• Brauchen wir Public Shaming? Sexuelle Nötigung, psychische Manipulation und andere Vorwürfe

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    Gegen den Netzaktivisten und Journalisten Jacob Appelbaum werde schwere Vorwürfe erhoben: Sexuelle Nötigung, psychische Manipulation und Plagiarismus. Zunächst wurden die Anschuldigungen anonym geäußert, inzwischen melden sich Opfer auch mit Klarnamen zu Wort. Die Informatikerin und Bloggerin Natanji, selbst in der Hacker-Szene aktiv, geht der Frage nach, ob die Öffentlichmachung der Vorwürfe, das public shaming, gerechtfertig ist. Ein Kommentar.

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    Vor wenigen Tagen wurde Jacob Appelbaum aus dem Tor-Projekt gegangen, nachdem schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden, die wenige Tage später öffentlich gemacht wurden. Es geht um Plagiarismus, Harassment und mehrfachen sexuellen Missbrauch; ein Opfer spricht selbst von Vergewaltigung.

    Der Fall hat es in die Schlagzeilen der großen Nachrichtenportale geschafft und wird innerhalb der Hackerszene kontrovers diskutiert. Besonders innerhalb der deutschsprachigen Szene, denn Appelbaum lebt seit Jahren in Berlin und hat viel Kontakt zur deutschen Technik- und Nerdszene gehabt, unter anderem auch im Chaos Computer Club (CCC). Auf dem 29c3 hielt er sogar die Keynote.

    Im Chaos-Umfeld äußern sich eine Menge Leute darüber, dass ihnen die Vorwürfe nicht neu sind; IT-Portale wie Golem.de berichten, ihnen seien sie „seit längerem bekannt“ gewesen.

    Als Reaktion auf die Vorwürfe kommen Geschichten weiterer Opfer ans Licht; als prominentes Beispiel veröffentliche der in der deutschsprachigen Hackerszene sehr anerkannte US-Amerikaner Nick Farr seine eigenen Erlebnisse mit Harassment durch Appelbaum auf dem 30. Kongress des Chaos Computer Clubs (30C3). Dies sei der wahre Grund, weswegen er seitdem keine Chaosevents mehr besuche.

    Eine Kampagne gegen Appelbaum? Wohl kaum

    Es erscheint vor dem Hintergrund dieser breiten, unabhängigen Stimmen vollkommen unrealistisch, dass es sich um eine orchestrierten und gezielten Schmutzkampagne gegen Appelbaum handelt, wie dieser in seinem Statement behauptet. Konkret bestreitet er übrigens interessanterweise lediglich den Vorwurf des „criminal sexual misconduct“, was angesichts der riesigen Lücken im deutschen Sexualstrafrecht nicht gerade viel bedeutet. Die sehr spezifischen Formulierungen seines Statements sind auch anderen aufgefallen.

    Pikant ist, dass gerade nach den Ereignissen des 29C3 sich Netzfeminist*innen für eine effektive Anti-Harassment-Policy bzw. einen Code of Conduct stark machten, die aber bis heute auf den Events des Chaos Computer Clubs nicht umgesetzt wurde. Auf dem Kollektivblog Femgeeks wurden dafür konkrete Vorschläge diskutiert. In den letzten Jahren gab es auf dem Congress zumindest ein Awareness-Team, in dem ich letztes Mal auch selbst mitgearbeitet habe.

    Es liegt ein systemisches Problem vor

    Dennoch bleibt das flaue Gefühl: hätte eine deutlichere Policy zumindest im Falle von Nick Farr geholfen? Ob ein Rausschmiss einer mächtigen Szenegröße wie Appelbaum wegen Harassment dann tatsächlich realistisch stattgefunden hätte, darf aber bezweifelt werden. Das systematische Problem, dass missbräuchliches Verhalten akzeptiert wird und nicht genug Konsequenzen hat, bleibt – gerade bei Szenegrößen. Interessant ist, dass das Tor Project seit vielen Monaten an einem Code of Conduct arbeitet, der aber bislang nicht veröffentlicht wurde.

    Die Reaktionen der Community auf die öffentlichen Vorwürfe, dieses public shaming, sind deutlich gespalten. Während viele sie ernst nehmen, kritisieren auch viele, dass die Seite jacobappelbaum.net ein öffentlicher Pranger sei und dass man besser zur Polizei habe gehen solle – ungeachtet der detaillierten Ausüfhrungen auf der Seite, warum diese und andere Möglichkeiten nicht sinnvoll erschienen.

    Das hätt natürlich gar nicht betroffene Nerd-Macker wie Fefe nicht davon ab, ihr typisches victim blaming zu betreiben und den Opfern gar eine Mitschuld für zukünftige Übergriffe zu unterstellen, wenn sie keine Anzeige erstatten. Das gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Falls von Gina-Lisa Lohfink wirklich perfide, wo die Betroffene selbst in einem komplett eindeutigen Fall mit Beweisvideo, in dem sie eindeutig „aufhören“ sagt, noch zur Täterin gemacht wird.

