• BRD kurz vor Untergang: E10 Biosprit, Libyen, Guttenberg und Fukushima im Online-Panorama

    Schaut man sich die Kommentarbereiche deutschsprachiger Online-Medien an, könnte man denken, Deutschland stehe kurz vor dem Untergang. Berliner Gazette-Autor Joerg Offer hat sich nach Kommentar-Mustern umgeschaut und im „Copy und Paste“-Verfahren das Drehbuch des aktuellen Katastrophenfilms offengelegt. Die Themen: E10 Biosprit, Libyen, Guttenberg und die Erdbeben-Katastrophe in Japan.

    Hmmm… Immer diese Platitüden. Gibt’s auch Argumente oder einfach nur Hetze? Effekt-Journalismus und Angstmacherei scheint wohl gerade in zu sein. Habe ich das richtig gelesen? Warum so viel Geschrei? Es ist grausam, aber mediale Wirklichkeit. Wichtigtuerisches Geschwafel prägt aber heute leider immer mehr die politische Landschaft. Die Medien und gewisse Politiker, agieren einfach unverantwortlich mit dieser übertriebenen Hysterie. Langsam geht mir die Panikmache auf die Nerven. Sie sprechen mir aus der Seele… Ich bin mittlerweile ziemlich genervt über die mangelhafte Hintergrundberichterstattung. Es gibt kein anderes Land auf der Welt, wo die Journallie eine derart unfundierte Panikmache betreibt!

    Als Bürger bin ich aber entsetzt, je mehr ich darüber nachdenke, je aufgebrachter werde ich.

    Furchtbar! Was für eine kaputte Welt…unfassbar. Pfui Teufel! Die einzig logische Reaktion ist Panik! Die sind doch hier mittlerweile so was von krank in der Birne. Langsam bekomme ich Angst. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich bei dem Thema kotzen könnte! Fassungslos über all die Gefassten. Schon fließen in Facebook die Tränen und es werden Klicks für Japan gesammelt. Unglaubwürdig!

    Politiker lügen nie, oder? In diesen Schweigeminuten löst sich der Atommüll von Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Genscher, Westerwelle ganz bestimmt in Luft auf… Wir werden von Schwerstkriminellen und Geisteskranken in Politik und Wirtschaft regiert. Merken Politiker eigentlich nie, was sie da für eine Unsinn reden? Hitler wurde vom Volk gewählt+war somit legitim Kanzler. Man wünscht sich fast wieder einen Helmut Kohl…Die Führung der EU in Brüssel ist ein feiger Kindergarten. Ein Lügenbaron ging; verblieben sind Gleichgesinnte. Dem gehört mal ne Schelle links und rechts, damit er weiß was los ist. Als Privatmensch tendiere ich auch zur Zurückhaltung. Traut niemanden! Armes Deutschland! So langsam kann man in Doofland die Schnauze voll bekommen.

    Wir können uns diese Oberschicht nicht mehr leisten. Ich bin wieder einmal schwer enttäuscht von den Großen. Alles nur Gerede… Das hat jetzt wahrscheinlich Stil, in der gehobenen Wagnerfestspielgesellschaft. Ein Wunderland getragen von den Untertanen. Krise? Kann es gar nicht geben, solange das Idiotenvolk bezahlt.

    Handlanger, Marionetten von raffgierigen Wirtschaftslobbyisten… aber Hauptsache die Regierungen können weiterhin ihre Geschäfte untereinander machen. Die Regierung hat mehr Angst vor Terrorismus, als vor dem Kontaktverlust zur Bevölkerung. Leidtragende sind Autofahrer, die zu Recht Angst um ihre Motoren haben! Inzwischen ist es echt eine Strafe Deutscher zu sein. Der Profit und die Gier nach immer mehr, wird die Menschheit vernichten. Kümmert euch lieber um die Schreckensherrscher dieser Welt, das sie euch vor lauter Kindergarten nicht die Raketen vor die Haustür legen.

    Das ist wirklich Stammtischniveau! Mit Dummheit ist die Menschheit schon reichlich gesegnet! Hier sind sie richtig, denn hier haben Schwule, Lesben und Araberclans das Sagen und Normalos sind abartig und nahezu ekelerregend, abgesehen von verwirrten Wählern, die politisch nicht denken wollen und können! Die Mehrzahl der Wähler ist blöd. Seit dem Fall der Mauer, wurde das Volk systematisch Dumm gequatscht. Erstmal nachdenken, bevor man irgendeinen kompletten Stuss schreibt, Danke. Viel zu simpel und vordergründig gedacht. Aber Argumente helfen bei solchen Schwachköpfen nicht.

