• Eine geradezu drastische Datendichte

    Ich will schon seit einigen Wochen, ja Monaten, etwas ueber Bloc Party schreiben. Es war Dezember letzten Jahres als ich jenes neue Album hoerte, das heute vor einem Monat veroeffentlicht wurde. Der kleine Bruder meiner Freundin hatte es mir vorgespielt – ein konspiratives Listening, denn wir hatten zusammen mit seiner Schwester die Karten fuer das Konzert im Mai schon erworben und wussten warum: Bloc Party als Gesamtkunstwerk zeichnet sich durch eine bisweilen geradezu drastische Datendichte aus. Nur Tage spaeter las ich diverse (Titel)Geschichten ueber das neue Album A Weekend in the City. In der intro, Spex, etc. Dann auch im Observer.

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    Der Zeitpunkt dieser Beitraege brachte ein Dilemma der Musikpresse zum Ausdruck: Downloads und Blogs steal the news. Man kann heute einfach nicht mehr warten, bis ein Album in den Laeden liegt. Ich habe es trotzdem getan, vielleicht auch weil ich mehr Geschichten lesen wollte. Denn abgesehen davon, dass Bloc Party aufregende Musik machen, die auf eine Weise zur Sache kommt, dass sich jemand in meinem Alter die Frage stellen muss, ob das Ganze nicht ein wenig zu jugendlich ist. Also abgesehen davon, ist Bloc Party ein interessantes Phaenomen. Alle geheimnisen ihre Sehnsuechte in diese Band hinein.

    Politische Korrektheit. Postmodernitaet. Emanzipation. Selten, und das ist bezeichnend, denkt jemand all das wofuer die Band stehen soll, zusammen. Ohnehin sind die meisten Betrachtungen allein auf einen Aspekt fokussiert: den farbigen Bandleader, die Musik, die politische Botschaft, etc. Spreeblick begnuegt sich damit, die Band ueberschaetzt zu finden. Das Problem ist aber nicht die Ueberschaetzung, sondern das fehlende Haendchen fuer eine ausgewogene Einschaetzung, die versucht, die Band als Ganzes zu fassen. Kurz, die Rezeption wird der Sache nicht gerecht: Durch drastische Datendichte zeichnet sie sich leider nicht aus.


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