    Opfer tragen keine Verantwortung

    Ich verstehe nicht, warum man das dauernd wiederholen muss, obwohl es so eine so einfache Wahrheit ist, aber: diese Verantwortung bei den Opfern zu sehen ist IMMER falsch. Egal ob es um Vergewaltigung oder irgendeine andere Straftat geht. Betroffene entscheiden selbst, wie viel Energie es in etwas reinstecken wollen, wie viel Risiko sie bereit sind zu tragen. Sie haben ein Recht darauf, sich um ihr eigenes Wohlsein zu kümmern.

    Traurigerweise funktioniert Abuse bei den meisten Menschen einfach, und das nicht wegen einer eigenen Willensschwäche, sondern weil Manipulierbarkeit verdammt menschlich ist. Die grundlegende Beeinflussbarkeit der menschlichen Psyche kann als gegeben hingenommen werden.

    Die Frage, die man sich also stattdessen stellen sollte: was kann eine Community besser machen, um Abuse abzufedern oder wünschenswerterweise zu verunmöglichen? Nun, da haben wir wie gesagt auf femgeeks bereits drüber gesprochen. Und Netzfeminist*innen haben die internen Probleme der Chaos-Community schon vielfach analysiert. Man müsste ein paar Leuten vielleicht mal glauben und zuhören…

    Mit einer besseren, sich gegenseitig stärker kontrollierenden Community und deutlicheren Regeln würden sicherlich viele Fälle von Missbrauch aufgedeckt und verhindert werden können. Daran sollte definitiv gearbeitet werden! Aber klar ist auch, dass sie kein Allheilmittel darstellen, gerade gegen in einer Community etablierte Abuser, die auch ein Awareness-Team noch manipulieren und womöglich sich selbst noch als Opfer stilisieren können.

    Was mir daher nicht gefällt ist der Gedanke, diese Frühwarn-Möglichkeiten bloß aus dem Grund zu schaffen, um public shaming zu verhindern und zu delegitimieren, oder wie es Fefe formuliert:

    „Wie können wir in Zukunft dafür sorgen, dass niemand glaubt, er müsse einen anonymen Internet-Pranger aufmachen, weil die anderen Optionen alle nicht wirken?“

    Warum man Vorwürfe öffentlich machen sollte

    Ich möchte an dieser Stelle lieber eine Lanze brechen für die Veröffentlichung von Vorwürfen, gerade im Bereich sexualisierter Gewalt. Es wird auch in der besten Community noch eine Menge Gründe geben, diesen Weg zu wählen. Hier sind ein paar davon:

    1. Öffentlichkeit schafft Awareness für ein Problem. Ohne die Öffentlichmachung im aktuellen Fall würde wieder keiner glauben, dass sich was ändern muss. Die Hackerszene hat offenbar so ernste Probleme, dass Gerüchte um vielfachen Abuse zwar im Raum standen und anscheinend sehr bekannt waren, ihnen aber dennoch nicht ausreichend nachgegangen wurde.

    2. Interne Strukture können gut vernetzten Abusern helfen und sie schützen. Bei den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche haben irgendwie alle verstanden, warum eine interne Abhandlung von Missbrauch keine gute Idee ist. Warum nicht auch hier?

    3. Öffentlichmachung kann zu einer größeren Beobachtung von Abusern führen und damit zukünftigen Abuse verhindern. Natürlich können Menschen weiterhin sagen: die Behauptungen sind unbelegt, ich werde diesen Menschen nicht vorverurteilen. Das für sich so zu entscheiden, ist völlig okay. Aber gleichzeitig werden Menschen sensibler und können auch auf nur leichte Grenzverletzungen reagieren. Sie werdne wachsamer sein und befähigt, die Abuse-Strategien als solche zu erkennen und zu handeln.

    4. Anonyme Veröffentlichung erlaubt es Opfern, nicht mehr als nötig zu riskieren und unerkannt zu bleiben. Das ist das Whistleblower-Prinzip. Warum legt die Nerd-Community bei diesem Whistleblowing-Vorgehen einen anderen Maßstab an? Geht es bei Appelbaum doch zweifellos um einen relativ mächtigen Menschen mit viel Einfluss. Vermutlich weil er als „einer von uns“ gehandelt wird.

    Public shaming und die Probleme

    Das Problem ist natürlich: public shaming kann wie jede Methode missbräuchlich eingesetzt werden und als öffentlicher Pranger missverstanden werden. Appelbaum hat kein Harrassment oder Drohnachrichten verdient, egal wie viel an den Vorwürfen dran ist. Aber das Werkzeug des public shaming ist nicht per se böse und falsch und es ist gefährlich, es so darzustellen – denn was sonst bleibt Opfern denn um andere zu schützen, gerade wenn „zur Polizei gehen“ nix gebracht hat oder bringen würde?

