• Griechenland am Ende: Warum man dem Nebel aus Skandalen nicht entrinnen kann

    Die ökonomische Krise in Griechenland kam nicht von heute auf morgen. Die endlose Reihe politischer Skandale in den letzten Jahrzehnten ist bezeichnend für einen Mangel an Verantwortungsbewusstsein in den Reihen der gesellschaftlichen Elite. WAS BLEIBT nach dem Ausverkauf? Victor Tsilonis blickt durch den Nebel, der das Land umgibt. Der Jurist und Redakteur analysiert einige jener Skandale, die den unwiderruflichen Bankrott heraufbeschwörten.

    In einer Zeit von weltumfassenden Veränderungen, in der Informationen stets unzureichend und häufig falsch sind und es sich zumeist um ein untrennbares Gemisch von beidem handelt, fällt der Otto Normalverbraucher den vernichtenden Ereignissen zum Opfer, die er nicht erfassen, geschweige denn bewältigen kann.

    Der nukleare Unfall in Fukushima und dessen nachhaltige Folgen, die einer Kettenreaktion gleichenden Volksaufstände im Nahen Osten, die verlängerte militärische Intervention in Libyen, der „unglaubliche“ Mord an Osama bin Laden, der Bankrott von Griechenland und die allgemeine Finanzkrise der Eurozone, der mysteriöse Fall von Dominique Strauss-Kahn, aufgebrachte Menschen, die sich in Spanien und Griechenland auf Plätzen versammeln, die US-amerikanische Notlage, der tragische Tod von 76 Menschen in Norwegen durch einen rechts-extremen Terroristen – das sind nur einige Teile des Puzzles von heute.

    Die Entstehung und Entwicklung der obigen Ereignisse gleicht den Bewegungen von Ungeheuern in einem uns umgebenden Nebel: Wir sehen die Gestalten, wie sie sich uns nähern und können ihre Form erahnen. Wir wissen, dass ihre Bewegungen unser Leben früher oder später auf dramatische Weise beeinflussen werden und dass die Ungeheuer uns vielleicht sogar auf unvorstellbare Weise verschlingen werden. Aber durch reine Betrachtung ihrer Bewegung können wir das Verhalten der Ungeheuer nicht verstehen, da der Nebel sich nicht auflöst (und wäre Steven King anwesend, würde er uns daran erinnern, dass seine Geschichte auch nicht gut ausgeht).

    Die Überzahl an parallelen Ereignissen verwirrt uns fast komplett, die psychologische Belastung bewirkt bei uns einen Konzentrationsverlust. Diese Ungeheuer sind nacheinander erschienen, ihr plötzliches Auftauchen hat die falsche Ruhe unserer unwichtigen Leben ins Wanken gebracht. Wir schaffen es nicht einmal, uns auf eines der Ungeheuer zu konzentrieren. Schockiert schauen wir uns um, gucken mal in die eine, dann wieder in die andere Richtung; wir verinnerlichen die dunklen und schrecklichen Figuren und fürchten währenddessen um unser bevorstehendes Ende.

    Dichter Nebel in Griechenland

    Einige unter uns sind durch ihre gefährliche Nähe zu den Ungeheuern besser in der Lage sie zu verstehen. Der Fischer, der 21 Kilometer entfernt von Fukushima lebt, kann schon über die dunkle Kraft der Radioaktivität in seinem Körper reden; der Präsident von Tripolis kann auf Anfrage der „internationalen Gemeinschaft“ von den regelmäßigen „humanitären Flügen“ der Nato-Flugzeuge über seiner Stadt reden, die immer mit dem Abwurf von Notfall-Paketen enden; der „blutrünstige“ Muammar Gaddafi, der im letzten Jahrzehnt dem Westen so freundlich gestimmt war, spricht über die Gründe für die plötzliche Antipathie der Italiener und Briten gegen ihn; Dominique Strauss-Kahn kann darüber reden, was genau im Zimmer des Sofitel Hotels passiert ist (aber noch wichtiger: darüber, was kurz davor und danach passiert ist).

    In Griechenland ist der Nebel unheimlich dicht, wobei die Einmischung von Radio und Fernsehen ihn noch verdichten. Während die Griechen finanziell am Ende sind (mit einer möglichen Beerdigung und dem Ausstieg aus der Eurozone), sind wir noch lange nicht hirntot – oder zumindest nicht ganz und können deshalb zumindest telegrafisch unsere Meinung äußern über die Finanz-Skylla mit ihren zahlreichen Köpfen, die unseren Staat komplett verschlingt.