    Nachdem die Zivilisation die Natur bezwungen hat, sehe ich jede Katastrophe als Menschen gemacht an. Die Japaner haben nun einen kleinen Vorgeschmack auf das Ende der Welt bekommen. Jetzt hoffen die Atom-Gegner, daß das AKW hochgeht, um sagen zu können: „Siehste“!

    Die Gesetze des Weißen Mannes sind überwiegend auf 
Zerstörung ausgerichtet. Nun aber warnt er die Welt, es könnte sehr wohl eine globale Apokalypse stattfinden, im Dezember 2012. Werde mal mit Hephaistos ein ernstes Wörtchen reden. Die ganze Welt ist voll von Lügnern und Selbstdarstellern, seht mich an. Satire ist wohl die beste Art die Menschen zum Nachdenken zu bringen. Sie lachen euch aus, sie lügen euch an, sie saugen euch aus! Weiter so! Der Mensch kann vieles, aber in die Zukunft schauen und alles wissen, kann er nicht. Alles wird verändert und reformiert, ohne großartig zu Überlegen.

    Verhältnisse lassen sich ändern. In Nordafrika wird dies gerade bewiesen. Es ist Zeit für einen Umsturz, für eine Revolution. Jagd sie, nehmt sie gefangen und lasst sie für ihre Taten büßen! Wenn etwas an der Grenze ist,
 dann ist es die Kapitalistische Marktwirtschaft. Und an alle, die diese manipulierten Nachrichten lesen: Leute, wacht auf, Ihr seid doch nicht dumm! Schalten Sie Radio, TV und PC ab, lassen Sie die Zeitungen liegen.

    Alles ist gut, das Leben ist schön. Amen. Aber so was von.

    Anm.d.Red.: Die hier zitierten Kommentare sind bei Spiegel-Online, zeit.de, bild.de, gmx.de, berlinergazette.de, taz.de, Spreeblick und faz.de zu den Themen E10 Biosprit, Libyen, Guttenberg und die Erdbeben-Katastrophe in Japan erschienen.


25 Kommentare zu BRD kurz vor Untergang: E10 Biosprit, Libyen, Guttenberg und Fukushima im Online-Panorama

  • Jorge Cyterszpiler am 18.03.2011 13:54
    Unfassbarer Trash!
  • Sanne am 18.03.2011 14:17
    Ich find erschreckend, dass man viele Kommentare gar nicht genau zuordnen kann. Ein einziger Brei der Empörung.
  • Erinnert mich stark an deinen "Textbaukasten des Entsetzens", den du damals nach dem Amoklauf in Winnenden "zusammenkopiert" hattest. Man merkt: das funktioniert immer wieder, die Themen/Kommentare sind austauschbar.