    Das ist alles eine Sache der Abwägung und der umfangreiche FAQ auf jacobappelbaum.net legt nahe, dass sich die Betroffenen in diesem Fall intensive Gedanken darüber gemacht haben und es wirklich keine andere Möglichkeit gab. Es hilft am Ende den Abusern, wenn sie wissen, dass eine bestimmte Art sich gegen sie zu wehren tabu ist.

    Die Methode muss also mit viel Bedacht eingesetzt und von uns allen bewertet werden. Sie ist nicht automatisch okay, sondern basierend auf den Umständen. GamerGate hat das public shaming vielfach genutzt und stets für Schmierkampagnen missbraucht: schon der Beginn der Hassbewegung war ein solcher Fall, in dem ein rachsüchtiger Mann den privaten Zerfall seiner Beziehung zu einer bis zu GamerGate völlig unbekannten Indie-Spielentwicklerin öffentlich machte und eine Verschwörungstheorie darum sponn.

    Appelbaum ist dagegen eine öffentlich beachtete Person mit viel Macht, die sich, wenn man den Vorwürfen glaubt, schon seit vielen Jahren und gegenüber vielen Menschen missbräuchlich verhält, unter anderem denen, die mit ihm im TOR-Projekt gearbeitet haben. Und selbst ganz unabhängige, renommierte Personen wie Nick Farr äußern sich bestätigend. Ein himmelweiter Unterschied also.

    Die Veröffentlichung von Abuse erscheint besonders dann wie der einzig realistische Weg, wenn es um Handlungen geht, die moralisch unter aller Kanone, aber nicht per se strafbar sind und von den Strukturen in denen sie passieren lange Zeit ignoriert werden. Darum ist es auch widersinnig, für die Bewertung von Missbrauchsfällen andauernd auf die Polizei und das Gesetz zu verweisen.

    Die Gesetzeslage ist dafür, wie wir unser Miteinander bewerten, vollkommen egal: legality is not morality, Leute! Bei den Panama Papers haben das noch alle verstanden und die (legale!) Steuerhinterziehung scharf kritisiert – das geht auch mit vollkommen nicht-strafbarem Missbrauchsverhalten.

    Eine funktionierende Community benötigt immer eigene Regeln, und diese müssen deutlich spezifischer sein als „Be excellent to each other“. Ich kann Leute nicht wegen einem subjektiv zu wenig empfundenen Mangel an „excellency“ von einer CCC-Veranstaltung ausschließen, aber sehr wohl für klar definiertes Harassment wie „da lässt mich jemand nicht in Ruhe, schüchtert mich ein und hinterlässt in meinem Hotelzimmer Drohnachrichten“, wie es laut Nick Farr bei ihm geschehen ist.

    Zuhören statt Weghören

    Dankenswerterweise geht die öffentliche Diskussion weniger darum, ob Appelbaum nun ein Arschloch ist oder nicht, sondern wie sich Abuse gerade innerhalb der Community und auf Chaos-Events besser verhindern lässt. Ja, lasst uns eine bessere Community bauen! Und zwar eine, in der wir uns auch trauen öffentlich zu machen, wer sich scheiße verhält und welche Leute diese Menschen unterstützen.

    Auch im Falle von Jacob Appelbaum gibt es ein großes Netzwerk von Menschen, das an ihm dranhängt – und es ist wichtig, bei diesen Menschen in Zukunft besonders vorsichtig zu sein, aufeinander acht zu geben. Wir brauchen eine Kultur des Zuhörens statt Weghörens, anstatt Harassment auf einem Event oder innerhalb einer Community zum Privatproblem der beteiligten Menschen zu erklären oder ihnen gar „Drama machen“ vorzuwerfen. Seid wachsam! Natürlich ist es schön, wenn Probleme anders geklärt werden – aber Betroffene haben in meinen Augen immer die Berechtigung, über das von ihnen Erlebte zu sprechen. Es darf niemals Ziel sein, das zu verhindern.

    Ob die deutsche Hacker-Community Community es schafft, die Prioritäten richtig zu setzen, sehen wir in knapp sieben Monaten: wenn Jacob Appelbaum trotz der Vorwürfe und dem in der Community breit bekannten Wissen um sein dauerndes Fehlverhalten den 33C3 trotzdem betreten dürfte, wäre das in meinen Augen ein Armutszeugnis für den CCC.

    Während ich diesen Text schreibe, haben sich eine Reihe weiterer Personen den Vorwürfen angeschlossen:

    Die Entwicklerin Leigh Honeywell bloggt über das missbräuchliche Verhalten Appelbaums in einer sexuellen Beziehung mit ihm vor 10 Jahren. Er habe immer wieder Grenzen überschritten und sie öffentlich gedemütigt.