    Evaggelos Korovinis schreibt in seinem Buch „Neugriechische politische Frevel“, dass politische Korruption in Griechenland seit Geburt des Staates existiert. Ioannis Kolettis, der erste offizielle Premierminister von Griechenland und Vater des korrupten und widerrechtlichen politischen Systems, hat bekanntermaßen eine bestimmte Zeit am Tag damit verbracht, anderen Gefallen zu tun und heimliche Deals abzuschließen. In Parlamentssitzungen hat er es vorgezogen zu schlafen oder blieb gleich komplett fern.

    Unser Land ist 1827 das erste Mal bankrott gegangen – noch bevor es offiziell gegründet wurde – durch Schulden aus der Zeit der Revolution gegen die Türken. Das Land ist seitdem noch drei Mal bankrott gewesen: 1843, als König Othon eine Anleihe von 60 Millionen Francs nicht zurückzahlen konnte (51 Millionen wurden direkt an die Kreditoren zurückgezahlt, um frühere Schulden zu tilgen, der kleine Rest von 9 Millionen ging an die deutschen Vizekönige, dem Staat kamen sie aber nicht zu Gute). Der zweite Bankrott erfolgte im fantastischen Jahr 1893, als der ehrgeizige Premierminister Charilaos Trikoupis die Ansage machte, dass der Staat „leider bankrott“ sei. Weniger bekannt ist der Bankrott vom Mai 1932, als Premier Eleftherios Venizelos bekannt gab: „Wir sind endgültig bankrott.“

    Nach dem Ende der siebenjährigen Diktatur 1974 hat die griechische Regierung, an deren Kopf der nicht totzukriegende Andreas Papandreou, die Renten und Vergütungen verdoppelt und verdreifacht. Es wurden andere populistische Maßnahmen angestrebt, sie gipfelten in der berühmten, rhythmischen Forderung Papandreous II. an den Wirtschaftsminister Dimitris Tsovolas: „Tsovola, gib alles dem Volk!“ In den folgenden Jahren bestand die Politik von Constantine Karamanlis und Constantinas Simitis aus einer Vielzahl „geschickt modifizierter“ Bilanzen. Griechenlands schlechte Organisation der teuersten Olympischen Spiele aller Zeiten gehört unter anderem zu der nicht abreißenden Serie von Skandalen:

    1. Vodafone (auch „Das griechische Watergate“ genannt): Mehr als 100 Telefone von Mitgliedern des griechischen Parlaments wurden illegal abgehört, unter den Opfern waren der Premierminister und der wichtigste Kabinettsminister sowie hochrangige Zivilbeamte. Teil des Skandals war zudem der ungelöste Tod des langjährigen Vodafone-Angestellten Konstantinos Tsalikidis. Die kriminellen Mächte hinter der Verschwörung wurden nicht gefasst, obwohl das weitläufige Gerücht galt, dass ein ausländischer Geheimdienst hinter der Abhöraktion stand, die angeblich vor den Olympischen Spielen 2004 begann und bis ins Jahr 2005 reichte. Kurz, ein Skandal, der den aktuellen News of the World-Skandal albern wirken lässt.

    2. Siemens: Über viele Jahre hat Siemens es geschafft, milliardenschwere Verträge mit der griechischen Telekommunikationsfirma OTE und dem Bahnkonzern OSE einzugehen und war auch für den Bau des fehlerhaften Sicherheitssystems der Olympischen Spiele zuständig. Der Kauf von Equipment und Materialien von Siemens durch OTE, OSE, anderen staatlichen Einrichtungen und den Staat selbst war hauptsächlich durch Anleihen von griechischen und ausländischen Banken möglich.

    Es wurden Schmiergelder in Höhe von vermutlich mehr als 100 Millionen Euro an griechische Minister und hochrangige Staatsbeamte gezahlt. Der 56-jährige ehemalige Chef von Siemens Griechenland, Michael Christoforakos, ist aus Griechenland geflüchtet und wurde von der deutschen Polizei in Rosenheim gestellt. Er wurde aber bald aus der Haft entlassen, da sich der Bundesgerichtshof einstimmig gegen die Auslieferung Christoforakos‘ an Griechenland aussprach. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass die Anklagepunkte nach deutschem Recht verjährt waren.

