• Es geht ums Ganze

    Von Leonardo da Vinci bis James Bond ist es ein kurzer Weg. Die Distanz zwischen diesen beiden Eckpunkten hat kein Mensch selbst erlebt, medial vermittelt aber schon, in Form einer Abkuerzung, die vergessen macht, dass der Universalgelehrte irgendwann im 19. Jahrhundert aus der Mode kam, aufgrund einer Pluralisierung des Wissens, seiner Vertreter und Insitutionen.

    Die Polarisierung der Geistes- und Naturwissenschaften, die damals diesen Prozess eingeleitet hat, gilt es zu ueberwinden, wenn man die Idee des Universalgelehrten wiederbeleben will. Wollen wir das denn ueberhaupt? Ich denke: Auf jeden Fall. Und moechte an dieser Stelle nur einen Grund nennen.

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    Unsere Welt wird im Zuge der fortgeschrittenen Globalisierung zugleich kleiner und groesser, verflochtener und zerrissener. Wie kein anderer vermag es der Universalgelehrte sich dieser Spannung auszusetzen und Perspektiven zu entwickeln, die dieser doppelten Bewegung gerecht werden. Ein Beispiel: Dietmar Dath. Mit seinem neuen Buch >Maschinenwinter< unterstreicht er einmal mehr seinen Anspruch darauf, die Welt nicht nur im Kleinen, sondern auch im Grossen und Ganzen zu erfassen. Selbstverstaendlich ist ihm eine intellektuelle Allseitigkeit, die von den geistigen Stroemen zwischen so unvereinbar scheinenden Figuren wie Darwin, Marx, Dirac und Joyce lebt. Diese ueberhaupt erst sicht- und fruchtbar macht.

    Was in Maschinenwinter dabei herauskommt? In Kuerze: Konkrete Vorschlaege zur Veraenderung einer Welt, die sich in einem unvernuenftigen und ungerechten System namens Kapitalismus verfangen hat. Revolution? Dath hat keine Angst vor diesem Begriff. Auch nicht vor seiner Wirklichkeit. Statt sich einzurichten im Kapitalismus, etwa im Sinne eines linken Neoliberalismus wie von Mercedes Bunz vorgeschlagen, zieht er es vor den Kapitalismus zu bekaempfen. Beim Nein sagen bleibt es nicht. Es gibt auch eine positive Vision: Sozialismus. Ein Mondflug der Menschheit, der einmal gescheitert ist. Na und? Versuchen wir es noch mal. Das Scheitern hat uns schlauer gemacht. Kein Witz. Es geht ums Ganze.


1 Kommentar zu Es geht ums Ganze

  • Heiko Fischer am 12.06.2008 10:49
    absolute Charles Darwin erscheint bei orange press:

    "Nur wenige Forscher haben unser Weltbild so nachhaltig verändert wie er,
    und nicht nur die aktuellen Kreationismusdebatten zeigen, dass sein Werk
    auch nach gut eineinhalb Jahrhunderten noch zu provozieren vermag.
    Anfang 2009 wäre Charles Darwin 200 geworden."

    die aktuelle orange-press-Vorschau steht unter

    http://www.orange-press.com/buchhandel/aktuelle-vorschau.html

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