    Gegenüber Dailydot bestätigen gleich drei aktuell bei Tor angestellte Menschen (zwei werden namentlich genannt), dass sie manche der auf jacobappelbaum.net genannten Opfer persönlich kennen und ihre Geschichten wahr sind.

    Der Entwickler Emmerson Tan beschreibt einen von ihm beobachteten Übergriff Appelbaums, der sich nach Recherchen von Dailydot (gleicher Artikel wie oben) auf dem 32C3 abgespielt hat und übereinstimmend von vier bekannten, namentlich genannten Personen der Tech- und Security-Community bestätigt wird. Laut Tan sei es auch deshalb so schwer, den sexuellen Missbrauch gegenüber der Polizei anzuzeigen, weil die Security-Community ein Opfer dann prompt als Verräter oder Handlanger des Staates darstellen würde. Unrealistisch erscheint das nicht: bei Julian Assange haben wir genau dieses Verhalten beobachten können.

    Auf Twitter wird derweil auch das Thema der Komplizenschaft mit Appelbaum diskutiert – unter anderem werden Vergleiche mit dem Fall Jian Ghomeshi gezogen.

    Anm. d. Red.: Das Aufmacherfoto oben stammt von Mario Sixtus (cc by 2.0). Der Text ist auch auf femgeeks erschienen.


11 Kommentare zu Brauchen wir Public Shaming? Sexuelle Nötigung, psychische Manipulation und andere Vorwürfe

  • Ich verstehe nicht, warum man das dauernd wiederholen muss, obwohl es so eine so einfache Wahrheit ist, aber: diese Verantwortung bei den Opfern zu sehen ist IMMER falsch. Egal ob es um Vergewaltigung oder irgendeine andere Straftat geht. Betroffene entscheiden selbst, wie viel Energie es in etwas reinstecken wollen, wie viel Risiko sie bereit sind zu tragen. Sie haben ein Recht darauf, sich um ihr eigenes Wohlsein zu kümmern.

    Kann man nicht häufig genug sagen, leider scheint das nötig. Im Musikbereich haben wir jetzt ja auch einen prominenten Fall, nein, nicht David Garrett, sondern Vorgänge an der Hochschule für Musik und Theater München. Die von noch prominenterer Stelle publizierten Leserbriefe, sind selten dumm, muss man sagen. https://musikunrat.de/2016/05/31/vom-elend-der-kulturwelt-muenchens/ (hier Hans Magnus Enzensberger) oder da https://musikunrat.de/2016/06/07/praesident-der-ba/ Michael Krüger als Präsident des Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Immer auf die Opfer drauf, der jetzt schon in erster Instanz verurteilte Täter wird dagegen in Schutz genommen.
  • Ich finde nachvollziehbar, warum Fefe Pranger ablehnt.

    Ich finde auch nachvollziehbar, warum man nach wie vor keine Anti-Harrassment-Policy haben will, gleichwohl man die betreffende Person ablehnt. Für mich wäre es ein fürchterlicher Nebeneffekt.

    "Anonyme Veröffentlichung erlaubt es Opfern, nicht mehr als nötig zu riskieren und unerkannt zu bleiben. Das ist das Whistleblower-Prinzip. Warum legt die Nerd-Community bei diesem Whistleblowing-Vorgehen einen anderen Maßstab an?"

    Wenn Leute die Privatsphäre schützen wollen, dann können Sie nicht gut finden nicht-verurteilte Personen öffentlich zu diffamieren. Im übrigen sind gruppenbezogene Aussagen problematisch.

    Whistleblower sind nicht "Opfer" sondern nach dem Europarat folgendermaßen zu verstehen:

    “whistleblower” means any person who reports or discloses information on a threat or harm to the public interest in the context of their work-based relationship, whether it be in the public or private sector;
  • Danke für diesen Kommentar. Ich finde auch, dass es wichtiger ist als aufgeregte Frustration zu verbreiten, Strategien in der Szene zu entwickeln. Code of Conducts sind mühselig und nervig, aber wenn es eben die einzige Chance ist, Bewusstsein zu schaffen, Regeln zu formulieren und auch Maßnahmen zu ergreifen, muss man da durch. Diese schwierige Arbeit muss dann anerkannt, honoriert und unterstützt werden und nicht sabotiert... In diesem Sinn sind jetzt alle gefordert! Ich habe das Gefühl, dass es immer schwerer werden wird, mit Übergriffen durchzukommen, und das ist gut so! Coco
  • Übergriffe können überall passieren. Auf privaten Parties, auf öffentlichen Veranstaltungen, in der eigenen Wohnung, auf der Straße.

    Ich kenne keine gute AHP. Auch die Wertung, was ein "Übergriff" ist, ist kulturell sehr verschieden ausgeprägt. Es gibt seit einigen Jahren Versuche bestimmter us-amerikanischer Communities auf Veranstaltungen in Europa AHP zu etablieren, die ihrerseits aus bestimmten bundesstaatlichen US-Gesetzeslagen entstanden sind. Meistens enthalten diese dann aber Verhaltensweisen, die für die betreffende Zielgemeinschaft vollkommen unproblematisch oder irrelevant sind, oder aber Selbstverständlichkeiten.

