Mehr als ein Jahr gibt es das Klog von Sascha Lobo, in dem er alle seine in Blogs abgegebenen Kommentare sammeln laesst. Damit dadurch >die Welt kommentierbarer< wird, kann man seine Kommentare dort auch noch kommentieren. Toll, hat uns sofort ueberzeugt nicht nur weil >das beste an sascha lobo< seine Kommentare sein sollen. Wir haben sogar irgendwo gelesen, dass adical kommentierbare Werbe- banner plant. Lobo und Haeusler scheinen Kommentare zu moegen. Sie sind aber auch super – also die Kommentare, ausserdem verbreiteter als man denken koennte.
Viele Blogs sind selbst schon das, was im klassischen Journal- ismus als Kommentar ausgewiesen ist. Sie sind meinungs- haltig, persoenlich und sie akzentuieren Themen. Kommentier- bar sind Blogs auch, zumindest die meisten. Sicher nicht alle Blogs, aber doch alle Kommentare sind Reaktionen. Reaktionen auf Nachrichten und Neuigkeiten der Medien. Niemand wuerde die Schwerkraft kommentieren. Niemand kommentiert blosse Daten. Nur Kommunikation ist kommentierbar. Sind Kommentare in Zeitung und Fernsehen klar gekennzeichnet und abgegrenzt, ist es in Blogs erwartbar – mindestens nicht ueberraschend – wenn dort auch kommentiert wird.
Traditionelle Nachrichten tun so, als ob ihre Nachrichtenaus- wahl vollkommen objektiv sein koennte – trotzdem erfahren wir nicht ueberall etwas ueber junge Eisbaeren. Durch Kommentare koennen die Medien ihre eigenen Produkte noch einmal besehen und ueberpruefen, in unterschiedliche Richtungen korrigieren, konkretisieren oder differenzieren. Die Medien koennen Nachrichten in Kommentaren spiegeln und dabei vielleicht sogar den Spiegel selbst bemerken und sehen, wie jede Nachricht, wie jede Information immer nur Auswahl und Ausschnitt sein kann. Also bitte, kommentiert!
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