    http://berlinergazette.de/textbaukasten-des-entsetzens/
  • So ist es! Ich nenne es auch intern "Textbaukasten der Empörung". Es basiert auf der gleichen Samplingtechnik wie der Amoklauftext. Leider stellt sich das kreative Editieren und sammeln solcher Worte, als sehr arbeitsintensiv heraus. Ein eigener Text fliesst schneller aus der Hand! Die Austauschbarkeit von Inhalten über Weltanschauungsgräben hinweg, scheint eine unheimliche Konstante der Menschheit zu sein. Wenn Angst durch die Hirne tanzt, erfüllt sich der Traum der Gleichheit aufs Unangenehmste.
  • Ernst J am 18.03.2011 15:02
    Diese Konstanz hier hat auch etwas sehr beruhigendes...so tellurisch...
  • Susanne am 18.03.2011 15:48
    Würde mich durchaus auch gerne mit einem Kommentar zum Kommentar des Kommentarwesens über die Empörung empören, aber damit liefere ich ja doch nur einen Textbaustein für den nächsten Artikel des Dr.strg.x "Berliner Gazette frisst ihre Kinder und Mutter Medienrevolution gleich mit".
  • Andaras am 18.03.2011 16:15
    Aber (auch wenn das jetzt kleinlich kommt): Es wäre schon sehr sinnvoll die Texthäppchen je mit "Anführungsstrichen" zu versehen, damit der Leser weiß dass es quotes sind und dass es von verschiedenen Leuten kommt. Und: Ein Hinweis, dass diese Texthäppchen wohl Kommentare/Leserbriefe von Privatpersonen waren und keineswegs "offizielle" Artikel in den genannten Zeitungen. Die Formulierung "Die hier zitierten Kommentare sind bei [...] erschienen" reicht da nicht aus, das klingt so als wären diese Beiträge von Journalisten verfasst worden. So schlimm ist es ja auch noch nicht...
  • Zur kenntlichmachung der einzelnen zitate: im prinzip ist fast jeder satz ein neues zitat! Dachte zunaechst daran dies typografisch kenntlich zu machen, habe es aber um der homogenitaet des textes willen verworfen. Kann zwar jede quelle belegen...aber es ist ja kein journalistischer artikel.
  • interessante Methode des Samplings, interessantes Material, man hätte sich dennoch die Quellen gewünscht, da es Online-Medien sind: warum nicht die Artikel, unter denen das disktuiert wurde, nennen nud verlinken. Da reichen die Namen der Medien nicht aus. Sollten Sie das noch ncheichen können, ich wäre Ihnen dankbar, vielleicht auch andere Lesr.
  • Christa Frontzeck via facebook am 18.03.2011 18:41
    steckt nicht sowohl in den Themen, in den Kommentaren und auch in deren Aneinanderreihung eine tiefe Ratlosigkeit und Verzweiflung darüber, in welche Abhängigkeiten wir uns alle begeben haben? - Die gute Meldung, dass sich trotz aller Katastrophen Frühlingsboten wie Krokusse und viele andere zeigen, scheint kaum jemanden zu interessieren. - Nun ja, wenn Menschen sich den größten Teil des Tages im Internet, vor Bildschirmen und hinter Schreibtischen aufhalten, wie sollen sie denn da echte Krokusse sehen?
  • Krystian am 18.03.2011 18:46
    das Ende ist immer ein Neuanfang, vielleicht schlägt sich auch diese Hoffnung in den apokalptischen Gesängen nieder?
  • Erika Pauly am 18.03.2011 19:20
    Nachtgedanken.

    Heinrich Heine

    Denk ich an Deutschland in der Nacht,
    Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
    Und meine heißen Thränen fließen.

    Die Jahre kommen und vergehn!

    Seit ich die Mutter nicht gesehn,
    Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
    Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

    Mein Sehnen und Verlangen wächst.


    Die alte Frau hat mich behext,

    Ich denke immer an die alte,
    Die alte Frau, die Gott erhalte!
    Die alte Frau hat mich so lieb,

    Und in den Briefen, die sie schrieb,


    Seh’ ich wie ihre Hand gezittert,

    Wie tief das Mutterherz erschüttert.

    Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
    Zwölf lange Jahre floßen hin,
    Zwölf lange Jahre sind verflossen,

    Seit ich sie nicht an’s Herz geschlossen.

    Deutschland hat ewigen Bestand,
    Es ist ein kerngesundes Land,
    Mit seinen Eichen, seinen Linden,
    Werd’ ich es immer wiederfinden.

    Nach Deutschland lechzt’ ich nicht so sehr,

    Wenn nicht die Mutter dorten wär’;
    Das Vaterland wird nie verderben,
    Jedoch die alte Frau kann sterben.
    Seit ich das Land verlassen hab’,

    So viele sanken dort in’s Grab,

    Die ich geliebt – wenn ich sie zähle,
    So will verbluten meine Seele.

    Und zählen muß ich – Mit der Zahl
    Schwillt immer höher meine Qual,

    Mir ist als wälzten sich die Leichen

    Auf meine Brust – Gottlob! sie weichen!

    Gottlob! durch meine Fenster bricht
    Französisch heit’res Tageslicht;
    Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,

    Und lächelt fort die deutschen Sorgen.
  • mario via facebook am 18.03.2011 21:29
    Deutschland steht vor dem Untergang, moralisch und sozial.
  • simonetta via facebook am 18.03.2011 21:30
    wenn ihr angst habt, dann ist das genau, was sie wollen.
  • Andaras am 19.03.2011 03:03
    @Joerg: hm, warum ist das kein "journalistischer Artikel"? ... ist natürlich alles eine Frage der Definition, aber da Du den Artikel hier bei berlinergazette unter deinem Namen veröffentlichst (und unten drunter sogar noch steht: Anm. der Redaktion), find ich schon dass man da von einem journalistischen Artikel sprechen kann. Aber ist ja auch egal... wird schon keiner von den Leuten kommen und aufs Urheberrecht pochen ;-) ... man hätte vielleicht auch einfach beim Layout was machen können: die zitierten Teile einrücken und Schriftgröße 11 oder einrahmen oder sowas ... aber oki ;-) schönes WE!
  • Sanne am 19.03.2011 10:59
    @Andaras Es sind ja alles zitierte Teile. Da müsste man den ganzen Text einrücken und auf Schriftgröße 11 stellen ;) Ich find die Form so gut, da es so viel eindrücklicher wirkt.
  • Das ist ein literarischer Text, kein wissenschaftlicher! Wozu genau zitieren mit fussnoten? Wuerde den Kontext Guttenbergisch ad absurdum fuehren! Nur um auf Bildleser herabsehen zu koennen und eigene Klischees erfuellt zu sehen?
  • Papli am 19.03.2011 21:16
    @Anna: ich finde auch, dass Quellenangaben wichtig sind --- was soll diese ganze altmodische Trennung von Literatur und Wiessenshaft?