    Denken wir an den Facebook-Code, nach dem man keine Bilder von Brüsten posten darf. Denken wir an das Kino der Hollywood-Code Ära. Ein falscher Moralcode-Imperialismus ist kaum wünschenswert und hilft auch im Einzelfall wenig. Nur ein Beispiel, Google:

    https://www.google.com/events/policy/anti-harassmentpolicy.html
    "Harassment includes, but is not limited to: verbal language that reinforces social structures of domination related to gender identity and expression, sexual orientation, disabilities, neurodiversity, physical appearance, body size, ethnicity, nationality, race, age, religion, or other protected category; sexual imagery in public spaces; deliberate intimidation; stalking; following; harassing photography or recording; sustained disruption of talks or other events; offensive verbal language; inappropriate physical contact; and unwelcome sexual attention. Participants asked to stop any harassing behavior are expected to comply immediately. ...Exhibiting partners, sponsors or vendor booths, or similar activities are also subject to this policy. In particular, exhibitors should not use sexualized images, activities, or other material. Booth staff (including volunteers) should not use sexualized clothing/uniforms/costumes, or otherwise create a sexualized environment."

    Verschiedene Akteure aus der amerikanischen Hacker-Community haben sich an solchen Policies immer sehr hart gerieben und ausgesprochen radikale Free-Speech Auffassungen vertreten. Das konnte man als Europäer immer schwer nachvollziehen.

    Eric Idle von Monty Python hat sogar einmal ein Lied gegen die Radio-Policy der Federal Communications Commission (FCC) geschrieben:
    https://en.wikipedia.org/wiki/FCC_Song

    Was man nicht möchte ist, dass mit AHP plötzlich stark dehnbare Wertungen einem übergestülpt werden und durchgesetzt. Es müssen die bestehenden Wertungen in der Community der Ausgangspunkt sein. Wenn sie verschriftlich sind, beginnen aber andere sich da einzuklinken und alternative Wertvorstellungen damit exkludierend durchzusetzen. Noch mal:

    "each of us has the right to enjoy our experience without fear of harassment, discrimination, or condescension, whether blatant or via micro-aggressions. Jokes shouldn’t demean others. Consider what you are saying and how it would feel if it were said to or about you."

    Gerade Begriffe wie "Mikro-Aggressionen" haben zu einer sehr giftigen Atmosphäre beigetragen, und führen zu einer neokonservativen Wende. Da erinnere ich mich an den Hinweis des Pädagogen A.S. Neils, seine Reformschüler dürfen ohne Sanktionen fluchen und sexualisierte Begriffe nutzen, aber hätten gar kein Interesse daran, im Gegensatz zu den damaligen herrschenden pädagogischen Ansätzen. Wir müssen nicht die gesellschaftlicher Impulse antiautoritärer Ansätze der 60er mit einer AHP Tyrannei rückgängig machen. LG, André
  • Natanji am 12.06.2016 15:18
    Danke für eure Kommentare hier. Ich lese hier vor allem eine große Skepsis gegenüber CoCs bzw. Anti-Harassment-Policys heraus - und würde gerne verstehen, woher diese rührt. Ich meine klar, wenn man der Meinung ist, dass man konsequenzlos Dinge sagen können muss, wie es die radikalen free speech-advocates tun, dann macht das irgendwie Sinn - aber ansonsten?

    Ich habe keine Angst vor CoCs/AHPs. Richtlinien sind wichtig, um Leuten zu zeigen, welches Verhalten man konkret okay findet und welches nicht. Wenn man beispielsweise von Sprechenden erwartet, dass sie keine sexistischen oder rassistischen Witze machen sollen, können diese ihre Vorträge und Workshops von Anfang an entsprechend anpassen und es kommt gar nicht erst zu unangenehmen Situationen. Niemand schränkt damit die Freiheit der Personen ein, an komplett anderer Stelle ihre Meinung auch auf *istische Weise kund zu tun - free speech ist nicht im Ansatz berührt.

    Für den Kontext einer riesigen (!) Konferenz, wo sich alle willkommen fühlen sollen - wie das jüngste CCC-Statement bekräftigt - ist das natürlich ganz klar nicht angebracht. Hier kommen so viele Leute mit so vielen verschiedenen politischen Einstellungen zusammen... da muss eine Balance von freiem wie-ich-will-Verhalten und Respekt voreinander gefunden werden. Und die erreicht man klar *nicht* dadurch, dass man Leuten erzählt "bleib halt weg, wenn du dich dem ganzen Mist nicht aussetzen willst", wie es gefühlt bisher war.