    3. Das Kloster von Vatopedion: Der Skandal um die knapp 260 fragwürdigen Fälle von Landtausch gefährdete die griechische Regierung und hat die tausend Jahre alte griechische Klostergemeinde von Berg Athos in Verruf gebracht. Letztlich wurden zwei Regierungsbeamte durch die Vorfälle ihres Amtes enthoben. Das wohlhabende orthodoxe Kloster von Vatopedion hatte billige Parzellen von Land auf Seeseite (die es wahrscheinlich gar nicht besaß, da es seine Besitzansprüche auf das Landrecht aus byzantinischer Zeit zurückführte) gegen erstklassiges öffentliches Bauland getauscht. Zu den getauschten Ländern gehörte auch eine Anlage für Unterkünfte zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen.

    Ziel der Tauschhandels war es, das öffentliche Land an Firmen auf Zypern zu verkaufen. Eine erste juristische Schätzung gibt den Verlust für den Staat mit 110 Millionen Euro an, während die griechische Presse vergaß zu erwähnen, dass die Zuständigen des Klosters eventuell nur als Zwischenmänner agiert haben. Erstaunlicherweise begannen die Tauschgeschäfte 1999, unter der sozialistischen Regierung PASOK. Aber etwa 260 dieser Handel wurden nach dem Regierungswechsel 2004 finalisiert, als Karamanlis‘ Partei des rechten Flügels die Macht übernahm – mit freundlicher Unterstützung durch eine Notarin, die zufälligerweise die Frau eines Kabinettsministers war.

    4. Der Fall der „deutschen U-Boote“: Der lukrative U-Boot-Deal, der in den Jahren 2000 und 2002 unterschrieben wurde und den Kauf von vier U-Booten des Typs 214 für 1,6 Millionen Euro durch die griechische Regierung beinhaltete, wurde nur dank der Bestechungsgelder in Höhe von 55 Millionen Euro durchgezogen. Später stellte sich heraus, dass die U-Boote eine Reihe von signifikanten technischen Fehlern hatten, die sie letztendlich unbenutzbar machten (u.a. Überhitzung der Benzinzellen und Lecks in der Hydraulik).

    Diese Liste ist nicht vollständig, aber beispielhaft für das Chaos innerhalb der nicht-leistungsorientierten griechischen Verwaltung, die den Staat in die aktuelle ökonomische Versklavung getrieben hat.

    Heute steht Griechenland am Rande eines kompletten finanziellen Zusammenbruchs. Es hat bereits eine Anleihe von 120 Milliarden Euro akzeptiert, die es nie zurückzahlen wird und deren Akzeptanz gegen die Verfassung verstößt und die trotzdem vom höchsten Gerichtshof akzeptiert wurde. Es gab nicht einen Hauch von Widerstand gegen diese Entscheidung. Also handelten unsere ehrwürdigen Politiker eine weitere Anleihe über 110 Milliarden Euro aus. Das Programm erhielt den Decknamen „mittelfristiges Programm“: Es hat nicht zum Ziel, Griechenland aus der finanziellen Misere zu befreien, sondern es für das nächste halbe Jahrhundert dort zu belassen (durch den billigen Verkauf staatlichen Eigentums).

    Die Folgen des „Schulden-Haarschnitts“

    Und wieder wurde das Gesetz unter Bruch der griechischen Verfassung durchgesetzt und auch hier gab es keine politische Partei, die sich über diese Verletzung der Verfassung beschwerte, weder die griechische kommunistische Partei unter ihrem Vorsitzenden Aleka Papariga, noch von der Koalition der Linken, der Bewegungen und der Ökologie unter Alexis Tsipras haben eine ernsthafte, verantwortungsbewusste und angemessene Haltung eingenommen; stattdessen haben sie sich auf moderate und vorsichtige Kritik der Regierung verlassen.

