Ihr Gesicht schimmert blau in der nächtlichen Dunkelheit, sie ist allein. Schnelle Schnitte: Tasten, Monitor, erste Buchstaben auf dem Bildschirm. “Taylor und ich hatten einen Streit.” Sie schürzt die Lippen und beginnt in die Tasten zu hauen. Coole Klänge von Norah Jones setzen ein. Eine Bloggerin bei der Arbeit.
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Ich betrete ein menschenleeres Gebäude. Drei Etagen hoch, die umlaufenden Galerien werden von aufmerksamen Wachen abgeschritten, halb menschenfreundlich, halb pingelig-gelangweilt. Bildschirme und Projektionen, altertümliche Interfaces, in die ich mich setzen, auf die ich mich stellen solle, deren Eingabetasten ich drücken, mit deren Zeigegeräten ich Leuchtmarkierungen auf Bildern bewegen möge. Ich wandere durch leere Welten. weiterlesen »
Wenn ich lernen könnte, was ich wollte, ganz ohne ökonmischen Druck, dann wäre das Chinesisch. Eine Sprache = eine Welt. Ein echtes Lebenszeitprojekt. Vor allem die Schriftzeichen. Was ich ebenfalls gern lernen möchte: Zeichnen. Dinge festhalten auf dem Papier. Farben finden, die wiedergeben, wie ich die Dinge wahrnehme – was sich leichter anhört, als es ist.

Doch handelt es sich dabei eigentlich um “lernen” oder “sich bilden”? Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen? weiterlesen »
Es ist nicht schön, aber man muss sich wieder mit Benjamin von Stuckrad-Barre auseinandersetzen. Seine Karriere bisher: ein einziges Klischee. Arschloch – Kokser – Springer. Für Welt und B.Z. ist er jetzt als annehmbarer Kurzreportagenautor tätig. Unter dem nicht lustigen Namen Auch Deutsche unter den Opfern
sind seine neuen Texte jetzt gesammelt erschienen. Es folgt keine Rezension des Buchs. weiterlesen »
Vor ein paar Monaten habe ich als Recherche für ein Theaterprojekt Zehntklässler zu ihren Zukunftsplänen befragt. Dabei traf ich einen schüchternen jungen Mann, der mir eröffnete, er plane, Rabbi zu werden. Schon heute bereite er sich durch tägliches Tora-Studium darauf vor, in Jerusalem ausgebildet zu werden. weiterlesen »
Strand, Meer, Tiere, Sonne, Stille, Meeresrauschen, Harmonie. Ein Mädchen im Paradies. Die Stimme der Protagonistin in Michaelangelo Antonionis “Il Deserto Rosso” (kürzlich im Arsenal zu sehen) unterstreicht: Hier gibt es keinen Lärm. Dann werden Schiffe am Horizont sichtbar. Sie segeln umher wie Boote in der Badewanne, die kein Ziel, kein Anliegen und keine Besatzung haben. weiterlesen »
Als nach dem Abi alle ein Jahr weg wollten (ins Ausland, in soziale Projekte), weil noch niemand wusste, was er studieren oder arbeiten wollte, war ich ganz sicher: Ich wollte zur Uni. Amerikanistik studieren. Weg aus Deutschland? Sicher. Irgendwann mal. Vielleicht. Ich saß noch jeden Abend mit meinen Eltern am Abendbrottisch, das exotischste womit ich in Berührung kam, waren von Mama servierte Penne all’arrabbiata. weiterlesen »