    Der Artikel hier zeigt in meinen Augen sehr toll auf, wo und wie ein CoC wirklich helfen kann: https://www.palantir.net/blog/beyond-being-excellent-care-and-feeding-code-conduct
    Es geht nicht nur um Richtlinien, sondern vor allem auch definierte Prozesse, wie eins sich Hilfe besorgen kann, wenn was passiert ist. Je niedrigschwelliger das Angebot ist, je besser ich als Betroffene vorher einschätzen kann was da geleistet werden kann (und was nicht), umso besser. Da könnte z.B. klar definiert sein "wenn du mit uns darüber sprichst, dann sprechen wir nur auf deinen ausdrücklichen Wunsch mit dem Menschen über den du dich beschwerst, und halten deinen Namen auf Wunsch geheim". Das ist unglaublich wichtig, denn wenn ich mich erst fragen muss ob mich an wen zu wenden eher einen Backlash gegen mich erzeugt - wie bei Nick Farr, als er versuchte sich Hilfe zu holen - dann bleibe ich eben still.

    Insofern: wo isn das Problem mit CoCs/AHPs? Und was ist falsch am Begriff "Micro-Aggressions"? Ich kenne das als nützlichen Begriff für Menschen, um ihre eigene Erfahrungswelt zu beschreiben. Du machst daraus "alternative Wertvorstellungen damit exkludierend durchzusetzen". What?
  • Das CCC Statement nimmt die Sprache von AHP auf, allerdings ironisch gebrochen und knapp. Jetzt gibt es eine Stellungnahme, dass ioerror aufgrund dieser AHP von Veranstaltungen ausgeschlossen werde. Es wird nicht bei ihm bleiben.

    Der ganze Sinn von AHP ist Exklusion, und zwar nach ganz willkürlichen Standards, die auf der AHP beruhen, und sich nicht aus dem Konsens der Community ergeben.

    Zu Mikroaggressionen:
    http://www.heise.de/tp/artikel/45/45752/1.html

    Im übrigen ist der Hintergrund der AHP nur, dass sie in den USA von einigen Bundesstaaten erfordert werden. Was haben wir mit dem amerikanischen Rechtssystem zu schaffen?
  • Natanji am 20.06.2016 21:07
    Du lässt dir offenbar Mikroaggressionen von Leuten erklären, die den Begriff eh schon lächerlich finden. Mit Verlaub: das ist nicht gerade eine gute Idee, etwa so, als würde man sich von einem Flat-Earther erzählen lassen, dass die Idee die Erde sei rund ja albern sei. Es ist aber hübsch, weil du so schön demonstrierst, wie ein Großteil der Nerdszene sich ihr Halbwissen über Sozialwissenschaften aus kurzen Telepolis-Artikeln und anderen Tech-Quellen holt, die das ganze Thema überhaupt nicht verstanden haben. Ich denke, dass Google dir da besser weiterhelfen kann. ;)

    Der Sinn von AHPs ist nicht Exklusion, sondern Schutz. Exklusion ist eine mögliche Folge von Danebenbenehmen. Du sagst es so, als wenn es etwas schlechtes wäre, dass Scheißverhalten eben auch Konsequenzen bis zum Rauswurf hat.

    Das mit den "willkürlichen Standards" verstehe ich nicht. Erscheint es dir willkürlich, weil es im sozialen Bereich ist und sich dieses nun mal schwieriger spezifizieren lässt als ein technisches Dokument? Verstehst du bei IMHO ganz gut gemachten CoCs wie z.B. diesem hier nicht, worauf die Leute hinauswollen? Nur als Beispiel: https://www.eurobicon.org/code-of-conduct/

    Weil wenn ich das lese, macht das für mich total klare und verlässliche Ansagen - sowohl in Bezug darauf, welches Verhalten ich von anderen Teilnehmer*innen mir gegenüber erwarten kann, als auch welches Verhalten nicht okay ist. Was mich ermutigt, dieses Fehlverhalten wenn es mich betrifft oder ich es beobachte auch der Orga zu melden, sodass diese ein Auge drauf haben kann. Ausschlüsse sind dabei seltenst das Ziel, die kommen nur als letzte Option eben in Betracht (und das sollte darum auch da drin stehen!). Die meisten Fälle regelt man dadurch, dass man mit Menschen redet und sie ggf. einfach darauf hinweist, dass etwas nicht okay war. Also Orga oder Awareness-Team brauche ich dafür aber eben die Mithilfe aller Besucher*innen, damit ich überhaupt Wind davon bekomme was passiert.

    Die Rechtssprechung der USA ist nebenbei irrelevant. AHPs bzw. CoCs werden wegen ihrer praktischen Vorteile von Teilen der Hacker- und Technikszene gefordert, schon seit vielen Jahren, und auch immer wieder sehr gute Vorschläge gemacht. Um bestehende Probleme, wie sie bei Appelbaum offensichtlich wurden, eben angehen zu können.
  • "Du lässt dir offenbar Mikroaggressionen von Leuten erklären, die den Begriff eh schon lächerlich finden. Mit Verlaub: das ist nicht gerade eine gute Idee, etwa so, als würde man sich von einem Flat-Earther erzählen lassen, dass die Idee die Erde sei rund ja albern sei."

