• Du bist, was Du isst

    Ein Maedchen aus meiner Klasse sagte einmal zu mir, dass ich seltsam sei. Ich fragte sie Warum? Weil ich etwas ueber Politik lese aus eigenem Interesse?. Sie meinte Ja, genau deswegen. Eigentlich haette ich zu ihr sagen muessen Entschuldigung, dass ich nicht so wie die Masse bin und mit Scheuklappen durch die Gegend renne. Aber ich habe es fuer mich behalten. Dass ich einfach eine andere Einstellung als meine Schulkameraden zu vielen Dingen habe, wird mir immer wieder bewusst. Sei es der Fakt, dass ich versuche, mich vom Bug Nr. 1 zu loesen, aktiv zu sein und meine Meinung der Oeffentlichkeit mitzuteilen oder die Tatsache, dass ich seit einigen Wochen vegetarisch lebe.

    Ich kenne in meinen Bekanntenkreis sonst niemanden, der auf diese Weise lebt und ich selbst sehe mich in letzter Zeit immer wieder gezwungen, mich zu rechtfertigen – nicht zuletzt fuer meine Ernaehrungsweise. Doch warum muss ich mich fuer eine Idee rechtfertigen, die einfach nur den Kerngedanken hat, dass alle Lebewesen gleich sind und ein Recht auf Leben haben? Viel mehr muessten sich alle, die Fleisch verzehren, mir gegenueber rechfertigen, dafuer, dass sie es zulassen, dass Tiere nur gezuechtet werden, um am Ende getoetet zu werden.

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    Als Kind zerdrueckte ich mit Absicht einen Mariechenkaefer und meine Mutter sagte mir, dass man keine Tiere quaelt und sie auch nicht toetet. Wenn aber ein Schlachter ein Schwein toetet und es hinterher bei irgendjemandem auf dem Teller liegt, ist es auf einmal legitim? Weil der, der es isst, nicht selbst getoetet hat oder weil das Schwein ein minderwertiges Tier ist? Wer gibt einem das Recht zu entscheiden welches Lebewesen leben darf und welches sterben muss? Ich will niemanden zum Vegetarismus bekehren – diese Erkenntnis kann nur jeder fuer sich selbst erreichen. Was ich jedoch zumindest von meinen Mitmenschen erwarten kann, ist, zu tolerieren, dass ich Vegetarier bin – ich toleriere schliesslich auch, dass sie Fleisch essen. Trotzdem sollte jedoch jeder der Fleisch ist, sich einmal die Frage stellen, ob er wirklich dazu in der Lage waere, ein Tier heranwachsen zu sehen, es dann zu toeten und es so zu verarbeiten, dass man es essen kann.


1 Kommentar zu Du bist, was Du isst

  • Magdalena am 31.01.2007 10:43
    Der Mensch ist schwach! Zumindest Ich! Je weniger schwach sind, desto besser, vielleicht bin ich dann auch irgendwann weniger schwach, oder zumindest nicht schwachsinnig ;)

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