    Nur wenige Tage nachdem das griechische Parlament die zweite Anleihe beschloss, kam es zu einer erneuten Komplikation der Lage. Während einer Notversammlung der EU in Brüssel in der Nacht des 21. Juli wurde eine neue Anleihe in Höhe von 109 Milliarden Euro beschlossen (Gerüchten zufolge wurde sie ursprünglich auf 150 Milliarden Euro angesetzt) und die „Fälligkeit für zukünftige Anleihen Griechenlands innerhalb des EU-Finanzaufsichtssystems (ESFS)“ verlängerte sich „zur maximal möglichen Frist, von den aktuell 7,5 Jahren zu einem Minimum von 15 Jahren und bis zu 30 Jahren mit einer Nachfrist von 10 Jahren“ (siehe dazu das Statement der europäischen Regierungschefs). Obwohl sie das Wort „zahlungsunfähig“ aufs Sorgfältigste vermeidet, wird diese Vereinbarung Griechenland letztlich zum ersten Staat der EU machen, der bankrott geht, und wird sehr wahrscheinlich neben dem kleinen Schulden-Haarschnitt von 21 Prozent zumindest folgende, weniger kleine Folgen haben:

    I. Griechische Banken werden über Nacht gezwungen sein, Verluste von Milliarden von Euro in ihren Konten zu verzeichnen und darzustellen. Diese Verluste können Banken schnell zahlungsunfähig machen.

    II. Griechische Banken werden nicht in der Lage sein, mit Staatsanleihen als Sicherheit Geld bei der Europäischen Zentralbank zu leihen.

    III. Die Europäische Zentralbank selbst wird hohe Verluste in Kauf nehmen müssen durch griechische Schulden, die sie als Sicherheit für Anleihen von griechischen Banken angenommen hat.

    IV. Die sogenannte Umschuldung oder der „Schulden-Haarschnitt“ könnte die Auszahlung von mehreren Milliarden Dollar aus Verträgen von Kreditderivaten auslösen, die vom Finanzmarkt verwendet werden, um auf eine griechische Zahlungsunfähigkeit zu wetten (siehe Greece aid package boosts stock markets, BBC, 22 July 2011).

    Seltsamerweise hoffen einige Menschen immer noch. Sie glauben an das „mittelfristige Programm“, einen finanziellen Aufschwung und die neue Vereinbarung von Brüssel. Sie glauben den lachenden Gesichtern des griechischen Premierministers Papandreou III. mit Barroso und Van Rompuy. Sie glauben, wenn unser Land wieder positive Bilanzen schreibt, sind wir in etwa 50 Jahren in der Lage mit der Hilfe unserer Freunde, der westlichen Staaten, den multinationalen Konzernen und privaten Inversionen wieder zu gesunden. Leider werden diese Hoffnungen durch die Realität und Hollywood enttäuscht: am Ende des Films Monsters, gerade als die Überlebenden glauben, hoffen zu dürfen, kommen die Ungeheuer wieder – so unerbittlich wie eh und je. Aber an diesem Punkt des Films sind wir noch nicht angekommen, oder?

    Anm.d.Red.: Der Beitrag wurde von Anne-Christin Mook aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Die Fotos stammen von MK Halili, Nick Chino, Teacher’s Dude BBQ (alle by-nc-sa).


