• Der Hollywoodvirus

    Wenn du Muschi sehen willst, ruf Lisa Nova an! raunt eine gestresste Schauspielerin ihre Produzentin an, waehrend sie ihr Whisky-Glas an eine Dreijaehrige weiterreicht. Ein ganz normaler Satz am Set von Viralcom. Wer bis jetzt dachte, all die lustigen Clips auf Youtube waeren Homevideos von Nerds mit zuviel Zeit oder von sexgeilen Teenagern, die sich langweilen, wird nun eines besseren belehrt.

    Die neue Web-Serie wagt den Blick hinter die Kulissen der YouTube-Welt und schnell wird klar, was ich schon lange vermutete: alles wird produziert.

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    Chris Crocker sitzt gar nicht im Haus seiner Oma und versteckt sich vor Nazis, die ihn lynchen wollen. Dax Flame geht ueberhaupt nicht mehr zur Schule und wird dort gemobbt. Sie sind alle in Hollywood, haben Agenten, nehmen Schauspiel- unterricht und lassen sich von Autoren einseitige Scripts schreiben. Mit viel Tamtam ist Viralcom gestern gestartet und auf den ersten Blick ist die Idee ganz lustig: Eine Serie ueber die Geschehnisse am Set der groessten YouTube-Produktio- nen. Doch beim genaueren Hinschauen wird’s immer unlustiger.

    Kurz vor dem Ende des Trailers fuer Viralcom blitzt fuer eine Millisekunde das Logo Warner Bros. Studio 2.0 auf. Hinter Viralcom steckt also tatsaechlich ein Hollywoodstudio. Das Studio 2.0 ist eine Tochterfirma des Medienriesen Warner, die gezielt Kurzfilme fuers Netz produziert, die wie echte YouTube-Clips aussehen sollen. Allein der Trailer fuer die neue Serie wirkt ziemlich teuer – und war es bestimmt auch. Ich bleibe lieber beim echten user generated content und lass mir nicht schon wieder von Hollywood diktieren, was ich zu sehen habe.


2 Kommentare zu Der Hollywoodvirus

  • sebastian am 19.04.2008 15:16
    Haha.. ich schätze mich wirklich glücklich, wenn ich mal eine echte Subkultur, echten Trash, einen echten Trend entdeckt habe und verrate ihn nur meinen besten Freunden.. .
    Deswegen hier ein Tipp für euch ;D: www.toostrong.de.
    Aber pssssst!!! *g*
  • [...] Musikclip ist ein gutes Beispiel für die virale Verbreitung von Inhalten im Netz. Am Anfang wurde er von Studenten verlinkt, die sich über Tay Zonday lustig [...]

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