    Mikro-Aggression meint ein verkehrsübliches Verhalten, das bestimmte Personen unangenehm finden könnten und von dem "Aggressor" gut gemeint ist, als Small-Talk, ohne Absicht des Angriffs. Es gibt also per Definition keinen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, dass diese zu unterbleiben haben, sondern nur eine Förderung einer Mimosenkultur, einer Sprachbarriere.

    Das Schlimmste aber, diese Mimosenkultur immunisiert sich vollkommen gegen Kritik an ihren Wertungen, sie ist nicht falsifizierbar. Allenfalls kann ihre Darstellung ihrerseits als ressentimentgeladene Mikroaggression bezeichnet werden.

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Die-neue-politische-Korrektheit-in-den-USA/story/22631883

    Mikroaggressoren sind Menschen, die auf "Fremde" zugehen, sich für sie interessieren und anknüpfen wollen. Es mag für eine Ghanaertochter aus Düsseldorf mit der Zeit nervig werden, darauf angesprochen zu werden aus welchem Land in Afrika sie stamme, aber beide Gesprächspartner verstehen vollkommen, warum es gefragt wird. Die Alternative wäre harte Ignoranz gegenüber jedem, der fremde Biographien mitbringt und das Vermeiden von Gespräch. Wenn ich nur einen Arm habe, dann spricht man mich darauf häufiger an, weil die Behinderung der natürliche Anknüpfungspunkt ist, und Teil meiner Geschichte. Amerikaner fragen mich häufig, ob ich Brite sei. Keine Ahnung warum, ist das eine Mikro-Aggression?

    Wer interkulturellen Dialog will, der begeht solche "Mikro-Aggressionen", wer interkulturellen Dialog vermeidet, der begeht sie nicht. Aber vielleicht ist das ja eine Schweigeaggression...

    "Der Sinn von AHPs ist nicht Exklusion, sondern Schutz."

    Wozu braucht man sie dann? Wie funktioniert diese Sicherheit ohne Ausschluss und Repression?

    Wo fühlt sich die Mehrheit besser: Bei besonderem "Schutz", Maßregelung und "Auschluss" von Abweichlern aufgrund von AHP oder bei "Freiheit" aufgrund des allgemeinen Konsens (bei dem auch gewisses Verhalten nicht toleriert werden wird bzw. ad hoc ausgehandelt (schmeißt man den Störer von der Versammlung oder holt man ihn auf die Bühne?))?

    Wir haben heute freie Gesellschaften als noch im 19. Jahrhundert, mit weniger Zensur, weniger Kampf gegen "Schmutz und Schund", weniger Repression sozial devianten Verhaltens. Das finde ich gut.
  • Natanji am 29.06.2016 14:13
    Du sitzt offenbar dem Irrtum auf, dass soziale Interaktionen sich naturwissenschaftlichen Standards zu unterwerfen haben. Anders ist jedenfalls nicht erklärlich, wieso du eine "Falsifizierbarkeit" anstrebst.

    Bei Mikroaggressionen geht es um Verhalten, das andere Menschen verletzt, aber eben nur so nebenbei passiert in der alltäglichen Interaktion und darum der Widerstand dagegen schwierig ist. Weil eben keine offene Beleidigung da ist, sondern eine unterschwellige Herabwürdigung stattfindet.

    Hier geht es um *Gefühle*. Gefühle von Menschen sind wichtig und zu respektieren. Selbstverständlich ist das nichts "falsifizierbares", wie stellst du dir das denn bitte vor? Du tust so, als könntest du dir herbeidefinieren, dass ein Verhalten in Ordnung ist wenn es "nicht böse gemeint" ist. Kannste schon so machen, aber das ist genau das System, was mi der Microaggression theory bekämpft werden soll: dass Menschen, die systematische, unterschwellige und einfach angelernte Diskriminierung erfahren sich immer mit ihrem guten Willen herausreden können, anstatt ihr Verhalten überdenken zu müssen.

    Ich wette, eine Menge Leute benutzen "schwul" und "behindert" als Schimpfworte, ohne in dem Moment unbedingt bewusst ihre Verachtung für homosexuelle Männer oder Behinderte ausdrücken zu wollen. Die Analyse lässt einen aber leicht erkennen, dass der Gebrauch dieser Worte als Schimpfworte auf einer Herabwürdigung dieser Menschen in der Gesellschaft basiert. Wir beleidigen Menschen schließlich nicht mit etwas, wo wir keinen gesellschaftlichen Konsens sehen, dass es irgendwie verachtenswert ist. "Du Millionär!" würde allenfalls in manchen linken Kreisen als Beleidigung funktionieren...