    Quellen sind hier wichtig, weil die Stimmen so realer werden, ohne diese Quellen wirken sie tendenziell ausgedacht, fiktional. Kann ja jeder behaupten, der Fundort sei das Netz. Das gut am Netz ist doch: die Verlinkbarkeit, die Gegenwart der Stimme, die ich zitiere, man kann sie jederzeit vergegenwärtigen, überall.

    Wer von Literatur spricht, sollte sich doch seinen Begriff von Literaturauf einer höheren Ebene der Fiktionalität einrichten. Und dabei das Netz auch mit bedennken...

    Netz-Literatur

    Literatur im Netz...
  • Papli am 19.03.2011 21:21
    ein lesenswerter Text zu "unserem" Thema hier

    Germany Cripples Itself With Nuclear Angst


    Germans are buying Geiger counters and the government has shut almost half the nuclear plants as a wave of angst has gripped this risk-averse nation in the wake of the Fukushima disaster. The fear is unwarranted and damaging, and Chancellor Angela Merkel is pandering to it to secure her political future.

    http://www.spiegel.de/international/germany/0,1518,751135,00.html
  • Jorge Cyterszpiler am 19.03.2011 23:25
    Immer dieser Internet-Heideggerismus und Online-Übermenschen-Fantasien...alles verlinkbar...auch final der Sarg? Seltsam selbstreferentiellese Weltbild, muss ich schon sagen...
  • Matthias Steingass via facebook am 20.03.2011 21:53
    Interessanter wäre es, nach nachdenklichen Kommentaren und Meinungen zu suchen. Dass es so ist, wie in diesem Cutup, das sehen und hören und lesen wir kontinuierlich – wenn wir uns diesem Strom aussetzen und es so sehen müßen, weil wir uns diese Sprache zu eigen machen und vergessen, dass man auch anders reden (und denken!) kann. Wo aber sind die, die im Tohuwabohu von Guttenberg-Japan-Lybien eine tiefer gehende Diagnose stellen können?
  • Hermann - Josef Stumm am 22.03.2011 20:17
    @ Joerg ...ich mag ihr herzerfrischende Schreiberei und mir gefallen ihre trockenen Kommentare. Was nun noch fehlt ist der Reporter vor Ort, der von nichts etwas weiß und das ganz intensiv. Der auf fünfmaliges Nachfragen eines Nachrrichtensprechers sein Herzblut in nichtssagende Äußerungen presst, um einem kurz darauf folgenden ARD Spezial den Boden zu bereiten. Das Elend dabei, Fiktion und Wirklichkeit werden geschickt miteinander verwoben, so dass wir uns nur all zu oft in einer Paranoia wiederfinden, die uns aufschreien läßt wenn Lassie im Film geprügelt wird, jedoch nach neuen Chips und Bier greifen, um dann genüßlich nach dem Horror zu schielen, der uns in einer Endlosschleife seviert wird.
    Was bleibt?
    Manchmal ist es schwer die Kurve zu kriegen, um sich der Allgegenwart medialer Überfrachtung zu entziehen, die uns gekonnt in ihren Sog geiler Sensationsgier und nützlicher Angst ziehen will. Ob gewollt oder nicht, sie erreicht letzendlich jeden. Da sollten wir uns nichts vormachen. Nicht umsonst schreiben wir uns, wann immer sich die Gelegenheit bietet, unseren Frust, auch unsere Angst von der Seele, auch ich.
    Wie sagt man da ? Willkommen im Club.
  • Das ist wirklich Stammtischniveau!
  • Danke für die Kommentare, interessante Fussnotendiskussion, mein Text hat wohl an der richtigen Stelle getriggert! Hatte schon Befürchtungen, er könne einfach überstrahlt werden...
  • Konrad Mayeier am 11.11.2011 20:12
    Hier gibt es nur Intellente Arschlöcher.

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