• Dreimal Wasser

    Erinnerungsfesten: Abiball. Der angehende Marineinfanterist Andre (spaeter unehrenhaft entlassen) ruckt und zuckt mit seinem schlacksigen Koerper im Beat der Musik. Die Evianflasche in seiner Hand ist von Dunstperlen ueberzogen. Diese Wassertropfen mischen sich mit Andres Schweiss. Klar, man kommt maechtig ins Schwitzen beim ekstatischen Technostampfen. Dann die dumpfe Stimme, die Andres ecstasygetraenktem Koerper die heiss ersehnte Erfrischung verspricht: kaltes klares Wasser.

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    Snap. Der Ruf meines Vaters klingelt in meinen Ohren, als ich Anlauf nehme. Nach zwei Stunden Bergtour in der sengenden Hitze des sommerlichen Norwegens, kommt mir der Bergsee fast wie eine Fata Morgana vor. Wie ein riesiges Becken voll mit kuehler, knisternder Sprite, die man nicht einfach nur trinken will. Nein, da muss man rein, eintauchen. Das ist arschkalt!, ruft er jedenfalls. Doch da jump ich schon mittenrein. Kalt ist kein Ausdruck. Es ist wie die Landung in Eiswuerfeln. Ich spuere es foermlich zischen: eiskaltes klares Wasser.

    Noch ein Sprung. Fuenfmeterturm. Der Sprung bedeutet, die eins in Sport und das silberne Rettungsschwimmerabzeichen. Erscheint mir in dem Moment sehr erstrebenswert, so ein silbernes Abzeichen. Ich schaue runter: Fuenf Meter wirken von oben wie zwanzig. Was soll’s. Ich muss nur springen. Die Wasseroberflaeche liegt ruhig unter mir. Hinter mir draengeln schon die Jungs. Kawumm. Es knallt, als wuerde man auf Beton landen. Der Bikini rutscht mir bis an die Ohren. Schnell unter Wasser alles richten: steinhartes Wasser.


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