    Ich kenne eine Menge PoCs, die *nicht* gerne nach ihrem Herkunftsland gefragt werden (besonders dann übrigens, wenn sie in Deutschland geboren sind). Was also, wenn deine Ghanaertochter eben keinen Bock darauf hat? In deiner Logik scheinst du herbeidefinieren zu wollen, dass solche Fragen völlig normal ist und sie sich dem eben stellen muss. Und wenn sie das nicht will oder es gar verletzend empfindet, immer wieder au ihre Hautfarbe reduziert zu werden, auf ihre von außen empfundene Andersartigkeit (die ihr nebenbei schlechtere Karrierechancen und allerlei offene Diskriminierung einbringt!)... dann ist sie laut dir eine Mimose, oder was? Die Alternative wäre nicht Gesprächsvermeidung und Ignoranz, sondern dass Weiße halt mal aufhören, PoC die ganze Zeit nach ihrer "Herkunft" zu fragen, ihre lockigen Haare anfassen zu wollen, sie überhaupt dauernd anders zu behandeln als Weiße. Wenn du noch immer verwirrt bist wie ein vernünftiger Umgang aussehen kann und Nachhilfe brauchst, empfehle ich dir das Buch "Deutschland Schwarz Weiss" von Noah Sow.

    Es geht hier nicht um amerikanische Unis oder Vorschriften und Redeverbote. Es geht darum, dass Leute sich heutzutage zum Glück zunehmend trauen zu sagen, wenn sie ein Verhalten ihnen gegenüber respektlos und verletzend empfinden.

    Du kannst das jetzt als Einschränkung deiner persönlichen Freiheit empfinden, jemanden egoistisch nach deinem eigenen Ermessen behandeln zu dürfen. Dann musst du dich nicht wundern, wenn Leute dann dich eben als Arschloch empfinden und nichts mit dir zu tun haben wollen. Es ist in meinen Augen goldrichtig, wenn soziale Gruppen wie ein Hackerspace einen gegenseitigen Respekt einfordern und bei Missachtung Leute eben auch im äußersten Fall rausschmeißen.

    Dabei ist es wirklich nicht so schwer, Leute respektvoll zu behandeln. Man muss ihnen nur zuhören und ihre Bedürfnisse und Lebenserfahrungen und auch Verletzlichkeiten (die höchstwahrscheinlich anders als die eigenen sind!) ernst nehmen.

    Microaggression theory ist ein psychologisches Modell, also eine geisteswissenschaftliche Erklärung für gewisse Phänomene. Keine Verschwörung, nix worüber man so in Wallungen kommen muss wie gewisse rechtsliberale Blogger. Wer für Verletzungen anderer (auch ungewollte, unintendierte) erstmal "sorry" sagt und offen versucht nachzuvollziehen, was Sache ist, der hat auch nix zu befürchten.
  • Andre am 05.07.2016 00:08
    Neulich hat mich ein amerikanischer Hipster darüber aufgeklärt, dass der Begriff PoC in New York politisch unkorrekt wirkt, während wir uns solche komischen Abkürzungen gutwillig aneignen und damit unsere Sprache verhunzen.

    Man will es immer richtig machen, aber allen kann man es natürlich nicht recht machen, das braucht man auch gar nicht, wenn man sich von solchen Ideen befreit, seine Interaktionen perfektionieren zu wollen. Wieso sollen wir denn überhaupt "mikroaggressionsfrei" kommunizieren wollen, wenn das Kommunizieren mit dem, was irgendwer zur Mikroaggression erklärt hat, allgemein üblich ist? Wo ist der Konsens in der Community, dass man "Mikroaggressionen" vermeiden soll.

    Die Sache mit der Falsifikation, und da sind wir bei Popper, ist, dass wir immer zulassen müssen Unrecht zu haben oder Kriterien anbieten, nach denen wir falsch sein können.

    Wenn der Vorwurf von Mikroaggressionen per Definition nicht widerlegbar ist, dann ist er auch Quatsch. Wenn ich sage, nö, X ist keine Mikroaggression, dann kann man immer 10 verschiedene Bullshitkarten ziehen.

    Das ist wie die Behauptung, dass eine Speise "unrein" sei. Mit solchem religiösen Aberglauben kann man nicht diskutieren. Es sind einfach willkürliche Setzungen, die dann zum Fetisch werden.
  • Andre am 05.07.2016 00:20
    ", das"

    Es geht im Kern um Übergriffigkeit. Jemanden wird die Rede sanktioniert (sogar mit der Drohung des Versammlungsausschlusses), weil nach der unwiderlegbaren Behauptung einer "Mikroaggression" irgend jemand verletzt worden sei (respektive: ein Strohmann oder eine Strohfrau sich fühlen könnte).

    Dabei ist die Idee verletzungsfreier Rede an sich schon problematisch autoritär.

    Am Ende bleibt nur affirmatives Gewäsch.
    http://www.youtube.com/watch?v=s-ULvJeqDdU

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