17 Kommentare zu Griechenland am Ende: Warum man dem Nebel aus Skandalen nicht entrinnen kann

  • muss gestehen, dass ich das Thema "Schuldenkrise", Rettungsschirm und Griechenland bisher ziemlich gut verdrängt hab. mir schien alles zu skandalistisch. um so schöner, diesen gefassten, gut informierten text zu lesen. klare infos, ohne drei ausrufezeichen, sind mir wirklich lieber, gleichzeitig aber auch ziemlich erschreckend das ganze...
  • Es ist eine Tragödie, dass es so gekommen ist; das wirkliche Verbrechen jedoch, das haben "unsere" Polituker und Ökonomen begangen - am Steuerzahler und an der Zukunft unseres Landes (Länder). Nicht schlichte Einfalt oder eine Falscheinschätzung der Lage waren die Ursachen für die heutigen Krisen - nein. Geltungssucht, Apathie und vermutlich auch Unfähigkeit haben an der griechischen (und nicht nur der) Tragödie Pate gestanden. Dies alles, mit dem sicheren Wissen niemals zur Verantwortung gezogen zu werden, sondern das Inferno gelassen mit einem satten Ausgedinge im Rücken betrachten zu können. Sie tr5agen nicht einmal das Leichtgewicht der politischen Verantwortung sonderen geben gelegentlich noch hohle Plattitüden zum Besten. Kohl, Weigl, Schröder, und wie sie alle heißen. Um das Geld des Bürgers ist ihnen nichts zu teuer - nicht einmal der Untergang.
    Friedrich Strassegger
  • @Friedirch Strassegger #2: Bleibt die Frage, wie es dazu kommen kann, dass der einzelne Politiker so gewissen- und verantwortungslos handelt. Fehlt hier tatsächlich der moralische Kompass? Und: Können Individuen in ihren einzelnen Machtbereichen tatsächlich ganz allein soviel Schaden anrichten?
  • Silvia am 24.08.2011 12:10
    danke, für diese sehr sehr umfangreichen Gedanken und Informationen
  • Brutal: Warum wirft ein Mann, der seiner Frau überdrüssig geworden ist, diese nicht auf den Scheiterhaufen sondern wählt den beschwerlichen und teuren Weg über den Scheidungsriuchter?
    Weil er die Konsequenzen fürchtet (der Durchschnittsbürger hoffentlich auch moralische Bedenken hat), doch solche können wir den öffentlichen Mandatsträgern auf Grund ihres permanenten Verhaltens (leider) nicht unterstellen.
    Das nächste Problem ist, dass der Mandatar alles zu tun bereit ist (sich vor allem der Parteidiziplin ohne wenn und aber zu unterwerfen) um ja seinen Sitz im Parlament oder wo immer nicht zu gefährden. Fazit: Längere Legislaturperioden - keine Wiederwahl, nur das würde dem Mandatr WIRKLICHE freie Entscheidungsmöglichkeiten geben und er wäre nicht gezwungen wider besseren Wissens jeden sauteuren Unsinn zuzustimmen - viele wissen leider was sie tun!!!
    Aber das Wichtigste wäre: Konsequenzen. Ein Weigel stellt sich heute kaltblütig und und sagt: "Natürlich haben wir gewusst, dass die Währungsunion ein wirschaftspolitisches Verbrechen war, aber es war damals eben politisch oppurtun." Jeder Beschuldigte der so etwas vor einem Strafrichter sagen würde, der wäre schon verknackt - Weigl grinst. Steinbrück und Merkel erklären blauäugig: Niemand muss sich um seine Spareinlagen sorgen, die Bundesregierung haftet dafür! Danke, womit, die Herrschaften mit ihrem Privatvermögen? so ehrenvoll das wäre, allerdings ... Wie soll der gemeine Bürger vor dem Souverän Achtung haben, wenn der Souverän der größte Spitzbube (vornehm, zurückhaltend ausgedrückt) ist? Defraudanten fühlen sich moralisch durchaus im Recht, wenn sie den Staat prellen - was mcht der Staat mit dem Bürger? Nicht Recht und Ordnung herrschen (bei den Herrschenden), sondern Gauner gegen Gauner, garniert mit ein paar Einfaltspinseln die sich oft genug vor den Karren spannen lassen (Bayern Hypo und der Kauf einer Bank; Beckstein, Faltenhauser und Stoiber haben ihre Inkompetenz allseits verständlich zur Schau gestellt).
    Die Liste ließe sich beliebg fortsetzen. Fazit ist, ohne Moral und Leitbilder wird keine Gesellschaft funktionieren - wenigstens nicht lange.
    Friedrich Strassegger
    www.friedrich-strassegger.com
  • staatskrisen nehmen zu --- ohne ende, scheint es. innerhalb der dritten welt, der eu und sogar der G8 ---> japan. wenn der trend innerhalb der eu anhäl, beginnt man die sache ernst zu nehmen...
  • Ich fürchte lieber Krystian, die LAGE ist ernst (hoffnungslos ist sie nie). Ich bin über sechzig und habe ein erfülltes leben hinter mir, doch an Stelle der heute Zwanzigjährigen möchte ich nicht sein.
  • @#6: ich bin nicht 20 und auch nicht nahe dran. aber ich kann es nicht glauben, die jungen leute tatsächlich so furchtbar dran sind, so dumm, so sonstwas, das sie und ihre lage so sehr von uns unterscheidet, natürlich, die welt verändert sich ständig, aber hallo, es kann doch nicht immer darum gehen, solche urteile und bilder abzugeben, wir müssen differenzieren. die jungen leute leben in einer welt, die wir nicht verstehen, die uns fremd ist, das heisst wir sollten neugierig sein und sie fragen, wie sie es sehen, denn wie wir es sehen, wissen wir nur zu gut und das ist auch okay und wir sollte auf dieses basis kritik üben, aber mehr nicht.
  • [...] zum Artikel von Victor Tsilonis in der Berliner Gazette Like this:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. [...]
  • Jürgen am 25.08.2011 12:45
    Vielleicht sollte man (#7)- ironisch formuliert - eher sagen: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.Jedenfalls scheinen die Regierungen der entwickelten Länder danach zu handeln. Der Weg des Wohlstands auf Pump und des Fortschritts(?)durch gewaltige Schulden der Staaten in Europa/USA/Japan ist ein Irrweg.Ja, es klingt altmodisch, aber man kann nur das verbrauchen, was man vorher erarbeitet hat.Und den Menschen in anderen Teilen der Welt muss man die Chance auf ein besseres Leben geben, also Arbeit und Entwicklung. Anders wird es auf Dauer nicht gehen.
  • Das Verbrauchen haben wir schon erledigt - jetzt müssen wir nur noch zahlen ...
  • Hermann - J. Stumm am 25.08.2011 19:45
    @ M.Taube
    "...Bleibt die Frage, wie es dazu kommen kann, dass der einzelne Politiker so gewissen- und verantwortungslos handelt.
    Ich kann nicht verstehen, wie sie so naiv fragen können. Haben sie schon einmal etwas von dem Begriff Gier gehört?
    Haben sie schon vergessen, nicht einmal unsere Bundesregierung zögert zu ihrem Vorteil sinnlose Geschenke, wie Abwrackprämien zu verteilen, statt in unsere kommenden Generationen zu investieren, nicht zu vergessen die ungezählten Milliarden für die bedauernswerten Börsenloser
    Zur zweiten Frage nur ein Hinweis: "24.01.2008
    In Frankreich hat ein Händler die Bank "Société Générale" um 4,9 Milliarden Euro betrogen. Der überraschte Chef der französischen Bank wollte am Montag den guten Zustand der Bank bekannt geben."
    Das war ja wohl auch kein Betrag aus der Portokasse, oder?
    Die Menschen sind nun mal nicht so edel, wie sie diese Spezies gerne hätten. "Nichts ist so alt wie die Nachrichten von gestern."
  • @Hermann-J. Stumm #12: ich verstehe Ihren Einwand, von Gier hab ich auch schon mal gehört :)

