecken ueberhaupt ein Programm hat, ist den Integrationsfiguren der Parteispitze hoch anzurechnen.

    Da steht auf der einen Seite zwar der brabbelnde Oscar Lafontaine, den wohl Niemand ausserhalb seiner weinseeligen Heimat mehr ernst nehmen kann. Auf der anderen aber der flinke und stichige Gregor Gysi. Doch wie saehe denn die Partei an der Regierung aus? Mag Mensch sich das vorstellen? Andererseits hat nicht zuletzt die Hauptstadt gezeigt, dass Links auch Realpolitik kann. Allerdings eine voellig entzauberte Version der hohen Ideale. So lange sich zur Genossenschaft nicht die Einigkeit gesellt, bleibt eine gaenzlich linke Partei hierzulande das, was sie in Weimar schon war: Parlamentarisches Salz in der grossen Suppe, die von anderen serviert und vom Buerger ausgeloeffelt wird.


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