Jetzt ist es kalt draußen. Alles friert zu, die Straßen, manchmal auch die Herzen. Wer kein Dach über dem Kopf hat, kann es sich, um mit Max Goldt zu sprechen, im Haus der Harry-Rowohlt-Hasser bequem machen. Dort gibt es bestimmt viel Platz, denn wer hasst schon Harry Rowohlt? weiterlesen »
“Axolotl Roadkill” ist in aller Munde. Aus dem Hype um diesen Roman gehen Fragen hervor, die letztendlich alle in meiner Generation betreffen. Nämlich: Wie werden Jugendliche durch die Schnelllebigkeit und Vernetzung unserer globalen Gesellschaft geprägt? Oder: Was sind die Folgen von offenen Familienverbänden, Großstadtsozialisation und Wohlstand? Diese Fragen und die daraus folgenden Diskussionen werden derzeit auf tiefgründige Weise im klassischen Feuilleton behandelt, was es für mich zu einem bewusstseinsschaffendem Medium macht. Und so führt mich der Hype um “Axolotl Roadkill” nicht zuletzt dazu, über das Feuilleton an sich nachzudenken. weiterlesen »
In den “Tim und Struppi”-Heften aus der öffentlichen Bücherei am Kottbusser Tor hat jemand alle Flüche mit einem satten Kugelschreiber übergekriggelt. Recht so. Mein Vorsatz für das neue Jahr heißt: Positiv Denken, und schlechte Laune, böse Einflüsse und das gemeine Negative aus meinem Gehirn verbannen. Das funktioniert mittels kräftiger Anspannung und Abschaltens aller kritischer Denkvorrichtungen ganz gut. So freuten mich die Auslassungen des wichtigen Medienautors Jaron Lanier in FAZ und SZ, weil da mal ne echte Wahrheit rüberkam: “mitm Internet ist das ja so, dass die Kreativen ausgenommen werden”. Das wusste Lanier vor fünf Jahren noch nicht, aber jetzt, und das steht in seinem neuen Buch
. weiterlesen »
Februar. Blicke in der Bibliothek, zuerst schuechtern, dann sicherer, dann beinahe fordernd. Aus den Blicken wird ein Gespraech, ein Kaffee, ein Essen, ein Museumsbesuch, es folgen weitere Essen. Caruso und Eric Clapton. Der Beginn von etwas sehr Schoenem: sonnige Tage am See, lange Spaziergaenge, Gespraeche, Cafébesuche, Theater und Kino, Abende auf der Couch, auch Streit, Versoehnung. Sich gefunden haben. weiterlesen »
Fredric Jamesons Essayband The Cultural Turn – Selected Writings on the Postmodern, der acht Texte von 1983 bis 1998 versammelt, ist von grossem Wert fuer alle Nachgeborenen, die gerne wissen wuerden, was sich die Grossvaeter, Onkel und Vaeter eigentlich damals gedacht haben (natuerlich auch die weiblichen Anverwandten), in jener wilden Zeit, die wir unscharf trotz allem die 80er
nennen koennen. (Auch geeignet fuer jene, die es einfach vergessen haben, weil das ganze Jahrzehnt fuer sie ein grosser Kokainkater war.) weiterlesen »
In der Zweisamkeit liegen Frau und Mann und schweigen in die Einsamkeit hinein. Jeder in seiner eigenen Welt versunken. Sie in eine Geschichte vertieft, welche nicht ihre ist. Er schweigt und traeumt, wovon ist unklar. Verbunden sind sie durch die Stille der Wellen. Durch die Luft, die sie sich teilen, und die Sonnenstrahlen, welche auf ihre Koerper fallen. Wie in Trance liegen sie, ohne Anstrengung zu verspueren, auf dem Wasser. weiterlesen »
Energie, jedoch keine Materie, wird durch den Raum transportiert. Manchmal ist sie an ein Medium gebunden, manchmal auch elektromagnetisch, sich auch im Vakuum ausbreitend. Kinetische Energie und potentielle Energie, direkt wahrnehmbar. In einem Medium, das Zonen mit Ueberdruck bzw. Druckspannung beinhaltet, pflanzen sie sich fort bzw. verschieben oder breiten sich in der Ausbreitungsrichtung aus. Meist werden sie durch periodische Schwingungen erzeugt, die die einzelnen Teilchen im Ausbreitungsmedium, Atome oder Molekuele, in Bewegung versetzen. Manchmal kommt es zu einer Ueberlagerung. Danach wieder Ruhestellung. Die Gleichgewichtslage. weiterlesen »