    mich überrascht nur die Mischung aus Dreistigkeit, Gier und Dummheit, die in dem Beitrag und auch in Ihrem Kommentar beschrieben wird. Auch das war mir schon vorher bewussst. Der Text arbeitet es eben sehr schön heraus. Wenn man noch nicht ganz politikverdrossen ist, dass gibt es immer noch einen kleinen Schockmoment, wenn man soetwas liest.

    Meine Frage wurde hinreichend beantwortet!
  • I would like to apologize for participating in the conversation in English but German has remained thus far one of my weaknesses. I would like only to notice that as far as the Vodafone (Greek Watergate) scandal is concerned it is now more than cleat that the US embassy was responsible for the wiretappings. although, there is wide media coverage about it this week, it seems that a resigned US diplomat had also acknowledged that five years ago but the story did never go 'high up' in the Greek news: http://www.thenation.com/article/olympian-scandal
  • Qualität am 05.01.2012 08:51
    Der erste Bankrott war berechtigt und notwendig. Der zweite nicht mehr...haa aber... deutscher König!!! Der aktuelle? Siemens, U-Boote mangelnder deutscher Qualität u.a. oooh schon wieder deutsche Unternehmen.
    Ich habe noch kein Plakat bei den Demonstranten in Athen und anderswo (Portugal hat ein ähnliches Problem mit deutschen U-Booten) "Siemens raus aus Griechenland" "Keine U-Boote mangelnder deutscher Qualität" und natürlich sehe ich auch keine neuen Parteien sich in Griechenland bilden. Die Piraten kommen langsam, aber die Grünen sind schon lange da, nur sie kriegen keine Wähler!!!
  • [...] schlecht ist, um das Taxi zum Bahnhof zu bestellen, kann ich ihm mit wenigen, einfachen Vokabeln (In Griechenland – kein Geld!) und ein paar unterstützenden Zeichnungen nach viel Gelächter und Über-den-Kopf-Streichlern [...]
  • [...] http://berlinergazette.de/griechenland-schuldenkrise-europa/ [...]

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